"On board were 20 people who had been deported from the United States — but not to their home countries, rather to Liberia."
@christianputsch & @EKPADEH from #Monrovia about deportations from the U.S. to #Liberia.
https://t.co/nf2TWKKPTT
Die fremdenfeindliche Gewalt in Südafrika ist wieder ein wenig aus den Schlagzeilen verschwunden, die Massenflucht hält aber unvermindert an. 178.000 Migranten aus der Region haben das Land inzwischen verlassen. Ich habe den malawischen Schweißer Gerard begleitet, von den chaotischen Zuständen am Konsulat in Johannesburg bis zum Rückführungszentrum an der Grenze zu Simbabwe und dann - per WhatsApp - bis zu seiner Ankunft in Malawi.
Meine Reportage über Gerards Entwurzelung ist in der WELT erschienen:
https://t.co/BoaBqtoUPD
Die Preise für Schokolade erreichten Rekordhöhen, nun fallen die Preise wieder deutlich. In der Elfenbeinküste, dem größten Kakaoproduzenten der Welt, herrscht unter vielen Bauern Ernüchterung. Sie profitierten ohnehin nur begrenzt von den Rekordpreisen. Eine Reise in die Provinzstadt Agboville, wo viele den Glauben an die Zukunft des Kakaos verloren haben
https://t.co/4Su8iGmjwU
Eine der netteren Recherchereisen der vergangenen Monate: Vor dem WM-Spiel zwischen Deutschland und der Elfenbeinküste war ich in Abidjan unterwegs, um die Fußballakademien des Landes zu besuchen.
Hunderte ivorische Spieler stehen bei europäischen Vereinen unter Vertrag. Hinter diesem Erfolg steckt ein erstaunlich professionelles System der Talentförderung – und enormer Druck auf die Spieler. Mit 17, 18 oder 19 Jahren entscheidet sich oft, ob der Traum von Europa Wirklichkeit wird.
Für viele Vereine und Akademien machen Transfererlöse bis zu 90 Prozent des Budgets aus. Für die größten Talente zahlen europäische Klubs inzwischen Ablösen von mehr als einer Million Euro. Wer den Sprung jedoch nicht schafft, verdient in der heimischen Liga dagegen oft nur wenige Hundert Euro im Monat.
Deutschland dürfte morgen ein ziemlich harter Gegner erwarten. Die Elfenbeinküste gewann ihr erstes WM-Spiel gegen Ecuador mit 1:0 und schlug im letzten Test vor dem Turnier auch Frankreich mit 2:1. Am Wochenende veröffentlichen wir den Text in der WELT AM SONNTAG. Ein großer Dank geht an den wunderbaren Alexandre Coppolani, der mich in seinen letzten Tagen als Athletiktrainer von Serienmeister ASEC Mimosas mit der Fußballwelt der Elfenbeinküste bekannt gemacht und unzählige Kontakte ermöglicht hat.
WM-Eröffnungsspiel Südafrika gegen Mexiko - heute und auf den Tag genau heute vor 16 Jahren in Johannesburg. War damals eine zu teure Party, die sich der Gastgeber der WM 2010 eigentlich nicht leisten konnte. Aber es war eine gute Party, die der Reputation von Südafrika gut getan hat. Und es waren wirklich alle aufrichtig willkommen. Was für ein Kontrast zum armseligen Bild, das derzeit die USA abgeben.
Südafrika ist Zielort für Millionen Migranten aus anderen afrikanischen Ländern. Das bringt reale Herausforderungen für Gesundheits- und Bildungssystem und nicht zuletzt für die Sicherheitsbehörden mit sich. Doch die Stimmung gegen Ausländer verschärft sich auf nicht hinnehmbare Weise. Aktivisten kontrollieren Ausweise, organisieren aggressive Demonstrationen und fordern, dass Ausländer das Land verlassen. Mehrere Menschen kamen bereits ums Leben, Ghana evakuierte Staatsbürger. Und die südafrikanischen Behörden scheinen dem Druck fremdenfeindlicher Gruppen zunehmend nachzugeben.
Für eine Reportage habe ich Bewohner des berüchtigten Ponte Tower in Johannesburg besucht. Viele stammen aus Simbabwe, Mosambik, Malawi oder dem Kongo und haben sich hier über Jahre ein Leben aufgebaut. Nun schicken auch einige dokumentierte Migranten ihre Kinder zurück in die Heimat – aus Angst, die jüngste Welle fremdenfeindlicher Gewalt könnte auch sie treffen.
Den Text gibt es hier:
https://t.co/szJfD0OOIA
Vor einigen Wochen habe ich über das Acropole Hotel in Khartum berichtet.
Berühmt wurde es nicht wegen seines Ambientes, sondern wegen des Netzwerks der Familie Pagoulatos. Von hier aus organisierten Hilfsorganisationen ihre Einsätze, Archäologen Genehmigungen, Reisende ihre Touren. Journalisten fanden Kontakte und Geschichten. Über Generationen hinweg war das Acropole ein Tor zum Sudan – und prägte mit, wie die Außenwelt dieses widersprüchliche Land zwischen der arabischen und der afrikanischen Welt wahrnahm.
Das Hotel überstand Putsche, Militärregime, wirtschaftlichen Niedergang, Terrorismus und Jahrzehnte der Instabilität. Wie so vieles im Sudan passte es sich immer wieder an. Doch der Krieg, der am 15. April 2023 begann, veränderte alles. RSF-Kämpfer besetzten das Gebäude. Die Familie floh. Sie gehört zu den zahllosen Menschen, deren Leben dieser Krieg aus der Bahn geworfen hat.
Für meine Reportage lief ich durch das verlassene Hotel im umkämpften Khartum, während Eigentümer Makis Pagoulatos die Suche per Videotelefonat aus Athen verfolgte – Tausende Kilometer entfernt. Makis wurde vor mehr als 70 Jahren im Hotel geboren. Wegen seiner angeschlagenen Gesundheit wird er höchstwahrscheinlich nie wieder in den Sudan zurückkehren können.
Am Ende blieben von einem Leben etwa 30 Fotografien, eine Handvoll amtlicher Dokumente und eine auf Holz gemalte Marienikone.
Das Paket, das ich schließlich nach Griechenland schickte, wog 1,1 Kilogramm.
Mehr ließ sich nicht retten.
WELT TV hat die Geschichte nun auch im Reportageformat WELTreporter veröffentlicht.
Von Florida nach Kinshasa - der Abschiebefall Cubillos. Acht Jahre lebte der Kolumbianer Jorge Cubillos mit seiner Familie in Florida. Dann wurde er von ICE festgenommen – und landete nicht in seiner Heimat, sondern im Kongo. Sein Fall zeigt, wie die USA Abschiebungen zunehmend an umstrittene afrikanische Staaten auslagern https://t.co/qTLNi7bSPJ
Das erinnert mich stark an Emmanuel Macrons Auftritt vor Studenten in Burkina Faso 2017, als er den damaligen (und inzwischen gestürzten) burkinischen Präsidenten Kaboré verspottete: "Vielleicht repariert er jetzt die Klimaanlage".
Frankreich ist nicht für so viel Übel verantwortlich, wie es die Propagandisten einiger Juntas glaubhaft machen wollen. Aber Macrons Ton bei Reisen in Afrika wirkt nach wie vor völlig aus der Zeit gefallen.
https://t.co/obIhU8TOyz
Would an African president shut up a noisy audience in France the way Macron did in Nairobi? Some Africans are outraged about the French president's paternalistic tone.
But some praise him for showing leadership. Was it rude, or was it the right thing to do?
Mit Taschenlampen gegen Gangs – und gegen das Gefühl, vom Staat vergessen worden zu sein. Südafrika schickt seit April Soldaten in von Gangs dominierte Gegenden wie die Cape Flats von Kapstadt. Die Zuversicht in diese Maßnahme ist gelinde formuliert gering. In Mitchell’s Plain, einem Teil der Flats, patrouillieren nachts mehr als 150 Bewohner durch ihre Straßen. Sie suchen nach Drogenhäusern, zeigen Präsenz und versuchen, ihrer Nachbarschaft ein Stück Kontrolle zurückzugeben.
In vielen Teilen Südafrikas ist das Vertrauen in staatliche Institutionen massiv erodiert. Mutige Bewohner organisieren sich zunehmend selbst: über Nachbarschaftswachen, WhatsApp-Gruppen und freiwillige Patrouillen, die nur von wenigen Polizisten begleitet werden.
Die Erfahrungen anderer Länder mit Armee-Einsätzen gegen organisierte Kriminalität sind oft ernüchternd. In den Favelas von Rio de Janeiro sank die Gewalt nach Militäreinsätzen häufig nur kurzfristig. In Mexiko hat der Krieg gegen die Kartelle mit Soldaten die Gewalt vielerorts weiter eskalieren lassen. Soldaten sind für Krieg ausgebildet, nicht für Polizeiarbeit in Wohngebieten.
Meine Reportage @welt https://t.co/wAtKO8wL7h
"Der selektive Klartext der deutschen Afrika-Politik": Mein Kommentar zur jüngsten Kongo-Reise des Beauftragten der deutschen Bundesregierung für Menschenrechtspolitik, @DEonHumanRights und seinen Äußerungen zum Konflikt im Osten des Landes mit Ruanda
https://t.co/EImmtZepeE
German govt's human rights commissioner went to Kinshasa & Beni in #DRC and says ending the war is a matter for #Rwanda only. No mention of ongoing peace processes, or that DRC govt is not honouring its own engagements, or even the disastrous human rights situation in DRC.
Im Sudan-Krieg hat die Militärregierung nach den Vereinigten Arabischen Emiraten nun auch Äthiopien deutlich wie nie die Unterstützung der RSF-Miliz vorgeworfen. Beide werden für Drohnenangriffe auf den Flughafen von Khartum mitverantwortlich gemacht, was diesen Konflikt drei Wochen nach der Berliner Sudan-Konferenz weiter verkompliziert – unter zunehmenden Spannungen am Horn von Afrika.
Vor diesem Hintergrund lohnt es, an die Opfer der RSF zu erinnern. In der Nähe von Khartum habe ich Nuba-Wrestler getroffen, Zivilisten, die auffällig oft Folteropfer der Miliz wurden. Viele gehören zu Volksgruppen aus den Nuba-Bergen, die von der sudanesischen Armee gerne als Soldaten rekrutiert werden – und wurden von deren Kriegsgegner unter diesem Generalverdacht oft wochenlang gefoltert. Heute stehen sie trotz des andauernden Krieges wieder im Ring. Nicht wie früher in vollen Arenen, sondern zwischen Ruinen.
Ali Adam, 28, zum Beispiel – einer der besten Profi-Wrestler des Landes. 21 Tage folterten sie ihn, stachen mit Messern in ihn, hungerten ihn aus. Pro Tag gab es einige Bohnen, etwas Brot und ein paar Tassen Wasser. Er verlor elf Kilogramm – und reihenweise Freunde, Mitgefangene. Sie lagen neben ihm, irgendwann reagierten sie nicht mehr, starben einen stillen Tod.
Ali hat nicht geglaubt, dass er noch einmal hier stehen würde, etwas mehr als ein Jahr nach der Rückeroberung von Khartum und der benachbarten Industriestadt Bahri durch die Armee, seiner Befreiung und wohl auch Rettung vor dem Tod. Der seit nunmehr drei Jahren andauernde Krieg wütet in anderen Landesteilen unvermindert weiter, er hat sich zur größten humanitären Katastrophe der Welt ausgeweitet. Doch immerhin in Bahri fühlt es sich an dem Nachmittag meines Besuches ein wenig nach seinem alten Leben an.
Am Nachmittag stand sein erster großer Kampf seit Kriegsbeginn an. Ali saß auf seinem Bett, das er wie jeden Morgen fein säuberlich gemacht hate. Die beiden goldenen Pokale für den Gewinn von Regionalmeisterschaften waren frisch poliert. „Ich mag es gerne ordentlich“, sagte er lächelnd. Neun Quadratmeter Ordnung inmitten des Chaos, das auf unabsehbare Zeit über dem Sudan liegt.
In diesem Raum hat er sich nach seiner Haft erholt. Nach einigen Wochen begann Adam wieder zu trainieren. Wenn ihn die Menschen beim Joggen sahen, jubelten sie ihm zu. Wrestling war eine Erinnerung an Zeiten, als man ungeachtet der ethnischen Zugehörigkeit zusammenkam. Die RSF rekrutiert sich vor allem aus vier arabisch geprägten Ethnien. Der Krieg hat den Sudan tiefer gespalten denn je.
Beim Wrestling hatte man diese schon vorher unübersehbaren Gräben immer ein wenig vergessen können. Wohl auch deshalb riefen die Menschen Adam zu: Wann sehen wir euch endlich wieder im Ring?
Ich war bei einem dieser ersten Wrestling-Kämpfe dabei.
Zu meiner Reportage für @welt geht es hier: https://t.co/YOaWGFVQ3W
@thomascmountain It sounds like you’ve done some interesting on-the-ground reporting from Sudan since the war started. Would you mind sending me some of those stories? I’d also genuinely be curious about what it’s like to be an independent journalist in Eritrea, if you’d be up for a call (DM)
Heute sind es genau drei Jahre Krieg im Sudan – und vieles von dem, was dieses Land ausgemacht hat, ist verschwunden. Oder liegt unter Trümmern.
Eine meiner emotionalsten Begegnungen während meiner Reise war die mit Makis Pagoulatos – obwohl er gar nicht in Khartum war.
Makis ist griechisch-sudanesisch, er wurde vor 70 Jahren im legendären Acropole-Hotel seiner Familie geboren. Das Acropole diente als wichtigster Knotenpunkt für Generationen von Diplomaten, Archäologen, Hilfsorganisationen und Journalisten. Von hier aus wurden unzählige Reisen organisiert, Lieferungen arrangiert, Kontakte vermittelt, Genehmigungen beschafft. Als die zeitlebens umstrittene deutsche Filmemacherin Leni Riefenstahl um das Jahr 2000 bei einem Hubschrauberabsturz in den Nuba-Bergen verunglückte, organisierte Makis’ Bruder George ein Flugzeug für ihre Rettung. Die verletzte Riefenstahl, damals weit über 90 Jahre alt, überstand den Unfall. Wer den Sudan verstehen wollte, landete früher oder später im Acropole. Auch ich zu Friedenszeiten, 2019 und 2022.
Gegründet wurde das Hotel 1952 von Makis’ Vater, später führten Makis und seine Brüder es weiter. Ohne die Familie Pagoulatos und ihr Hotel wüsste die Welt weit weniger über dieses widersprüchliche Land an der Schnittstelle zwischen der arabischen und afrikanischen Welt – über die Herzlichkeit der Menschen, seine jahrtausendealte Geschichte und die Gewalt, die dieses Land seit jeher erschüttert. Jahrzehntelang überstand das Acropole Putsche, Militärregime, Hungersnöte, wirtschaftlichen Verfall – sogar einen Terroranschlag mit sieben Toten. Es passte sich immer wieder an, wie so vieles in diesem Land. Diesmal nicht.
Makis hatte Khartum wenige Tage vor Kriegsbeginn aus gesundheitlichen Gründen verlassen. Sein Bruder Thanasis, 82, blieb selbst, als die ersten RSF-Kämpfer das Hotel besetzt hatten, stimmte dann seiner Evakuierung durch die italienische Luftwaffe aber doch widerwillig zu. Als die Armee Khartum vor einem Jahr von der RSF zurückeroberte, wurde das Acropole verwüstet zurückgelassen. Und so liegt es bis heute da, wie der gesamte Stadtteil drumrum ohne Strom, Wasser oder Bewohner ist.
Als ich das Hotel betrat, habe ich Makis per Videoanruf zugeschaltet. Er saß in Athen und versuchte, aus der Ferne mit mir die Überreste seines Lebens zu ordnen. Der Boden seines ehemaligen Büros lag unter einer halbmetrigen Schicht aus Papieren, Fotos und zerstörten Möbeln, wie alle 50 Zimmer. Zwischen den Trümmern tauchten einzelne Dinge wieder auf: Fotos seiner Mutter, die über Jahrzehnte die Seele des Hauses gewesen war, alte Dokumente, persönliche Erinnerungsstücke. Am Ende blieben ein paar Dutzend Fotos, einige Dokumente, eine Ikone der Orthodoxen Kirche. Ein Paket von etwas mehr als einem Kilo, das ich später nach Athen geschickt habe. Für Makis war es ein Abschied vom Acropole, eine Rückkehr ist für ihn wegen seiner eingeschränkten Gesundheit nicht mehr realistisch.
Dieses Schicksal teilt er mit Millionen.
Makis ist einer meiner Protagonisten einer langen Reportage aus Khartum, die heute am 3. Jahrestag des Krieges im Print und Online erschienen ist. Wer reinlesen möchte, findet den Text hier:
https://t.co/jNgAXDJZ3K
Mein großer Dank gilt der Redaktion der @welt – insbesondere den Ressortleitern der Außenpolitik, @cturzer und @volkmannschluck – für die Möglichkeit, diese aufwändige Reise umzusetzen.
Ebenso der Sicherheitsabteilung des Verlages für die wie immer professionelle Betreuung. Dazu dem Sudan-Experten @GerritKurtz sowie meiner Kollegin @Patricia_Huon für wichtige Denkanstöße. Und vor allem meinem Fixer und Freund in Khartum Ahmed, ohne den diese Recherche nicht möglich gewesen wäre.
I was in the Massalit refugee camps in Chad in 2024 when Nusseibeh had to cut her visit short due to the anger she faced from refugees. I also reported extensively on the role of the UAE (e.g.: https://t.co/PWhDMfQv14) Emirati authorities let me know repeatedly that they are not happy with my coverage
@thomascmountain "Too many external actors influence both warring parties. The RSF receives support from the United Arab Emirates (UAE) and to a lesser extent from Ethiopia."
You might have come across this had you taken the trouble to click on the link before posting your charming words, Thomas
Im Großraum Khartum kommen weiterhin täglich Hunderte Vertriebene an, die meisten aus der Kordofan-Region. Dort hat sich der Krieg in den vergangenen Monaten am stärksten verschärft, aktuell fliehen von dort mehr Menschen als aus jeder anderen Region Sudans.
Ihre Berichte ähneln sich. Maryam ist vier Tage zu Fuß aus der Gegend um Dilling geflohen, ohne Geld und ohne Unterstützung. In den Bergen habe man Gras gekocht, um zu überleben, einige Freunde starben während der Flucht. Andere Vertriebene berichten von Checkpoints, Plünderungen und Entführungen. Nussiba, 30, lebt nun in einer provisorischen Unterkunft in der Stadt Omdurman. In Südkordofan sei das Leben zum Stillstand gekommen. Früher habe man während der Regenzeit gearbeitet, danach von der Ernte gelebt. Jetzt flögen Drohnen über die Dörfer. Ein Onkel wurde bei einem Angriff verletzt, ein Cousin verlor ein Bein.
Oft seien die Drohnen kaum sichtbar, aber ihr Summen sei unverwechselbar, sagt Nussiba. „Wenn du das Geräusch hörst, versteckst du dich.”
Selbst die Hunde im Dorf hätten das gelernt.
Parallel dazu fand in Berlin am Mittwoch eine internationale Sudan-Konferenz mit 54 teilnehmenden Staaten sowie 40 Politikern und Vertretern der Zivilgesellschaft aus dem Sudan statt. Positiv sind zusätzliche Zusagen der Geberländer für humanitäre Hilfe in Höhe von 1,3 Milliarden Euro (230 Millionen Euro von Deutschland) sowie ein koordinierteres Auftreten der sudanesischen Teilnehmer als in den Vorjahren. Die notorische Zerstrittenheit der Zivilgesellschaft und der Parteien des Landes war schon vor dem Krieg ein großes Problem. Bei der Revolution im Jahr 2019, als international kurz Hoffnung auf Demokratie aufflackerte, konnte sie sich auf keine klare Strategie für eine Transition einigen. Letztlich hätte aber auch das den Krieg der machthungrigen Generäle aber wohl nicht verhindert.
Die Konferenz bringt nur minimale, aber doch wichtige Schritte. Allerdings ist die Ausrichtung der Konferenz auch von deutscher Seite nicht genug. Entscheidend wird sein, ob Geberländer über humanitäre Unterstützung hinausgehen und politischen Druck auf jene Staaten ausüben, die den Konflikt indirekt unterstützen. Mehr als jedes andere Land sind das RSF-alliierten Emirate, die wiederum für den Westen im Nahen Osten unverzichtbar sind. Wohl auch deshalb hat die nur halbherzig versteckte Unterstützung der RSF für die VAE bislang kaum Konsequenzen.
@jiddy_jay Hi Mani, please have a look at my other recent posts on Sudan or any other topic. In the vast majority I don't mention or show myself but put all the focus on the protagonists - contrary to industry trends. In this case there was no other way to illustrate the Acropole story