@helenzille Culture does matter but IMHO Ramaswamy's example fails to deliver proof. Migrating/transitioning from one's home country to the US for a job makes an intrinsically higher motivated and ambitious employee, same applies to 1st gen minorities.
��️ Kurzauswertung Raketenangriff bei Rafah
Ich bin MilBlogger und ehemaliger Luftbildauswerter für die Bundeswehr und NATO.
Aufgrund der zugänglichen Bilder und Informationen habe ich mir einen Überblick verschafft.
Ich stelle meine Interpretation frei zur Verfügung.
1/10
Integrating source2pay processes with contract mgmt 👉 business velocity and supply chain compliance greatly benefit from @servicenow's new solution first presented on #know24 at Las Vegas @smartvokat#dosomethingdifferent
Went to UCLA this afternoon to talk to people peacefully. Few interesting takeaways:
1) Most of them openly say they support Hamas, a designated terrorist organization;
2) They say 10/7 atrocities, rapes, murders, didn’t happen. The official line is “even the NYT debunked it!”;
3) 10/7 was justified. It was resistance;
4) 100% of the people we spoke to had the exact same narrative and MO, trying to recenter the conversation to 1948, without knowing any of the details when challenged;
5) They have their own security and control access to their encampment;
6) We remained very calm, but they got really aggressive and angry;
7) When you approach people who clearly are junior to others, “handlers” show up very quickly to takeover;
8) Since many of them are truly ignorant about historical and present facts, when they know they’re going to embarrass themselves, they all say “read our 5 demands to divest, now I’m going to stop talking to you.”
More organized and orchestrated than I expected. Very sad to see so many young people in a higher education setting being manipulated and brainwashed and totally devoid of critical thinking.
Bemerkenswerte Stelle in der Recherche des @cicero_online: Die Pressestelle von Robert Habeck behauptet, dass der Minister einen wichtigen Vermerk aus seinem eigenen Ministerium zum Thema AKW-Laufzeitverlängerung nicht zu Gesicht bekommen habe. Es ist immer ein Zeichen von Schwäche, wenn ein Minister behaupten muss, er sei unzureichend informiert worden, und die Verantwortung auf einen Staatssekretär abwälzt.
Mit dem bereits geschassten Patrick Graichen steht Robert Habeck eine billige Lösung zur Verfügung, um eigene Verfehlungen jemand anderem zuzuschreiben, ohne dabei selbst allzu großen Schaden zu nehmen: Graichens Entlassung ist bereits erfolgt, Habeck muss sich nicht einmal mehr öffentlich distanzieren.
Dennoch gesteht Habeck, indem er sich gegenüber dem Cicero als unwissend ausgibt, unfreiwillig auf zweifacher Ebene seine Unzulänglichkeit ein:
Erstens muss ein Minister bei einem solch wichtigen Thema über alle relevanten Sachaspekte umfänglich informiert sein. Entweder hat Habeck also seinen Laden nicht im Griff - oder die Pressestelle sagt die Unwahrheit.
Zweitens zeugt die Behauptung, Habeck habe den Vermerk nicht gekannt, davon, welche brisante Bedeutung er diesem zumisst. Denn auf diese Weise bleibt dem Minister die Option, im Nachhinein sagen zu können, dass er anders entschieden hätte, wenn er die Inhalte des Vermerks gekannt hätte.
In den vergangenen Tagen wurde teilweise versucht, die Bedeutung der #AKWFiles herunterzuspielen: Sie hätten nichts Neues ans Licht gebracht, denn es sei ohnehin klar, dass der Ausstieg aus der Atomkraft eine politische und keine wissenschaftliche Entscheidung gewesen sei. Dies verkennt den Kern der Recherche: Denn sie legt eben gerade offen, dass auf Ebene der Staatssekretäre versucht wurde, eine politische Entscheidung als eine wissenschaftliche Entscheidung auszugeben. Ministeriale Vermerke, von Fachleuten verfasst, wurden von Staatssekretären so umgeschrieben, dass sie in die politische Agenda der Regierung passten.
Dies ist keine Petitesse, sondern ein Kernproblem unserer Demokratie. Wir kennen das Phänomen auch aus der Corona-Pandemie. Vor allem die politische Linke hat sich angewöhnt, die eigene Meinung nicht als Meinung, sondern als wissenschaftlichen Fakt darzustellen. Zweifel oder abweichende Meinungen diskreditieren sie als "Fake News" und "Desinformation". Der Streit um Sachfragen, der jeder Meinungsbildung vorausgehen sollte, wird so ins politische Hinterzimmer verlegt; dem Bürger eine vermeintlich alternativlose Faktenlage präsentiert, die einzig durch die Lösungsvorschläge der Regierung kuriert werden könne.
Gerade die Grünen tragen ihr Bekenntnis zur Wissenschaft wie eine Monstranz vor sich her. Es stünde ihnen gut an, transparent zu kommunizieren, wenn sie wie im Fall des Atomausstiegs die Aussagen der eigenen Fachleute zurechtstutzen, bis sie zum Parteiprogramm passen. Dass sie dies nicht kommunizierten, sondern die Unterlagen vom Cicero erst freigeklagt werden mussten, sagt also viel über das tatsächliche Verhältnis der grünen Partei zur Wissenschaft aus.
Je intensiver man sich mit dem Nahostkonflikt beschäftigt, umso deutlicher drängt sich eine Schlussfolgerung auf: Die Wahrscheinlichkeit liegt nahe, dass die israelische Regierung oder zumindest ihre rechtsradikalen Fraktionen davon überzeugt sind, die Sicherheit des Staates
Authentisches Verhalten drückt sich durch Glaubwürdigkeit und Verläßlichkeit aus. 'Virtue Signalling' hat nichts mit Kundennähe zu tun, Kunden erkennen durchaus den Unterschied zwischem Opportujismus und Integrität. https://t.co/lHbGxbGloH
Unterstütze die Alexander Zverev Foundation und Gewinne ein exklusives Tennis-Erlebnis mit Alexander Zverev bei den Monte Carlo Masters 2024 in Monaco! https://t.co/AteEdQGly8 #viprize
Und hier liegt der Denkfehler: es sind die Ampel-Parteien, die diesen Staat in so eine Situation geführt haben und populistische Parteien und Politiker an den Rändern erst gross gemacht haben. Symptom und Ursache werden hier verwechselt.
(2.) Die Vermengung und Verdichtung unterschiedlichster Anliegen zu einer Art politischem « Generalstreik » wird gezielt von der AfD und anderen rechtsextremen Akteuren angeheizt. Über Messengerdienste wird diese Stimmung in die Mitte der Gesellschaft getragen.
Wir #Grüne sind übrigens sehr gut beraten, uns bei der Kritik an den #Bauernprotesten zurückzuhalten. Sehr wohl wissen wir alle, dass unsere oft gut gemeinten Proteste auch nicht immer wie dörfliche Laternenumzüge verliefen. Wer jetzt verlangt, dass der #Bauernverband Sorge 1/
Looking for a cool job 👉 ServiceNow Solution Architect (m/f/d) - Germany or EU (all remote); focus: LSD, IRM/GRC or ESG #legal#risk#compliance#legaltech#ServiceNow
https://t.co/WMLjQqQLoQ
@jreichelt Na ja, ein abgeschlossenes Studium hat er (nichts gelernt) und einer normalen Tätigkeit mit Büro- und Sekretariatsarbeit ist er auch nachgegangen (nichts gearbeitet). Dass er keine privatwirtschaftluchen Erfahrungen hat, könnte man kritisieren ...
Tja, Ideologie vor pragmatischem Handeln ist die Parole. Die Wirklichkeit spüren wir Bürger täglich, aber offenbar nicht die Ampel-Parteien. https://t.co/Be6GmDHTQS
Hi, I’m a lawyer. Do want to know what is really meant by a “#proportionate response” under international law? Then read on - and feel free to ask questions!
Under International Humanitarian Law, #proportionality requires that any degree of damage (up to and including death) to #civilians not be “excessive” in relation to the “military advantage anticipated from a strike against a military target.”
We are going to break that down, so everyone understands what exactly that means.
However, first, you should be aware that it is a misnomer that anytime #Palestinian civilians die after an #Israeli strike, it is automatically evidence of an Israeli war crime. This is completely false - the law does not work that way.
Simply, and unfortunately, the international rules of law recognize that civilians are often killed during war; and, most of the time, those deaths are actually not indicative of a war crime.
Instead, the legal test for “proportionality” requires that each individual strike be looked at with a particular balancing analysis.
First, here is a hard and fast rule: the strike must be intended to target a military objective; it is, therefore, an unlawful war crime to strike with the intent of targeting civilians without any military objective whatsoever.
Now, let’s get a little technical while still keeping it simple.
Under the First Additional Protocol to the Geneva Conventions of 1977 at both Article 51(5)(b) and Article 52(2), we know that when #Hamas uses its own population (or Israeli #hostages) as #humanshields - either by using them to shield themselves or to shield their weapons depots - Hamas has, under international law, turned civilians targets into military targets.
That means that when Hamas places weapons caches in and under schools, hospitals, mosques, etc., Hamas has made each of those places legitimate military targets.
So, it has been well-known for many years that Hamas purposefully placed its headquarters underground beneath the al-Shifa Hospital. In doing so, international law holds that the hospital is no longer just a civilian target, it is a legitimate military target.
That does not necessarily give the IDF carte blanche to attack hospitals, schools, mosques, etc.; however, it does mean that an IDF attack on a civilian target that has been made into a military target by Hamas’ use of human shields is not per se illegal under international law.
Instead, such a strike (as is the case with any strike conducted by a military like the IDF), must be analyzed through a balancing test.
One part of this balancing test performed by Israel before each strike is to determine whether the human shields in question are being used voluntarily or involuntarily.
If the human shields are being used voluntarily - meaning the human shields are there protecting Hamas and its weapons of their own volition - then the target remains a completely legitimate military target.
If the human shields are being used involuntarily - meaning Hamas is forcing people to act as human shields to protect themselves and/or their weapons - then the IDF must go back to the balancing test to determine whether the anticipated military advantage of a successful strike would outweigh the reasonably anticipated loss of civilian life.
Importantly, the IDF rules state that if it cannot determine whether a human shield is being used voluntarily or involuntarily, it must presume the civilian is being used against his or her own will and treat the civilians as an involuntary participant.
Assuming that there is a military target & that there may be human shields that are there involuntarily, the next step in the proportionality analysis for each individual strike (remember, proportionality is determined on a strike-by-strike basis, and not as the accumulation of strikes over time) is to try to determine the likely amount of damage to civilian persons and/or property as a result of the strike.
In other words, under international law, Israel must be able to give a sort of “value” to the anticipated impact on civilians (including potential civilian deaths). Simply, a smaller number of anticipated civilian casualties may make the strike proportionate if there is a significant military advantage to be gained by conducting the strike.
However, if Israel determines that the anticipated impact of a strike may cause many civilian casualties, it must make the difficult determination of whether the anticipated military advantage is so significant that it warrants carrying out the strike anyway.
So, if Hamas has a weapons depot underneath a house with two civilians inside, and that house has been used to fire 500 rockets at Israeli civilians, and it is reasonably expected that there are hundreds more rockets under that house, Israel can almost certainly carry out the strike within the confines of international law.
If that same house, however, had 10 families living inside, including many children, it could - and likely would - tip the scales of the proportionality balancing test toward Israel not being permitted to carry out the strike, even though the house has been used to attack Israeli civilians and can be expected to continue to be used to carry out attacks against Israeli civilians.
Now, that balancing test can always change. If that same house is being used to fire long-range, precision-guided missiles at Israel’s major population centers in places like #TelAviv (effectively putting millions of Israeli civilians in danger), the balancing test may tip back in favor of Israel being legally permitted to carry out the strike.
This all suggests the third and final step in the proportionality balancing test: the #IDF must determine and place a “value” on the anticipated military advantage that would be gained if it were to carry out a particular strike.
An attack on Hamas leadership and/or its weapons manufacturers would be considered a high value target. An attack on a single Hamas member who has no special skill, would be a much lower value military target.
Similarly, an attack on a small cache of mortars would have less military value that an attack on a large cache of advanced rockets that can reach large Israeli civilian population centers.
Once the @IDF determines the anticipated “value” of the likely effect on civilian persons and property and the anticipated “value” of the likely military advantage to be gained if the strike is carried out, the balancing test can be performed, and a certain amount of judgment must go into the determination of whether that strike would or would not be “proportionate.”
Importantly, this decision is so vital that the IDF does not simply permit a single solder on the ground with his or her hand on the proverbial (or actual) “trigger” to make that determination.
In fact, the decision of whether a strike is proportionate is not even left up to IDF officers. It’s not even left up to IDF Generals.
Instead, before any IDF strike can take place, IDF Guidelines provide that the proportionality balancing test must be presented to and analyzed by IDF military lawyers who then determine whether the strike is legally permissible as “proportionate” under international law and the rules of war.
And these IDF military lawyers are not mere patsies or people who simply “rubber stamp” what the IDF requests.
In fact, the IDF’s military lawyers work entirely independently of the IDF. They are outside of the chain of command and do not answer to anyone in the IDF, including a General (for example).
Plus, every IDF military lawyer knows he or she may very well be held to account if he or she makes a wrong decision based on the evidence available at the time.
Furthermore, sometimes the decisions to be made while balancing the likely military advantage against the likely civilian casualties can be so difficult that the legality of the strike is first brought to the Israeli Supreme Court for instant review.
Another important concept: the comparison of civilian body counts of #Israelis versus #Palestinians (to the extent those numbers can be trusted since they come directly from Hamas-only) is not relevant to a proportionality analysis. Each strike must be viewed individually to determine proportionality. It is not a test of the cumulative nature of the strikes.
Also, by simply comparing body counts, it does not factor in how many people killed were actually #HamasTerrorists, how many were Hamas collaborators there voluntarily, and it does not consider what military advantage was gained by Israel carrying out any individual strike.
As Israel is now in the process of seeking to secure the military advantage of preventing Hamas from having the capacity to carry out repeated attacks of the kind and nature seen on October 7th, Israel is permitted to act proportionately insofar as necessary to achieve that military objective (the elimination of Hamas and/or its ability to make war).
One more important fact people do not know, but that they should know: according to UN statistics of global conflict, the average civilian to combatant killed ratio is a rather appalling nine civilians killed for every one combatant killed.
That’s why civilian body counts in and of themselves are never indicative of a war crime. Each individual strike has to be analyzed, and unfortunately civilians always suffer disproportionately in wars.
In fact, while Israel is routinely criticized for any of its strikes that kill civilians, you may be surprised to know that Israel’s civilian to combatant ratio is routinely much lower than the nine to one average.
In the very last operation carried out by the IDF prior to October 7 (in Jenin), 0.6 civilians were killed for every one combatant killed.
In that conflict, not only were the IDF’s ratio numbers nowhere near the nine to one international average, but the IDF actually managed to kill more combatants than civilians - something that is extremely rare.
In truth, Israel is targeted by accusations of war crimes almost immediately by the media, by politicians, and by the UN General Assembly despite the fact that those accusations are near 100% of the time based neither in fact nor in law.
Since a proportionality balancing test must be used to determine whether a single specific Israeli strike falls within the confines of international law, someone providing an analysis must have all of the facts Israel considered before carrying out that strike as to the anticipated impact on civilians and the anticipated military advantage. Obviously, anyone who is making a snap judgment critical of Israel could not possibly have that information.
Understand then, that when you see talking heads accusing Israel of “war crimes” immediately after and/or during Israeli strikes, that is not an actual legal analysis under international law of what constitutes a war crime.
Much more likely, what you are witnessing is part of Hamas’ ongoing psychological and propaganda warfare campaign of demonizing and delegitimizing the State of Israel in the eyes of public opinion.
#Hamas_is_ISIS #HamasisISIS #HamasISIS #HamasMonsters #October7massacre
Sara is a friend and a fellow Iraqi-Lebanese. Thanks for your comment, Sara. My response:
1- No amount of injustice that has befallen Palestinians and the Arabs, whether since 1948, 1936, or 1882, can ever justify killing 1,400 Israelis in cold blood or keeping 244 of them hostages (both acts are war crimes).
2- If we're discussing history, why stop at 1948? Jewish migration and establishment of communities started in 1882 to Turkish provinces in the south Levant. Until today, there is real estate owned by the Jewish agency in Lebanese Kfarkila (and other Lebanese territory) on the border with Israel. Before the British took a few Turkish provinces and created Palestine, Arabs in that land were engaged in a debate with the Zionists (correspondence and such), urging them not to migrate. One of the Khalidis wondered in his book why European Jews would migrate to an arid and God forsaken.
What did the Zionists think? They thought if they gave those Arabs a modern economy (infrastructure, capital, colleges), the Arabs will like them and live with them in the same country. What did the Arabs do? They refused Jewish migration, and in 1936 started their first wave of violence against them (notice, they called it the Great Arab, not Palestinian, Revolt -- you'd have to wait until 1964 for these Arabs to call themselves Palestinian). When Arabs and Jews went to 1939 London Conference (Arabs refused to talk to Zionists face-to-face), the Zionists said let's share a binational state with some Jewish self governance or autonomy. The Arabs said no, Palestine will be Arab ONLY, and you Jews will be treated nicely like the Jewish minority in Iraq. (i.e. no equal rights). The Jews refused, and when the mandate ended in 1948, they declared Israel. The UN said share the land. What did the Arabs do? Share? No. Violence.
I can go on discussing "the context," but will conclude by saying that, in the Mideast, there are 400 million Arabs (majority Muslims) and only 7 million Jews. We have 21 states, they have 1. Our language, heritage, religion are all practiced and passed on to our off springs. Without a Jewish state, their culture and language will shrink to pre-Zionist levels, near extinction.
Also, notice that as Arabs, we never demonstrated the will or ability to treat non-Arabs or non-Muslims as equals in our states. Look at the Kurds in Iraq and Syria. Look at the Copts in Egypt. The Druze and Alawites of Lebanon and Syria hide their faith and pretend to be Muslim. The Druze and Alawites of Israel are more open about their beliefs. Bahaiis are persecuted in Iran and thrive in Israel.
Until we can present states built on liberty, equality and freedom for Muslims and non-Muslims alike, we MUST let non-Muslims and non-Arabs have their own states in which they practice their own culture, pass it on to their children. Real estate? Who cares about those arid hills of the West Bank? I know I don't. Give me knowledge, give me opportunity, my heritage is not under threat, so why fight for one more sovereign (most likely failing) state?
All my best.
Über den #Antisemitismus im muslimischen Kontext
Die Grundlage des Antisemitismus im muslimischen Kontext ist der islamische Antijudaismus. Es handelt sich dabei um einen originären – d.h. vom christlichen Antijudaismus losgelösten und unabhängig entstandenen – Antijudaismus, der in allen möglichen Quellen der Scharia vorzufinden ist. Der islamische Antijudaismus ist im Koran, der Primärquelle der Scharia zu finden, aber auch in den Hadithen, die in ausserkoranischen Hadith-Sammlungen über Taten, Verhaltensweisen, Befehle, Empfehlungen des Propheten berichten, die teilweise kanonisch sind sowie in der Sira, der frommen kanonischen Prophetenbiographie. Islamischer Antijudaismus findet sich aber auch in den relevanten Kommentaren zu diesen Schriften, in Fatwas (Rechtsgutachten) und in vielen Publikationen religiösen Inhalts. Für einen Europäer, der sich nur über die Printmedien und übers Internet mit dem #Islam befasst hat, ist das Ausmass des Judenhasses im Islam und zwar bereits in dessen Grundlagen kaum vorstellbar.
Bereits in der Eröffnungssure des Koran, der al-Fatiha, werden die Juden negativ umschrieben. Die erste Sure im Koran hat im Islam eine zentrale Bedeutung, weil sie das islamische Hauptgebet ist. Der gläubige Muslim, der die obligaten fünf Gebete des Tages verrichtet, wiederholt sie mehrmals und bezeichnet dabei die #Juden, ohne sie ausdrücklich zu nennen als jene, die dem Zorn Gottes verfallen seien. In den Ayat 6 und 7 der Sure heißt es:
„Führe uns den geraden Weg, den Weg derer, denen Du Gnade erwiesen hast, nicht (den Weg) derer, die D(ein)em Zorn verfallen sind und irregehen!“
Der Grund, weshalb die Juden gemäss der ersten Sure des Koran dem Zorn Gottes verfallen seien und gläubige Muslime in ihrem Hauptgebet, welches dem christlichen Vaterunser entspricht, mehrmals am Tag Gott darum bitten, dass sie bloß nicht so werden wie Juden, ist im Koran selbst zu finden. Einerseits wird ihnen vorgeworfen, dass sie Gottes Zeichen verleugnet hätten, dessen Gebote missachteten und Propheten ungerechterweise ermordeten (Sure 3, Vers 112) und andererseits werden die Juden beschuldigt, nach ihrem Gutdünken die Thora verfälscht zu haben (Sure 2, Vers 75).
Unter „Ermordung von Propheten“ (Sure 3, Vers 112) ist nicht etwa die Kreuzigung Jesu zu verstehen, wie ein westlicher Leser erwarten würde, weil die Muslime nicht daran glauben, dass Jesus am Kreuz gestorben ist, dies obwohl die Kreuzigung Jesu und seine Taufe die wohl sichersten Informationen aus dem Leben des historischen Jesus darstellen. Es sind andere Propheten gemeint, die von den Juden ermordet worden seien. In den Hadithen wird das Motiv des Prophetenmordes durch die Juden sogar auf den Tod von Mohammed selbst übertragen. Gemäss Hadith-Quellen, die nach islamischer Vorstellung als sahih und damit als besonders vertrauenswürdig und heilig gelten, sei Mohammed an den Spätfolgen eines Giftmordanschlags durch die Juden verstorben, die ihm nach der Eroberung Khaibars vergiftetes Hammelfleisch zum Essen angeboten hätten (etwa in den Hadith-Sammlungen Sahih Bukhari und Abu Dawud). In anderen Überlieferungen ist es eine Jüdin, die Mohammed versucht zu vergiften, wobei seine Begleiter auf der Stelle umkommen, die vom gleichen Fleisch gegessen hätten. Der Giftanschlag sei im Übrigen ein Test gewesen, um festzustellen, ob Mohammed tatsächlich ein Prophet sei. Nachdem Mohammed gemäss Überlieferung zunächst überlebt, wird nach islamischer Vorstellung seine Propheteneigenschaft bewiesen. Er stirbt aber dennoch an den Folgen, womit das Prophetenmordmotiv im Kontext des islamischen Antisemitismus sogar beim Propheten des Islam erfüllt wird. Wie schwerwiegend der Vorwurf ist, dass Mohammed an den Folgen eines Giftmordanschlags durch die Juden umgekommen sei, muss hier wohl kaum näher erörtert werden.
Unter dem Vorwurf der Thoraverfälschung gegenüber den Juden (Sure 2, Vers 75) ist zunächst die fehlende Erwähnung Mohammeds in der Thora zu verstehen, weil dessen Ankunft nach islamischem Verständnis bereits dort angekündigt worden sei. Weil Mohammed in der Thora fehlt, was durchaus zutrifft, können nach islamischem Verständnis nur die Juden dahinter stecken, die in ihrer angeblichen Böswilligkeit Mohammed aus der Thora entfernt und damit ihre eigene Heilige Schrift verfälscht hätten. Aber auch Stellen der Thora, die mit dem Koran nicht übereinstimmen, werden als spätere jüdische Fälschungen betrachtet. Entsprechende Vorwürfe gibt es übrigens auch gegenüber Christen. Obwohl diese angeblichen Schriftfälschungen durch die Juden deren eigene Schrift betreffen, wird dies auch aus islamischer Perspektive als eine schwere Sünde angesehen, weil damit die Juden das Wort des gemeinsamen abrahamitischen Gottes gefälscht haben sollen. Es geht also nicht nur darum, dass Mohammed in der Thora fehlt. Vielmehr geht es auch darum, dass überhaupt eine heilige Schrift des Gottes von Abraham verfälscht worden sei, und zwar durch die Juden.
Im Koran finden sich weitere sehr schwerwiegende antijüdische Verschwörungstheorien gegen Juden, von denen ich einige wiedergeben möchte, die keiner weiteren Interpretation bedürfen. Sie stammen alle aus der gemäss islamischer Tradition zeitlich letzten Sure, namentlich Sure 5.
Sure 5, Verse 12-14
“Allah hatte ja mit den Kinder Isrāʾīls ein Abkommen getroffen. (…) Dafür, daß sie ihr Abkommen brachen, haben Wir sie verflucht und ihre Herzen hart gemacht. Sie verdrehen den Sinn der Worte, und sie haben einen Teil von dem vergessen, womit sie ermahnt worden waren. Und du wirst immer wieder Verrat von ihnen erfahren – bis auf wenige von ihnen. (…) Und (auch) mit denen, die sagen: „Wir sind Christen“, haben Wir ihr Abkommen getroffen. Aber dann vergaßen sie einen Teil von dem, womit sie ermahnt worden waren. So erregten Wir unter ihnen Feindschaft und Haß bis zum Tag der Auferstehung. (…)”
Sure 5, Vers 41
O du Gesandter, lasse dich nicht durch jene traurig machen, die im Unglauben dahineilen, unter denen, die mit ihren Mündern sagen: „Wir glauben“, während ihre Herzen nicht glauben. Und unter denjenigen, die dem Judentum angehören, unter ihnen gibt es manche, die auf Lügen horchen, die auf andere Leute horchen, die nicht zu dir gekommen sind. Sie verdrehen den Sinn der Worte, nach(dem sie an) ihrer (richtigen) Stelle (waren), und sagen: „Wenn euch dies gegeben wird, dann nehmt es an. Wenn euch dies aber nicht gegeben wird, dann seht euch vor.“ Wen Allah der Versuchung aussetzen will, für den wirst du gegen Allah nichts (auszurichten) vermögen. Das sind diejenigen, deren Herzen Allah nicht rein machen wollte. Schande gibt es für sie im Diesseits, und im Jenseits gibt es für sie gewaltige Strafe;
Sure 5, Vers 51
„Ihr Gläubigen! Nehmt euch nicht die Juden und die Christen zu Freunden! Sie sind untereinander Freunde (aber nicht mit euch). Wenn einer von euch sich ihnen anschließt, gehört er zu ihnen (und nicht mehr zu der Gemeinschaft der Gläubigen). Gott leitet das Volk der Frevler nicht recht.“
Sure 5, Vers 64
“Und die Juden sagen: „Allahs Hand ist gefesselt.“ Ihre (eigenen) Hände seien gefesselt und sie seien verflucht für das, was sie sagen. Nein! Vielmehr sind Seine Hände (weit) ausgestreckt; Er gibt aus, wie Er will. Was zu dir (als Offenbarung) von deinem Herrn herabgesandt worden ist, wird sicherlich bei vielen von ihnen die Auflehnung und den Unglauben noch mehren. Und Wir haben unter ihnen Feindschaft und Haß erregt bis zum Tag der Auferstehung. Jedesmal, wenn sie ein Feuer zum Krieg anzünden, löscht Allah es aus. Und sie bemühen sich, auf der Erde Unheil zu stiften. Aber Allah liebt nicht die Unheilstifter.”
Ein weiterer wichtiger Aspekt des islamischen Antijudaismus auf der Grundlage der Scharia ist insbesondere die Dhimma, die unfreiwillige „Schutzbefohlenheit“ von Juden und Christen unter muslimischer Herrschaft, die eine immerwährende Diskriminierung für diese Menschen bedeutete, die in muslimischen Mehrheitsgesellschaften lebten, in denen die Scharia galt. Der zynisch anmutende Begriff „Schutz“ ist übrigens durchaus ernstgemeint, weil andere Religionsangehörige – insbesondere Polytheisten – überhaupt keine Daseinsberechtigung hatten. Die Dhimmi durften in einer Scharia-Gesellschaft deshalb überleben und überhaupt existieren, weil sie den gleichen abrahamitischen Gott anbeteten wie die Muslime und aus islamischer Perspektive „Leute der Schrift“ waren. Die aus islamischer Sicht „privilegierten“ Dhimmi mussten sich allerdings erkennbar als Juden respektive Christen kleiden (teilweise mit besonderen Farben), sie durften kein Pferd reiten, damit verhindert werden konnte, dass sie über den Muslimen standen (einerseits faktisch und andererseits auch sozial), sie durften ihre Häuser nicht höher bauen als diejenigen von Muslimen, sie konnten nur unter schwierigsten Bedingungen und nur höchst ausnahmsweise neue Gotteshäuser bauen und durften verfallende nicht renovieren. Sie wurden in Zivil- und Strafprozessen rechtsungleich und willkürlich behandelt, wenn die Gegenpartei ein Muslim war. Dhimmi mussten unter anderem aber auch eine Sondersteuer – die sogenannte Dschizya – als Gegenleistung für ihren „Schutz“ entrichten, welche die nachfolgende folgende koranische Grundlage hat:
Sure 9, Vers 29
„Kämpft gegen diejenigen, die nicht an Gott und den jüngsten Tag glauben und nicht verbieten (oder: für verboten erklären), was Gott und sein Gesandter verboten haben, und nicht der wahren Religion angehören – von denen, die die Schrift erhalten haben – (kämpft gegen sie), bis sie kleinlaut aus der Hand Tribut entrichten!“
In der Praxis bedeutete dies, dass sich ein Jude oder ein Christ persönlich zum Steuereintreiber begeben musste und sich nicht vertreten lassen durfte, weil die Steuer „kleinlaut“ und „aus der Hand“ zu zahlen war, wie dies der Koran vorschreibt. Beim Zahlvorgang mussten sie ihr Haupt senken und sie bekamen unmittelbar nach der Zahlung einen Klaps auf den Hinterkopf, um sie daran zu erinnern, dass sie der falschen Religion angehörten.
Eine Hadith-Überlieferung ist allerdings derart schwerwiegend wie nichts anderes in der Scharia, wenn es um den islamischen antijudaismus geht. Sie ist mehrfach – sowohl in Sahih Muslim als auch in Sahih Bukhari – sprich in den heiligsten Hadithquellen des sunnitischen Islam übermittelt. Hier die Version aus Sahih Muslim:
„Der Prophet sagte, daß die Stunde nicht kommen wird, bis die Muslime die Juden bekämpfen und umbringen; bis der Jude sich hinter dem Stein und Baum versteckt und der Stein und der Baum sagen wird: Oh, du Muslim, oh, du Diener Allahs, dies ist ein Jude, der sich hinter mir versteckt, komm und bring ihn um! Bis auf Gargat dieser ist von den Bäumen der Juden.“
Im Islam ist die Stunde des Jüngsten Tages die Heilserwartung schlechthin und zwar durch Zerstörung jeglichen Lebens, Auferstehung und Gericht. Mit anderen Worten bedeutet dies, dass die Vernichtung aller Juden Voraussetzung für die islamische Eschatologie ist und deshalb soll jeder Muslim Juden töten, bis sich die letzten hinter Steinen und Bäumen verstecken, wobei sich diese ganz am Schluss mit den Muslimen solidarisieren würden, um diese Aufgabe zu erfüllen, die der Prophet dem Gläubigen befohlen hat.
Zusammengefasst bedeutet dies, dass bereits in den Quellen der Scharia ein solides Grundgerüst für alle möglichen Formen des modernen Antisemitismus im muslimischen Kontext vorhanden ist. Die antijüdischen Inhalte sind dabei wesentliche Bestandteile des Glaubens selbst, wenn man bedenkt, dass solche sogar im islamischen Hauptgebet und im Zusammenhang mit der islamischen Heilserwartung vorhanden sind.
Es wäre allerdings falsch, wenn man den heutigen „modernen“ islamischen Antisemitismus im muslimischen Kontext allein auf die Inhalte der Scharia reduzieren würde, welche zugegebenermaßen auch typische antisemitische Verschwörungsmythen beinhalten, wie etwa dass Juden lügen und die Bedeutung der Worte verdrehen würden und sogar so weit gegangen seien, dass sie ihre eigene Schrift verfälscht hätten.
Sehr wichtig ist in diesem Zusammenhang aber auch die Feststellung, dass dieser Antijudaismus individuell zu durchbrechen war und heute noch ist. Sobald nämlich ein Jude oder ein Christ – sprich eine Person, die zuvor den Dhimmi zugerechnet wurde – den „wahren Glauben“, namentlich den Islam, annahm, spielte es keine Rolle mehr, ob er selbst respektive seine Familie in der Vergangenheit einmal jüdisch waren. So betrachtet war die Dhimma, welche Juden und Christen diskriminierte, immer auch ein gutgemeintes Druckmittel, damit diese Menschen mehr oder weniger „freiwillig“ den Islam annahmen, was faktisch auch geschah. Die Konversion „heilte“ sozusagen den ursprünglichen Juden, weiterhin Opfer von Antijudaismus zu sein, was mit dem Antisemitismus der Nationalsozialisten ganz offensichtlich nicht gleichgestellt werden kann. Ähnliches gilt natürlich auch im christlichen Kontext. Sobald ein Jude sich taufen liess, gehörte er zur christlichen Glaubensgemeinschaft und war nicht mehr ein Objekt eines christlich motivierten antijüdischen Hasses respektive Diskriminierung.
Der islamische Antijudaismus sowie die islamische Christenfeindlichkeit fand – so wie ich vorhin dargelegt habe – in der Dhimma ihren Ausdruck. Diese Diskriminierung war in allen muslimisch geprägten Gesellschaften, in welchen die Scharia massgeblich war, schon immer vorhanden, was auch heute noch zutrifft. Insbesondere ab dem späteren 19. Jahrhundert wurde dieser islamische Antijudaismus durch äussere Inputs angereichert.
Zunächst ist dabei etwa auf den arabischen sowie auf den türkischen Nationalismus hinzuweisen. Der ideale Bürger in diesen säkular geprägten Gesellschaften war schon immer der sunnitische Muslim. Juden und Christen konnten nie Teil dieser nationalen Identität werden. Daran hat sich nicht einmal in der Türkei und zwar während der gesamten Dauer der Türkischen Republik etwas geändert, auch wenn sich der Staat heute noch als laizistisch definiert. Die Folge dieses Nationalismus, der eine religiöse Komponente enthält, die klar auf die vorhin aufgeführten Inhalte der Scharia zurückgehen, hatte in der Türkei vor allem gegenüber christlichen Minderheiten gravierende Konsequenzen. Diesbezüglich ist vor allem auf den Völkermord an den christlichen Minderheiten vor der Gründung der Republik hinzuweisen, deren Nutzniesserin die neugegründete Republik war, mit dem Konzept des türkischen Staatsangehörigen, der ohne dass es ausdrücklich ausgesprochen wurde, ein sunnitischer Muslim zu sein hatte und kein Alevite, kein Christ aber auch kein Jude. Es kam der neugegründeten Republik gelegen, dass wesentlich weniger Christen das Staatsgebiet bewohnten, als dies ursprünglich der Fall war, was die Schöpfung des Idealbürgers begünstigte. Meines Erachtens ist dies eines der wichtigsten Motive für die Leugnung des Völkermordes an den Armeniern. Die Bejahung dieses Völkermordes wird von Nationalisten als eine Art Verneinung des Nationalstaates angesehen sowie eine Verneinung des türkischen Idealbürgers, der natürlich ein sunnitischer Muslim sein musste.
Ein hervorragendes Beispiel für die Diskriminierung der christlichen und der jüdischen Minderheiten in der laizistischen Türkischen Republik ist die von der Regierung Şükrü Saracoğlu in den Jahren 1941 und 1942 erhobene Varlık Vergisi (Vermögenssteuer). Die Steuer diente der Türkisierung der Wirtschaft und verfolgte das Ziel, die Vormachtstellung der religiösen Minderheiten in diesem Bereich zu beenden. Sie sollte damit vor allem die wohlhabenden Mitglieder der jüdischen, griechischen und armenischen Minderheiten treffen. Der damalige Präsident Ismet Inönü, der Nachfolger von Atatürk und eines seiner besten Freunde, soll ��ber das Gesetz gesagt haben, dass man den Markt den Türken übergebe, wenn man die auf dem türkischen Markt dominanten Ausländer beseitige. Wenn die Steuerpflichtigen der Zahlung nicht nachkommen konnten, wurden sie in ein Arbeitslager geschickt.
Die erhobene Vermögenssteuer sah wie folgt aus:
Armenier: 232%
Juden: 179%
Griechen: 156%
Muslime: 4,94%
Das Beispiel zeigt, dass die vorhin dargelegte Dschizya-Mentalität aus der Scharia selbst zu den Zeiten des türkischen Laizismus, als dieser aufgrund der Einparteienherrschaft der Republikanischen Volkspartei (CHP) wesentlich erheblicher war als zu späteren Zeiten, einen Nachhall hatte. Das bedeutet, dass religiöse Motive sogar Eingang in ein streng säkulares System gefunden hatten. Der Idealbürger war ein sunnitischer Muslim und Juden und Christen, die zwar die türkische Staatsangehörigkeit bekommen hatten, waren Bürger zweiter Klasse und wurden bewusst diskriminiert. Wenn man der Ansicht sein sollte, dass diese Diskriminierung nicht unmittelbar wegen der diskriminierenden Inhalte der Scharia erfolgten, müsste man meines Erachtens zumindest eingestehen, dass diese religiösen Inhalte mindestens mittelbar eine Wirkung hatten.
Auch später in der Republikanischen Zeit hatte dieser vom Islam mindestens mittelbar beeinflusste Türkische Nationalismus Auswirkungen auf die jüdische und die christlichen Minderheiten. Am 6. Und 7. September 1955 fand das Pogrom von Istanbul statt, nachdem das unwahre Gerücht verbreitet wurde, dass das Geburtshaus von Atatürk in Thessaloniki in die Luft gesprengt worden sei. Die Übergriffe fanden nicht nur – wie man annehmen könnte – gegenüber der griechischen Minderheit statt. Vielmehr griffen die Pogrom-Beteiligten auch Armenier und Juden an. Später, im Jahr 1961, wurde der damalige Premier Adnan Menderes aufgrund dieser Ereignisse schuldig gesprochen und gehängt. Allerdings hatten diese Ereignisse zur Folge, dass christliche Minderheiten in sehr grossen Zahlen die Türkei verließen, aber auch sehr viele Juden, die spätestens jetzt in den neugegründeten jüdischen Staat einwandern sollten.
Als Beispiel des arabischen Nationalismus, der mit ähnlichen Motiven gegen die jüdischen und christlichen Minderheiten hetzte, möchte ich insbesondere das Beispiel des Farhud nennen, das Pogrom von Bagdad vom 1. und 2. Juni 1941, welches der Anfang vom Ende der 2600 Jahre andauernden jüdischen Präsenz im Zweistromland war. Ein arabischer Mob verletzte über 1.000 Menschen, jüdische Frauen wurden von Gruppen vergewaltigt und verstümmelt. Die genaue Zahl der Getöteten ist nicht bekannt, es wird von mindestens 180 ermordeten Juden ausgegangen, manche Quellen geben auch bis zu 600 an. Eine Synagoge wurde eingenommen und Thora-Rollen verbrannt. Wie an diesem Beispiel bestens zu erkennen ist, existierten solche antisemitischen Übergriffe im Zusammenhang mit dem arabischen Nationalismus auch vor der Gründung des Staates Israel. Als der Staat Israel gegründet wurde, ist die antisemitische Komponente des arabischen Nationalismus nur stärker geworden. Ab diesem Zeitpunkt wurden überall in der arabischen Welt Juden zu Sündenböcken gemacht, was zur Folge hatte, dass vor allem die Arabisch sprechende muslimische Welt heute weitestgehend „judenfrei“ ist. Es handelt sich um eine ethnische Säuberung gewaltigen Ausmaßes, von der heute kaum jemand spricht. Die Nachfahren dieser Menschen, die Mizrahi Juden, leben heute praktisch alle in Israel. Hier eine Übersicht (Quelle: Wikipedia)
Zu erwähnen bleibt, dass der moderne nationalistisch motivierte Antisemitismus im muslimischen Kontext auch Inputs aus den Antisemitismen aus Europa bekam. So war beispielsweise der Grossmufti von Jerusalem, der als Organisator des vorerwähnten Farhud gilt, ein Mitglied der SS war. Auch die sogenannten Protokolle der Weisen von Zion, eine Fälschung über eine angebliche jüdische Weltverschwörung, die vermutlich zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Russland entstand, erfreuen sich bei solchen Antisemiten schon seit vielen Jahren äusserster Beliebtheit. In der arabischen Welt finden sich heute noch Nationalisten, die Adolf Hitler verehren, insbesondere wegen seiner Vernichtungspolitik gegenüber Juden.
Ich komme auf den islamistisch motivierten Antisemitismus. Um diesen Antisemitismus zu verstehen, ist es wichtig zu erfassen, was der Islamismus überhaupt ist und was er anstrebt. Beim Islamismus geht es sehr wesentlich darum, die Entwicklungen in der muslimischen Welt, die zu säkular geprägten Nationalstaaten geführt haben, wieder rückgängig zu machen. Dieser Wunsch ist besonders schön aus den nachfolgenden Worten des Gründers der Muslimbruderschaft, Hassan al-Banna, zu erkennen:
„Wir glauben fest daran, dass die Vorschriften des Islam umfassend sind und die Angelegenheiten der Menschen im Diesseits und im Jenseits regeln. Des weiteren glauben wir, dass diejenigen sich irren, die annehmen, diese Lehren behandelten lediglich die Aspekte des Glaubens und der Spiritualität. Denn der Islam ist Gottesdienst und Glaubensgrundsatz, Heimatland und Staatsangehörigkeit, Religion und Staat, Idee und Wert sowie Koran und Schwert.“
Es geht damit im Ergebnis um die Errichtung eines totalitären Gottesstaates auf der Grundlage der Scharia. Dass Juden und Christen in einem solchen Gottesstaat so behandelt werden, wie die Scharia es vorschreibt, sollte sich nach meinen Ausführungen über die Dhimma von sich von selbst verstehen. Wie unmittelbar die Scharia auf die antisemitische Ideologie von Islamisten wirkt, ist etwa in Artikel 7 der Charta der Hamas erkennbar, die sich in Artikel 2 als Teil der globalen Muslimbruderschaftsbewegung zu erkennen gibt. Ganz am Schluss von Artikel 7 der Hamas Charta ist der oben zitierte Hadith wiedergegeben, gemäß dem Muslime sämtliche Juden auf der Welt (also nicht „nur“ die Israeli) ermorden müssten, damit sich die islamische Eschatalogie erfülle.
Zusammengefasst bedeuten diese Informationen, dass der Antisemitismus im muslimischen Kontext sowohl in den Quellen der Scharia als auch bei den wichtigsten politischen Bewegungen in der islamischen Welt, die sich gegenseitig konkurrenzieren – namentlich bei den säkularen Nationalisten und bei den ihnen entgegenstehenden Islamisten – in einem erheblichen Masse vorhanden ist. Angefeuert werden diese Antisemitismen insbesondere durch den Nahostkonflikt aber auch durch ausländische Einflüsse. Die Folge davon ist, dass die überwiegende Mehrheit der muslimisch geprägten Gesellschaften stark antisemitisch ist und sofern eine Migration aus den jeweiligen Ländern nach Europa stattfindet, die Wahrscheinlichkeit sehr hoch ist, dass die entsprechenden Migranten antisemitische Ansichten und Gefühle nach Europa importieren. Wo diese Migration besonders stark ist, kann man die Folge bereits heute sehr gut erkennen. Vor allem aus Grossbritannien und aus Frankreich findet eine ernstzunehmende Auswanderung nach Israel statt. Meines Erachtens ist es nur eine Frage der Zeit, dass das Gleiche leider auch in anderen Ländern geschehen wird, die eine hohe Migration von muslimischen Migranten zu verzeichnen haben, insbesondere wenn es sich dabei um Islamisten oder um arabische respektive türkische Nationalisten handelt.
***
Foto: Jerusalem, Eingangsbereich Kotel (2019), by Emrah Erken
Here is another angle of Marie Andersen holding her banner and seemingly being interviewed.
The fact that none of the organisers asked her to leave, or that none of the protesters seemed to challenge her on her sign, says a lot about the protest itself.