Institut für medizinische Anthropologie und Bioethik /// Medizin & Ethik in Forschung & Praxis auf Grundlage des christlich-humanistischen Menschenbildes
Verantwortung und Fürsorge aber müssen im Sinne einer Medizin, deren oberstes Prinzip das Patientenwohl ist, eine menschlich Aufgabe bleiben. (Unser Kommentar)
„Sie [die Menschheit] kann die technischen Fortschritte begrüßen, um Leiden zu lindern und neue Möglichkeiten zu eröffnen, aber nur, wenn sie dabei nicht verleugnet, was sie menschlich macht, nämlich die Fähigkeit zu Beziehung und Liebe.”
Magnifica humanitas, Nr. 126.
„Der Wert einer Zivilisation lässt sich nicht an der Macht ihrer Mittel messen, sondern an der Fürsorge, die sie zu leisten vermag, an der Fähigkeit, den Mitmenschen als ein personales Gegenüber und nicht nur als Funktion zu sehen.“
Magnifica humanitas, Nr. 112.
„Der Einsatz von KI ist niemals eine rein technische Angelegenheit:
Wenn sie in Prozesse eingebunden wird, die das Leben der Menschen beeinflussen, kommt sie mit Rechten, Chancen, gutem Ruf und Freiheit in Berührung.”
Magnifica humanitas, Nr. 102.
„Auch knapp fünf Jahre nach der Einführung des Sterbeverfügungsgesetzes ist keinerlei wissenschaftliche Begleitung und Evaluierung gesetzlich vorgesehen. Das sollte im Zuge der Novellierung des Gesetzes geändert werden“, fordert die Ethikerin.
Wie geht es Pflegefachkräften mit Sterbehilfe?
Pflegefachkräfte sind oft der erste Kontaktpunkt für Menschen, die einen Sterbewunsch äußern.
Was löst eine Anfrage für Tötung auf Verlangen oder assistierten Suizid bei Pflegefachkräften aus?
„Diese nun erstmals umfassende internationale Erhebung mitsamt ihren Schlussfolgerungen sollte von den politischen Verantwortlichen in Österreich ernst genommen werden“, sagt IMABE-Direktorin Susanne Kummer mit Blick auf die deutsche Studie.
Moralischer Stress erhöht sich vor allem dann, wenn Pflegefachkräfte Druck von außen erleben, Ressourcen knapp sind, die Gründe für den Wunsch auf Tötung schwer nachzuvollziehen sind und zu wenig Zeit für Reflexion bleibt.
Das betrifft einen erheblichen Anteil: Eine Studie der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin zeigte, dass 82 Prozent (766 von 930) Teilnehmer nicht bei einem assistierten Suizid mitwirken möchten.
Die Folgen können psychische und körperliche Belastung, Schuld- und Ohnmachtsgefühle, Burnout, Berufsverlassen und eine schlechtere Pflegequalität sein.
Moralischer Stress ist eine Reaktion auf ethisch herausfordernde Situationen – besonders wenn Pflegefachkräfte etwas erleben oder tun, was sie mit ihrem Gewissen nicht vereinbaren können.
Moralischer Stress korreliert mit Anfragen zu „Sterbehilfe“:
Pflegende sind emotional und psychisch durch solche Anfragen belastet und geraten in Gewissenskonflikte.