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DIE FAMILIENUNTERNEHMER zum Aktionsplan gegen Steuerbetrug: Statt Steuerentlastung mehr Bürokratie und Misstrauen gegenüber der Wirtschaft
Vor der Beratung des Jahressteuergesetzes am Mittwoch im Kabinett bewegt der Aktionsplan gegen Steuerbetrug die Gemüter. Finanzminister Klingbeil und Justizministerin Hubig wollen den Kampf gegen Steuerhinterziehung intensivieren. Geplant ist darunter ein „öffentliches Register“ wegen schwerer Steuerstraftaten sanktionierter Unternehmer sowie eine Abschaffung der Straffreiheit bei Selbstanzeige. Zudem sollen Unternehmen Buchungsbelege wieder länger aufbewahren.
Marie-Christine Ostermann, Präsidentin der Familienunternehmer: „Finanzkriminalität und Steuerbetrug sind ein schweres Übel und gehören mit aller Härte verfolgt. Wer dafür aber die gesamte Wirtschaft mit neuen Dokumentationspflichten drangsaliert, bekämpft Kriminalität nicht zielgenau. Die überwältigende Mehrheit der Unternehmen arbeitet rechtskonform und darf nicht zum Kollateralschaden staatlicher Symbolpolitik werden.
Der 26-Punkte-Plan von Finanzminister Klingbeil und Justizministerin Hubig verursacht einen giftigen Beigeschmack der Reformbestrebungen der Koalition: noch mehr Bürokratie und Misstrauen gegenüber der Wirtschaft, während echte Entlastung des Standorts auch für alle Unternehmer weiter auf sich warten lässt.
Finanzminister Klingbeils und Justizministerin Hubigs Strafverfolgungseifer darf nicht in wirtschaftsbremsenden Aktionismus umschlagen. Für Familienunternehmen bringt jede zusätzliche Aufbewahrungspflicht mehr Verwaltungsaufwand, höhere Archivierungskosten und eine weitere Abkehr vom politischen Versprechen des Bürokratieabbaus. Obwohl diese Kosten seit Jahren Deutschlands Standortqualität massiv nach unten drücken, drohen die Ministerin und der Minister nun noch eine weitere Schippe Last obendrauf zu laden, indem sie Unternehmer unter Generalverdacht der Steuerhinterziehung stellen und als Gegenbeweis noch mehr Bürokratie einfordern.
Wer Wachstum und Investitionen stärken will, sollte die bereits unter enormen Dokumentationspflichten ächzenden Unternehmen von unnötigen Pflichten befreien, statt sie weiter auszubauen. Dass ein Teil des Plans auch Vereinfachungen für die Mehrheit der Steuerzahler verspricht, ändert nichts daran, dass Unternehmen unterm Strich mit mehr Auflagen rechnen müssen.
Wer wie die Koalition ständig Bürokratieabbau und Verkleinerung des Staatsapparates verspricht, sollte im Kampf gegen Steuerkriminalität keine neue Behördenstrukturen und zusätzlich Personal beim Zoll aufbauen. Statt die gesamte Wirtschaft mit noch mehr Pflichten und weitere Bürokratie auszubremsen, sollte die Bundesregierung auf digitale Ausstattung, moderne Ermittlungsinstrumente sowie bessere Vernetzung der bestehenden Behörden setzen."
Die ganze Pressemitteilung:
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Thema Entbürokratisierung: Was würde passieren, wenn das Lieferkettengesetz plötzlich wegfallen würde? "Es wäre kein Schaden", sagt Prof. Udo di Fabio, Verfassungsrichter a.D.. "Außer für die Beratungsfirmen." #FamUTage26
Oliver Schmitt ist neuer Landesvorsitzender für DIE FAMILIENUNTERNEHMER im Saarland
Dr. Oliver Schnmitt ist neuer Landesvorsitzender der Familienunternehmer im Saarland. Er vertritt damit den Landesbereich des Wirtschaftsverbandes gegenüber Politik und Gesellschaft. Die Wahl fand am 15. Juli 2026 im Rahmen der Mitgliederversammlung statt. Bislang war Schmitt seit 2022 Regionalkreisvorsitzender des Verbandes im Saarland und Mitglied des Landesvorstandes.
Der 47-jährige Familienunternehmer ist geschäftsführender Gesellschafter der Schmitt Baugruppe in Mandelbachtal. Zu der Unternehmensgruppe gehören die Schmitt Landschaftsbau GmbH & Co. KG, die Naturprodukte Rubenheim GmbH & Co. KG und die SaarMontan Berg- und Tunnelbau GmbH & Co. KG, das Spezialtiefbau-Unternehmen SaarGrundbau sowie die Schmitt Felssicherung. Die Unternehmensgruppe wurde 1971 gegründet.
Der neue Landesvorsitzende der Familienunternehmer im Saarland Oliver Schmitt will sich für bessere Rahmenbedingungen für Familienunternehmen im Saarland einsetzen:
„Das saarländische Bruttoinlandsprodukt ist zum dritten Mal in Folge gesunken, im letzten Jahr sogar bundesweit am stärksten, um minus 0,9 Prozent. Mein zentrales Anliegen ist, dass wir endlich gute Rahmenbedingungen für alle Unternehmen im Saarland bekommen. Mit einer Politik, die allein auf bestimmte Branchen- und Technologieförderung setzt, kommt das Saarland nicht weiter: Politik kann wirtschaftliche Entwicklung der Zukunft nicht vorhersagen oder steuern.
Die saarländischen Familienunternehmen brauchen einen weitreichenden Abbau von Bürokratie und Regulierungen, eine KI-basierte, komplett digitale Verwaltung, ein schlankes Baurecht sowie eine starke wirtschaftliche Bildung in der Schule.“
Neben Oliver Schmitt als Landesvorsitzender wurden die Unternehmer Wolfgang Herges als Stellv. Landesvorsitzender sowie David Zimmer, Dirk Becker, Esther Tabea Jacobs, Thorsten Bost und Philipp Gross als Mitglieder des Landesvorstandes gewählt bzw. berufen.
Der Verband dankt Wolfgang Herges als bisherigen Landesvorsitzenden von 2009 bis 2017 sowie seit 2019 herzlich für sein großes Engagement im Saarland und im Verband. Wir freuen uns, dass er weiterhin im Landesvorstand als Stellv. Landesvorsitzender aktiv ist.
Der Emissionshandel ist die Lösung, nicht das Problem
Voraussichtlich am morgigen Freitag wird der sogenannte ETS-Review vorgestellt – darin skizziert die EU-Kommission, wie sie sich die Ausgestaltung des ETS in Zukunft vorstellt. In der Diskussion werden die Kritiker des Emissionshandelssystems aufgrund der wirtschaftlichen Schwierigkeiten immer lauter, dabei ist eigentlich klar: Der Emissionshandel ist die Lösung und nicht das Problem.
Kein anderes Klimaschutzinstrument garantiert das Erreichen der gesteckten Klimaziele zu so geringen volkswirtschaftlichen Kosten. Die europäischen Akteure haben gemeinsam mit den Mitgliedsstaaten in der Vergangenheit die Schraube an der ein oder anderen Stelle überzogen. Auch wurden – trotz harscher Kritik – Instrumente wie CBAM eingeführt, die nicht funktionieren. Und in den Mitgliedsstaaten wurde durch nationale Politik das System des Emissionshandels unterlaufen und konterkariert. Deutschland hat sich mit diversen politischen Entscheidungen gegen den Emissionshandel und dessen Funktionsweise gestellt, beispielsweise mit dem gesetzlich verordneten Kohleausstieg.
Kurzum: Wer Klimaschutz ernstnimmt und kosteneffizient umsetzen möchte, setzt auf den Emissionshandel. Wenn nun die ein oder andere Stellschraube gedreht wird, ist das unter wirtschaftspolitischen Gesichtspunkten nötig und klimapolitisch vertretbar. Das Ziel muss aber sein, die grundsätzliche Wirkungsweise des Emissionshandels zu erhalten und zu stärken.
Auf der Bühne des ifo-Instituts wurde unsere Präsidentin Marie-Christine Ostermann gebeten, ihre Sicht auf den gegenwärtigen Zustand des Wirtschaftsstandorts Deutschland darzulegen.
Video: ifo-Institut, Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München
VW als Lehre: Wer dem Staat als wirtschaftlichem Akteur vertraut, gefährdet die Belegschaft
Der verkündete Stellenabbau bei VW trifft den Wirtschaftsstandort hart. Wer jetzt mehr Staatseingriffe fordert, zieht die falschen Lehren aus der VW-Situation. Es gibt wenige Konzerne in Deutschland, bei denen die Politik mehr Macht ausüben kann als bei VW – vor allem unter den Autoherstellern. Das Land Niedersachsen verfügt nicht nur über zwei Aufsichtsratsmitglieder, sondern auch über eine Sperrminorität als Aktionär. Bei VW werden grundlegende Entscheidungen daher nie an der Politik vorbeigetroffen. Wohin das führt, sieht man jetzt: schrumpfender Absatz, einbrechender Gewinn und ein Stellenabbau, der laut Medienberichten bis in den sechsstelligen Bereich reichen könnte.
VW hat, wie alle deutschen Unternehmen, mit ungünstigen Standortbedingungen zu kämpfen. Bürokratie, Energiepreise und Lohnnebenkosten sind im internationalen Wettbewerb kein Vorteil. Aber auch das Management trägt Verantwortung – die zum Teil ein Produkt des politischen Einflusses sind. Eine Beschäftigungsgarantie bis 2030 mag zwar auf den ersten Blick attraktiv klingen, entzieht dem Konzern aber die benötigte Flexibilität, um auf Krisen zu reagieren. Deutlich wird das Ausmaß im Konzernvergleich: Toyota erzielt mit gerade einmal halb so vielen Mitarbeitern höhere Absatzzahlen als VW.
Angesichts dieser Zahlen stehen bei VW harte Entscheidungen an – sie sind aber zwingend notwendig, weil Nichthandeln den Konzern in Zukunft nur teurer zu stehen kommt. Der politische Einfluss im Konzern sollte hier überdacht werden – gerade weil sich die Politik vor harten Entscheidungen scheut.
FAMILIENUNTERNEHMER kritisieren Irrglaube an Schuldenwirkung: Verschuldung ohne Wachstumsstrategie geht nie gut
Der Milliarden-Schuldenhaushalt ist vom Kabinett beschlossen. Doch das Milliarden-Mehr an Geld löst die strukturellen Probleme nicht. Marie-Christine Ostermann, Präsidentin des Verbands DIE FAMILIENUNTERNEHMER: „Deutschland hat ein Wachstumsproblem, kein Einnahmenproblem. Die Ursachen liegen nicht nur in der Weltlage und im Transformationsdruck, sondern sind auch hausgemacht. Immer höhere Staatsausgaben erzeugen bestenfalls einen kurzfristigen Nachfrageimpuls. Der verpufft schnell, während die Schuldenquote bedrohlich weiter steigt. Zudem droht ein Großteil der zu Investitionszwecken geplanten Schulden konsumtiv zu verpuffen.
Wachstum entsteht durch erfolgreiche Unternehmen. Deshalb muss die Bundesregierung jetzt ein Investitionsklima schaffen, das Unternehmer aus dem In- und Ausland dazu bringt, wieder in Deutschland Geld zu investieren. Kurz: Die Bundesregierung muss konsequent von der bisherigen Nachfragepolitik auf Angebotspolitik umschalten. Die Unternehmen in Deutschland leiden nicht daran, dass der Staat oder die Bürger zu wenig heimische Produkte nachfragen, sondern daran, dass sie ihre Produkte nicht zu wettbewerbsfähigen Preisen anbieten können. Die politisch verursachten Kosten des Standortes Deutschland sind überall höher als bei den wichtigsten konkurrierenden Volkswirtschaften.
Entscheidend sind jetzt die Strukturreformen, die Deutschland wettbewerbsfähig, modern, flexibel und dynamisch machen. Deutschland muss runter vom weltweiten Kostengipfel bei Unternehmenssteuern, Lohnzusatzkosten, Energiepreisen und ineffizienter Bürokratie. Gleichzeitig müssen viel mehr Menschen in Deutschland in Vollzeit-Arbeit gebracht werden. Die Koalition hat dazu in der vergangenen Woche zwar erste Ansätze geliefert, aber noch keinerlei Entlastung der Unternehmen. Stattdessen verschiebt sie mit einem wackeligen Haushalt 2027 die Probleme auf der Schuldenachse in die Zukunft - und verschärft sie dabei deutlich. Ein sich selbst tragender Aufschwung rückt damit in immer weitere Ferne.“
Ein weiterer Warnschuss! Wie viele braucht es noch?
Eine neue McKinsey-Studie zeigt: In Deutschland wird nur noch so viel in produktive Anlagen investiert, dass der Kapitalstock gerade so erhalten bleibt. Während in China ca. 23% des BIP in produktive Anlagen und den Ausbau des Kapitalstocks investiert wird (USA laut Studie 4%, EU ungefähr 2%), liegt Deutschland abgeschlagen bei einem Wert von knapp über 0. Es sind die altbekannten Faktoren: langsame Genehmigungen und zu viel Bürokratie – aber vor allem die eklatanten Kostennachteile der Investitionen gegenüber vergleichbaren Standorten in anderen Ländern.
Der Befund ist klar: Deutschland steckt tief in der Wirtschaftskrise. Das Frustrierende: Die derzeit agierende schwarz-rote Koalition unternimmt kaum etwas, um die Kostennachteile abzubauen. Im Gegenteil. Da stellt sich die Frage: Was braucht es eigentlich noch, damit endlich Reformen angegangen werden, die die Realität anerkennen und entsprechende Weichenstellungen vornehmen?
Subventionen bringen keinen Aufschwung, schuldenfinanzierter Konsum schon gar nicht
Der Haushaltsentwurf 2027 zeigt vor allem eines: Die Bundesregierung verwechselt Ausgaben mit Wachstum. Mit einer Neuverschuldung von rund 204 Milliarden Euro erreicht der Bund einen der höchsten Schuldenstände in der Geschichte der Bundesrepublik – und das trotz anhaltend hoher Steuereinnahmen. Statt endlich Prioritäten zu setzen und Ausgaben kritisch zu überprüfen, werden Rücklagen geplündert, Gelder zwischen Sondertöpfen und Kernhaushalt hin- und hergeschoben und immer neue Schulden aufgenommen. Was als „Konsolidierung“ verkauft wird, ist in Wahrheit ein finanzpolitischer Verschiebebahnhof.
Besonders enttäuschend: Beim Subventionsabbau passiert nahezu nichts, die Subventionen liegen inzwischen auf Rekordniveau. Wer aber Wachstum schaffen will, muss Unternehmen investieren lassen – nicht immer neue Förderprogramme auflegen. Noch problematischer ist, dass ein erheblicher Teil der neuen Schulden nicht in zusätzliche Zukunftsinvestitionen fließt, sondern laufenden Konsum finanziert und Haushaltslöcher füllt. Schuldenfinanzierter Konsum schafft jedoch keinen dauerhaften Wohlstand, keine höhere Produktivität und keine stärkere Wettbewerbsfähigkeit.
Die steigende Verschuldung hat zudem ihren Preis: Allein für Zinszahlungen werden bald Milliardenbeträge fällig, die anderswo fehlen. Das schränkt die Handlungsspielräume kommender Generationen ein und macht zukünftige Steuererhöhungen wahrscheinlicher. Vor allem aber fehlt der Bundesregierung ein überzeugender Plan. Weder gibt es einen glaubwürdigen Pfad zurück zu soliden Staatsfinanzen noch die dringend nötigen Strukturreformen für mehr Wachstum. Statt vor einer echten Wirtschaftswende stehen die Unternehmen vor weiter steigende Belastungen und ausbleibenden Entlastungen.
Deutschland braucht keine neuen Schuldenrekorde und keine ausufernden Subventionen. Was wir brauchen, sind solide Haushalte, weniger Staatsinterventionen und bessere Rahmenbedingungen für Investitionen in Innovation und Unternehmertum. Nur dies schafft Wachstum und nachhaltigen Aufschwung.
Auch wenn das Thema nicht "richtig schick" sei: Der Wirtschaftshistoriker Prof. Werner Plumpe spricht über Deindustrialisierung, verlorene Geschäftsmodelle und die Krise der deutschen Wirtschaft. #FamUTage26
FAMILIENUNTERNEHMER zum Entwurf des Haushalts: Ein geradezu gefährliches Gemisch
Der Finanzminister stellt heute den auf 555 Milliarden Euro Ausgaben aufgeblähten Kernhaushalt 2027 vor. Das sind zwölf Milliarden mehr als erst im April geplant. Zur Finanzierung sollen unter anderem die neu aufzunehmenden Schulden um noch weitere acht Milliarden zulegen. Zusammen mit den Töpfen der Sonderschulden (“Sondervermögen”) weist der Haushalt eine Neuverschuldung von 203,7 Milliarden Euro auf. Allein die Ausgaben für die Zinsen werden bis 2030 auf 80,7 Milliarden Euro im Jahr steigen. Zudem greift Klingbeil entgegen seinen Ankündigungen nun doch auf 6,8 Milliarden Euro aus der Rücklage zu.
Marie-Christine Ostermann, Präsidentin des Verbands DIE FAMILIENUNTERNEHMER: „Würde er so realisiert, droht der über noch mehr Schulden und noch höhere Ausgaben aufgeblähte Haushaltsentwurf 2027 zum Desaster für Deutschland zu werden. Konsolidiert ist an diesem Etat leider gar nichts. Statt endlich zu sparen werden Rücklagen geplündert, Steuern erhöht und mit Haushaltstricks nur noch mehr Mittel verschoben. Finanzminister Lars Klingbeil betreibt damit ein sehr gefährliches Kalkül, da er offenbar hofft, der Staat könne mit einer anspringenden Konjunktur den Schulden zumindest ein wenig entwachsen. Doch damit dieses auch nur im Ansatz gelingen könnte, müsste die Koalition jetzt ein weitaus beherzteres Reformpaket vorlegen, das im Endeffekt den Namen Wirtschaftswende auch verdient. Doch außer kurzzeitigen Mini-Effekten durch höhere Staatsausgaben fehlen für einen nachhaltigen Anstieg des Bruttoinlandsproduktes durch private Investitionen bislang noch immer die so dringend erwarteten Verbesserungen der Standortbedingungen. Das bisherige Reformpaket schafft diese nicht.
In der derzeitigen Wirtschaftslage mit den für unsere Unternehmen weiterhin miserablen Standortbedingungen droht Klingbeils Strategie zum Russischen Roulette für Deutschland zu werden, sollte das Wachstum nicht nachhaltig anspringen. Denn einer so rasant aufwachsenden Schuldenlast können wir nur entkommen, wenn die deutsche Volkswirtschaft sehr schnell wieder auf echten Wachstumskurs kommt. Doch noch immer drücken unsere Unternehmen Rekordsteuern, weiter zu hohe Sozialabgaben und höchste Energiepreise. Das zwingt viele Betriebe weiterhin dazu, Investitionen zu verschieben oder ins Ausland zu verlagern. Das ist ein geradezu gefährliches Gemisch, das Klingbeil mit seinem Haushaltsplan anrührt.“
"Man kann nunmal nicht gegen Naturgesetze anregieren": Cem Özdemir, Ministerpräsident in Baden-Württemberg, über den demografischen Wandel, die sozialen Sicherungssysteme und ein Bekenntnis zum Standort. #FamUTage26
"Das größte ungehobene Potential im Arbeitsmarkt ist die Erwerbstätigkeit von Frauen." Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), über unnötige Hürden und die gegenwärtige Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik. #FamUTage26
🚨 Am 20. September wählt Berlin!
🤝 Mit Blick auf die Abgeordnetenhauswahl hat unser Regionalkreis Berlin den SPD-Spitzenkandidaten Steffen Krach zum Gespräch eingeladen. Unser Landesvorsitzender Florian Tanyildiz begrüßte alle herzlich, und Steffen Krach stellte die wirtschafts- und standortpolitischen Schwerpunkte seiner Partei für Berlin vor.
🏙️ Im Austausch wurde intensiv über die Zukunft des Wirtschaftsstandorts Berlin diskutiert. Themen wie das Vergesellschaftungsrahmengesetz, die Ausbildungsplatzumlage, Bürokratieabbau, Investitionssicherheit und die Rolle des Mittelstands standen dabei im Mittelpunkt. Gerade mit Blick auf die bevorstehenden Wahlen war der direkte Dialog zwischen Politik und Familienunternehmen besonders wertvoll.
🌇 Vielen Dank an Steffen Krach sowie an alle Mitglieder und Gäste für die offenen Gespräche und einen gelungenen Sommerabend!
🚨 Der jüngste Evergreen im politischen Blues des anstehenden Sommerlochs scheint gefunden: die Digitalsteuer. Die Idee einer solchen Steuer ist ebenso unausgereift wie kurz gedacht. Besteuert werden sollen nicht Gewinne, sondern Umsätze – etwa Erlöse aus Online-Werbung. Sie richtet sich ausschließlich an globale Konzerne ab einer bestimmten Umsatzschwelle (beispielsweise 750 Millionen Euro) und zielt damit faktisch auf US-Unternehmen.
💶 Die Einnahmen aus dieser Steuer würden direkt an Brüssel fließen und zusätzlich zu den nationalen Steuern erhoben. Das eigentliche Problem Europas wird dadurch jedoch nicht gelöst. Hierzulande gibt es zu wenige wettbewerbsfähige Tech-Unternehmen. Deshalb ist die Wirtschaft in vielen Bereichen auf amerikanische Produkte angewiesen – mit entsprechenden Abhängigkeiten. Zugleich findet ein erheblicher Teil der Wertschöpfung außerhalb Europas statt.
💡 Doch nur weil es der EU bislang nicht gelungen ist, europäische Pendants zu Google, Microsoft, Meta oder OpenAI hervorzubringen, ist es der falsche Ansatz, deren Geschäft hierzulande zu erschweren oder im Extremfall sogar zu verbieten. Die einzig sinnvolle Antwort besteht darin, alles daranzusetzen, die Rahmenbedingungen in Europa zu verbessern und den Standort deutlich attraktiver zu machen. Tatsächlich geschieht jedoch das Gegenteil: Mit einer Welle neuer Regulierungen – vom AI Act bis hin zu immer neuen Bürokratiepflichten – werden Innovationen gebremst und Unternehmen ins Ausland gedrängt.
👉 Nachdem erneut eine Digitalabgabe für große Tech-Konzerne ins Spiel gebracht wurde, drohte US-Präsident Donald Trump prompt mit hohen Zöllen, da er darin eine diskriminierende Behandlung amerikanischer Unternehmen sieht. Ganz von der Hand zu weisen ist dieser Vorwurf nicht. Vieles spricht dafür, dass insbesondere Emmanuel Macron die Einführung einer solchen Steuer vorantreibt. Frankreich erhebt bereits eine Digitalsteuer und verfolgt damit nicht nur fiskalische Interessen, sondern auch eine industriepolitische Strategie, die auf den Schutz und die Förderung heimischer Unternehmen abzielt.
🚀 Doch Protektionismus ist nicht der Weg zu digitaler Souveränität. Diese entsteht durch Wettbewerb, Innovation und Wahlmöglichkeiten bei digitalen Diensten und Produkten – also durch eine starke europäische Tech-Landschaft, nicht durch zusätzliche Belastungen für ausländische Anbieter.
📢 Die Koalition hat sich heute auf ein Paket für Wachstum und Beschäftigung geeinigt. Die schnelle Einigung überrascht positiv. Neben vielen guten Ansätzen enthält das Paket jedoch eine erhebliche zusätzliche Steuerbelastung für viele Familienunternehmer, die die erhoffte Dynamik eher ausbremsen könnte.
👤 **Marie-Christine Ostermann, Präsidentin der Familienunternehmer:**
💬 „Die schnelle Einigung der Koalition bei schwierigen Arbeitsmarktthemen ist eine positive Überraschung. Es ist erfreulich, dass die Regierungskoalition zum gemeinsamen Handeln fähig ist. Doch es gibt einen entscheidenden Haken:
⚠️ Die steuerliche Mehrbelastung der Personengesellschaften durch die sogenannte Reichensteuer wird zur Investitionsbremse – gerade in einer Phase, in der Unternehmen bereits durch Rentenreform, Kapitalrente und höhere Sozialabgaben zusätzlich belastet werden. Statt einen nachhaltigen Wachstumsschub auszulösen, schwächt das Paket seine eigene Wirkung.
🏭 Personengesellschaften stellen einen großen Teil der Hidden Champions und technologischen Weltmarktführer. Die höhere Steuerlast entzieht ihnen Mittel für Investitionen in Arbeitsplätze und Maschinen. Was nützen flexiblere Arbeitsverträge, wenn Unternehmen sich Neueinstellungen finanziell kaum noch leisten können? Deshalb braucht es für Personengesellschaften dringend eine steuerliche Entlastung.
📈 Viele der angekündigten Maßnahmen können Impulse für mehr wirtschaftliche Dynamik und eine stärkere Binnennachfrage setzen. Für einen echten Neustart des Standorts Deutschland reicht das jedoch nicht aus.
🚧 Zentrale Standortnachteile bleiben ungelöst. Aus Sicht der Familienunternehmer verschärft die Reichensteuer die Wettbewerbsprobleme sogar zusätzlich.
💡 Positiv ist, dass der Bund acht Prozent Personal in der Bundesverwaltung abbauen will. Das zeigt, dass die Regierung das Ausgabenproblem erkannt hat und beim Sparen mit sich selbst beginnen will. Auch der angekündigte deutliche Bürokratieabbau ist ein wichtiger Lichtblick.“
"Wenn wir das in Baden-Württemberg schaffen, die Berichtspflichten abzuschaffen, dann könnt ihr das in Berlin doch vielleicht auch?", sagt Ministerpräsident Cem Özdemir. #FamUTage26
🏛️ **Heute kommt der Koalitionsausschuss zusammen**, um den Fahrplan für die längst überfälligen Reformen zu beraten. Das gilt insbesondere für die sozialen Sicherungssysteme. Aus unserer Sicht ist es richtig, die finanziellen Defizite in den Sozialversicherungen zu beseitigen und die Systeme generationengerechter aufzustellen. Klar ist aber auch: Reformen bei der gesetzlichen Rentenversicherung, der gesetzlichen Krankenversicherung und der sozialen Pflegeversicherung werden kurzfristig mit höheren Belastungen für die Unternehmen verbunden sein.
⚖️ Umso mehr erwarten wir vom Koalitionsausschuss, dass er nicht nur einen klaren Reformfahrplan vorlegt, sondern zugleich Entlastungen für die Unternehmen an anderer Stelle beschließt – etwa durch konsequenten Bürokratieabbau, wettbewerbsfähigere Unternehmenssteuern oder niedrigere Energiepreise durch die Abschaffung der Stromsteuer.
🏭 Unser Ziel kann nicht sein, unsere industrielle Basis weiter zu schwächen und damit Arbeitsplätze sowie Investitionen ins Ausland zu verlagern. Stattdessen braucht es eine konsequente Angebotspolitik, die den Wirtschaftsstandort Deutschland wieder wettbewerbsfähiger macht und die Voraussetzungen für nachhaltiges wirtschaftliches Wachstum schafft.
Thomas Hoppe, Bundesvorsitzender von DIE JUNGEN UNTERNEHMER, über den Mut, den Weg in die Selbständigkeit zu suchen und die mangelnde unternehmerische Bildung in unseren Schulen: "Wir brauchen eine bessere Darstellung des Unternehmertums in Deutschland." #FamUTage26
"Wenn man mal fragt, wer wirtschafts- und sozialpolitisch wirklich hinter ihm steht im Bundestag, dann würde ich schätzen: 14 Prozent." Prof. Udo di Fabio, Verfassungsrichter a.D., über Friedrich Merz. #FamUTage26