Ayoub F. (auf dem Foto) war gerade auf dem Weg zur Moschee. Ein lebensfroher junger Mensch, der beim SC Uelzen Fußball spielte. Am 11. Januar wurde der 30-Jährige getötet. Der Täter, der sich zur AfD bekennt, ging in Uelzen (Niedersachen) mit einer Schneeschaufel auf den Passanten los und stach ihm dann mit einem Messer in den Rücken.
Der Täter, Daniel F., hatte in der Vergangenheit bereits eine Gruppe von Kindern mit einer Waffe bedroht. Die Schüler schilderten vor Gericht, wie er im September 2025 mit einer Axt auf sie zuging und sagte: „Ihr seid nicht die ersten Ausländer, die ich kaputt schlage.“ Er beschädigte auch im Garten seiner Nachbarn ein Schild, auf dem „Kreuz ohne Haken, für Vielfalt“ stand; mit den Worten: „Die AfD wird bald die stärkste Kraft im Land, und dann werdet ihr schon sehen“ und „Deutschland den Deutschen“.
Daniel F. wurde vom Landgericht Lüneburg wegen Totschlags zu einer Haftstrafe von 10 Jahren verurteilt. Das Gericht sieht kein rassistisches Motiv, sondern Ayoub F. als Zufallsopfer. Der Täter habe einen Konflikt gesucht, um „einmal als Sieger“ dazustehen. Direkt nach der Tat sei er in ein Restaurant in der Nähe des Tatorts gerannt und „es ist Gegenwehr“ und „Das gibt bestimmt wieder Ärger mit Multikulti“ gerufen haben, berichten Zeugen vor Gericht. Der Täter googelte einen Tag vor der Attacke nach „erlaubter bewaffneter Notwehr“.
Auf Presseanfrage von Itidal hin sagt die Bundespressestelle der AfD, sich „nicht äußern" zu wollen, und die Nachricht sei „keine aktuelle Eilmeldung” wert. Auf die Frage, wie die AfD zum Weltbild des Täter steht, sagte die Partei nichts. Die Pressestelle des AfD-Landesverbandes Niedersachsen sprach den Angehörigen des Opfers auf Itidal-Anfrage hin ihr Beileid aus. Eine öffentliche Beileidsbekundung oder anderweitige Äußerung gibt es jedoch keine.
Der Nebenklägeranwalt Björn Elberling wirft dem Gericht vor, die gezielte Opferauswahl und den tödlichen Angriff eines „Rassisten und AfD-Anhängers“ auf einen Minderwertigkeitskomplex zu reduzieren. „Der Angeklagte hat Ayoub F. angegriffen und getötet, weil er ihn stellvertretend für eine ganze abgewertete Gruppe als Ausländer und als Muslim wahrgenommen hat“.
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