Beide waren mit ihrer Familie vor ethnischer Verfolgung aus Bosnien geflohen und hatten in Deutschland Asyl beantragt.
Der rassistische Brandanschlag vom 26.1.1994 ist heute nahezu in Vergessenheit geraten. Die Täter sind weiterhin unbekannt. Nichts erinnert an die Opfer.
Wir gedenken heute Jasminka Jovanović und ihrer Großmutter Raina Jovanović, die vor 30 Jahren in Folge eines rassistischen Brandanschlags gestorben sind, der am 26. Januar 1994 auf eine Notunterkunft in #koeln -Gremberg verübt wurde.
#onthisday#saytheirnames#rassismustötet
Dabei waren die Bewohner*innen vor dem Anschlag massivsten rassistischen Bedrohungen ausgesetzt gewesen.
Auch die städt. Behörden reagieren skandalös: Zwei Tage nach Jasminkas Tod erhält ihr Vater vom Ausländeramt der Stadt Köln die Aufforderung Dtl. unverzüglich zu verlassen.
Die Polizei nimmt zwei tatverdächtigte Deutsche fest, die zuvor schon mehrfach wegen Brandstiftungen aufgefallen waren, lässt diese jedoch am Tag drauf wieder frei. Zahlreiche Hinweise auf einen rassistischen Hintergrund des Anschlags ignoriert die Polizei hartnäckig.
Die 61jährige Raina Jovanović erliegt elf Tage später am 6. Februar 1994 im Klinikum Merheim ihren Brandverletzungen. Ihre Enkeltochter Jasminka Jovanović stirbt am 12. März 1994 im Kinderkrankenhaus Amsterdamer Straße. Sie wird 11 Jahre alt.
Rasend schnell breitet sich das Feuer über den gesamten Flur aus. Bei der Flucht durch den lichterloh brennenden Gang ziehen sich acht Bewohner*innen teils lebensbedrohliche Verletzungen zu.
Nachts um 2 Uhr bricht auf dem Flur im 2. Stock einer städtischen Notunterkunft in der Lüdrichstraße in Gremberg ein Feuer aus. Bis heute unbekannte Täter hatten an drei Stellen und gezielt vor den Zimmern einer serbischen Romafamilie Mobiliar in Brand gesetzt.
Der Brandanschlag am 25.1.93 reiht sich ein in eine massive rassistische Gewaltwelle im wiedervereinigten Dtl Anfang der 1990er Jahre. Auch in Köln gab es eine Serie an Anschlägen. Eine Woche nach dem Brand brannte in Worringen komplett aus. Auch hier blieben die Täter unbekannt.
In der Nacht auf den 25. Januar 1993 verübten Unbekannte einen #Brandanschlag auf eine türk. Familie in #Köln-Mülheim. Um kurz nach 3 Uhr nachts schlugen sie in der Holweider Str ein Küchenfenster im Erdgeschoß ein und legten mithilfe von Brandbeschleuniger ein Feuer.
Statt eines rassistischen Hintergrunds vermutete sie eine fehlgeschlagene Racheaktion von türkischen Nationalisten auf einen in der Nachbarschaft lebenden Kurden. Die Täter hätten sich dabei allerdings in der Wohnung vertan. Weiter verfolgt wurde dieser Verdacht trotzdem nicht.
Laut Ermittlungsakten meldete sich noch in der Nacht ein Mann bei der Polizei und bekannte sich zu der Tat. Die Polizei verfolgte dies aus unersichtlichen Gründen nicht weiter. Generell ermittelte sie kaum, ging keiner Spur nach und schloss schon nach wenigen Wochen die Akte
Zum Zeitpunkt befanden sich die Mutter mit ihren fünf Kindern und zwei Onkel in der Wohnung. Einer der Onkel wurde durch einen lauten Knall wach und konnte rechtzeitig die Anderen wecken. Durch das Wohnzimmerfenster gelang es ihnen sich auf dem Hof in Sicherheit bringen.
Um eine lückenlose Aufklärung einzufordern und an die Opfer rechten Terrors und Gewalt zu erinnern, findet heute um 18 Uhr eine Gedenkkundgebung statt. Wir kämpfen gegen die kontinuierliche Bedrohung durch rechten Terror und für eine lückenlose Aufklärung rassistischer Verbrechen
Am 19. Januar 2001 detoniert ein Sprengsatz in einem kleinen Lebensmittelgeschäft in der #Probsteigasse nahe dem Hansaring. Der Sprengsatz war in einer Christstollendose versteckt, die ein unbekannter Mann kurz vor Weihnachten in dem Geschäft hinterlegt hatte.
Immer noch sind viele Fragen offen. Ein angefertigtes Phantombild des Täters ähnelt keine*m der bekannten NSU-Mitglieder, sondern weist eine frappierende Ähnlichkeit mit einem Kölner Neonazi auf. Besonders brisant ist, dass dieser Neonazi für den Verfassungsschutz arbeitete.
Der Anschlag war Teil der Mord- und Anschlagsserie des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU), der aus rassistischer Motivation deutschlandweit Bombenanschläge beging und Menschen mit Migrationsgeschichte ermordete.
Die schwerverletzte Tochter muss drei Monate im Krankenhaus bleiben. Die Familie bleibt mit den Folgen des Anschlags allein. Das völlig zerstörte Geschäfte müssen sie aufgeben. Erst zehn Jahre später wird bekannt, dass der NSU hinter diesem Anschlag steckte.
Bei der Explosion wurde die damals 19-jährige Tochter der Familie lebensgefährlich verletzt. Die Polizei wollte kein rassistisches Tatmotiv erkennen, sondern ermittelte allein im unmittelbaren Umfeld der Familie. Schon nach kurzer Zeit stellt sie die Ermittlungen ein.
Nur durch einen Zufall blieben die Bewohner:innen des Hauses unverletzt. Sie berichten seitdem jedoch von traumatischen Angstzuständen, die der Anschlag bei ihnen ausgelöst hatte.
Am 2.1.2016 verüben zwei Neonazis einen rassistischen #Brandanschlag auf ein von Geflüchteten bewohntes Haus in Köln-#Mülheim. Um kurz nach 20 Uhr schlagen sie die Fenster einer Erdgeschosswohnung in der Bruder-Klaus-Siedlung ein.
#OnThisDay#orterechtergewalt