Ein Aspekt im Interview mit @tom_krebs_@JungNaiv, der mehr Aufmerksamkeit genießen sollte: Tom Krebs argumentiert nämlich im Kern für mehr 'Kollektiv-Eigentum'. Das ist eine spannende Perspektive in der Verteilungsdebatte, wie sie heute geführt wird.1/5
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Wieso wird ein progressives, junges Wirtschaftsforum von einem BWLer geführt, der absolut nichts von ökonomischer Theorie und Ideengeschichte versteht?
Die Entpolitsierung der Wirtschaft hält Dario sicherlich für eine Errungenschaft.
Enteignungen von Wohnungen sind so ein Thema, bei dem man merkt, dass viel zu viele Leute eine sehr lautstarke Meinung ohne jegliches Grundwissen dazu haben.
Wochenlang erzählen uns Politiker, Wirtschaftsverbände und Talkshows, Vergesellschaftung sei unbezahlbar, wirtschaftsfeindlich & praktisch der Untergang Berlins. Jetzt kommt eine Studie von Ökonomen des IMK (@pat_kaczmarczyk, @tom_krebs_ ,@SDullien sowie @AchimTruger) und rechnet vor: Doch, es ist finanzierbar. Rund 210.000 Wohnungen. Etwa 13,5 Milliarden Euro Entschädigung. Finanzierung ohne Kürzungen im Berliner Haushalt möglich. Laufende Erträge können den Kapitaldienst tragen. Natürlich löst das allein nicht den Wohnungsmangel. Neubau bleibt nötig. Aber dieses ständige Gerede von der angeblich ökonomisch völlig irren „Enteignungsfantasie“ wird damit ziemlich dünn. Es funktioniert. Man muss es nur politisch wollen.
Eine progressive Mehrheit hätte absehbar mit mehr Widerstand von der wirtschaftsliberalen Presse zu rechnen als eine rechtsextreme blau-schwarze Regierung (die wirtschaftspolitisch vermutlich sogar viel Applaus aus der Ecke bekäme).
„Tom Krebs' neues Buch ist ein Muss für die wirtschaftspolitische Debatte – und es hätte zu keinem günstigeren Zeitpunkt erscheinen können.“ schreibt Achim Truger in seiner Surplus-Kolumne.
Die Bedingung zweier Weltkriege und Matteis Erkenntnisse hinterlassen Skepsis und doch möchte auch ich daran glauben, dass wir uns in einer Übergangsphase zu einer weniger markt- und eigentumszentrierten Spielart des Kapitalismus, oder sogar auf dem Weg zu einer Art marktwirtschaftlichen Sozialismus befinden. Die Konzepte stehen bereit und der Druck durch ökonomische Krisen, Klimawandel und Rechtspopulismus könnte groß genug sein.
Bin gespannt, was sich die kapitalistische Ordnung ausdenkt, um uns zu disziplinieren!
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Michael Hartmann forscht seit Jahrzehnten zu Deutschlands Eliten. Sein Befund ist ziemlich klar: Ganz oben entscheidet bis heute stark die Herkunft. Die wirtschaftlichen Eliten blieben über Kaiserreich, zwei Weltkriege und politische Umbrüche stabil. Gleichzeitig wächst die Vermögensschere seit Jahrzehnten, maßgeblich durch politische Entscheidungen. Wie absurd die Dimension ist: 99 Prozent der Menschen liegen in einer Vergleichsgrafik sinnbildlich auf einer 30 Zentimeter hohen Skala. Das reichste Prozent befindet sich nicht einen Meter darüber, sondern mindestens zehn Kilometer über dem Boden. Und genau deshalb ist Vermögensungleichheit nicht nur eine Frage von „reich“ und „arm“. Sie ist eine Frage von Macht.
sehe den Mehrwert der Studie nicht. Spannend wäre zu wissen, welche Narrative dazu führen, dass Menschen Zuwanderung kritisieren, nicht aber das sozioökonomische System, Ungleichheit, Austerität, Finanzialisierung, Wirtschaftsliberalismus, die Entpolitisierung der Wirtschaft zum Vorteil weniger.
Das globale Phänomen des Rechtspopulismus nicht auf die Krise der aktuellen Spielart des Kapitalismus zurückzuführen und sich politisch auf Zuwanderung fokussieren zu wollen, weil falsche Narrative zu einem Meinungsbild führen, verstehe ich nicht.
Neue wirtschaftspolitische Paradigmen, Reduzierung der Ungleichheit, aktive Regionalpolitik (ein gelenkter Kapitalismus), um das Wirtschaftsmodell zu stabilisieren und die sozial-ökologische Transformation zu vollziehen. Dafür werben, anstatt Feindbilder zu befeuern.
Immer wenn die ökonomische Ungleichheit steigt, hat man als Liberaler zwei Optionen: Man steuert dagegen, was aber ein gesünderes Verhältnis zum Staat voraussetzen würde. Oder man erklärt die wachsende Ungleichheit zum Ausdruck der unterschiedlichen Leistungsfähigkeit …
Die EU schlägt eine neoliberale Reform aus dem Bilderbuch vor, namentlich Liberalisierung der Kapitalmärkte im Binnenmarkt. Die Kritik von rechtskonservativen Dullies: Sozialismus.
Ich frage mich wie dumm es eigentlich noch werden kann in dieser Realität.
Just in time for the US launch @MazzucatoM’s Common Good Economy landed in my mailbox.
What an incredible lineup of endorsements calling us to read and act.
The book will be launched at our Alma mater @TheNewSchool in New York for in conversation with Prof @DarrickHamilton and Natalie Diaz.
Tishman Auditorium | Tue 8 Sep | 20:00 EDT
Join her if you can!
Mir geht’s ganz genauso, wobei ich die Büchse der Pandora auch manchmal wieder schließen möchte.
Mich irritiert immer, dass dieses ganze Wissen oder auch die politische Dominanz der entfremdeten VWL absolut null Konsens im progressiven/linken Lager ist. Dabei stoßen alternative Ideen erst auf Resonanz, wenn wir aufhören, uns „der Wirtschaft“ als entpolitisierte, ideologiefreie und sozialphysikalische Sphäre unterzuordnen.
Polanyi haste schon? Und Zizek wäre dann der nächste Schritt zur Radikalisierung. 😅
So gerne ich ihre Beiträge lese, ich kann ihnen da weiterhin nicht folgen. Die Verschwörung ist doch schon groß genug, wir leben in einer kapitalistischen Herrschaftsordnung, die uns mit falschen Narrativen, einem entfremdeten Wirtschaftsbegriff, Konsum, Austerität und Wettbewerb der Individuen statt Klassenkampf betäubt/unterdrückt.
Lesen sie Sven Beckert oder das neue Buch von John Cassidy - der Neoliberalismus sollte als gelungene konservative Konterrevolution gegen sinkende Renditen der 70er und zur Stabilisierung der kapitalistischen Eigentumsordnung verstanden werden. Die besitzende Klasse genießt beispiellose Privilegien und Renditen.
Und der Kapitalismus wird sich auch jetzt wieder anpassen, wenn wir nicht endlich mal eine Revolution gegen die Eigentumsordnung in den westlichen Industrieländern starten.