Das sind Yaron Lischinsky und Sarah Lynn Milgrim. Yaron wurde in Deutschland geboren, wuchs in Nürnberg auf und hatte auch einen deutschen Pass, er zog als Jugendlicher mit seinen Eltern nach Israel. Seine Freundin Sarah wollte er demnächst heiraten. Beide arbeiteten für die israelische Botschaft in Washington. Gestern Abend wurden sie in dieser Stadt erschossen. Der Täter rief bei seiner Festnahme „Free Palestine!“
Yaron Lischinsky was the finest friend I’ve ever had, brilliant, kind, and endlessly thoughtful. A devout Christian and a gifted linguist, he spoke German, Hebrew, and Japanese. He was full of curiosity and always brimming with ideas. I don’t think we ever had a conversation that didn’t leave me inspired to write something new.
He loved America. He was excited about the future, about finally visiting Texas, and about the life he and his beloved fiancée were building together. I was supposed to meet her today.
They are both gone. And the loss is immeasurable. The world has lost two extraordinary souls. And I have lost a dear friend who made every moment brighter.
Nur um das einmal richtig zu stellen:
Am 7. Oktober 2023 hat #Gaza#Israel angegriffen. Im Gazakrieg wird im öffentlichen Diskurs eine Differenzierung vorgenommen, die in keinem anderen Krieg zum Tragen kommt. Niemand käme auf die Idee zu sagen, am 1. September 1939 hätte die NSDAP Polen überfallen – es war Deutschland. Und es ist auch allgemein bekannt, dass Russland 2022 die Ukraine überfallen hat und 1990 der Irak Kuwait. Nur im Gazakrieg wird so getan, als könne und müsse man zwischen der Hamas – dem Militär Gazas – und der Bevölkerung eine klare Trennlinie ziehen.
Natürlich sind nicht alle Bewohner des Gazastreifens auf der Seite der Hamas und niemand hat sie gefragt, ob sie diesen Krieg wollen – aber das war 1939 in Deutschland und 2022 in Russland nicht anders. Aber an dieser Differenzierung zwischen einem Land und einer Terrororganisation, so als wüsste man eigentlich nicht so recht, wie die dort überhaupt hingekommen ist, hängt letztlich der ganze moralische Furor, mit dem Israel kritisiert wird.
Israel hatte den Gazastreifen 2005 vollständig geräumt. 2006, bei den letzten Wahlen, errang dann die Hamas die absolute Mandatsmehrheit und stellte die Regierung. Ein Jahr später putschte sie sich mit Gewalt an die absolute Macht. Daraus kann man nur schließen, dass die Hamas sowohl Regierung als Militär des Gazastreifens ist.
Von Israel wird verlangt, ebenfalls genauestens zwischen Terroristen – die in Zivilkleidung agieren – und Zivilisten zu unterscheiden. Israel soll die Hamas bekämpfen, die sich unter und hinter Zivilisten versteckt und nicht Gaza. Das ist weltfremd, obwohl die IDF sich nachweislich bemüht, Zivilisten zu schonen. Aber das ist ein Krieg und in einem Krieg sterben Menschen, darunter leider immer auch Unbeteiligte, Frauen und Kinder. Und es war Gaza, das diesen Krieg begonnen hat, nicht Israel.
Dieser Post, aus aktuellem Anlass, nochmal auf Deutsch und mit einem Vergleich:
Im Oktober 2023, kurz dem Hamas-Massaker in Israel, predigte ein Imam in einer Moschee in Ost-London Folgendes:
“Oh Allah, curse the Jews and the children of Israel. Oh Allah, curse the infidels and the polytheists. Oh Allah, break their words, shake their feet, disperse and tear apart their unity and ruin their houses and destroy their homes.”
Ich habe in den vergangenen Monaten mehrfach bei der Metropolitan Police nachgefragt, welche rechtlichen Folgen dies für den Mann hatte. Nun bekam ich die Antwort: Keine. Ein Religionsexperte sei der Ansicht gewesen, man müsse die Äußerungen im Kontext lesen.
Im vergangenen Juli, kurz nach Morden an drei Mädchen in Southport, schrieb Lucy Connolly, eine 41jährige Mutter einer 11jährigen auf X:
„Mass deportation now, set fire to all the f***** hotels full of the b***** for all I care. If that makes me racist so be it.“
Dafür erhielt sie eine Gefängnisstrafe von 31 Monaten, ohne Bewährung. Ihre Berufung wurde heute abgewiesen, sie bleibt in Haft.
https://t.co/tefSweXSkW
Wer nicht in der Lage ist durch klatschen unseren Soldaten & Polizisten für Ihren Dienst zu danken und dadurch ein kleinen Teil von Anerkennung zeigt, der hat im Parlament nichts verloren.
Links hat sowas von fertig.
Ich habe eine Rezension zum neuen Buch von @MathiasBrodkorb geschrieben:
Völkerkundemuseen als „Fake History-Fabriken“
Das neue Buch „Postkoloniale Mythen“ von Matthias Brodkorb ist ein intellektueller Befreiungsschlag gegen Geschichtsfälschung.
Matthias Brodkorbs „Postkoloniale Mythen“ ist ein akribisch recherchiertes Werk, das sich mit großer Klarheit gegen die Verzerrungen und Vereinfachungen der sogenannten postkolonialen Narrative wendet. Die Vertreter des „Postkolonialismus“ behaupten sinngemäß, dass der Kolonialismus eigentlich nie wirklich geendet habe und die Schuld an nahezu allen Fehlentwicklungen in der Dritten Welt bei den ehemaligen europäischen Kolonialherren liegt. In einer Zeit, in der historische Wahrheiten oft ideologischen Vorgaben geopfert werden, stellt Brodkorbs Buch daher einen längst überfälligen Widerspruch dar.
Brodkorb nimmt die Leser darin mit auf eine Reise durch die „Brutstätten der Fake History“, insbesondere die Völkerkundemuseen in Städten wie Wien, Berlin, Hamburg und Leipzig und entlarvt ein Milieu unseriöser Historiker, das vom Unwissen der Allgemeinheit speziell in Sachen afrikanischer Geschichte profitiert.
Neue Namen
Exemplarisch für den ideologischen Unsinn der „postkolonialen“ Historiker sind die neuen Namen der Völkerkundemuseen, die sich bemühen, ihren selbst empfundenen „kolonialen Makel“ durch Umbenennungen zu kaschieren: Das Wort „Völkerkunde“ fühlt man offenbar als einen Begriff voll kolonialer Arroganz, weswegen sich einige dieser Museen nun stattdessen lieber „ethnologische Museen“ nennen – obwohl das einfach nur das griechische Wort für „Völkerkunde“ ist.
Brodkorbs Besuche in vier Museen sowie der Biennale in Venedig – mit zahlreichen Quellen dokumentiert auf 273 Seiten – offenbaren ein Muster: Unliebsame Fakten werden systematisch weggelassen, um das absurde Märchen vom „weißen Teufel und nicht-weißen Engel“ zu zementieren. Beispiele für diese Verzerrungen sind zahlreich und schockierend: In einer Tansania-Ausstellung im Berliner Völkerkundemuseum beispielsweise wird das seit Jahrhunderten funktionierende Netzwerk von Sklavenhändlern an Afrikas Ostküste um die Insel Sansibar als eine Art „frühe EU“ verklärt, während der Grund für die Flucht von Sansibars berühmtestem Sohn Freddie Mercury von der Insel gänzlich verschwiegen wird. Dieser Grund aber war ein blutiges Massaker, das die Schwarzafrikaner der Region an ihren arabischen und persischen Kolonialherren 1964 begingen und das die im Museum mühsam gestrickte falsche Legende von der angeblichen Harmonie zwischen islamischen Kolonialherren und Afrikanern vor Ankunft der Europäer empfindlich stören würde.
Neben der Fake History in Museen kritisiert Brodkorb auch jene Geschichtsverzerrung, die kürzlich der Kolonial-Kinofilm „Der vermessene Mensch“ von Lars Kraume gestreut hat: Dort erfahren wir viel über deutsche Grausamkeiten an den Herero, aber so gut wie nichts über die Herero selbst, die ebenfalls als imperialistische Eroberer ins heutige Namibia eindrangen, die einheimischen San unterwarfen oder vertrieben und die Damara zu ihren Sklaven machten. Auch davon, dass es die Deutschen waren, die die Damara aus der Knechtschaft der Herero befreiten, erfahren wir in diesem Film – natürlich – nichts. Kaum besser ist die Situation in den öffentlich-rechtlichen Medien: Das ZDF löschte erst im Dezember 2023 einen Beitrag zu einem angeblichen deutschen Giftgas-Einsatz gegen die Herero. Das Zweite Deutsche Fernsehen musste auf Nachfrage einräumen, dass es diesen Einsatz in Wirklichkeit nie gegeben hat.
All dies, so Brodkorb, ist Teil einer gezielten Fake History, die darauf abzielt, Emotionen zu schüren statt Wissen zu vermitteln. Diese Museen und Medien, so sein Vorwurf, behandeln Afrikaner teilweise wie zu bemutternde Kinder, indem sie deren nicht selten blutige Geschichte weitgehend ausblenden, während postkoloniale Historiker und Journalisten selbst wie trotzige Kinder alles ignorieren, was ihrem eigenen ideologischen Weltbild widerspricht.
Entlarvung postkolonialer Mythen
Ein zentraler Mythos ist die weitverbreitete Behauptung: „Afrika ist arm, weil Europa es beraubt hat.“ Tatsächlich aber ist Afrika heute reicher als je zuvor in seiner Geschichte. Die wirtschaftliche Entwicklung des Kontinents, einschließlich der Bevölkerungsexplosion durch medizinische und infrastrukturelle Fortschritte, wäre ohne den Kolonialismus kaum denkbar. Auch Brodkorb belegt in seinem Buch, dass die Kolonialzeit nicht nur zerstörend, sondern auch aufbauend war.
Ein weiterer zentraler Punkt dieses aufbauenden Aspekts des Kolonialismus ist die Abschaffung der Sklaverei. Brodkorb verweist in seinem Buch z.B. auf die wenig bekannte deutsche Antisklaverei-Lotterie, die allein im Jahr 1891 acht Millionen Mark für den Kampf gegen die Sklaverei sammelte.
Natürlich stiegen auch die Europäer über ein halbes Jahrtausend nach den Arabern in den Menschenhandel mit Afrikanern ein – bemerkenswerterweise zu einer Zeit, in der gleichzeitig die islamischen Barbaresken-Staaten von Afrika aus Jagd auf europäische Sklaven machten. Dennoch ist Tatsache, dass es ohne den europäischen Kolonialismus die Sklaverei höchstwahrscheinlich noch heute gäbe. Denn während sich in Europa ab dem frühen 19. Jahrhundert das schlechte Gewissen so sehr regte, dass Großbritannien 1807 ein Verbot des Sklavenhandels aussprach, ging das Sklaverei-Gewerbe im islamischen Raum munter und ungebremst weiter. Zu einem offiziellen Verbot konnten sich arabische Staaten wie z.B. der Oman erst 1970 durchringen – und das auch offenbar nur auf westlichen Druck hin.
Dieser ausgeklammerten Rolle der Europäer bei der Sklavenbefreiung hält Brodkorb die ausgeklammerte Rolle der Afrikaner bei der Versklavung ihrer Mit-Afrikaner gegenüber: Selten bis nahezu nie haben die Europäer Sklaven selbst gefangen, sondern vielmehr die menschliche Ware bereits „fertig versklavt“ an der Küste zum Kauf serviert bekommen – in der Regel von afrikanischen Händlern.
Präkoloniale Sklavenhalter-Diktaturen wie Benin oder Dahomey werden medial in erster Linie als Opfer von Gewalt und Ungerechtigkeiten dargestellt. Als 2024 der postkoloniale Film „Dahomey“ Gewinner-Film der Berlinale wurde, fragte buchstäblich niemand der zahlreichen rezensierenden Journalisten einmal nach, was denn dieses „Dahomey“ überhaupt sei, das dem Film über koloniale Raubkunst seinen Namen gegeben hat – ein brutaler Menschenjäger-Staat nämlich, der Versklavungskriege gegen seine Nachbarn führte. Ähnlich verhält es sich mit dem medial gehypten Benin mit seinen Bronzen – Brodkorb zitiert den britischen Militärarzt Felix Roth, der die grausamen Menschenopfer in Benin beschreibt: „Lebende Sklavinnen, geknebelt und auf dem Rücken an den Boden geheftet, die Bauchdecke in Form eines Kreuzes aufgeschnitten.“ Solche Realitäten, so Brodkorb, sind für die Kuratoren der Völkerkundemuseen ein Tabu, da sie das Narrativ von der Unschuld der präkolonialen Gesellschaften stören. Brodkorbs scharfe Kritik richtet sich gegen diese Historiker, die die Wahrheitsfindung zugunsten ideologischer Narrative aufgeben. Ihre Auslassungen von Tatsachen grenzen für Brodkorb an Geschichtsfälschung.
Die kommunistischen Wurzeln des Postkolonialismus
Auch auf die kommunistischen Wurzeln des postkolonialen Denkens geht Brodkorb ein, insbesondere auf Jean-Paul Sartre und Frantz Fanon. Sartre glorifiziert Gewalt regelrecht als Mittel zur „kolonialen Befreiung“ (während er gleichzeitig die Gulags der kommunistischen Sowjetunion billigte) und Fanon ruft 1961 offen zur Gewalt gegen Kolonialherren auf. Diese Denker, so Brodkorb, haben ein Narrativ begründet, das historische Komplexität zugunsten ideologischer Einfachheit opfert.
Auffällig wenig Interesse zeigen sowohl diese beiden Gewalt-Befürworter als auch andere Vertreter des Postkolonialen am Präkolonialen: Von „Befreiung“ durch Dekolonisierung kann so pauschal und unkritisch nur sprechen, wer die Geschichte Amerikas, Afrikas oder Australiens vor dem europäischen Kolonialismus ausblendet – eine Geschichte, die in weiten Teilen von genozidaler Gewalt, Sklaverei und Unterdrückung geprägt ist. Natürlich liegen große Teile der prä-kolonialen Geschichte des südlichen Afrikas oder Nordamerikas im Dunkeln, kriegerische Gewalt konnte gar nicht dokumentiert werden, weil weder Opfer noch Täter lesen und schreiben konnten. Doch auch diejenigen Fälle prä-kolonialer Gewalt, die gut dokumentiert sind, werden selten an die große Glocke gehängt – oder haben Sie schon einmal vom Crow-Creek-Massaker (Indianer gegen Indianer) um das Jahr 1325 im heutigen Süd-Dakota mit mindestens 486 Todesopfern gehört? Solche Dinge bleiben unerwähnt, weil man politisch keinen Honig aus ihnen saugen kann.
Nicht-Historiker müssen den Job der Historiker machen
Brodkorb ist kein studierter Historiker. Dennoch liefert er, was eigentlich diejenigen zu liefern hätten, die nicht selten an Universitäten sicher und gut als Professoren versorgt und bezahlt werden – ihren Job aber nicht machen.
Er zeigt auf, dass es im deutschen Kaiserreich, das heutzutage nicht selten als eine Art „Light Version des Dritten Reiches“ voller Rassismus und Militarismus dargestellt wird, eine kritische Öffentlichkeit gab, und dass selbst der „militaristische Gockel“ Kaiser Wilhelm II. im Jahre 1888 die „Bekämpfung des Negerhandels und der Sklavenjagden“ als eine zentrale Aufgabe betonte. Deutsche katholische Zentrumspolitiker wie Ludwig Windthorst treiben dieses Anliegen entschlossen voran, während angeblich für das Kaiserreich so „prägende“ Gestalten wie der brutale Carl Peters ihren Rauswurf erhalten.
Was „Postkoloniale Mythen“ so herausragend macht, ist Brodkorbs Fähigkeit, historische Komplexität nicht nur zu betonen, sondern mit konkreten Beispielen zu untermauern. Brodkorb zwingt seine Leser mit einer Fülle von leicht nachprüfbaren Belegen regelrecht, eingefahrene Denkmuster zu hinterfragen und zeigt, dass die Kolonialzeit moralisch komplex war.
Zum aktuellen Lieblingsthema deutscher Kolonialhistoriker, Deutsch-Südwestafrika und dem Herero-Krieg, merkt er an, dass die Nama sich zuerst aktiv an der Niederschlagung des Aufstandes ihrer traditionellen Erzfeinde, der Herero, beteiligten. Einige Nama, die sich später nicht am Aufstand gegen die Deutschen beteiligten, wie etwa die Berseba-Nama unter Christian Goliath, ließen die Deutschen einfach in Ruhe. Kaiser Wilhelm II. nahm den Trotha-Befehl zur Tötung der Hereros zurück (niemand zwang Deutschland dazu, der Kaiser tat das aus eigenem Antrieb), die sogenannten Konzentrationslager wurden nach dem Krieg wieder aufgelöst. Ein Krieg übrigens, an dem sich viele Schwarzafrikaner gar nicht erst beteiligt hatten bzw. eben doch, aber auf Seiten der Deutschen. Solche Nuancen passen nicht ins Schema der Museen, die jede koloniale Handlung als Akt der Gewalt diffamieren.
Selbst regulär und legal erworbene afrikanische Kunstobjekte werden mittlerweile pauschal als „Raubkunst“ bezeichnet. Verdienste des britischen Kolonialismus wie die Beendigung der Witwenverbrennung in Indien werden kleingeredet, gleichzeitig der arabische Kolonialismus beschönigt. Doch nach der Lektüre von Brodkorbs Buch kann der Leser gar nicht anders, als diese zahlreichen moralischen Widersprüche des postkolonialen Denkens zu erkennen.
Ein Plädoyer für historische Ehrlichkeit
„Postkoloniale Mythen“ ist nicht nur ein Plädoyer für historische Ehrlichkeit, sondern ein unverzichtbarer Beitrag zur Aufarbeitung der Kolonialgeschichte. Dieses Buch verdient höchstes Lob für seine Präzision und seine Fähigkeit, eingefahrene Denkmuster zu durchbrechen, während es gleichzeitig die Verantwortungslosigkeit der Historiker an den Völkerkundemuseen scharf kritisiert.
Matthias Brodkorb liefert nicht nur eine Abrechnung mit einem Milieu, das vom geschichtlichen Unwissen der Öffentlichkeit profitiert, sondern auch einen leidenschaftlichen Appell für eine Geschichtsschreibung, die die Vielschichtigkeit und Ambivalenz der Kolonialgeschichte anerkennt. Es ist ein Werk, das inspiriert und die historische Debatte nachhaltig prägen wird.
https://t.co/DlBgd4tVpH
#OTD am 13. Mai 1901 wurde Witold Pilecki geboren. Er war ein Offizier in der Zweiten Polnischen Republik. Während des Zweiten Weltkrieges gründete er die Widerstandsbewegung Tajna Armia Polska (deutsch: Geheime Polnische Armee).
Er ist der einzige bekannte Mensch, der sich freiwillig gefangen nehmen und in das deutsche Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau bringen ließ, um die Wahrheit über das Lager zu erfahren und die Welt darüber zu informieren. Von Mitte 1940 bis zu seiner Flucht im Frühjahr 1943 organisierte Pilecki dort eine Widerstandsbewegung, die der Außenwelt die ersten Augenzeugenberichte über den Holocaust lieferte. Die gesammelten Informationen (die so genannten Pilecki-Berichte) wurden außerhalb des Lagers mündlich an die Führer der polnischen Widerstandsbewegung weitergegeben. Später brachten Kuriere die Nachrichten nach London. Die Alliierten erfuhren auf diese Weise von den Verbrechen gegen die polnische Intelligenz, von der Vergasung sowjetischer Kriegsgefangener und der Vernichtung der europäischen Juden.
Nach seiner Flucht im Jahre 1943 nahm ein Jahr später am Warschauer Aufstand teil. Nach dessen Niederschlagung befand er sich in Gefangenschaft in dem oflag (Offizierslager) in Murnau (Oberbayern). Nach der Befreiung des Lagers durch amerikanische Truppen kehrte er nach Polen zurück, um Informationen über das kommunistische Regime zu sammeln. 1947 wurde er verhaftet und von den kommunistischen Behörden in einem Schauprozess unter dem Vorwurf des Hochverrats und der Spionage zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde am 25. Mai 1948 im Mokotow-Gefängnis in Warschau vollstreckt.
Die kommunistischen Behörden haben die Erinnerung an Pilecki konsequent ausgelöscht. Seine sterblichen Überreste sind an einem unbekannten Ort begraben, und sein Gut Sukurcze auf dem Gebiet des heutigen Belarus wurde dem Erdboden gleichgemacht. Die Familie sah sich Repressionen ausgesetzt, seine Kinder durften nicht studieren. Erst nach Ende des sozialistischen Regimes wurde er rehabilitiert. Ein Leben für die Freiheit und gegen Totalitarismen. Im Gedenken. 🕯️🇵🇱
Cicero liegt das #AfD-Geheimgutachten des Verfassungsschutzes vollständig vor. Weil wir daran glauben, dass Demokratie nicht ohne kritische Öffentlichkeit funktionieren kann, haben wir es soeben in Gänze veröffentlicht.
Zum Geheimgutachten: https://t.co/mGHN06BYny.
Kuba Libre, Frau Kallas!
Die neue Außenbeauftragte der EU Kaja Kallas, Estland, wollte mit mir über Kuba sprechen. Aber einer von uns beiden war kein adäquater Gesprächspartner... Smiley!
Der Krieg war seit fast einer Woche beendet, als heute vor 80 Jahren die beiden letzten der ca. 30.000 Todesurteile deutscher Kriegsgerichte gegen die eigenen Soldaten vollstreckt wurden.
Im Internierungslager Hembrug bei Amsterdam, in dem 3000 deutsche Marinesoldaten festgehalten wurden, trat am 13. Mai 1945 mit Genehmigung der kanadischen Besatzungsmacht ein deutsches Kriegsgericht unter Vorsitz von Marineoberstabsrichter Wilhelm Köhn zusammen. Die beiden Matrosen Rainer Beck und Bruno Dörfer wurden wegen „Fahnenflucht im Felde�� zum Tode verurteilt. Die Verhandlung dauerte weniger als eine Stunde, die Festsetzung des Strafmaßes nicht einmal fünf Minuten.
Noch am selben Tag stellten die kanadischen Besatzungstruppen Gewehre und Munition bereit für das Erschießungskommando, das sich aus deutschen Kriegsgefangenen zusammensetzte. Es waren acht Schützen mit je zwei Kugeln Munition.
Der vorsitzende Richter Wilhelm Köhn verteidigte sich später damit, daß „beide Angeklagte geständig waren“ und zur „Aufrechterhaltung der Manneszucht“ ein solches Urteil notwendig gewesen sei. Mit einer Vollstreckung zu diesem Zeitpunkt habe er nicht mehr gerechnet. Dafür seien die Kanadier verantwortlich.
Köhn war ab 1955 Oberlandesgerichtsrat in Köln, ging 1967 in den Ruhestand und starb 1993 im Alter von 84 Jahren.
Rainer Beck (links) war 28 Jahre alt, Bruno Dörfer war 20 Jahre alt, als sie hingerichtet wurden. R.I.P.
#NieWiederKrieg #WirVergessenNicht #TDIH
Statt Katzenvideos, heute mal was mit Hunden.
Eh egal was man bei X postet.
Der Algorithmus bei dem man mit muss, macht was er will.
Aber das ist einfach zu süß. Das musste ich einfach noch raushauen.
🥰
https://t.co/0fs3wavktX
Um den innerdeutschen Vibe Shift zu verstehen, braucht es keine wöchentlichen Insa-Umfragen, die die AfD bei 25 Prozent pollen. Vielmehr eignen sich das jüngste Eigentor Böhmermanns und die ganze Causa »Clownswelt« als deutlich besserer Beleg, wie sehr sich die politische Gemengelage verändert hat – und dass das linke Lager mittelfristig zerstören werden wird, weil es keine Akzeptanz für ihren Journoaktivismus mehr gibt.
Vor zehn Jahren noch wäre solch eine ZDF Magazin Royale-Sendung das Todesurteil für jeden anonym auftretenden rechten Content Creator gewesen: Er hätte massive Existenzängste, Ächtung und finanziellen Verlust davongetragen, es käme zu massiven Distanzierungen und einer erfolgreichen Vernichtung des Individuums, die von der journalistischen Blase beklatscht und gefeiert würde.
Heute aber führen Böhnermanns Zersetzungsmethoden zu einer bemerkenswerten Gegenreaktion, die auch schon während des koordinierten Angriffs auf Marie-Luise Vollbrecht, Arne Schönbohm oder NIUS sichtbar wurden: »Clownswelt« hat 100.000 neue Abos, erfährt massive Solidarisierung aus dem rechten (aber eben nicht nur rechten, sondern auch zentristischen, liberalen und libertären) Lager; und auch linke Stimmen melden sich kritisch und hinterfragen diese ganze Vorgehensweise Böhmermanns.
Es gibt Spendenaktionen für den Betroffenen, neue Kontakte entstehen, mediales Interesse wächst, die Bekanntheit steigt. Auch Medien wie »Berliner Zeitung« oder »Welt«, die nicht im Verdacht stehen, AfD-Vorfeld zu sein, intonieren ihre Berichterstattung kritisch, weil sie einen Gerechtigkeitssinn haben und merken, dass hier etwas grundlegend schiefläuft.
Und übrigens: Jeder, der sich mit dem Kanal auseinandersetzt, merkt, dass Böhmermann und ZEIT-Journalist Christian Fuchs hier einen Menschen hinhängen wollten, der nicht einmal sonderlich radikal, sondern in vielerlei Hinsicht grundvernünftig ist.
Ebenfalls bemerkenswert: Die Videoclips der Sendung hier auf X übersteigen die Aufrufe Böhmermanns auf YouTube. Die Kommentare unter der Sendung auf YouTube wiederum sind zumindest in Teilen irritiert, negativ, verunsichert. Das ZDF dürfte dutzende, wenn nicht gar hunderte Zuschriften erhalten haben, die das Vorgehen kritisch bewerten. ZEIT-Journalist Christian Fuchs, Deutschlands Journalist des Jahres 2019, muss sich plötzlich rechtfertigen, unter seinem Artikel Antworten ausformulieren und sieht sich gezwungen, über das eigene Vorgehen nachzudenken. Unter unzähligen Beobachtern der Debatte setzt eine »Jetzt erst recht«-Attitüde ein, die sich hinter »Clownswelt« stellt – übrigens auch, wenn dieser nicht jedermanns Geschmack zu 100 Prozent trifft.
Das System Böhmermann erodiert mehr und mehr – und es wird nicht mehr lange dauern, bis er sich auch auf Senderebene rechtfertigen wird müssen, erst recht, wenn Rundfunkräte neu besetzt werden. Das macht das Vorgehen Böhmermanns nicht weniger schlimm und totalitär – der Verlust von Anonymität, die gesäte Zwietracht in Familie und Freundeskreis, die Distanzierung der Band sind real –, aber inzwischen zeigt sich, dass linke Cancel Culture zunehmend ins Leere läuft, weil es eine ausreichend starke Gegenöffentlichkeit gibt, die dieses Affentheater nicht mitmacht.
Die ganze Sendung von Jan Böhmermann von vergangenem Freitag wird rückblickend als Bumerang gesehen werden, welche »Clownswelt« und der medialen Gegenöffentlichkeit nicht nur zu neuer Stärke verholfen hat, sondern auch an der eigenen Daseinsberechtigung sägt. Anders gesagt: Böhmermann schaufelt sich, ohne es zu wissen, sein eigenes Grab. Und wird früher oder später beerdigt werden.
Böhmermann gegen Clownswelt.
Update nach etwa 1 1/2 Tagen. 35.000 Abonnenten hat er dazugewonnen und es werden jede Minute mehr.
Das ist die größte Präsentation des Streisand Effekts seit Jahren
Böhmermann wollte einen Mann brechen, ihn zerstören, ihn denunzieren und zum Aufgeben bewegen.
Entstanden ist daraus eine Solidaritätswelle die ihm die Bühne verschafft, die seine Arbeit seit Jahren verdient hat.
Wir sind schon lange der Mainstream und Böhmermann hat ausgedient!
Wir können gewinnen. Wir stehen moralisch auf der richtigen Seite. Der Weg ist lang und beschwerlich, aber ich kann morgen früh noch in den Spiegel gucken. Du auch lieber Jan?
Wirst du deinen Kindern irgendwann stolz sagen: "Guck Mal, den hier habe ich groß gemacht als ich sein Leben ruinieren wollte."
Wie wirst du auf die Frage antworten warum du das getan hast?
Folgt alle @DieKetzerKirche auf Twitter und selbstverständlich YouTube.
Hab länger überlegt, ob ich was zu Clownswelt sage. Ich störe mich aber ziemlich an der Situation.
1. Der Rahmen war falsch. Millionen Leute, die ihn vorher nicht kannten, reden jetzt über ihn. Eine bessere Promo hätte er nicht bekommen können.
2. Er kriegt die perfekte Opferrolle. Jetzt ist er „der kleine YouTuber, den der große, böse ÖRR geleakt hat“. Unsere politisierte Bubble sieht das anders – aber es gibt halt Millionen die das anders sehen.
3. Ich hab Menschen geholfen, die wegen Doxxing Todesangst hatten. Ich selbst bring mich regelmäßig für andere in Gefahr. Und dann seh ich, wie gefeiert wird, wenn’s „die Richtigen“ trifft.
Jeder ist „der Richtige“, wenn er nur genug polarisiert.
4. Ich bin anonym, weil ich mein Umfeld schützen will. Wenn’s okay ist, Rechte zu leaken – was hindert jemanden dran, mich als „den Richtigen“ zu sehen und dasselbe zu tun? Und warum sollte ich dann damit rechnen, dass die Leute, die das ganze feiern mir Rückhalt geben?
Ich finde es persönlich einfach nicht geil moralische Maßstäbe nach selektivem Empfinden zu setzen.
Ihr könnt das anders sehen, aber das ist meine Perspektive dazu.