In meiner Kindheit gab es einen Wandel in der Erziehung der Kinder und Jugendlichen zu beobachten.
Einiges war sehr gut.
Aber man hat dabei leider auch Wichtiges über Bord geworfen und das rächt sich nun. Das kann man längst beobachten.
Was ich meine?
Seit den 1970ern (zum Teil wohl schon davor) wurde Kindern in den Schulen anerzogen, zurückzustecken, wenn ihnen Unrecht getan wurde. Man solle sich nicht aufregen und auch mal nachgeben (obwohl man im Recht war).
Schon im Kindergarten bringt man den Kindern bei, sich abzuregen, wenn ein anderes Kind ihnen die Mütze vom Kopf zieht und davon rennt. Anstatt das rennende Kind einzufangen, die Mütze zurückzugeben und dem Raudi-Kind abzuverlangen, sich zu entschuldigen.
Weil man in der Kindererziehung verlernt hat, allen Kindern Gerechtigkeit beizubringen und beizubringen, dass es falsch ist, sich zu nehmen, was einem nicht gehört, erzieht man sich in Deutschland seit Jahrzehnten immer mehr Egoisten heran und schüchtert zugleich jene ein, die eigentlich im Recht sind.
Inzwischen haben wir ein gutes halbes Jahrhundert Menschen, die auf diese Weise falsch erzogen sind. Es gibt immer mehr Menschen, die in der Kindheit gelernt haben, dass man nur dreist genug und aggressiv genug sein muss, um sich durchzusetzen. (Etliche Eltern erziehen bewusst zu dieser Form der Durchsetzungsfähigkeit, bei der sich Kinder notfalls mit unfairen Mitteln durchsetzen sollen.)
Parallel gibt es viel zu Viele Anständige, denen beigebracht wurde, zurückzustehen, nachzugeben und die gelernt haben, dass sie aus der Gesellschaft keinen Rückhalt erwarten können, wenn sie ihre Rechte durchsetzen wollen.
Die zunehmende Zahl jener, die nicht mehr gegen Unrecht vorgehen, erhöht indirekt die Zahl jener, die sich dreist nehmen, was ihnen nicht zusteht und die einen solchen dreist und ggf. auch illegal erzielten Clou als Gewinn verstehen - anstatt sich ihrer amoralischen und asozialen Verhaltensweise als Bruch mit den gesellschaftlichen Normen und ggf. gar Bruch mit den Gesetzen klar zu sein.
Kein Wunder, dass es immer unerträglicher wird.
Wir müssen wieder lernen, diejenigen zu maßregeln, die anderen „die Mütze vom Kopf reißen“.
Und - vielleicht noch wichtiger - wir müssen wieder lernen, jene zu stärken, denen Unrecht getan wurde.
Eine Täter-Opfer-Umkehr wird meist von jenen betrieben, die als Kind gelernt haben, der dreiste und niederträchtige Mobber zu sein.
Diesen Menschen müssen wir entgegentreten, bevor unsere Kultur ganz verlernt hat, was richtig und was falsch ist.
(Sollten Sie jetzt denken, dass Kinder durchaus Ellenbogenkräfte entwickeln müssen, um sich durchzusetzen, dann wurden schon Sie so erzogen, wie man Kinder nicht erziehen sollte.)
Kinder müssten eigentlich lernen, in einer gerechten Welt aufzuwachsen, um später selbst die Gerechtigkeit weiter sicherzustellen.
Das mag für Eltern, Erzieher*innen und Lehrkräfte aufwendiger sein, weil man dann ja ein gerechtes Umfeld sicherstellen muss. Für die Gesellschaft und die Demokratie ist es aber extrem wichtig, dass die nachfolgenden Generationen wissen, was Gerechtigkeit ist und warum es wichtig ist, sich in einer Gruppe an Regeln zu halten.
Demokratie funktioniert nur, wenn man sich einig ist, dass die Regeln für alle gelten. Das ist das Fundament.
Wir sehen seit Jahrzehnten, wir Deutschland aus dem Ruder läuft, weil sich immer mehr Menschen Dinge nehmen und Freiheiten herausnehmen, die ihnen nicht zustehen.
Die Gerichte kommen nicht mehr nach. Immer mehr geht unbestraft davon. Unter 30.000 € Schaden wird kaum noch eine Staatsanwaltschaft tätig.
Fahrräder kann man fast schon nehmen, wir man mag. Die Polizei katalogisiert Fahrraddiebstähle fast nur noch.
Es ist etwas grundlegend verrutscht.
Wir müssen gegensteuern, solange einige noch wissen, was wir zurück bekommen müssen, weil die Gerechtigkeit und Gesetzestreue sonst als wert an sich in Vergessenheit gerät.
Wealth of Elon Musk
2012: $2,000,000,000
2024: $204,500,000,000
Wealth of Jeff Bezos
2012: $18,400,000,000
2024: $196,000,000,000
Wealth of Mark Zuckerberg
2012: $17,500,000,000
2024: $170,400,000,000
Federal Minimum Wage
2012: $7.25
2024: $7.25
Three words: tax the rich.
Unfree Assange
Weil das Verfahren extrem unübersichtlich ist, zuerst noch mal eine kurze (Witz!) Zusammenfassung. Aus'm Pub. Sorry. Aber die Umstände... (Die lange finden Sie auf meiner Homepage, eine 32-Seiten-Broschüre zum Herunterladen.)
Es ist nämlich so, im Januar '21 hatte das Londoner Bezirksgericht die Auslieferung Assanges an die USA - aus gesundheitlichen Gründen - abgelehnt.
Dagegen legte die US-Seite Berufung ein, woraufhin der High Court im Juni 22 das Urteil des Bezirksgerichts aufhob und stattdessen befand, dass #Assange, der während der Verhandlung einen leichten Schlaganfall erlitt, körperlich und psychisch topfit sei und bedenkenlos ausgeliefert werden könne.
Bei der aktuellen Anhörung haben Assanges Anwälte nun die Begründung für ihren Antrag vorgetragen, ein eigenes Berufungsverfahren gegen das ursprüngliche Bezirksgerichts-Urteil führen zu dürfen, das elementare Sachgründe außer Acht gelassen hatte:
- Dass ein australischer Publizist außerhalb des US-Staatsgebietes für die von der Pressefreiheit geschützte Veröffentlichung von in öffentlichem Interesse stehendem Material nach einem US-Spionagegesetz aus dem 1. WK in 17 Anklagepunkten straffällig geworden sein soll, ist vollkommen absurd.
- Selbst wenn man der US-Argumentation folgend A. für einen Spion hielte, hätte die Zustimmung zur Auslieferung durch ein britisches Gericht nicht erfolgen dürfen. Spionage wird von der britischen Rechtsprechung seit 130 Jahren durchgehend als politische Straftat eingestuft, und im US-UK-Auslieferungsvertrag von 2003 sind politische Straftaten von gegenseitiger Auslieferung ausdrücklich ausgeschlossen.
- Der 18. Anklagepunkt - Hacking-Verschwörung mit Chelsea Manning zum gemeinschaftlichen Datendiebstahl - beruht maßgeblich auf der mittlerweile von ihm selbst als "gelogen!" zugegebenen Lüge eines pädophilen Isländers, der dafür in Island Straffreiheit bekommen sollte (die unappetitlichen Details haben wir vergessen & verdrängt, sie stehen in unserer Broschüre). (Wir würden uns übrigens schämen, mit so etwas überhaupt vor Gericht aufzulaufen.)
- Die US-Seite möchte den Australier A. nach dem US-Strafgesetzbuch zur Rechenschaft ziehen, besteht aber gleichzeitig darauf, ihm die Schutzrechte aus dem 1. Verfassungszusatz zu verwehren, da er ja kein US-Bürger sei. Regelbasierte Ordnung, my Ass!
- Den Vorwurf, Taliban-Häuptling Osama bin Laden hätte sich auf dem stillen Örtchen an Wikileaks-Ausdrucken erfeut (wahrscheinlich neben MADund Süddeutscher Zeitung - Klolektüre!), halten wir für genau so stichhaltig wie die seit Jahren grundlos wiederholte Behauptung, durch Wikileaks seien irgendwelche Informanten gefährdet worden. Auch 14 Jahre nach Erstveröffentlichung des Materials hat die US-Regierung noch niemanden auftreiben oder auch nur namentlich benennen können, dem tatsächlich irgendein Schaden entstanden ist.
- Selbst wenn irgendein Schaden entstanden wäre, hätte das öffentliche Interesse an den Veröffentlichungen das Schutzbedürfnis Einzelner "in titanischer Größenordnung" überstiegen - es ging immerhin nicht nur um die Aufdeckung von Folter, Verschleppung, Mord und kleineren und größeren Kriegsverbrechen, sondern "um ein reales Geschehen, das realen Menschen widerfuhr". Daneben waren die Wikileaks-Veröffentlichungen geeignet, diese realen und anhaltenden Verbrechen zu beenden. Die Drohnen-Tötungen in Pakistan haben ebenso aufgehört wie die Helikopter-Massaker im Irak. (Dass Wikileaks selbst keine Namen veröffentlichte und diese letzen Endes durch journalistische Nachlässigkeiten an die Öffentlichkeit kamen, ist eine andere Geschichte.)
- Informationen, die erst nach Abschluss des ursprünglichen Verfahrens bekannt geworden sind. So z.B. die vom damaligen CIA-Chefpimmel Mike "Fatty" Pompeo in Auftrag gegebene und von US-Präsident Trump abgesegnete Planung für die Entführung & Ermordung von Julian Assange, der sich seinerzeit als polit. Flüchtling in der Ecuadorianischen Botschaft in London aufhielt.
- Nach dem "Vault 7"-Leak von 2017 (Vgl. unseren Text zum soeben zu 40 Jahren Haft verurteilten Joshua Schulte!) hatte Fatty Pompeo für Wikileaks bekanntlich die neue Feindkategorie des "nichtsstaatlichen feindlichen Geheimdienstes" erfunden, der wir hier mit Assange-Anwalt Fitzgerald unsere eigene entgegensetzen. Wikileaks hat, wenn überhaupt, für die gesamte Menschheit spioniert: "Wikileaks is an espionage agency for the people."
Wenn das Gericht Assanges Antrag auf ein eigenes Berufungsverfahren stattgibt, dann können diese Punkte eingebracht werden.
Wenn nicht, droht ihm tatsächlich die sofortige Auslieferung. Er könnte sich, wie es Stella Assange befürchtet, binnen Stunden in einem Flugzeug Richtung Virginia wiederfinden. One-Way. (
Dem Gericht ist kein Zeitrahmen vorgegeben für seine Entscheidung.
Unter Prozessbeobachtern kursiert die verhaltene Hoffnung, dass die Biden-Administration neben den laufenden Kontroversen um ihre Ukraine- und Israel-Politik, die ihr eine schwindende Unterstützung eingebracht hat, derzeit ein drittes politisches Schlachtfeld vermeiden möchte - jedenfalls bis zur US-Präsidentschaftswahl im November.
Diesem Szenario würde es entsprechen, wenn der britische High Court Assanges Antrag nachkäme - in aller gebotenen Gemächlichkeit. Für Assange würde das wenigstens ein weiteres Jahr im Londoner Hochsicherheitsgefängnis Hellmarsh bedeuten. Mit der erneuten Aussicht auf einen Prozess, dessen Ausgang natürlich wieder völlig offen ist.
Eine "Sie-kommen-aus-dem-Gefängnis-frei"-Karte gibt es leider nicht für Assange, so oder so.
Der erste Prozesstag am Dienstag gehörte den brillanten Assange-Anwälten Edward Fitzgerald und Mark Summers. Sie haben noch einmal dargelegt, was für eine alptraumhafte Idee es darstellt, einen australischen Publizisten, der auf seiner Plattform Wikileaks Dokumente zu US-Kriegsverbrechen - Folter, Verschleppung, Mord (an Kindern, Zivilisten, Journalisten) - veröffentlicht hat, an ein Land auszuliefern, das ganz offizielle Pläne zu seiner Ermordung hat erstellen lassen.
Der zweite Tag den etwas schlichteren Anwälten der US-Seite. In teilweise unzusammenhängendem Vortrag wiederholten sie unsubstanziiert und mit angeborener Herablassung faktisch längst wiederlegte Vortragsteile aus der Bezirksgerichtsverhandlung. Assange sei eigentlich gar kein Journalist, weil er schon als Jugendlicher mal irgendwas gehackt habe (staatliche australische Müllabfuhr oder so), Chelsea Manning sei kein Whistleblower (stimmt! eine Whisteblowerin), sie hätte lediglich so Whistleblowersachen gemacht, und irgendwelche dubiosen Mordpläne täten nichts zur Sache...
Die Presse hatte übrigens Schwierigkeiten all dem zu folgen, weil der weltbekannte Hightech-Pionier Grobbritannien im kleinsten Saal seines höchsten Gerichts keine zweckmäßige Mikrophontechnik zur Verfügung stellen kann.
Stattdessen wurden die rund zwei Dutzend angereisten Journalisten von Gerichtsdienern auf eine Galerie getrieben, von der aus sie einer Übertragung der Verhandlung auf Bildschirmen auf harten Kirchenbänken (ohne Tisch) folgen sollten. Die Köpfe von Richtern und Anwälten waren briefmarkengroß, der Ton wurde zeitweise gar nicht übertragen, dann zum Ausgleich doppelt, und blieb über weite Strecken völlig unverständlich.
Das Gericht hatte im Vorfeld angeordnet, dass die "öffentliche" Verhandlung, die wahrscheinlich entscheidenste für die Pressefreiheit weltweit, selbst online nur von Journalisten verfolgt werden durfte, die sich in England und Wales aufhalten.
Der mit massiven Eisenstangen bewährte Käfig, der im Gerichtssaal für Assange zuvorkommenderweise bereitgehalten wurde, blieb an beiden Tagen leer. Sein Gesundheitszustand sei "heikel und verschlechtert sich zusehends", sagt sein Bruder Gebriel Shipton. Und seine Auslieferung an die USA würde er wohl nicht überleben, sagt Stella Assange.
An beiden Prozesstagen sang eine große Menschenmenge im britischen Regen vor dem High Court in London "FREE, FREE, FREE ASSANGE!". Zeitgleich gab es Demonstrationen ein Barcelona, Paris, Berlin.
Leider fand kein Staatsführer der westlichen Welt Zeit, sich zu diesem Fall zu äußern.
Am Ende dieses prozessualen Bandwurms, den das britische Gerichtssystem um Julian Assange produziert, wird sich zeigen, ob der Westen seinen moralischen Abstieg ins Mittelalter weiter fortsetzt. In diesem Verfahren geht es nur an der Oberfläche um Julian Assange. Es geht um Recht, Demokratie, Gesetz und Freiheit. Es geht um Regierungskriminalität und Kriegsverbrechen. Es geht um die Kriminalisierung von Journalismus, die Abschaffung der demokratischen Rechenschaftspflicht und die Zerschlagung bürgerlicher Freiheinten.
Pardon: Freiheiten.
Die Europapolitische Beraterin sagt: "Es ist noch nicht perfekt, und ein Satz war komisch", Büroleiter Hoffmann bestellt Whisky Sour. Ich stelle das jetzt hier ins Netz. Schlielcih ist es schon 23.59 Uhr. Cheers!
This man was a teacher for 40 years.
In 1974, Dale Irby, a gym teacher in Dallas, realized he had worn the same outfit as the previous year on Picture Day, and decided to simply go with it, after Cathy – his wife – dared him to.
So here you got 40 years with the same outfit until Dale's eventual retirement in 2013.
@Rainmaker1973 A father recorded his daughter every week for 20 years and it the most beautiful thing you'll see today.
Think about this :
🫶🏼 The challenge.
🫶🏼 Their consistency over time.
🫶🏼 Their discipline.
🫶🏼 Their relationship. 💕
[ 🎥 Ed Stetzer ]
Only one sculptor in history ever came close to Michelangelo. In some peoples' eyes, his technical mastery even surpassed the Renaissance genius.
The greatest works of Gian Lorenzo Bernini - a thread 🧵
1. The Abduction of Proserpina (1622)