@MichaelBonvalot Erst Corona, dann Klima, jetzt Frieden. Das Thema wechselt, die Diagnose bleibt: Wer nicht deiner Linie folgt, ist gekauft oder rechts. Bequem. Und inhaltlich leer.
Boomer“ ersetzt hier die Zahlen. In der EU sind Hybride ohne Stecker mit 36,6 % das größte Segment, reine E-Autos liegen bei 21,7 %, Benzin und Diesel zusammen bei 29 % (ACEA, Jänner–August 2026).
Die Kommission hat das 100-%-Ziel für 2035 selbst auf 90 % abgesenkt. Das sind keine Generationengefühle, das sind Zulassungen und ein Kommissionsvorschlag.
Wer das nur am Geburtsjahr festmacht, hat zum Absatz nichts gesagt.
Teilkapitalgedeckte Elemente ausbauen, statt rein umlagefinanziertes System
Frühpensionen und Sonderregelungen deutlich einschränken
Leistungsdynamik (Valorisierung) stärker an Beitragseinnahmen und Demografie binden
Arbeitsanreize für Ältere verbessern und Zuwanderung konsequent auf Nettobeitragszahler ausrichten
Das sind keine „Boomer-Bestrafungen“, sondern notwendige Anpassungen, damit das System für alle Generationen tragfähig bleibt.
Wer nur „abzocken“ ruft und selbst keine Reformen nennt, bleibt beim Populismus stehen.
Lokale Bürgerentscheidungen als „Dummheit“ abzutun und dann noch „zur Kasse bitten“ zu wollen – klassisches Elite-Denken.
Wer 42.000 Unterschriften gegen Windräder pauschal für dumm erklärt, hält Demokratie offenbar nur so lange für gut, wie sie ihm passt.
Und die Maske im Profilbild macht die Belehrung über „lokale Dummheit“ übrigens besonders charmant.
@lukasludens Die Wirtschaft ist seit 2019 nicht dauerhaft geschrumpft – COVID-Einbruch, Erholung, dann Stagnation.
Ja, der Sozialstaat ist teuer und reformbedürftig. Aber „Boomer fressen alles auf“ bleibt billige Generationenhetze statt Analyse.
Weil sie weder Putins Freunde sind noch irgendeinen realen Hebel über den Kreml haben.
Die Frage ist reiner Gotcha-Bluff: Als ob Oppositionspolitiker in Wien oder Berlin dem russischen Präsidenten einfach sagen könnten „hör auf mit dem Krieg“ und der dann gehorcht.
Wer ernsthaft Einfluss auf Putin haben will, müsste an der Macht sein und über echte Machtmittel verfügen – nicht in der Opposition sitzen und rhetorische Spitzen austeilen.
Dann wählen wir sie doch einfach, damit sich was ändert – abgemacht?
Die Argumentation greift zu kurz.
Dass Zeiler heute noch nicht SPÖ-Chef ist, beweist nicht die Machtlosigkeit der Krone. Medienmacht funktioniert selten als Sofort-Knopf. Sie setzt Themen, erzeugt öffentlichen Druck und verändert die Wahrnehmung innerhalb der Partei. Genau das ist mit dem großen Zeiler-Interview passiert: Die Führungsfrage wurde aus dem Gerüchte-Stadium in die offene Eskalation gezwungen. Ohne diese Plattform und Reichweite wäre der Vorstoß weit weniger wirkmächtig gewesen.
Der Vergleich mit Faymann 2016 hinkt ebenfalls. Faymann ist nicht trotz Krone-Unterstützung gestürzt, sondern weil Wahlergebnisse (vor allem die Präsidentenwahl) und der innere Parteidruck übermächtig wurden. Die „Verhaberung“ konnte ihn nicht retten – das zeigt Grenzen der Medienmacht, ja. Aber sie ändert nichts daran, dass Boulevard-Medien in Österreich Agenda und Stimmung massiv mitbestimmen können.
Kurz: Die Krone muss Zeiler nicht persönlich inthronisieren, um Einfluss zu haben. Sie hat den Prozess beschleunigt und Babler unter zusätzlichen Druck gesetzt. Dass die SPÖ-internen Machtverhältnisse komplexer sind und nicht allein von einem Medium entschieden werden, ist selbstverständlich. Das relativiert die Macht der Krone, widerlegt sie aber nicht.
Die Sorgen sind real und werden zu oft relativiert oder tabuisiert.
Es gibt in Teilen Europas eine politische Dynamik, bei der linksliberale und grüne Kräfte systematisch mit migrantischen Wählergruppen und islamisch geprägten Communities kooperieren – nicht aus Zufall, sondern weil es Stimmen bringt und weil kulturelle Mehrheiten relativiert werden. Parallel dazu existieren islamistische Netzwerke, die Demokratie und Rechtsstaat nicht als Endziel, sondern als Mittel betrachten. Wer das leugnet, ignoriert Wahlergebnisse in bestimmten Stadtteilen, Parallelgesellschaften, steigende Gewaltstatistiken und wiederkehrende antisemitische oder frauenfeindliche Vorfälle.
Das Problem ist nicht „Migranten“ als abstrakte Gruppe. Das Problem ist:
+unkontrollierte Migration aus kulturell distanten Regionen ohne ausreichende Integrationsbereitschaft,
+politische Akteure, die diese Entwicklung aktiv fördern oder beschönigen,
+und die Weigerung, kulturelle und religiöse Unvereinbarkeiten klar zu benennen.
Wenn diese Entwicklung ungebremst weitergeht, verändert sich die Zusammensetzung der Gesellschaft und damit auch die politischen Mehrheiten. Das ist keine Verschwörungstheorie, sondern Demografie und Anreizlogik. Wer dann noch von „nie wieder normalen Wahlen“ und „tödlichen Fallen“ spricht, übertreibt und macht es der Gegenseite leicht, die Kritik als paranoid abzutun.
Was nicht zugelassen werden darf, ist etwas Konkreteres und realistisch Durchsetzbares:
dass die Grundlagen der liberalen Demokratie – gleiche Rechte, Meinungsfreiheit, Säkularität, Schutz vor religiösem Druck und vor politischer Gewalt – schleichend ausgehöhlt werden. Das geschieht nicht durch einen geheimen Putsch, sondern durch politische Entscheidungen, die Mehrheiten der angestammten Bevölkerung systematisch übergehen.
Dagegen hilft kein Untergangsszenario, sondern klare Positionen:
härtere Migrationssteuerung, konsequente Abschiebung, Integrationspflicht statt Parallelgesellschaften, Verbot islamistischer Organisationen, und die Weigerung, Kritik an diesen Entwicklungen als „Rassismus“ zu delegitimieren.
Wer das fürchtet und dagegenhält, muss es mit Argumenten und Wahlen tun – nicht mit der Behauptung, die Demokratie sei bereits verloren. Sonst wird aus berechtigter Sorge nur noch eine selbst erfüllende Prophezeiung.
Der Kern des Tweets („der Kreiskyfilm nur durch Zeiler-Spende von 100.000 Euro zustande kam. SPÖler waren knausrig“) ist stark übertrieben bzw. irreführend.
1. Der Film war massiv öffentlich finanziert
Der Streifen „Bruno – Der junge Kreisky“ kostete laut Berichten ca. 6,25 Mio. Euro. Davon kamen rund 4,7 Mio. Euro aus öffentlichen Töpfen (Österreichisches Filminstitut/ÖFI + ÖFI+, ORF-Film-/Fernseh-Abkommen ca. 750.000 €, Filmfonds Wien u. a.). Das ist der überwiegende Teil des Budgets.
Zeilers 100.000 € waren eine private Zusatzfinanzierung für die verbleibende Lücke – wichtig, aber nicht der alleinige Grund, warum der Film überhaupt existierte. Die Formulierung „nur durch“ ist daher falsch.
2. Zeiler selbst hat die Logik erklärt
Er hat öffentlich gesagt, er könne der SPÖ als Partei jährlich nur 7.500 € spenden (gesetzliche/parteinterne Grenzen). Deshalb habe er stattdessen den Film unterstützt. Das ist keine „Knausrigkeit der SPÖler“, sondern die Folge von Spendenregeln, die für alle gelten. Ein reicher Parteinaher springt privat ein, während Steuerzahler und ORF-Gebühren den Großteil tragen – das ist eher das eigentliche Bild.
3. „Sittenbild“ lässt sich umdrehen
Wenn man Knausrigkeit kritisiert, müsste man auch erwähnen, dass ein Film über den roten Übervater mit mehreren Millionen öffentlicher Mittel gefördert wurde (plus frühere Kritik an der Babler-Doku mit Hunderttausenden Euro Förderung). Die FPÖ hat genau das als „rote Selbstbeweihräucherung“ kritisiert. Das relativiert die Erzählung, die SPÖ-Seite sei besonders knauserig gewesen.
4. Zum „tollen Hintergrund“ des Interviews
Christian Nusser ist seit Juli 2026 selbst in der Krone-Chefredaktion. Die Geschichte, wie das Zeiler-Interview über Conny Bischofberger zustande kam, ist eine Insider-Erzählung aus dem eigenen Haus. Das macht sie nicht automatisch falsch, aber es ist keine neutrale Außenperspektive, sondern die Sicht der beteiligten Zeitung.
@SHomburg@SevimDagdelen Immer dasselbe Drehbuch: erst die Störung, dann die Verniedlichung in der Zeitung. Antifa liefert den Druck, Rotgrün die Deutung. Wer das nicht ausspricht, macht mit.
Genau das ist der Punkt – und er geht sogar noch weiter
Die Ausweitung von Überwachung und staatlichen Kontrollinstrumenten kommt so oder so. Ob nun FPÖ, ÖVP, Grüne, SPÖ oder wer auch immer an der Macht ist.
Die Begründung wechselt nur:
Rechts: „Sicherheit, Migration, Kriminalität“
Links/Grün: „Hassrede, Desinformation, Klimaschutz, Gesundheit, extremistische Inhalte“
Das Ergebnis ist in der Praxis oft dasselbe: mehr Daten, mehr Befugnisse, mehr Kontrolle.
Die Corona-Jahre und die Debatten um NetzDG, Chatkontrolle oder „Kampf gegen Desinformation“ haben gezeigt, dass auch progressive Regierungen sehr bereitwillig zu weitreichenden Eingriffen greifen, sobald sie ein „höheres Gut“ dagegensetzen können.
Wer glaubt, nur die eine Seite würde den Überwachungsstaat ausbauen, unterschätzt, wie attraktiv solche Instrumente für jede Regierung sind.
Die Frage ist nicht, ob es kommt – sondern unter welchem Vorwand und wie weit es geht.
Das Problem ist, dass „Remigration“ als Schlagwort so dominant geworden ist, dass darunter oft die eigentlich naheliegenden und bereits bestehenden Instrumente verschwinden.
Es gibt eine ganze Reihe von Maßnahmen, die jetzt im Rahmen geltender Gesetze möglich wären und die in Österreich und anderen Ländern nur unzureichend genutzt werden
Die spannende Frage wäre: Warum wird der Fokus so stark auf das Maximalziel gelegt, statt zuerst die vorhandenen Hebel wirklich konsequent zu nutzen?
Dass junge Menschen in Frankreich und Spanien (und anderswo) derzeit massiv auf die Straße gehen, ist real und wird in vielen Debatten tatsächlich untergewichtet.
Die aktuellen Proteste drehen sich vor allem um Lebenshaltungskosten, Wohnungsnot, Budgetkürzungen, Zukunftsperspektiven und das Gefühl, dass die Lasten ungleich verteilt werden. Das sind klassische Generationen- und Verteilungskonflikte, keine rein ethnischen.
Zu den Umfragen: Eurobarometer und ähnliche Erhebungen (2025) zeigen bei 16- bis 30-Jährigen in der EU tatsächlich oft die steigenden Lebenshaltungskosten als Top-Sorge (rund 40 %), gefolgt von Klima/Umwelt und Wirtschaft/Jobs. Migration landet je nach Land und Frageformulierung weiter hinten – in manchen Erhebungen sogar deutlich.
In Frankreich und Spanien spielen wirtschaftliche Unsicherheit und Wohnen eine besonders große Rolle. Das spricht dafür, dass man den Generationenaspekt ernster nehmen sollte.
Gleichzeitig bleibt die Frage offen, wie stark sich Migrationsfolgen (Kriminalität, Parallelgesellschaften, Belastung der Sozialsysteme, Integrationsdefizite) und Generationenkonflikte überlagern oder gegenseitig verstärken.
Viele der jungen Demonstranten sind selbst Nachkommen von Einwanderern – und gleichzeitig Bürger. Staatsbürgerschaft ist in einer Rechtsordnung kein bedingungsloses Geschenk, aber sie einseitig und willkürlich zu entziehen, öffnet tatsächlich die Tür für Machtmissbrauch.
Die Geschichte zeigt, dass starke staatliche Instrumente selten nur bei der ursprünglich anvisierten Gruppe haltmachen.
Dein Kernargument – dass man den jungen Leuten zuerst zuhören sollte, statt sofort in Remigrations- oder Sicherheitsdebatten zu versinken – ist diskussionswürdig.
Die Gegenfrage wäre: Reicht „Zuhören“ und bessere Sozialpolitik aus, wenn parallel Integrationsprobleme und Sicherheitsfragen bestehen bleiben, die einen Teil der Bevölkerung massiv belasten?