Neuer The Sanctis Letter ist draussen. (XVI)
Morgen entscheidet Warsh, und zum ersten Mal seit über einem Jahr geht es nicht um eine Zinssenkung, sondern um eine Erhöhung.
Der Markt gibt dem Hike 30 Prozent, vor zwei Wochen waren es 11. Und das Verrückte ist, die harte Inflation fällt gerade, CPI runter auf 3,5.
Im Letter zerlege ich, warum Warsh trotzdem den Falken geben könnte, was die Konsumenten-Erwartung bei 4,8 damit zu tun hat, und eine versteckte Wende in der Fed-Bilanz, die kaum jemand auf dem Schirm hat.
Dazu die Liquiditätskarte für Bitcoin und drei konkrete Szenarien für nach dem Entscheid.
Link ist unten. 👇
Jahrelang wurde jungen Menschen vermittelt:
Wer gute Noten hat, studiert.
Wer handwerklich arbeitet, hat es schulisch wohl nicht geschafft.
Heute sitzen Akademiker in Büros und warten monatelang auf Elektriker, Heizungsbauer oder Sanitärinstallateure.
Die Berufe, die gesellschaftlich wie zweite Wahl behandelt wurden, sind plötzlich diejenigen, ohne die kaum noch etwas funktioniert.
Vielleicht hatten wir nie einen Mangel an Talenten.
Vielleicht haben wir einer ganzen Generation nur die falsche Definition von Erfolg beigebracht.
Würdest du für 500 Franken netto mehr im Monat jeden Arbeitstag eine Stunde länger pendeln?
Bei 220 Arbeitstagen bedeutet das:
→ 6.000 Franken mehr pro Jahr
→ 220 zusätzliche Stunden unterwegs
→ fast 28 komplette Arbeitstage im Zug oder Auto
Du tauschst diese zusätzliche Pendelzeit also gegen rund 27 Franken pro Stunde.
Fahrtkosten noch nicht abgezogen.
Nach zehn Jahren hättest du 60.000 Franken mehr verdient.
Aber auch 2.200 Stunden weniger freie Zeit gehabt.
Würdest du den Job wechseln?
Die USA produzierten zuletzt eine 1-Cent-Münze für 3,69 Cent.
Material, Fertigung und Verteilung kosteten also fast das Vierfache ihres Nennwerts.
Über ein Jahrzehnt war der Stückpreis von 1,42 auf 3,69 Cent gestiegen. Im November 2025 prägte die US Mint schließlich die letzten Pennys für den normalen Umlauf.
Der Penny hatte seinen wirtschaftlichen Sinn längst verloren.
Überlebt hatte er trotzdem. Systeme verschwinden nicht, sobald sie irrational werden…
Bitcoin ist kein Rezessions-Hedge. Das war er nie, und wer das behauptet, hat die letzten drei makroökonomischen Zyklen nicht geschaut.
Was Bitcoin ist: ein sehr empfindlicher Frühindikator für Liquiditätserwartungen. Nicht für Inflation, nicht für Wachstum, sondern für die Frage, ob Kapital in der Zukunft billiger oder teurer wird.
Der Juli-Jobsreport zeigt minus 23.000 Stellen. Der Markt hat plus 80.000 erwartet. Bitcoin steigt.
Das klingt absurd, bis man versteht, was da passiert: schlechte Jobdaten erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass die Fed lockert oder zumindest nicht weiter strafft. Günstigeres Kapital bedeutet mehr Risikobereitschaft. Bitcoin reagiert auf diese Erwartung, bevor sie sich in Zinsentscheidungen materialisiert.
Das ist kein Hedge. Das ist ein Wette auf die Reaktionsfunktion einer Zentralbank.
Wenn du glaubst, Bitcoin zu halten schützt dich in einer Rezession, weil "hard money", dann hast du ein religiöses Verhältnis zu einem Asset, kein analytisches.
In einer echten Rezession, mit echtem Liquiditätscrunch, verkaufen Institutionen das zuerst, was am schnellsten zu Geld gemacht werden kann. Bitcoin ist sehr liquide.
Das macht ihn in bestimmten Makro-Phasen wertvoll. Aber es macht ihn nicht immun. Und wer den Unterschied nicht kennt, sitzt mit einer falschen These in einem echten Sturm.
Ich halte Bitcoin. Aber ich weiss genau, warum, und "sicherer Hafen in der Rezession" steht nicht auf meiner Liste.
Apple verkauft dir das Gerät einmal.
Danach verdient Apple an dem, was durch das Gerät fließt….
Auch schonmal bemerkt, wie der Akku nach einer gewissen Zeit stark nachlässt? 😅
In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2025 erzielte Apple mit Produkten rund 233,3 Milliarden Dollar Umsatz. Die rechnerische Bruttomarge lag bei etwa 37 %.
Services brachten „nur“ 80,4 Milliarden Dollar Umsatz. Ihre Bruttomarge lag jedoch bei rund 75 %.
Ein Dollar Services-Umsatz erzeugte damit ungefähr doppelt so viel Bruttogewinn wie ein Dollar Hardware-Umsatz.
Das iPhone ist nicht nur das Produkt.
Es ist der Eingang zu einem Geschäftsmodell, das nach dem Kauf weiterkassiert.
Du siehst sie fast nie. Trotzdem steckt fast jeder zweite Franken im Schweizer Banknotenumlauf in einer Tausendernote.
2025 waren Tausender im Wert von rund 35,1 Milliarden Franken im Umlauf.
Das waren 48,6 % des gesamten Banknotenwerts, obwohl sie nur 6,8 % aller Scheine ausmachten.
Der Zehner war zahlenmäßig mehr als doppelt so häufig. Wertanteil: Nur 1,2 %.
Das Schweizer Bargeldsystem sieht im Portemonnaie völlig anders aus als in der Bilanz. 👀
Bitcoin hat das eingepreist. Nicht mit einem grossen Sprung, sondern mit dem was auf Ketten passiert wenn Unsicherheit steigt: Zuflüsse in Spot-Wallets, Rückgang von gehebeltem Exposure, stille Umschichtung.
Makro und On-Chain erzählen gerade dieselbe Geschichte. Man muss nur beides lesen.
, 23.000 Stellen im Juli. Der Juni-Wert wurde um 37.000 nach unten revidiert. ADP hatte zwei Tage vorher 44.000 gemeldet, 82 Prozent davon in Bildung und Gesundheit.
Das ist keine Schwäche. Das ist ein Strukturproblem.
Futures preisen 56 Prozent Chance auf eine Fed-Pause im September. Nicht auf eine Senkung. Pause.
Das bedeutet: Der Markt glaubt, die Fed wartet ab, obwohl die Daten schon geliefert haben.
Die Fed hat 2021 Inflation als vorübergehend bezeichnet. Dann haben sie die schnellste Zinserhöhungsserie seit vierzig Jahren durchgezogen, weil sie falsch lagen.
Jetzt kommen Jobszahlen rein, die zeigen dass der Arbeitsmarkt schwächer war als gemeldet, seit Monaten, denn Revisionen nach unten passieren nicht aus dem Nichts. Der ADP-Bericht hatte das zwei Tage vorher angedeutet. Die Märkte preisen jetzt eine Pause ein, keine Senkung.
Hier ist meine These: Die Fed ist kein Steuerrad. Sie ist ein Rückspiegel mit Verzögerung.
Geldpolitik wirkt mit 12 bis 18 Monaten Verzögerung in die Realwirtschaft. Die Entscheidungen die heute getroffen werden, reagieren auf Daten von gestern. Und die Daten von gestern werden nächsten Quartal wieder revidiert.
Das bedeutet nicht, dass die Fed wertlos ist. Es bedeutet, dass wer so tut als ob eine Fed-Entscheidung eine präzise chirurgische Intervention in die Wirtschaft ist, die Mechanik nicht versteht.
Bitcoin-Märkte reagieren sofort auf Fed-Kommunikation, weil die Preiserwartung sofort eingepreist wird. Aber die eigentliche Wirkung kommt erst viel später, wenn sie niemand mehr direkt mit dem Fed-Meeting verbindet.
Das ist die Lücke, in der Kapital verloren geht. Nicht weil die Analyse falsch ist, sondern weil das Timing zwischen Ursache und Wirkung länger ist als die Aufmerksamkeitsspanne des Marktes.
Der ADP-Bericht hat zwei Tage vor dem offiziellen Jobsreport 44.000 neue Stellen gemeldet, 82 Prozent davon aus Bildung und Gesundheit, also dem Bereich der least-cyclical employment growth in der Volkswirtschaft.
Das heisst im Klartext: Der einzige Sektor der noch wächst, ist der, der von öffentlichem Geld finanziert wird.
Und trotzdem preist der Markt eine 56-prozentige Chance ein, dass die Fed im September pausiert, nicht schneidet.
Ich weiss nicht, was die Fed entscheidet. Ich weiss aber, dass ein Arbeitsmarkt, der nur noch durch steuerfinanzierte Jobs wächst, keine robuste Grundlage ist.
Neuer The Sanctis Letter ist draussen. (XVI)
Morgen entscheidet Warsh, und zum ersten Mal seit über einem Jahr geht es nicht um eine Zinssenkung, sondern um eine Erhöhung.
Der Markt gibt dem Hike 30 Prozent, vor zwei Wochen waren es 11. Und das Verrückte ist, die harte Inflation fällt gerade, CPI runter auf 3,5.
Im Letter zerlege ich, warum Warsh trotzdem den Falken geben könnte, was die Konsumenten-Erwartung bei 4,8 damit zu tun hat, und eine versteckte Wende in der Fed-Bilanz, die kaum jemand auf dem Schirm hat.
Dazu die Liquiditätskarte für Bitcoin und drei konkrete Szenarien für nach dem Entscheid.
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Antwerpen, 1612.
Der Krieg zwischen Spanien und den Niederlanden hat die Staatsfinanzen ruiniert. Die Lösung der Münzmeister: Münzen beschneiden. Silber abfeilen, neu prägen, so tun als wäre alles beim Alten.
Nicht einmal der Staat macht das offiziell. Es sind kleine Handwerker, lokale Münzwerkstätten, die im Verborgenen arbeiten und das Silber stehlen, das sie herausnehmen, bevor sie die Münze weitergeben.
Niemand weiss, wie viel Silber noch drin ist. Die Kaufleute fangen an, Münzen zu wiegen statt zu zählen.
Das ist keine Hyperinflation, kein Währungskollaps mit Schlagzeile. Das ist das stille Auslaugen eines Geldsystems durch tausend kleine Entscheidungen, jede einzeln vertretbar, zusammen zerstörerisch.
Gresham's Law nennt es heute die Ökonomen: schlechtes Geld verdrängt gutes. Die Leute horten die guten Münzen und zahlen mit den beschnittenen.
Was mich an dieser Geschichte festhält, ist nicht die Munzfälscherei. Es ist, dass das System jahrzehntelang funktioniert hat, weil alle so taten, als täte es das.
Hartes Geld ist nicht das, was du in der Hand hältst. Es ist das, das niemanden verführt, es heimlich zu verändern.
Ich habe einmal eine grosse Position aufgebaut, in dem Moment wo alles gut aussah. GDP stark, Konsum hoch, Fed ruhig.
Was ich nicht eingepreist hatte: dass gute Zahlen eine Fed einladen, die Daumenschrauben anzuziehen.
Die Lektion kam teuer. Nicht weil ich die Zahlen falsch gelesen habe, sondern weil ich gedacht habe, gute Zahlen seien gut für mein Portfolio.
Gute Wirtschaftsdaten sind für Risikoanlagen so lange gut, bis sie der Notenbank Spielraum geben, das Gegenteil zu tun.
Das klingt trivial. Ich weiss. Aber es hat mich ein ganzes Quartal gekostet, das wirklich zu begreifen.
99 Web3-Projekte sind 2026 bisher gestorben. Zapper. Leap. Stream Finance. AscendEX. BitMart. BitMEX.
Was mich daran aufhält, ist nicht die Zahl. Es ist die Kategorie.
Das sind keine spekulativen Token-Startups aus 2021. Das sind Exchanges, Wallets, Infrastruktur-Provider und DeFi-Protokolle. Das ist das Fundament, auf dem andere gebaut haben.
Wenn Infrastruktur stirbt, ist das kein normales Markt-Clearing. Das ist eine Branche, die erkennt, dass Compliance teuer ist, Margen eng sind und das Modell der letzten fünf Jahre nicht trägt.
99 ist eine Zahl. Was dahintersteckt, ist eine Restrukturierung.
Das x402-Protokoll für KI-Zahlungen steht jetzt unter Linux-Foundation-Governance. Google, Visa, Mastercard, Stripe, AWS und Circle haben unterschrieben.
"Real-time programmable money" wird das Narrativ. Wer das Protokoll schreibt, schreibt die Regeln. Das war bei TCP/IP so. Das war bei SWIFT so. Und es wird hier so sein.