https://t.co/qUX3gCzjDq
Methode:
Constantin Schreibers Verweis auf Tokio, Mexiko-Stadt und Delhi entpuppt sich als rhetorisches Feigenblatt, um Kairo als Beispiel herauszupicken.
Zufall? Keineswegs!
Dieses selektive Framing verfolgt eine klare Absicht: Das "Problem" soll kulturspezifisch - im muslimischen Raum - verortet werden. Zudem skandaliert Schreiber eine Realität, die längst gesellschaftliche Normalität ist. Ob Frauenparkplätze, Fitnessstudios oder Fahrschulen: Solche Realitäten sind weder ein zivilisatorischer Rückschritt noch das Resultat „islamistischer“ Sehnsüchte, wie er fälschlicherweise suggeriert. Schreibers Inszenierung ist offensichtlich kein Debattenbeitrag, sondern die strategische Instrumentalisierung einer Diskussion im Dienste eines kulturkämpferischen Narrativs.
Hier zeigt sich eine gefährliche Agenda, die wir begrifflich präzise fassen müssen: „Anstiftung zu antiislamischem Vigilantismus“.
Wenn Susanne Schröter unmittelbar nach einer Liste angeblicher islamischer Umtriebe behauptet, die Justiz übe sich in „fragwürdiger Toleranz“, bedient sie eine klassische Dogwhistle. Diese rhetorische Figur hat Methode: Durch die Inszenierung eines angeblich handlungsunfähigen Staates wird der Boden für Selbstjustiz bereitet. Wir müssen diesen diskursiven Tatbestand beim Namen nennen, da er Bürger zur Selbstermächtigung treibt und das staatliche Gewaltmonopol direkt angreift.
#AntiislamischerVigilantismus #Islam
Jeden Tag aufs Neue gibt die Springer-Presse den Startschuss für eine Hetzkampagne gegen Muslime. Vernichtungsfantasien vieler Leser folgen auf dem Fuße: „Europa wieder moslemrein machen und das kann blutig werden“, heißt es unter anderem in den Kommentarspalten. Andere fordern ein generelles Verbot aller islamischen Praktiken: "Dadurch zwingen sie die Muslime zur Auswanderung", sagen sie. Die Springer-Presse ist mitverantwortlich für die grassierende Islamfeindlichkeit, die sich immer öfter in Angriffe auf Muslime und ihre Einrichtungen Bahn bricht.
#Islam #Kopftuch
Diesen demonstrativ freundschaftlichen Anblick kann man unmöglich mit bloßer Diplomatie erklären. Das ist mehr als nüchterne Realpolitik. Niemand tritt so auf, wenn er angeblich widerwillig mit seinen „Feinden“ verhandeln muss. Beide wirken sichtbar gelöst, vertraut und ungezwungen.
Und dann besitzen seine Unterstützer auch noch die Dreistigkeit, dieses Verhalten mit dem Vorgehen unseres Propheten ﷺ in al-Ḥudaibiya zu rechtfertigen.
Wo wurde überliefert, dass der Gesandte Allahs ﷺ Suhail ibn ʿAmr in den Arm nahm und mit ihm lachte?
Wo wurde überliefert, dass ihm ein fürstlicher Empfang bereitet wurde?
Wo wurde überliefert, dass Suhail ibn ʿAmr zufrieden darüber war, dass Muḥammad ﷺ Mekka gegenüber Loyalität zeigte?
Al-Ḥudaibiya war kein Schauspiel der Vertrautheit mit den Feinden Allahs, sondern ein Vertrag aus Stärke, Standhaftigkeit und prophetischer Weisheit - ohne Unterwerfung, ohne Anbiederung und ohne emotionale Nähe zu den Feinden des Islam.
كَبُرَتۡ كَلِمَةࣰ تَخۡرُجُ مِنۡ أَفۡوَ ٰهِهِمۡۚ إِن یَقُولُونَ إِلَّا كَذِبࣰا
„Welch schwerwiegendes Wort kommt aus ihren Mündern! Sie sagen nichts als Lüge.“
Al-Kahf, Vers 5
Im Fall des Sechsfachmords von #Stade hat das Medium NIUS eine völlig unbeteiligte Anwaltsmanagerin namens Enise Ö. aus Hannover fälschlicherweise mit dem Verbrechen in Verbindung gebracht.
Die Fehlzuordnung beruhte auf einer bloßen Namensgleichheit und wurde inzwischen korrigiert. Dennoch löste die ursprüngliche Berichterstattung eine Welle teils hasserfüllter Reaktionen in den sozialen Netzwerken aus: Fotos der Betroffenen, ihre berufliche Adresse und weitere persönliche Daten wurden massenhaft verbreitet, begleitet von widerwärtigen Kommentaren, die sich gezielt auf ihr islamisches Erscheinungsbild - insbesondere das Tragen eines Kopftuchs - richteten. Dieser Vorfall offenbart mehr als nur journalistische Schlampigkeit. Die voreilige Verknüpfung einer muslimischen Frau mit einem brutalen Gewaltverbrechen auf Basis unzureichend geprüfter Informationen folgt einem erkennbaren antiislamischen Reflex: Statt auf gesicherte Fakten zu warten, wurde offenbar ein Tätertypus und eine passende Person dazu gesucht. Solche Berichterstattung bedient und verstärkt Vorurteile, verletzt massiv die Privatsphäre Unbeteiligter und trägt aktiv zur gesellschaftlichen Spaltung bei.
Eine seriöse Berichterstattung muss höheren Standards genügen. NIUS hat hier deutlich versagt.
#Doxxing #Enise
https://t.co/0EnhMZgaxR
Warum ich Farid Hafez als geeignete Gegenstimme zu Güner Balci und Sascha Adamek in der Lanz-Sendung empfohlen habe, seht ihr hier:👇
#Islam#Kopftuch#Lanz
+++Teilen+++
Religionspolitischer Paternalismus
Es muss mit aller Deutlichkeit festgestellt werden: Claudia Bauer hat sich in einem Akt der Selbstermächtigung eine eigene, subjektive Glaubensinterpretation geschaffen und dieser zugleich normative Verbindlichkeit für Dritte verliehen.
Einerseits behauptet sie, der Koran sehe kein Kopftuch für Frauen vor; andererseits schreibt sie diesem Kleidungsstück willkürlich eine spezifische kulturelle Bedeutung zu, die sie dann zum Gegenstand hoheitlicher Intervention erklärt.
Diese doppelte Interpretationshoheit - religiöser Deutungshoheit einerseits, politisch-rechtliche Verbindlichkeit andererseits - stellt eine Form säkularer Anmaßung dar: Der Staat (bzw. seine Vertreterin) usurpiert die Kompetenz, authentische Religionsausübung zu definieren und abweichende Interpretationen zu delegitimieren.
Dazu kommt eine entwicklungspsychologische Argumentationslinie, mit der das islamische Kopftuch als per se schädliches Kleidungsstück pathologisiert wird. Damit wird nicht nur religiöse Praxis unter Kinderschutzvorwände gestellt, sondern zugleich ein paternalistisches Erziehungsideal etabliert, das den Staat zum obersten Wächter der „richtigen“ Identitätsentwicklung erhebt.
Besonders aufschlussreich ist Bauers eigene Einräumung, dass es sich bei diesem Verbot primär um ein politisches "Symbol" handelt, dessen Zweck darin besteht, den Kulturkampf zugunsten der eigenen kulturellen und weltanschaulichen Dominanz sichtbar zu machen. Damit wird offenbart, was eigentlich verdeckt werden sollte: Es geht nicht vorrangig um Kindeswohl oder Neutralität, sondern um die machtpolitische Durchsetzung eines bestimmten säkular-liberalen Hegemonieanspruchs gegenüber religiösen Minderheiten - um Assimilation.
Muslime wie Nicht-Muslime sind gleichermaßen aufgerufen, sich mit der gebotenen Ernsthaftigkeit die Frage zu stellen, ob sie der Regierung diese Form der Selbstermächtigung zugestehen wollen. Was heute vornehmlich Muslime trifft und von weiten Teilen der Gesellschaft noch affirmativ aufgenommen wird, kann morgen ohne weiteres auf andere Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften ausgeweitet werden. Wer heute aus taktischen Gründen schweigt oder applaudiert, legt den Grundstein für eine Präzedenz, die künftig jede abweichende religiöse oder weltanschauliche Praxis unter staatliche Definitions- und Verbotsgewalt stellen kann.
#Islam #Kopftuch #Assimilation #Wertediktatur
https://t.co/RJ8vBPIL10
Skandalisierungsorgie:
Ein muslimischer Busfahrer hat seine Fahrt kurz unterbrochen, um sein Pflichtgebet zu verrichten. Dadurch entstand eine Verspätung von wenigen Minuten.
Natürlich kann man sachlich darüber diskutieren, ob das mit den Dienstvorschriften vereinbar ist. Aber aus diesem Vorfall ein Politikum zu machen, zeigt vor allem eines: wie stark die Gesellschaft derzeit mit antiislamischen Ressentiments aufgeladen ist.
Das als Informationsbesuch zu bezeichnen, geht vollkommen an der Realität vorbei. Claudia Bauer informiert sich nicht, sie leistet mit ihrer klar islamfeindlichen Agenda aktiven Beistand. Oder hat sie sich auch mit Gegnern dieser „Akzeptanzkampagne“ getroffen, um ihre Perspektive für alle Seiten zu öffnen? Die Antwort kennen wir leider nur zu gut.
Pietätlos: Am Todestag von Marwa El-Sherbini befeuert Constantin Schreiber die islamfeindlichen Tendenzen in der Gesellschaft.
Lena Kamphaus berichtet von „rechtsfreien Räumen“ in Hamburg, von Verwahrlosung in Wohnvierteln und Supermärkten und von einem problematisches Frauenbild, das erschwerend hinzukommt. Für Constantin Schreiber war das offensichtlich zu abstrakt. Mit seiner Frage „Was ist mit islamischer Prägung?“ lenkte er das Gespräch gezielt in Richtung "falscher Toleranz" und Islamisierung.
https://t.co/0MKjkiYIXl
Wenn Armin Pfahl-Traughber in „Islamophobie“ und „Antimuslimischer Rassismus“ hegemoniale Konzepte sieht, die Ideologiekritik unterbinden sollen, und stattdessen „Muslimenfeindlichkeit“ als klarere Alternative vorschlägt, dann muss diese Logik symmetrisch gelten - also „Demokratenfeindlichkeit“ statt „Demokratiefeindlichkeit“. Es sei denn, die Idee der Demokratie dürfe grundsätzlich nicht kritisiert werden und wäre damit selbst ein Hegemonialkonzept.
Ich habe Jonas Schmidt-Chanasit gestern darauf hingewiesen, mediale Darstellungen nicht ungeprüft zu übernehmen. Er beharrte jedoch darauf, dass die Berichterstattung zutreffe. Nun steht amtlich fest: Es gab keine IS-Flaggen auf der Demonstration!
Mir geht es nicht um Schmidt-Chanasit persönlich. Mir geht es darum, exemplarisch zu zeigen, welche Verheerungen die polarisierte Islamdebatte inzwischen in der Gesellschaft anrichtet: Selbst hochgebildete und renommierte Wissenschaftler verspüren offenbar nicht einmal mehr das Bedürfnis, differenziert und reflektiert auf dieses Thema zu blicken.
https://t.co/lQlHNn1eBb
„Koran oder Grundgesetz?“
Mit dieser geschlossenen Suggestivfrage, wie sie in der Lanz-Sendung gestellt wurde, wird bewusst versucht, die Grenze zwischen Überzeugung und Bestrebung zu verwischen - mit dem Ziel die Kernschmelze des liberalen Verfassungsgeistes voranzutreiben.
Das Grundgesetz kennt nur einen Geltungs- und keinen Wahrheitsanspruch! Die Frage "Koran oder Grundgesetz" suggeriert daher einen falschen Gegensatz.
Aber wie halten wir Muslime es mit dem Grundgesetz?
Vereinfacht gesagt hat uns der deutsche Staat mit seiner Verfassungsordnung ein Angebot gemacht: Er gewährt uns Religionsfreiheit, Bekenntnisfreiheit und den Schutz unserer kulturellen Identität.
Im Gegenzug erwartet er Gesetzestreue und die Anerkennung der verfassungsmäßigen Ordnung. Wir haben dieses Angebot angenommen. Deshalb ist das Grundgesetz ein Pfeiler dieser Vereinbarung - man kann sie durchaus als Vertrag bezeichnen. Und Vertragstreue ist für uns Muslime heilig.
Denn Allah, der Erhabene, sagt im Koran:
„O ihr, die ihr glaubt! Haltet die Verträge ein!“ (Sure 5:1)
Wer diesen Vertrag einseitig aufkündigen oder unterlaufen will, greift das Fundament des friedlichen Zusammenseins an.
Welche Seite aber tatsächlich vertragsbrüchig handelt, hat die Lanz-Sendung einmal mehr deutlich vor Augen geführt. Es sind jene Akteure, die neben der Vertragstreue eine Bekenntnispflicht einfordern: die Pflicht, sich zu dem zu bekennen, was sie als die alleinige Wahrheit wahrnehmen. Genau damit untergraben sie den Kern des liberalen Verfassungsstaates: die Freiheit im ordnungspoltischen Rahmen eigene Werte und Überzeugungen zu haben.
(Gäste: Güner Balci, Lamya Kaddor, Khola Hübsch, Sascha Adamek)
#Lanz #Islam #Kopftuch
https://t.co/G6XmF8S0Qq
Die Reaktionen auf die Amokfahrt in Leipzig haben auf schonungslose Weise die tief verwurzelten Doppelstandards der sendungsbewussten Moralwächter offengelegt. Bei diesem Täter genügte die nüchterne Feststellung seiner psychischen Labilität sowie der offenkundigen Unfähigkeit, seine Impulse zu steuern. Eine Kulturalisierung des Geschehens dagegen blieb gänzlich aus.
Bei Tätern mit anderem kulturellem Hintergrund hingegen wurde die pathologische Dimension systematisch runtergespielt. Die vermeintliche Sozialisierung wurde zur eigentlichen Triebkraft, während jede Spur individueller Zerrüttung lediglich als nachgeordnete Begleiterscheinung geduldet wurde. Die Erinnerung an den Anschlag von Magdeburg steht exemplarisch für dieses Vorgehen. Obwohl der Attentäter unter massiven Realitätsverzerrungen litt, Verbindungen zu Ex-Muslimen pflegte und sich in die typischen Verschwörungsnarrative der Szene vertiefte, beharrte ein Großteil der Deutungselite darauf, die Tat vorrangig durch seine kulturelle Prägung zu erklären.
Hamed Abdel-Samad, selbst ein Akteur in den Netzwerken der Islamgegner, prägte in diesem Kontext die Formulierung vom „salafistischen Atheisten“. Mit dieser sprachlichen Schöpfung entwarf er eine rhetorische Figur, die den Gewaltakt untrennbar mit einer islamisch geformten Sozialisation verknüpfte. Andere Stimmen aus demselben Milieu gingen noch weiter und erklärten den Magdeburg-Attentäter zum verkappten Islamisten, der sich lediglich unter der Maske des Aussteigers tarne. Alice Weidel wiederum nutzte ihren theatralischen Auftritt, um Abdel-Mohsen als Islamisten zu brandmarken.
Ein vergleichbarer rhetorischer Furor blieb nach Leipzig aus. Der Täter namens Jeffrey fügt sich schlicht nicht in das gewünschte Deutungsmuster. Deshalb bleibt die Tat ein Amoklauf eines zutiefst zerrütteten Geistes.
Die Ereignisse von Leipzig und Magdeburg treten damit weit über ihre isolierte Tragik hinaus. Sie erweisen sich als Spiegelbild einer Gesellschaft, in der Deutungen häufig schwerer wiegen als die Fakten und die Suche nach Erklärung allzu oft der bloßen Bestätigung vorgefasster Narrative erliegt.
#Leipzig