Saraqeb zeigt, was Menschen in Syrien gerade aus eigener Kraft schaffen – trotz der schmerzhaft nahen Erinnerungen an Gewalt und Verlust. Gleichzeitig zeigen sich die Grenzen eines Wiederaufbaus, der bis heute weitgehend ohne Unterstützung stattfindet.
📍Saraqib –🧵
Vor einem Jahr war Saraqeb noch weitgehend verlassen. Die Felder waren vermint, viele Häuser zerstört, nur wenige Familien waren in die Stadt, östlich von Idlib, zurückgekehrt.
Unser Partner aus Saraqeb erzählt uns: „Wir haben kürzlich ein altes Hochzeitsvideo angeschaut. Nach zehn Minuten haben wir alle geweint, weil uns auffiel, wie viele der Freunde, die damals mit uns gefeiert haben, heute nicht mehr leben.“
Ein Partner von Adopt a Revolution formuliert es so: „Die Stimmung ist zum Zerreißen angespannt. Wenn sich die wirtschaftliche Lage nicht verbessert, werden Verzweiflung und Wut die Menschen wieder auf die Straße treiben.“
In Damaskus dreht sich derzeit fast jedes Gespräch um die Wirtschaft. 🧵
Während bei unserem letzten Besuch vor allem über Politik diskutiert wurde, geht es jetzt um steigende Lebenshaltungskosten.
Vor 1 Monat ist #Assad gestürzt. Wohin #Syrien sich entwickelt, ist nicht klar.
Aber klar ist: Das neue Syrien hat begonnen!
Die Menschen können sich wieder frei versammeln, austauschen und Forderungen stellen.
#FreeSyria
Die Außenministerin reist heute nach #Damaskus, um #Zivilgesellschaft zu treffen. Unsere Kolleg*innen sind seit knapp zwei Wochen vor Ort, um zivile Partner*innen zu treffen.
Gerne stellen wir Frau #Baerbock heute Frauen vor, die seit Jahren für ihre Rechte in #Syrien streiten.
10.000e gelten in #Syrien als vermisst. Unsere Partner*innen begleiten uns in #Damaskus an diesen zentralen Platz. Menschen haben Bilder von Angehörigen aufgehängt und hoffen, dass jemand sie gesehen hat.
Eine, die weiter nach ihrem Mann und ihrem Sohn sucht, ist Fadwa Mahmoud. Sie für uns einmal aufgeschrieben, wie sich das anfühlt.
https://t.co/5bAHRBgsLP
Die Zukunft in #Syrien ist unklar. Es gibt weiterhin Ängste - besonders unter Minderheiten. Aber die Hoffnung überwiegt bei den meisten.
Oder wie es eine Partnerin formuliert hat: Wir wissen noch nicht, was der neue Tag bringt, die Sonne ist gerade erst aufgegangen.
#FreeSyria
Bewegende Aktion aus meinem Geburtsort Jaramana bei Damaskus: An dem mehrheitlich drusischen Ort gibt es Christ*innen, die aus Angst vor der ungewissen Zukunft Syriens keine Weihnachtsdeko aufstellte. Eine zivilgesellschaftliche Initative hat sich nun zusammengetan und diesen großen Weihnachtsbaum für die Christ*innen aufgestellt. Das ist gelebte Solidarität. Das ist die Zukunft Syriens. Ein Syrien, in dem Drusen, Christen, Muslime und alle Religionen friedlich miteinander leben.