Standpunkte:
Zwei mündige, einvernehmliche Erwachsene entscheiden sich in voller Autonomie, eine intime Beziehung einzugehen. Kein Dritter wird geschädigt, keine Abhängigkeit im Sinne von Minderjährigkeit oder Zwang liegt vor, die Willensbildung ist frei.
Das Bundesverfassungsgericht setzt dem dennoch eine Grenze: Es verbietet die Beziehung und hält eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren für angemessen. Hier, so das Gericht, verlaufe die Grenze der persönlichen Selbstbestimmung gegenüber einer entgrenzten Sexualmoral. Unter anderem erklärte das Bundesverfassungsgericht in seinem Beschluss vom 26. Februar 2008 : Inzestverbindungen zwischen Geschwistern führten zu einer Überschneidung von Verwandtschaftsverhältnissen und sozialen Rollenverteilungen und damit zu einer Beeinträchtigung der in einer Familie strukturgebenden Zuordnungen.
Der Schutz der familiären Ordnung stehe an erster Stelle. Darüber hinaus stütze sich das Verbot auf eine „kulturhistorisch begründete, nach wie vor wirkkräftige gesellschaftliche Überzeugung von der Strafwürdigkeit des Inzests“.
Selbstbestimmung, persönliche Freiheit, Mündigkeit und Freiwilligkeit zweier Erwachsener werden hier gegen eine gesetzlich verankerte Sexualmoral aufgewogen. Aus dieser Perspektive offenbart sich in dieser Entscheidung eine klassische Spannung zwischen dem liberalen Prinzip individueller Autonomie und dem Rechtsmoralismus, der der Gemeinschaft das Recht zuspricht, ihre grundlegenden sittlichen Ordnungen auch mit den Mitteln des Strafrechts zu verteidigen.
Das Argument, dass der Staat nur dort eingreifen darf, wo konkreter Schaden an Dritten droht lässt das Bundesverfassungsgericht nicht gelten. Vielmehr erkennt es an, dass eine Gesellschaft ihre identitätsstiftenden moralischen Fundamente nicht beliebig preisgeben kann, ohne ihre eigene Stabilität zu gefährden.
Die „strukturgebenden Zuordnungen“ der Familie sind für das Gericht kein bloßes soziales Konstrukt, sondern ein verfassungsrechtlich geschütztes Ordnungsgefüge, dessen Störung durch Rollenvermischung als sozialschädlich gilt. Die kulturell-historische Verankerung des Tabus - von Hammurabi über das sakrale begründete Recht bis in die Gegenwart - wird dabei nicht als atavistisches Relikt, sondern als nach wie vor wirkkräftige Quelle legitimer Strafzwecke anerkannt.
An dieser Stelle offebart sich ein Doppelstandard, der sich in der Islamdebatte manifestiert. In dieser Debatte nämlich, wird Muslimen regelmäßig vorgeworfen, sie würden durch ihre ablehnende Haltung gegenüber Homosexualität die Selbstbestimmung mündiger Erwachsener missachten und eine „rückständigen“ Sexualmoral folgen. Kulturelle oder religiöse Begründungen werden in diesem Kontext oft als unzulässig delegitimiert: Die Grenzen der Sexualität, so heißt es, müssten von den Betroffenen selbst bestimmt werden, solange keine Dritten geschädigt werden. Genau dieses Prinzip der autonomen Selbstbestimmung wird jedoch im Fall des einvernehmlichen Geschwisterinzests vom höchsten deutschen Gericht relativiert. Dort darf die „kulturhistorisch begründete gesellschaftliche Überzeugung“ die individuelle Autonomie begrenzen. Dort darf die Sorge um die strukturelle Integrität der Familie und die Aufrechterhaltung eines gesellschaftlichen Tabus Vorrang haben. Dort wird nicht gefordert, dass die Beteiligten „ihre Sexualität selbst bestimmen“ dürfen, ohne staatliche Sanktion.
Wenn eine liberale Rechtsordnung das Recht hat, ihre identitätsbildende Sexualmoral sogar mit Strafrecht zu verteidigen, dann kann sie nicht gleichzeitig von anderen Gemeinschaften verlangen, ihre ebenfalls identitätsbildenden sexuellen Normen (die Ablehnung gleichgeschlechtlicher Beziehungen) als bloße „kulturelle Relikte“ aufzugeben. Dann müsste auch der einvernehmliche Geschwisterinzest unter Volljährigen straffrei bleiben, weil kein Dritter geschädigt wird. Oder Weltanschauungsgemeinschaften behalten das Recht, ihre kulturell und historisch gewachsenen sittlichen Ordnungen zu schützen, ohne deswegen als extremistisch diffamiert zu werden. Die Wahrheit, die der Inzestbeschluss des Bundesverfassungsgerichts offenlegt, ist diese: Keine Gesellschaft kommt ohne eine identitätsbildende Sexualmoral aus. Sie ist Teil des „Ordnungsgefüges“, das soziale Rollen, Familienstrukturen und kollektive Selbstverständnisse stabilisiert. Das deutsche Verfassungsgericht hat dies für die eigene Gesellschaft anerkannt und mit den Mitteln des Strafrechts abgesichert. Konsequent angewandt, bedeutet dies, dass auch muslimische Gemeinschaften ein legitimes Recht daran haben, ihre eigenen Grenzen sexueller Autonomie zu ziehen - nicht aus Willkür oder Unterdrückung, sondern aus dem gleichen Bedürfnis nach kultureller und moralischer Kohärenz, das das Bundesverfassungsgericht für Deutschland geltend gemacht hat.
Wer die eine kulturell verankerte Grenze als unverzichtbar ansieht, kann die andere nicht als Ausdruck von Rückständigkeit abtun. In diesem Licht ist der islamische Position - auch nach Maßstäben der Moderne - ein berechtigter Standpunkt.
#Islam #islamfeindlichkeit
In der Sendung von Markus #Lanz wurden die Ahmadiyya-Sprecherin Khola Maryam Hübsch, die Reformerin/Grünenpolitikerin Lamya Kaddor sowie die beiden Islamhasser Güner Balci und Sascha Adamek eingeladen, um über den politischen Kampfbegriff des sogenannten „radikalen #Islamismus“ zu diskutieren.
Doch warum wurde diese Runde so zusammengestellt? Wer sprach hier eigentlich für die muslimische Community? Und welches Bild vom #Islam wurde den Zuschauern vermittelt?
In diesem Video analysiere ich die Diskussion und zeige, warum diese Sendung weit mehr war als nur ein kontroverser Polit-Talk.
Ich spreche darüber,
▪️ weshalb die Runde ohne eine authentische muslimische Stimme besetzt wurde,
▪️ wie islamische Werte in der Debatte systematisch dämonisiert wurden,
▪️ warum Muslime immer weiter zu Zugeständnissen gedrängt werden,
▪️ weshalb Apologetik keine Lösung ist,
▪️ und warum wir als muslimische Community lernen müssen, unsere islamische Identität selbstbewusst zu vertreten, anstatt uns ständig rechtfertigen zu müssen.
#Islamfeindlichkeit beginnt nicht erst bei körperlichen Angriffen.
Sie beginnt dort, wo unsere Religion, unsere Werte und unsere Lebensweise fortwährend unter Generalverdacht gestellt werden.
Deshalb dürfen wir uns nicht in die Rolle drängen lassen, unsere Überzeugungen ständig entschuldigen oder relativieren zu müssen.
Möge Allah (t) uns Standhaftigkeit schenken, unsere Herzen auf der Wahrheit festigen und uns die Kraft geben, unsere islamische Identität mit Weisheit, Würde und Klarheit zu bewahren.
https://t.co/eFEqhmGEtE
"Ganz einfach", sagt Schmidt Chanasit. Damit hat er recht: Einfache Antworten, einfache Weltbilder, einfache Forderungen!
Auf meine Anfrage, ob er erläutern könnte, was diese jahrhundertealte schiitische Prozession mit Terrorismus und Antisemitismus zu tun hat, schrieb Schmidt-Chanasit:
„Ganz einfach: Weil bei dieser „schiitischen Prozession“ IS-Fahnen geschwenkt, Terroristen wie Nasrallah und Khamenei lautstark gefeiert und Kinder in Ketten durch 40-Grad-Hitze getrieben wurden. Das ist keine harmlose Tradition, sondern islamistische Terrorpropaganda mitten in Berlin. Wer das verharmlost, deckt genau den Antisemitismus und Terrorismus, den wir mit aller Härte des Rechtsstaats bekämpfen müssen.“
Schiiten schwenken IS-Flaggen? Und antisemitisch? Bani Umayya waren also Juden?
Bemerkenswert: Jonas Schmidt-Chanasit ist Hochschullehrer und gehört damit zur Bildungselite Deutschlands. Von einem Wissenschaftler hätten wir mehr Differenzierung und Fakten statt unterkomplexer, teils unsinniger Erklärungen erwarten dürfen.
@AnaRKomM2@ahmtamim9 Es geht gar nicht um Sonderrechte, sondern wenn der Staat sagt "Religionsfreiheit" dann soll sich auch dadran gehalten werden! Der Islam steht nicht zur Assimilation, nicht von dem was der Staat sagt und erst recht nicht von sich selbst aus!
Reiner Werner überschreitet in seinem Cicero-Artikel eindeutig die Schwelle zur Wahnvorstellung. Muslimische Kinder als Eroberer, die angestiftet von ihren Eltern, lanciert von Politikern und begünstigt durch Verfassungsrichtern, den Schulalltag und damit die Gesellschaft umbauen. Komplexe soziale und kulturelle Sachverhalte werden hier zu einer monolithischen Verschwörungserzählung verdichtet.
Das ist klassische Agitation: die Konstruktion eines existenziellen Feindbildes, das mit allen Mitteln bekämpft werden müsse. Dabei fordert Werner genau das, was er zu bekämpfen vorgibt: einen kulturellen Konformitätsdruck, nur diesmal zugunsten der Mehrheit.
#Islam #Kopftuch
Die Bomberjacke - harmlose Mode oder politisches Symbol?
Wie aufregend die Modewelt doch sein kann. Da nimmt man eine Jacke, die einst dafür konzipiert wurde, dass Piloten ohne zu frieren ihre „tödliche Fracht“ über fremden Städten abwerfen konnten und macht daraus ein Must-have für die ordinäre Mittelschicht.
Die MA-1 von Alpha Industries: leicht, wendbar, mit diesem schicken orangefarbenen Innenfutter, das im Ernstfall die Rettungsmannschaft anlocken sollte. Wie praktisch. Wie stylish. Wie schön.
Für einen irakischen Zivilisten, der in den 1990er- oder 2000er-Jahren unter den Folgen von Embargo, Bomben und Invasion lebte, dürfte die Jacke allerdings weniger „cool“ als vielmehr das textile Erkennungszeichen einer Tötungsmaschinerie gewesen sein. Aber hey - Hauptsache, die Jacke sitzt gut!
Besonders erfrischend wird es, wenn Politiker das Stück für ihre Inszenierungen ausgraben. George W. Bush, der große Stratege des „Mission Accomplished“-Moments, posierte gerne in militärisch anmutender Kleidung bei Truppenbesuchen im Persischen Golf oder Irak. Mal im Flight Suit, mal in winddichten Jacken mit Divisionsabzeichen; immer mit diesem Jungs-von-nebenan-Lächeln, das sagen sollte: „Ich bin einer von euch.“ Die Botschaft kam an.
Bei den einen als Stärke, bei den anderen als zynische Verkleidung eines Mannes, der selbst nie im Schützengraben stand, aber umso eifriger Befehle erteilte. Die Alpha-Jacke als Accessoire der Macht.
Und dann Deutschland. Ach, das gute alte Deutschland der 1990er. Hier avancierte die Bomberjacke zum unverzichtbaren Bestandteil der Skinhead-Uniform. Die Trias „Bomberjacke - Boots - Knüppel“ ergänzte das Erscheinungsbild des rasierten Schädels. Die Jacke, die einst US-Piloten warm hielt, wurde hier zum Symbol einer Szene, die Ausländer, Linke und alles „Undeutsche“ mit Inbrunst verabscheute.
Wie herrlich subversiv, dass genau dieses Stück später von der Modeindustrie als harmloses „Heritage“-Teil recycelt wurde. Man trägt es heute zur Jeans und zum fair gehandelten Kaffee, ohne sich an die alten Assoziationen zu erinnern. Oder doch? Manche schon.
Denn genau das ist der Witz an der Sache: Die Jacke ist nie unschuldig. Sie trägt ihre Geschichte mit sich. Besonders köstlich wirkt es jedoch, wenn ausgerechnet jene Akteure, die das islamische Kopftuch als ambivalentes und problematisches Symbol geißeln, selbst gerne und selbstbewusst zur Bomberjacke greifen.
Eine Alpha-Jacke beim Fotoshooting - das ist nicht nur Retro-Chic. Das ist die nonchalante Aneignung eines Symbols, dass für viele Menschen weltweit mit Gewalt, Kolonialismus und rechter Straßenmacht verbunden bleibt. „Ach, das ist doch nur eine Jacke“, sagt der Träger dann lächelnd. Genau! Und die Atombombe ist nur ein Feuerwerkskörper.
Die wahre Brillanz der Alpha-Bomberjacke liegt in ihrer Ambivalenz. Wer sie trägt, sollte daher wenigstens die Ironie genießen: Man schlüpft in ein Kleidungsstück, das wörtlich und metaphorisch aus Kriegen stammt: Bomberjacke! Man fühlt sich dabei rebellisch, individuell, vielleicht sogar friedliebend. Wie wunderbar selbstbetrügerisch die menschliche Eitelkeit doch ist. Die Jacke bleibt, was sie immer war: ein Chamäleon aus Nylon. Mal Mode. Mal Statement. Immer ein kleines, gut geschnittenes Monument der Doppelzüngigkeit.
Und genau hier schließt sich der Kreis: Dieser Text selbst ist nichts anderes als ein Spiegelbild. Er macht eine Nylonjacke zu einem Monument der Doppelzüngigkeit und zeigt damit nur, wie leicht es ist einfache Kleidungsstücke mit Bedeutung zu überfrachten. Am Ende ist es doch nur eine Jacke. Oder?
#Islam #Kopftuch
Maliziöse Interpretation!
Burhan Kesice verwendet den Begriff „abnormal“ als Gegenstück zur islamischen Norm (Gebote/Verbote), wie er sich aus den primären religiösen Texten ableitet.
Damit bringt er zum Ausdruck, dass eine bestimmte Position oder Handlung nicht dem islamischen Standard entspricht.
Äquivalente Formulierungen wären beispielsweise „nicht normgerecht“ oder „nicht konform mit der islamischen Norm“.
Der Begriff „abnormal“ dient hier einer rein normativen Abgrenzung innerhalb des islamischen Referenzrahmens.
Wahnsinn - diese Leute sehen wirklich Gespenster!
„Wir erleben, dass Kinder morgens ihre Burka in den Schulranzen stecken und sich nach der Schule wieder anziehen“, sagt Arche-Gründer Bernd Siggelkow in einem Gespräch mit Constantin Schreiber.
Spätestens seit sich der Arche-Sprecher Wolfgang Büscher bei WELT massiv islamfeindlich geäußert hat, ist klar: Die Arche missbraucht ihre charitative Arbeit nur als Feigenblatt, um eine politische Agenda zu lancieren.
https://t.co/eN0gTXytdU
Wie kommt Dunja Hayali darauf, sich nicht vom israelischen Botschafter briefen zu lassen, bevor sie in die Nachrichtensendung geht? Damit hat sie die Zensur-Richtlinien der Staatsräson verletzt.
#ÖRR#Staatsräson#Gaza#Iran#Libanon#Israel
Wir Muslime haben kein Problem damit, wenn sich christliche Fußballspieler öffentlich und demonstrativ zu ihrem Glauben bekennen.
Weder die offene Bekreuzigung noch das Gebet auf dem Spielfeld oder andere sichtbare Zeichen christlicher Frömmigkeit stoßen bei uns auf Ablehnung.
Die Kritik an solchen Gesten ist nicht von muslimischer Seite gekommen. Dennoch versuchen bestimmte Journalisten - wie Jan Fleischhauer - systematisch, diese Debatte zu instrumentalisieren, um Christen gegen Muslime auszuspielen.
Sie kanalisieren den vorhandenen Ärger über die zunehmende Säkularisierung und den Verlust christlicher Selbstverständlichkeit in der Gesellschaft um und lenken ihn gezielt auf die muslimische Minderheit.
#WM2026 #GERCIV #ISLAM #CHRISTENTUM
Pure Heuchelei! Hier in Deutschland hetzt Mansour gegen Erzieherinnen und Lehrerinnen mit Kopftuch und will es verboten sehen, aber in Israel soll es plötzlich das Aushängeschild der Toleranz und des gegenseitigen Respekts sein. Der Mann ist unerträglich!
Wer Ehre und Freude nur in der Endlichkeit sucht, der wird am Ende zu den Verlierern gehören.
Wenn euer Jubel lauter ist als die Hilfeschreie der Waisen, dann wartet nur auf den Tag, an dem nicht die Tore zählen, sondern die Taten. #Gaza#Genocide#Völkermord
Sascha Adamek hat offenbar erst durch das herrschende Dispositiv zum Thema "Politischer Islam" gefunden und positioniert sich seit dem Erscheinen seines Buches Unterwanderung als prominenter Kritiker islamistischer Einflussstrukturen.
Dabei scheint er das Thema weniger durch eigene belastbare Zahlen, neue empirische Fakten oder methodisch eigenständige Recherchen erschlossen zu haben, sondern primär durch die Übernahme und Verdichtung bereits etablierter Narrative und Verbindungen.
Adameks Ausführungen wirkten häufig wie eine Montage aus bekannten Narrativen, öffentlich zugänglichen Verbindungen und bereits dokumentierten Fällen, ohne dass klar wurde, wo substantiell neue, sauber recherchierte und quellenkritisch abgesicherte Erkenntnisse hinzukamen.
Kritische Nachfragen aus dem Publikum beantwortete er überwiegend ausweichend oder mit geschlossenen Erklärungsmodellen, die wenig Raum für Differenzierung oder Gegenargumente ließen. Wiederholt traten dabei Argumentationsmuster in den Vordergrund, die an Kontakt- bzw. Assoziationsschuld erinnern; eine in Teilen der Islam-Kritik verbreitete aber unredliche Technik.
Sascha Adamek erweist sich letztlich als weiteres Rädchen in einer Maschinerie der "Islamkritik", die spätestens seit Thilo Sarrazin im industriellen Maßstab arbeitet.
#Islam #Kopftuch