Book presentation “Uninvited: 25 eyewitness stories of the Russian occupation of Ukraine“
3.6.2025 | 18:30
Europazentrum Wien | Lassingleithnerplatz 2/3, 1020 Wien
Registration: [email protected]
#DemocracyDefenders | Demokratie Basiswissen
Kapitel 1: Was Demokratie ist
Demokratie ist mehr als die Herrschaft der Mehrheit. Sie ist eine politische Ordnung, in der Macht auf Zeit vergeben, kontrolliert, kritisiert und wieder abgewählt werden kann. Sie beruht auf der Idee, dass alle politisch Gleiche sind und dass Konflikte nicht durch Gewalt oder Unterwerfung, sondern durch geregelte Verfahren entschieden werden.
Wahlen sind ein zentraler Teil davon. Aber Demokratie erschöpft sich nicht in Wahlen. Denn auch eine Regierung, die gewählt wurde, kann demokratische Prinzipien verletzen, wenn sie Opposition unterdrückt, Gerichte politisch kontrolliert oder Medien einschüchtert. Demokratie braucht deshalb zusätzlich Rechte, Kontrolle, Rechenschaft und Opposition.
Demokratie ist deshalb ein Zusammenspiel aus:
- Wahlen,
- Repräsentation,
- Freiheitsrechten,
- Opposition,
- Rechtsstaatlichkeit,
- politischer Öffentlichkeit.
Ein häufiger Irrtum besteht darin, Demokratie nur als Technik der Mehrheitsentscheidung zu verstehen. Doch Mehrheiten allein garantieren noch keine Freiheit. Demokratische Politik braucht auch Regeln, die Macht begrenzen und Minderheiten schützen.
Demokratie ist außerdem kein Zustand völliger Harmonie. Im Gegenteil: Sie organisiert legitimen Streit. Unterschiedliche Interessen, Werte und Meinungen sind normal. Demokratie schafft keinen konfliktfreien Raum, sondern einen Rahmen, in dem Konflikte friedlich ausgetragen werden können.
Kernaussagen:
- Demokratie ist mehr als Wahlen und Mehrheit.
- Sie verbindet Macht auf Zeit mit Rechten, Kontrolle und Opposition.
- Konflikt gehört zur Demokratie dazu.
***
Quiz-Frage: Welche Aussage erklärt am besten, warum Demokratie mehr als Mehrheitsregel ist?
Optionen:
A. Weil Mehrheiten immer recht haben
B. Weil Demokratie zusätzlich Rechte, Kontrolle und Opposition braucht
C. Weil Wahlen unwichtig sind
D. Weil Streit verboten ist
Richtige Antwort: B
#DemocracyDefenders | FIMI Basiswissen
Kapitel 10: Resilienz im Alltag
Am Ende stellt sich die Frage: Was bedeutet all das konkret für meinen Alltag? Resilienz gegen Manipulation entsteht nicht durch Perfektion, sondern durch Gewohnheiten.
Hilfreiche Alltagsroutinen sind:
- nicht sofort teilen,
- starke Emotionen als Warnsignal ernst nehmen,
- Quelle und Kontext prüfen,
- unklare Inhalte offenlassen statt vorschnell glauben,
- verlässliche Informationsquellen bevorzugen,
- Gespräche eher klärend als bloßstellend führen.
Wichtig ist auch, zwischen verschiedenen Gegenübern zu unterscheiden. Nicht jeder Mensch, der problematische Inhalte teilt, ist ein ideologisch gefestigten Akteuren oder überzeugter Propagandist. Viele sind verunsichert, überfordert oder impulsiv. Mit solchen Menschen helfen oft ruhige Nachfragen mehr als öffentliche Bloßstellung.
Resilienz bedeutet außerdem, die eigene Informationsumgebung bewusst zu gestalten:
- Welche Quellen konsumiere ich?
- Suche ich nur Bestätigung?
- Wie gehe ich mit Überforderung um?
- Wo unterbreche ich Empörungsroutinen?
Eine resiliente demokratische Öffentlichkeit entsteht nicht nur durch Gesetze oder Plattformregeln, sondern auch durch alltägliche Informationshygiene.
Kernaussagen:
- Resilienz ist vor allem eine Frage von Routinen.
- Nicht jede problematische Weitergabe ist böswillig.
- Informationshygiene ist demokratische Alltagspraxis.
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Quiz-Frage: : Ein Bekannter teilt einen stark emotionalisierten Anti-Medien-Post. Welche Reaktion ist am besten?
Optionen:
A. ihn sofort öffentlich bloßstellen
B. ruhig nach Quelle, Aktualität und Kontext fragen
C. den Post ungeprüft weiterteilen
D. sofort jeden Kontakt abbrechen
Richtige Antwort: B
Ruhige Präzisierung und Prüfung sind oft wirksamer als Eskalation.
#DemocracyDefenders | FIMI Basiswissen
Kapitel 9: Anti-EU- und anti-demokratische Desinformation
Desinformation und FIMI greifen nicht zufällig oft EU und Demokratie an. Beide beruhen auf Vertrauen, Beteiligung, Institutionen und komplexen Verfahren. Genau diese Merkmale werden in manipulativen Narrativen zur Schwäche umgedeutet.
Typische Narrative sind:
- „Die EU ist eine fremde Macht.“
- „Demokratische Institutionen dienen nur Eliten.“
- „Wahlen sind manipuliert.“
- „Freie Medien lügen systematisch.“
- „Gerichte schützen nur die Falschen.“
- „Minderheitenrechte zerstören die Mehrheit.“
Solche Narrative müssen nicht immer komplett frei erfunden sein. Oft greifen sie Unsicherheiten, reale Konflikte oder Einzelfälle auf. Manipulativ werden sie dort, wo sie systematisch auf Delegitimierung zielen:
- nicht Reform, sondern Verwerfung,
- nicht Kritik, sondern Zersetzung,
- nicht Analyse, sondern Feindbildproduktion.
Wichtig ist deshalb die Unterscheidung zwischen Kritik und Delegitimierung. Kritik fragt nach Reform und Verbesserung. Delegitimierung erklärt Institutionen pauschal für wertlos, feindlich oder grundsätzlich verräterisch.
Desinformation gegen EU und Demokratie hat oft zwei Ebenen:
- konkrete Fehlbehauptungen,
- tiefere Narrative über Verrat, Kontrollverlust, Elitenherrschaft oder Identitätsbedrohung.
Ein einzelner Inhalt kann weniger über seinen Wortlaut verstanden werden. Wer das Narrativ erkennt, versteht besser, warum verschiedene Behauptungen immer wieder in dieselbe Richtung führen.
Kernaussagen:
- Anti-EU- und anti-demokratische Narrative greifen Vertrauen an.
- Hinter Einzelbehauptungen stehen oft tiefere Narrative.
- Kritik ist etwas anderes als pauschale Delegitimierung.
***
Quiz-Frage: Was unterscheidet Kritik von Delegitimierung?
Optionen:
A. Es gibt keinen Unterschied
B. Kritik ist immer verboten
C. Delegitimierung ist nur schärfere Kritik
D. Kritik will prüfen oder verbessern, Delegitimierung will pauschal entwerten
Richtige Antwort: D
Kritik kann demokratisch produktiv sein, Delegitimierung zielt auf Vertrauenszerstörung.
#DemocracyDefenders | FIMI Basiswissen
Kapitel 8: Inokulation und Prebunking
Viele Menschen kennen das Wort „Debunking“: Falsches wird nachträglich widerlegt. Das ist wichtig, aber oft nicht genug. Denn wenn eine Behauptung bereits emotional verankert ist, erreicht die Korrektur viele Menschen nicht mehr oder nur abgeschwächt.
Darum ist Inokulation oder Prebunking so wichtig. Die Idee ist einfach: Menschen werden vorab mit typischen Manipulationstechniken vertraut gemacht. Sie lernen die Tricks kennen, bevor sie im Alltag auf sie treffen. Das wirkt wie eine mentale Vorwarnung.
Beispiele für Inokulation:
- typische Feindbild-Narrative analysieren,
- Cherry-Picking an kleinen Beispielen erkennen,
- manipulatives Framing markieren,
- virale Empörung als Formatmuster verstehen,
- Gegenfragen trainieren.
Entscheidend ist: Inokulation schützt nicht dadurch, dass man jede einzelne Falschbehauptung schon kennt. Sie schützt dadurch, dass man die Methode erkennt.
Ein wirksames mentales Stoppschild lautet: „Das will mich gerade eher aktivieren als informieren.“
Kernaussagen:
- Prebunking wirkt vorbeugend, Debunking nachträglich.
- Der Schlüssel ist Technik-Erkennung, nicht Allwissenheit.
- Mentale Stoppschilder erhöhen Resilienz.
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Quiz-Frage: Was ist der Unterschied zwischen Debunking und Prebunking?
Optionen:
A. Es gibt keinen
B. Debunking korrigiert nachträglich, Prebunking stärkt vorbeugend
C. Prebunking funktioniert nur bei Kindern
D. Debunking betrifft nur Bilder
Richtige Antwort: B
Debunking kommt meist nach der Falschinformation, Prebunking davor.
#DemocracyDefenders | FIMI Basiswissen
Kapitel 7: Prüfen, verifizieren, kontextualisieren
Gute Informationsprüfung muss nicht kompliziert sein. Sie braucht vor allem Routine. Hilfreich ist ein einfaches Prüfschema:
1. Wer ist die Quelle?
Ist klar, wer den Inhalt veröffentlicht? Ist die Quelle transparent? Hat sie
erkennbare Interessen?
2. Was ist die Primärquelle?
Stützt sich die Behauptung auf Originaldokumente, seriöse Berichte, offizielle Daten oder nur auf Hörensagen?
3. Ist der Kontext vollständig?
Ist das Material aktuell? Wurde ein Zitat abgeschnitten? Ist ein Bild alt oder aus einem anderen Zusammenhang?
4. Welche Sprache wird verwendet?
Extreme Zuspitzung, starke Moralwörter, Feindbilder und Alarmton sind
Warnsignale.
5. Welche Reaktion soll ausgelöst werden?
Soll ich nachdenken oder sofort empört teilen?
Wichtig ist auch: Prüfen heißt nicht, endlos alles zu verifizieren. Oft genügt schon ein erster Realitätscheck. Wenn die Quelle unklar, die Sprache maximal alarmistisch und der Kontext unsicher ist, ist Zurückhaltung oft klüger als Weiterverbreitung.
Kernaussagen:
- Prüfen beginnt mit Quelle, Kontext und Reaktionslogik.
- Nicht sofort teilen ist oft die beste erste Reaktion.
- Eigene Zustimmung ersetzt keine Prüfung.
***
Quiz-Frage: Was ist eine Primärquelle?
Optionen:
A. die ursprüngliche Quelle einer Information
B. jede Weiterleitung in sozialen Medien
C. nur ein Kommentarbereich
D. ein beliebiges Meme
Richtige Antwort: A
Eine Primärquelle ist die ursprüngliche oder direkte Quelle eines Inhalts oder Dokuments.
#DemocracyDefenders | FIMI Basiswissen
Kapitel 6: Plattformen, Algorithmen, Viralität
Digitale Plattformen sind keine neutralen Transportmittel. Sie folgen Logiken der Aufmerksamkeit. Inhalte, die starke Reaktionen auslösen, werden häufiger gesehen, kommentiert und geteilt. Gerade Empörung, Konflikt und Zuspitzung haben deshalb gute Verbreitungschancen. Plattformen fördern Inhalte, die Aufmerksamkeit binden.
Manipulative Inhalte passen oft gut in diese Umgebung:
- kurze Zuspitzung,
- starke Emotion,
- klare Feindbilder,
- einfache Schuldzuweisung,
- visuell eingängige Formate.
Dazu kommen Formate wie Memes, Screenshots oder Kurzvideos. Sie wirken oft unmittelbarer als längere Analysen und sind leichter weiterzuverbreiten. Gleichzeitig fehlt oft Kontext.
Wichtig ist: Sichtbarkeit ist kein Wahrheitsbeweis. Was online häufig erscheint, kann richtig sein, muss es aber nicht. Viralität sagt zunächst nur etwas über Verbreitung, nicht über Qualität.
Ein Teil digitaler Resilienz besteht daher darin, die Plattformlogik mitzudenken. Nicht nur fragen: „Stimmt das?“ sondern auch:
„Warum sehe ich das gerade?“
„Welche Reaktion soll bei mir ausgelöst werden?“
„Warum ist es für dieses Format besonders gut geeignet?“
Kernaussagen:
- Plattformen belohnen Zuspitzung und Reaktion.
- Kurzformate begünstigen Kontextverlust.
- Sichtbarkeit ist kein Wahrheitsbeweis.
***
Quiz-Frage: Warum verbreiten sich stark emotionalisierte Inhalte oft besonders gut?
Optionen:
A. Weil Plattformen auf Aufmerksamkeit und Reaktion ausgerichtet sind
B. Weil sie automatisch wahr sind
C. Weil sie immer wissenschaftlich geprüft sind
D. Weil Emotion keine Rolle spielt
Richtige Antwort: A
Plattformen belohnen häufig Inhalte, die starke Reaktionen auslösen.
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Kapitel 5: Warum Menschen anfällig sind
Menschen sind nicht deshalb anfällig für Manipulation, weil sie dumm wären. Im Gegenteil: Auch gebildete, informierte und politisch interessierte Menschen können darauf hereinfallen. Denn Manipulation nutzt allgemeine psychologische Mechanismen.
Dazu gehören:
- Bestätigungsfehler: Man hält eher für glaubwürdig, was zur eigenen Sicht passt.
- Wiederholungseffekt: Was oft wiederholt wird, wirkt vertrauter und dadurch plausibler.
- Gruppenzugehörigkeit: Informationen von der „eigenen Seite“ erscheinen eher glaubhaft.
- Emotionale Aktivierung: Angst, Wut, Kränkung und Empörung halten uns eher von einer Prüfung des Inhalts ab.
- Bedürfnis nach Klarheit: Komplexe Weltlagen machen einfache Erklärungen attraktiv.
Manipulative Inhalte wirken oft deshalb gut, weil sie nicht nur Information liefern, sondern Identität ansprechen. Sie sagen unterschwellig: „Du gehörst zu denen, die die Wahrheit sehen.“ Das kann sehr wirksam sein.
Resilienz beginnt daher mit einer unbequemen Einsicht: Auch ich selbst bin anfällig. Wer nur denkt, „die anderen“ seien manipulierbar, schützt sich schlechter.
Kernaussagen:
- Anfälligkeit für Manipulation ist menschlich und weit verbreitet.
- Wiederholung, Emotion und Gruppenzugehörigkeit beeinflussen Urteile stark.
- Selbstreflexion ist ein Schutzfaktor.
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Quiz-Frage: Welche Aussage zeigt Selbstreflexion im Umgang mit Manipulation?
Optionen:
A. „Nur andere Menschen sind anfällig.“
B. „Auch ich sollte Inhalte prüfen, die gut zu meiner Sicht passen.“
C. „Wenn mich etwas emotional anspricht, ist es wahrscheinlich besonders wahr.“
D. „Wiederholung macht Aussagen zuverlässig.“
Richtige Antwort: B
Selbstkritische Aufmerksamkeit gegenüber eigenen Verzerrungen ist ein wichtiger Schutz.
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Kapitel 4: Manipulationstechniken erkennen
Manipulative Inhalte folgen oft wiederkehrenden Techniken. Wer diese Techniken kennt, erkennt schneller, wenn Informationen nicht fair, sondern strategisch präsentiert werden.
Wichtige Techniken sind:
- Framing: Ein Sachverhalt wird in einen bestimmten Deutungsrahmen gesetzt, etwa als Skandal, Verrat, Bedrohung oder Beweis für Elitenversagen.
- Cherry-Picking: Es werden nur die Informationen ausgewählt, die zur gewünschten Erzählung passen.
- Whataboutism: Auf Kritik wird nicht mit einer Antwort reagiert, sondern mit dem Verweis auf andere Missstände.
- Emotionalisierung: Es werden gezielt Emotionen wie Wut, Angst, Empörung oder Kränkung angesprochen.
- Entkontextualisierung: Zitate, Bilder oder Zahlen werden aus dem Zusammenhang gerissen.
Oft ist nicht eine einzelne Technik entscheidend, sondern die Kombination. Gerade wenn mehrere dieser Elemente zusammenkommen, ist erhöhte Vorsicht geboten.
Kernaussagen:
- Manipulation arbeitet oft mit bekannten Techniken.
- Entscheidend ist oft die Kombination mehrerer Techniken
- Bei einem emotionalen Posting, das als Skandal geframt ist und wichtigen Kontext weglässt, ist höchste Vorsicht geboten.
***
Quiz-Frage: Ein Beitrag zeigt einen extremen Einzelfall und behauptet, damit sei die gesamte Gesellschaft beschrieben. Welche Technik liegt am ehesten vor?
Optionen:
A. Cherry-Picking
B. sachliche Repräsentation
C. vollständige Kontextualisierung
D. transparente Statistik
Richtige Antwort: A
Ein Einzelfall wird selektiv herausgegriffen und verallgemeinert.
#DemocracyDefenders | FIMI Basiswissen
Kapitel 3: Wer manipuliert und wie?
Manipulative Informationskampagnen können von unterschiedlichen Akteuren ausgehen: staatlichen Stellen, ideologischen Gruppen, wirtschaftlichen Interessenakteuren, politischen Netzwerken oder lose verbundenen digitalen Szenen.
Nicht jede manipulative Kampagne ist zentral gesteuert. Aber viele arbeiten mit Wiederholung, Verstärkung und Vernetzung. Inhalte tauchen dann gleichzeitig oder zeitnah auf verschiedenen Plattformen auf, in ähnlicher Sprache, mit ähnlichen Bildern oder Schlagwörtern.
Wichtig ist: Reichweite allein beweist keine Koordination. Aber Muster können Hinweise geben:
- plötzliches massenhaftes Auftauchen,
- identische Narrative an verschiedenen Orten,
- verdächtige Verstärkungsstrukturen,
- auffällige emotionale Zuspitzung,
- fehlende transparente Quellen.
Manipulative Ökosysteme funktionieren oft nicht hierarchisch, sondern als Netzwerk. Ein Inhalt wird vielleicht an einer Stelle erzeugt, an anderer verstärkt, an dritter emotional aufgeladen und schließlich von scheinbar „ganz normalen“ Nutzerinnen und Nutzern weitergetragen.
Deshalb ist es wichtig, nicht nur den einzelnen Beitrag zu sehen, sondern das Muster dahinter.
Kernaussagen:
- Manipulation wirkt oft netzwerkartig.
- Wiederholung und Verstärkung sind zentrale Mechanismen.
- Reichweite ist kein Beweis, aber Muster können Hinweise geben.
***
Quiz-Frage: Welche Aussage ordnet ein virales politisches Video am besten ein?
Optionen:
A. Viral heißt wahr
B. Reichweite sagt nur, dass es stark verbreitet wurde
C. Viele Klicks ersetzen Quellenprüfung
D. Reichweite macht weitere Prüfung unnötig
Richtige Antwort: B
Sichtbarkeit und Glaubwürdigkeit sind nicht dasselbe.
#DemocracyDefenders | FIMI Basiswissen
Kapitel 2: Ziele manipulativer Informationsangriffe
Manipulative Angriffe auf den Informationsraum verfolgen unterschiedliche Ziele. Es geht nicht nur darum, dass Menschen etwas Falsches glauben. Oft sollen sie auch verunsichert, polarisiert oder demobilisiert werden.
Typische Ziele sind:
- Misstrauen gegen Medien, Wahlen oder Institutionen,
- gesellschaftliche Polarisierung,
- politische Ermüdung oder Rückzug,
- allgemeiner Zynismus,
- Verwirrung statt Orientierung.
Besonders gefährlich ist der Effekt, dass Menschen irgendwann denken: „Man kann ohnehin niemandem mehr glauben.“ Dann wird nicht nur eine einzelne Lüge wirksam, sondern das Vertrauen in verlässliche Information insgesamt wird geschwächt.
Diese Form der Zersetzung ist besonders gefährlich. Denn sie ersetzt falsche Gewissheit oft durch allgemeine Orientierungslosigkeit. Eine Gesellschaft, die an gar nichts mehr glaubt, ist manipulativen Einflüssen oft leichter ausgesetzt als eine Gesellschaft, die an eine konkrete Falschbehauptung glaubt.
Desinformation kann also drei grobe Wirkungen haben:
1. falsche Überzeugung,
2. verstärkte Spaltung,
3. allgemeines Misstrauen.
Wer diese Ziele kennt, erkennt schneller, warum manche Inhalte nicht einfach informieren, sondern destabilisieren sollen.
Kernaussagen:
- Manipulation will oft nicht nur täuschen, sondern zersetzen.
- Misstrauen, Zynismus und Demobilisierung sind strategisch wichtige Effekte.
- Orientierungslosigkeit kann selbst ein Ziel sein.
***
Quiz-Frage: Warum ist allgemeines Misstrauen ein problematischer Effekt von Desinformation?
Optionen:
A. Weil dann alle Informationen automatisch wahr werden
B. Weil Menschen verlässliche und unzuverlässige Quellen schlechter
unterscheiden
C. Weil Konflikte vollständig verschwinden
D. Weil Wahlen dadurch einfacher werden
Richtige Antwort: B
Totales Misstrauen zerstört Orientierung und macht politische Manipulation oft leichter.
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#DemocracyDefenders | FIMI Basiswissen
Kapitel 1: FIMI - Begriffe und Grundverständnis
Wer sich gegen Manipulation schützen will, muss folgende Begriffe unterscheiden können. Nicht jede falsche Information ist dasselbe.
Misinformation > meint falsche oder irreführende Information, die ohne Täuschungsabsicht verbreitet wird. Jemand teilt etwas Falsches, weil er selbst glaubt, es stimme.
Desinformation > meint falsche oder irreführende Information, die gezielt verbreitet wird, um zu täuschen, zu beeinflussen oder Schaden anzurichten.
Malinformation > meint echte Information, die in manipulativer Weise eingesetzt wird, etwa entkontextualisiert, selektiv oder mit Schädigungsabsicht.
FIMI (Foreign Information Manipulation and Interference) geht darüber hinaus. Gemeint sind ausländische Informationsmanipulation und Einmischung. Dabei geht es nicht nur um einzelne falsche Inhalte, sondern um strategische Einflussnahme: koordinierte Narrative, Netzwerke, Verstärkung, Irreführung, Polarisierung und Vertrauensschädigung um den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu schwächen.
Diese Unterscheidungen sind wichtig, weil Gegenstrategien unterschiedlich ausfallen. Wer irrt, braucht eher Korrektur. Wer gezielt manipuliert, verfolgt ein strategisches Ziel. Und wer FIMI bekämpfen will, muss nicht nur Inhalte, sondern auch Akteure, Muster und Verbreitungslogiken verstehen.
Kernaussagen:
- Nicht jede Falschinformation ist absichtlich.
- Absicht, Kontext und Wirkung sind entscheidend.
- FIMI ist mehr als bloße Unwahrheit.
***
Quiz-Frage: Ein Netzwerk verbreitet gezielt irreführende Inhalte, um Vertrauen in Wahlen zu zerstören. Wie lässt sich das am besten einordnen?
Optionen:
A. nur ein Irrtum
B. bloße Meinungsvielfalt
C. strategische Desinformation / FIMI
D. rein private Kommunikation
Richtige Antwort: C
Hier geht es um gezielte Manipulation mit politischer Wirkung.
Zum Nachschauen: #laberfeuer | USA / Europa
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Im 243. WildMics-Special ging es um die zunehmenden Spannungen zwischen den USA und der EU. Welche Optionen hat die EU?
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https://t.co/owZIO8m5Cz
WiFi4EU
EU-Initiative, die Gemeinden Geld für kostenlose WLAN-Hotspots in Parks, Bibliotheken oder Rathäusern gibt - erkennbar am Netzwerknamen „WiFi4EU“.
#EUAdventkalender
EUSF - EU-Solidaritätsfonds
Finanzielle Soforthilfe nach schweren Naturkatastrophen oder großen Gesundheitskrisen, damit zerstörte Infrastruktur und öffentliche Einrichtungen wieder aufgebaut werden können.
#EUAdventkalender
UCPM / EUCPM - EU-Zivilschutzmechanismus
Wird bei großen Katastrophen aktiviert (z.B. Waldbrände, Überschwemmungen, Erdbeben), um Hilfseinsätze und Material aus vielen EU-Ländern zu bündeln.
#EUAdventkalender