Trumps Brut will Deals abschließen, Selenskyj ist doof, Putin ist der heiße Scheiß, Trump fordert Energie-Waffenruhe, die EU soll die Russen-Tattas locker machen.
Und täglich grüßt das Murmeltier.
Ich habe mal eben geprüft, ob mein Kalender kaputt ist. Ist er nicht. Es ist Oktober 2026. Und es fühlt sich haargenau an wie 2025 – nur im Zeitraffer.
Ein Jahr weiter. Dieselbe Zumutung.
Im Februar 2025 nannte Trump Selenskyj einen „Diktator ohne Wahlen“, und das ganze Jahr über drängte er auf Neuwahlen in der Ukraine. Mitten im Krieg.
Am vergangenen Wochenende fand er erneut, es sei Zeit für einen neuen Präsidenten in der Ukraine.
Im März 2025 setzten die USA den Austausch von Geheimdienstdaten mit Kyjiw aus. Vor ein paar Tagen sollen US-Militärs nach Selenskyjs Darstellung gedroht haben, keine Daten mehr zu liefern, wenn die Ukraine weiter russische Raffinerien angreift.
In derselben Woche wurden die Starshield-Terminals der ukrainischen Drohnen gedrosselt, und in zwei Nächten hintereinander kam der Luftalarm in Kyjiw erst, als die Raketen schon im Anflug waren. Washington erklärte die Lücken bei den Warnungen mit dem Wetter.
Im März 2025 prahlte Elon Musk, ohne sein Starlink würde die ukrainische Front zusammenbrechen. Jetzt schreibt er: „Time for Zelensky to go.“
Im März 2025 verkündete Trump nach einem Telefonat mit Putin eine Waffenruhe für Energieanlagen. Russland bombte weiter. Im September 2026 verkündete er wieder eine. Im Oktober noch eine. Putin bombt weiter. Selenskyj ist aber der Böse.
Im November 2025 stand im 28-Punkte-Plan, 100 Milliarden Dollar aus den eingefrorenen russischen Geldern in der EU sollten in einen Wiederaufbau unter US-Führung fließen, die Hälfte der Gewinne für die USA. Heute berichtet die Financial Times: Witkoff und Kushner wollten einen Teil des EU-Pfands in eine Finanzstruktur unter Washingtons Kontrolle umleiten. Für den Frieden, versteht sich.
Neu ist eigentlich nur der Diesel. Trump lockert die Sanktionen auf russischen Diesel, damit das Tanken in Amerika billiger wird. Putin sagt Danke und füllt die Kriegskasse. Wobei: Schon im „Friedensplan“ 2025 waren die Energiegeschäfte mit Russland eingepreist.
Das Muster ist immer dasselbe: Trump und seine Horde von Blutsaugern wollen Kasse machen, Putin ist der Wunsch-Partner, die Ukraine soll gefälligst leise sterben und Europa soll zahlen.
Und Europa? Merz hat den Vorstoß heute in Brüssel abgelehnt. Gut so! 👏
Vor 10 Monaten sagte er allerdings noch: „Dieses Geld muss der Ukraine zukommen.“
Heute sagt er, die Gelder „sollten auch in Europa eingefroren bleiben“.
Eingefroren. Genau. Fast ein Jahr lang hat Europa inzwischen weiter prokrastiniert, diskutiert, gezögert und geprüft.
Ergebnis: Das Geld liegt immer noch in Brüssel rum und nicht in Kyjiw, und Trump greift schon wieder danach.
Im Film klingelt der Wecker genau 24 Mal. Bill Murray gelingt es erst, aus der Schleife herauszukommen, als er aufhört, nur an sich zu denken, und endlich das Richtige tut.
Morgen spricht Selenskyj beim EU-Gipfel. Zum sage und schreibe 28. Mal, persönlich oder zugeschaltet.
Europa, mach es endlich anders!