Menschen die psychologische oder psychotherapeutische Hilfe in Anspruch nehmen, weil sie ihren Alltag nicht mehr bewältigen können, sind NICHT "schwach"
Sie sind stark!
Denn sie spüren sich deutlich mehr als diejenigen, die sich deswegen über sie lustig machen!
#mentalhealth
Freundliche Erinnerung:
Menschen die aufgrund einer depressiven Erkrankung medikamentös eingestellt sind, sollten bei diesen hohen Temperaturen bitte besonders gut auf sich achten und genügend Flüssigkeit (Wasser) zu sich nehmen ☝️
Denn die Hitze kann aus folgenden Gründen schnell gefährlich werden:
- Gestörte Thermoregulation: Bestimmte Wirkstoffe (z. B. trizyklische Antidepressiva, SSRI und SNRI) greifen in das Temperaturzentrum im Gehirn ein. Dem Körper fällt es schwerer, sich abzukühlen
- Verändertes Schwitzen:
Einige Medikamente vermindern die Schweißproduktion, während andere starkes Schwitzen (auch nachts) auslösen können
- Unterdrücktes Durstgefühl:
Manche Psychopharmaka dämpfen das Signal, dass Sie durstig sind. Das führt unbemerkt zu gefährlichem Flüssigkeitsmangel
- Kreislaufbelastung:
Hitze erweitert die Blutgefäße, was den Blutdruck senken kann. In Kombination mit bestimmten Antidepressiva kann dies zu Schwindel oder plötzlicher Benommenheit führen und im schlimmsten Fall, zum Kreislaufkollaps
(Quelle - PTA Heute, Deutsches Ärzteblatt)
---------------------
Das gilt natürlich nicht für die Antidepressiva, sondern auch für Dauermedikamente im allgemeinen.
Da ich allerdings bei Antidepressiva zumindest aus erster Hand sprechen kann (Venlafaxin) habe ich dieses Thema aus aktuellem Anlass mal aufgegriffen.
Ich persönlich habe für diese hohen Temperaturen, eine 40 minütige Erinnerung im Handy gespeichert, die mich daran erinnert zu trinken.
Des weitern ist Alkohol dringend zu meiden, Energydrinks im übrigen auch
Es würde mich sehr freuen, wenn ihr diesen Post per Repost in euren Timelines teilen würdet, damit zum einen Betroffene daran erinnern und nicht Betroffene darauf sensibilisiert werden
Danke❤️
Ein hoffentlich fiktiver Blick, in eine leider vorstellbare nahe Zukunft:
Es ist Februar im Jahr 2029
Der gelernte LKW Mechatroniker Gerd stempelt nach seiner vertraglich festgesetzten 13 Stunden Schicht endlich ab.
"Nur noch 12 Jahre, dann endlich Rente", sagt der 60 jährige mehr zu sich selbst.
Zum Glück hat er privat für seinen Ruhestand vorgesorgt, denn seit der radikalen Reform der Bundesregierung, bekommt jeder Mensch, der das Rentenalter überhaupt erreicht, lediglich eine Basisrente von 657€.
Bisher eingezahlte Beträge, wurden mit dem Erlass vom 01.01.2028 eingefroren und wurden ab dem 01.08.2028 dafür genutzt, um unzählige Haushaltslöcher zu stopfen
Gerd öffnet die Fahrertür seines alten BMWs und lässt sich schwerfällig auf den Fahrersitz fallen.
Beim Einschalten der Zündung erinnert ihn die Reservelampe daran, in nächster Zeit wieder Kraftstoff nachzufüllen
"Dieses verdammte E20 Benzin. Zwar 15 Cent günstiger, dafür aber höherer Verbrauch"
Er startet den Motor und gleichzeitig schaltet sich das Radio an.
"Es ist 20 Uhr und nun schalten wir rüber in die Nachrichtenredaktion"
Gerd atmet ein und spielt mit dem Gedanken, sich das Elend nicht anzuhören, gibt den Nachrichten aber eine Chance.
"Guten Abend an diesem ungewöhnlich warmen 12. Februar.
Washington - Präsident Vance droht den Vereinigten Arabischen Emiraten erneut mit Atomwaffen. Nachdem China im Gegenzug sein Atomwaffen Arsenal in die höchste Alarmbereitschaft versetzt hat und..."
Er schaltet das Radio aus, legt den ersten Gang ein, lässt die Kupplung kommen und beginnt seine Fahrt durch das Industriegebiet in Richtung Autobahn
Auf dem Weg kommt er an einer Tankstelle vorbei:
Diesel - 3.98€
E20 - 4.65€
"Oha, ist ja tatsächlich wieder günstiger geworden!"
Er fährt raus und tankt 10 Liter nach.
Beim Bezahlen fällt sein Blick auf die Zigarettenschachteln hinter dem Kassierer - 24 Stück für 22€
"Zum Glück hab ich aufgehört", sagt er zu dem Mitarbeiter und zeigt auf die Zigarettenschachteln.
"Ist sowieso ungesund", antwortet dieser mit einem Lächeln.
Im Hintergrund laufen die Nachrichten und im hinausgehen, schnappt Gerd die letzten Fetzen einer Rede von Kanzlerin Weidel auf:
"...deswegen müssen wir solidarisch zu unserem Partner und unseren Verbündeten Russland stehen! Wir können nicht zulassen, dass die EU weiterhin über unsere Soldaten verfügt! Des weiteren werden wir der Staatspolizei freie Hand für umfangreiche Durchsuchungen und Festnahmen von Staatsfeinden..."
Die Schiebetür der Tankstelle schließt sich zum Glück schnell genug, damit Gerd nicht noch mehr von dieser Furie hören muss
Er steigt wieder in sein Auto und fädelt sich anschließend in den laufenden Verkehr zur Autobahn ein.
Ein Stechen in der Brust erinnert ihn daran, dass er unbedingt an den Termin beim Kardiologen denken muss.
Schließlich hatte er diesen Anfang letzten Jahres, mit viel Glück, für Dezember 2029 ergattern können.
Auf der Gegenfahrbahn gab es einen Unfall, die Staatspolizei regelte bereits den Verkehr.
Hätte ja niemand ahnen können, dass diese Autonomen Teslas Unmengen an Unfällen produzieren
Das Stechen in seiner Brust wird stärker...deutlich stärker als sonst.
Panik schießt in Gerd hoch
Seine Sicht wird unklar und er lenkt seinen BMW an die rechte Seite der Fahrbahn.
Er greift sein Handy und wählt den Notruf:
"110 Notfallnummer - Bitte bleiben Sie in der Leitung, wir sind gleich für Sie da!"
Das Atmen fällt ihm schwer.
Plötzlich klopft jemand an der Fahrerseite ans Fenster:
"EY!! DAS IST EIN FAHRRADWEG!”
Gerd schaut glasig in die Augen des wütenden Mannes.
Aus dem Handy ertönt eine KI generierte Stimme:
"Aufgrund unserer Prüfung Ihres Endgerätes durch unseren Partner Palantir Technologies, haben wir festgestellt, dass Sie als Kassenpatient keine Berechtigung besitzen, diesen Notruf zu nutzen. Auf Wiederhören."
Es klickt in der Leitung
Das Letzte, was Gerd wahrnimmt, bevor er stirbt, ist der Staatspolizist, der einen Strafzettel unter den Scheibenwischer schiebt…
Ende...?
Wenn eine Person an einer psychischen Erkrankung leidet und sich deswegen freiwillig in Behandlung begibt, ist sie weder verrückt, durchgedreht oder bekloppt, sondern krank.
Sie ist so krank, dass sie ihren Alltag nicht mehr schafft und bereits an den kleinsten Dingen zerbricht.
Niemand, der nicht jemals solch eine Phase in seinem Leben hatte, kann dieses Gefühl nachvollziehen und hat definitiv auch nicht das Recht, sich in diesem Moment über diese Person lustig zu machen oder über sie zu richten.
Denn diese Person hat sich Hilfe geholt, weil sie einfach nicht mehr kann und niemand, außer der betroffenen Person selbst, kann es wirklich verstehen, wie schwer der Weg sein kann, bis man an der richtigen Stelle angekommen ist…
Oft vergeht viel Zeit zwischen dem ersten Anruf und der ersten therapeutischen Sitzung und wenn diese Person es endlich geschafft hat, bis zu diesem Punkt durchzuhalten, dann beginnt die eigentliche Arbeit.
Es ist nicht leicht, über seine Probleme zu sprechen, an sich zu arbeiten, es sich einzugestehen, krank zu sein…
All dies kostet Überwindung und Kraft!
Viele tiefliegende Probleme und Gefühle, die diese Person längst verdrängt hatte, werden in der Psychotherapie wieder nach oben geholt und die Person durchlebt diese erneut…immer und immer wieder…
Nach einer Therapiesitzung fühlt sie sich manchmal befreit und manchmal total am Boden.
Doch irgendwann kommt die Person an den Punkt, an dem sie ihren inneren Dämonen in die Augen schaut, ihnen die Stirn bietet, lernt mit ihnen umgeht und mit ihnen zu leben.
Dieser Punkt ist das Ziel, welches meist Jahre hinter dem Start liegt…
Die Person bekommt als Begleitung zusätzlich medikamentöse Unterstützung, welche sie nicht "ruhig stellt" oder "betäubt", sondern ihr helfend unter den Armen greift und nur weil die Person Psychopharmaka nimmt, ist sie noch lange kein "Medikamenten Junkie”
Die Person nimmt nur die Hilfe an, die ihr angeboten wird, schließlich wird sie ja auch nicht dazu gezwungen, es wird ihr empfohlen, um das Leiden erträglicher zu machen und die inneren Wogen etwas zu glätten.
Außerdem ist diese Person in ihrer Situation um jede Hilfe und Entlastung dankbar.
Bevor ihr also das nächste Mal über jemanden, der psychisch krank ist, urteilt oder lacht, solltet ihr euch all die Dinge, die ich da oben über diese Person geschrieben habe, in euer Gedächtnis rufen.
Denn die Person kämpft einen Kampf, den man nicht von außen sehen kann!
Vielleicht hat sie ihren Kampf gerade erst begonnen und ist noch unsicher in ihrem Handeln, was sie besonders für äußerliche Einflüsse empfänglich macht...positive wie auch negative….
Vielleicht kämpft sie aber auch schon seit Jahren, vielleicht sogar schon einen großen Teil ihres Lebens und kann sich mittlerweile besser abgrenzen.
Genau dies macht eine psychische Krankheit aus, ihr seht nicht, wie es der Person gerade im Moment geht.
Die Person kann lachen und äußerlich glücklich wirken und gleichzeitig innerlich schreckliche Qualen erleiden.
Für euch, unter Umständen lapidare und unwichtige Dinge, können diese Person stark verletzen oder sogar dazu führen, dass sie innerhalb von Sekunden in sich zusammenbricht…natürlich nicht nach außen…sondern innerlich…
Die Person, die ich in diesem Post beschrieben habe, kann ein Bekannter, ein Kollege, ein Freund, ein Familienmitglied, eine fremde Person der ihr zufällig begegnet oder sogar ihr selbst sein.
Jeder kann von einer psychischen Erkrankung betroffen sein oder es werden, vergesst das also bitte nicht!
Wenn ihr euch in meinen Worten wiedergefunden habt, teilt diesem Post in euren Timelines gerne per Repost und schafft so für dieses wichtige Thema, die nötige Aufmerksamkeit und Reichweite❤️
Danke fürs lesen, teilen und berücksichtigen
Euer Maxi, eine Person…