@BlNinsider@GtzFrmming@weichreite Wir sollten jetzt ne Spendenaktion für ihn. Also wirklich manchmal sieht er aus wie aus der Tonne gezogen. Nichtsdestotrotz muss man seinen Mut und Arrangement bewundern.
Stuttgart heute – und Stuttgart, wenn man die grüne Politik Baden-Württembergs ausnahmsweise nicht nur dem ländlichen Raum verordnen, sondern vor der eigenen Haustür umsetzen würde.
Links sehen wir die Realität.
Rechts sehen wir ungefähr das, was nach jahrelangen Sonntagsreden, Klimagipfeln, Förderprogrammen und moralischen Belehrungen eigentlich längst entstanden sein müsste.
Schließlich regieren die Grünen Baden-Württemberg nicht erst seit gestern. Stuttgart liegt im Herzen dieses grünen Musterländles. Hier müsste die ökologische Transformation doch aus jeder Dachrinne sprießen.
Aber offenbar gilt auch beim Klimaschutz das bewährte schwäbische Motto:
„Net gschimpft isch globt gnug – und net umgesetzt isch offenbar au klimaneutral.“
Wo sind die flächendeckenden Solaranlagen auf öffentlichen Gebäuden, Gewerbehallen, Parkhäusern und geeigneten Wohnhäusern? Wo sind die begrünten Dächer, bepflanzten Fassaden, Solarüberdachungen und entsiegelten Flächen? Wo sind die zusätzlichen Bäume und grünen Korridore, die den berüchtigten Stuttgarter Talkessel tatsächlich abkühlen könnten?
Stattdessen erklärt man den Menschen auf dem Land, wie Fortschritt funktioniert:
Windräder auf die Höhenzüge.
Solarparks auf die Felder.
Stromleitungen durch die Gemeinden.
Flächen hergeben.
Aussicht verändern.
Klappe halten.
Wer widerspricht, hat die Energiewende angeblich nicht verstanden.
In Stuttgart selbst genügt dagegen offenbar eine neue Fahrradspur, ein begrüntes Bushäuschen und eine Informationsveranstaltung mit Hafermilch, um sich bereits auf der richtigen Seite der Geschichte zu fühlen.
„Schaffe, schaffe, Häusle baue“ war gestern.
Heute heißt es:
„Fordere, fordere, Windrad baue – aber bitte so weit weg, dass mir’s vom Kessel aus net sehe.“
Natürlich verlangt niemand ein riesiges Windrad mitten auf dem Schlossplatz. Aber wenn diese grüne Zukunft wirklich so großartig, modern und alternativlos ist, warum sieht Stuttgart dann nicht wenigstens ansatzweise wie die rechte Bildhälfte aus?
Warum wird nicht jedes geeignete öffentliche Dach genutzt? Warum sind nicht längst große Parkplätze mit Solaranlagen überdacht? Warum werden Gebäude nicht viel konsequenter begrünt? Warum ist die ökologische Musterstadt hauptsächlich in Broschüren, Konzeptpapieren und Wahlkampfreden zu finden?
Die schwäbische Kehrwoche ist schließlich legendär.
Vielleicht wäre es langsam Zeit für eine politische Kehrwoche: Erst einmal vor der eigenen Tür kehren, bevor man dem ganzen Land erklärt, wie es seinen Hof umzubauen hat.
Aber das würde bedeuten, die Folgen der eigenen Forderungen selbst sehen und erleben zu müssen.
Und da hört bei manchen offenbar die Liebe zur Energiewende ganz schnell auf.
Die Windräder bekommt die Alb.
Die Solarparks bekommt Oberschwaben.
Die Stromtrassen bekommen die Dörfer.
Die steigenden Kosten bekommen alle.
Und Stuttgart?
Stuttgart bekommt einen Klimamanager, eine Machbarkeitsstudie und vermutlich noch ein neues Logo mit einem grünen Blatt.
Mir könnet alles.
Außer die eigene grüne Vision konsequent vor der eigenen Haustür umzusetzen.
Denn im Musterländle gilt anscheinend:
„Wasch mir den Pelz – aber mach mir den Kittel net nass.“
Oder noch schwäbischer:
„S’Klima rette? Freilich! Aber stell dei Windrad bitte hinter dr nächschte Alb – i will’s von meiner Terrasse net sehe.“
Berlin heute – und Berlin, wenn die selbst ernannte grün-woke Avantgarde ihre eigenen Forderungen ausnahmsweise vor der eigenen Haustür umsetzen müsste.
Merkwürdig, oder?
Seit Jahren erklärt man dem Landvolk mit erhobenem Zeigefinger, wie die schöne neue klimaneutrale Welt auszusehen hat:
Windräder in die Landschaft.
Solarparks auf die Äcker.
Neue Stromtrassen durch die Gemeinden.
Flächen opfern.
Aussichten verändern.
Wertverluste hinnehmen.
Und wer Einwände hat, ist selbstverständlich rückständig, egoistisch, wissenschaftsfeindlich oder gleich „rechts“.
In Berlin selbst sieht die ökologische Revolution dagegen erstaunlich unsichtbar aus.
Wo sind die flächendeckenden Solardächer auf öffentlichen Gebäuden, Wohnblöcken, Parkhäusern und Gewerbeflächen? Wo sind die konsequent begrünten Dächer und Fassaden? Wo sind Solarüberdachungen, entsiegelte Innenhöfe, zusätzliche Bäume, urbane Gärten und sichtbare Energieprojekte?
Keine Sorge: Niemand verlangt ein 250 Meter hohes Windrad direkt vor der Berliner Altbauwohnung. Das könnte schließlich den Blick vom Balkon beeinträchtigen – und womöglich den Wert der Eigentumswohnung.
Die großen Anlagen stellt man lieber irgendwo aufs Land. Dort stören sie offenbar nicht. Dort wohnen schließlich nur die Menschen, denen Berliner Politiker anschließend erklären, sie müssten „mehr Akzeptanz“ entwickeln.
Die moralische Überlegenheit bleibt in Berlin.
Die Windräder bekommt Brandenburg.
Die Solarparks bekommt der Bauer.
Die Stromleitungen bekommt das Dorf.
Und die Rechnung bekommen natürlich alle.
Aber Berlin bekommt ein paar Poller, drei Hochbeete, eine Regenbogenbank und einen „Klimakiez“. Danach gibt es eine Pressekonferenz, Fördergeld und wahrscheinlich noch eine neue Beauftragtenstelle.
So sieht gelebte Verantwortung aus.
Moral im Prenzlauer Berg – Infrastruktur in der Uckermark.
Wenn diese grüne Zukunft wirklich so wunderschön, fortschrittlich und alternativlos ist, warum sieht Berlin dann nicht längst wie die rechte Hälfte des Bildes aus?
Warum sind Berlin, Freiburg und Stuttgart keine konsequenten Vorzeigestädte dieser angeblich so großartigen Transformation? Warum wird das, was man der gesamten Republik verordnet, nicht zuerst im eigenen unmittelbaren Lebensumfeld sichtbar umgesetzt?
Man könnte fast auf den Gedanken kommen, dass die Begeisterung für Windkraft, Solarflächen und Landschaftsumbau proportional mit der Entfernung zur eigenen Wohnung wächst.
Je weiter weg, desto klimafreundlicher.
Die grün-woke Energiewende funktioniert offenbar nach einem sehr einfachen Prinzip:
Wir liefern die Haltung.
Ihr liefert die Fläche.
Ihr ertragt die Anlagen.
Ihr bezahlt die Kosten.
Und wir erklären euch anschließend, warum das alles zu eurem Besten ist.
Oder etwas kürzer:
„Heiliger Sankt Florian,
verschon mein Dach und meinen Kiez –
stell das Zeug beim Bauern hin.“
Herr Kiesewetter, die Ermittler untersuchen noch Spuren und Hintergründe – aber Sie haben offenbar bereits Täter, Motiv und geopolitische Antwort parat: Russland war es, und die NATO soll sich damit befassen.
Beweise? Offenbar ein lästiges Detail, das den gewohnten Eskalationsreflex nur unnötig aufhalten würde.
Natürlich ist der Fund einer mit Sprengstoff versehenen Drohne ein äußerst ernster Vorgang und muss vollständig aufgeklärt werden. Gerade deshalb sollte man zunächst ermitteln, Beweise sichern und Verantwortliche eindeutig identifizieren, bevor Politiker öffentlich einen Staat beschuldigen und NATO-Mechanismen ins Spiel bringen.
Artikel 4 ist zwar nicht Artikel 5 und löst keinen Bündnisfall aus. Aber wer bereits bei ungeklärter Täterschaft reflexartig die NATO-Bühne betritt, trägt dazu bei, aus einem Ermittlungsfall eine internationale Eskalationsspirale zu machen. Und am Ende heißt es wieder: Man habe „reagieren müssen“, weil man zuvor selbst jede diplomatische und politische Zurückhaltung als Schwäche dargestellt hat.
Deutschland braucht keine Politiker, die bei jedem noch ungeklärten Vorfall sofort in Richtung Moskau zeigen und dabei offenbar hoffen, endlich den nächsten Schritt der militärischen Eskalation begründen zu können. Deutschland braucht Aufklärung, Besonnenheit, Diplomatie und eine Politik, die verhindert, dass unser Land immer tiefer in einen Krieg hineingezogen wird.
Ich bin Kriegsgegner – unabhängig davon, wer einen Krieg führt und wie er politisch gerechtfertigt wird. Gerade ein Land wie Deutschland sollte alles dafür tun, eine direkte Konfrontation zwischen NATO und Russland zu verhindern. Wir sollten außerdem unsere tatsächliche militärische Leistungsfähigkeit realistisch beurteilen, bevor ständig mit immer größeren Bündnis- und Eskalationsszenarien hantiert wird.
Welche politische Mischung aus Alarmismus und Selbstüberschätzung hier inzwischen den Realitätssinn vernebelt, weiß ich nicht. Aber vielleicht wäre es hilfreich, sie abzusetzen und erst einmal die Ergebnisse der Ermittlungen abzuwarten.
Erst Beweise. Dann Schlussfolgerungen. Nicht umgekehrt.