Die weiträumige Umgebung des Bielatals in Sachsen und Böhmen ist mein Lieblingswandergebiet. Trotzdem gelingt es mir immer noch, romantische Orte zu finden, in denen ich bisher noch nicht war. Wie gestern hier, nördlich des historischen Mühlsteiges, auf dem jetzt der Forststeig entlang führt, auf der östliche Seite des Eiländer Kessels, in dem die Biela weiter westlich entspringt.
Ergänzung: Die angrenzende 850 m lange Brücke Budapester Straße macht auch Zicken, ist marode und muss aufwändig betriebsbereit gehalten und in wahrscheinliche 10 Jahren neu gebaut werden.
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Nichts geht mehr auf dem östlichen Teil der Brücke Budapester Straße, außer Fußgänger und Radfahrer. An der Brücke wurden Korrisionsschäden festgestellt, der Verkehr wird weiträumig umgeleitet und es wird versucht, durch Notstützen und andere provisorische Maßnahmen die Lebensdauer der Brücke noch 10 Jahre zu halten, dann muss sie aber ersetzt werden.
Am Bereich Budapester Straße - Nossener Brücke sieht man wie im Schlaglicht die Entwicklung der letzten hundert Jahre. Vor dem Krieg war hier Stadt, nicht weit von der historischen Altstadt entfernt, im Krieg zerstört. In den mittleren Jahren der DDR Aufbau im Stil der Zeit, eine vierspurige Stadtautobahn mit 850 m langer Brücke (Budapester Straße) und der flankierenden Hochhausmauer, gekreuzt von der Nossener Brücke, ebenfalls vierspurig errichtet. Die alte Brücke überstand zwar den Krieg, reichte aber nicht mehr und wurde von 1959 bis 1964 stückweise durch eine neue Brücke ersetzt, vierspurig. Sie hieß sinnigerweise "Brücke der Jugend". Nun ist die Jugend alt und brüchig geworden und muss weg, es beginnen gerade die Arbeiten zum Abriß und Neubau. Als Erweiterung soll eine Straßenbahn, die Campuslinie, auf dieser Brücke neu errichtet werden.
Auf den Bildern oben sieht man gut den Charakter der Gegend. Weite Freiflächen. Wenn man gräbt, kommen alte Gebäudereste wieder hervor. Ein altes ungepflegtes Vorkriegsgebäude, die Zeile aus DDR-Zeiten und rechts die Investorenbürobauten der Nachwendezeit, alles keine Schmuckstücke der Stadtarchitektur.
Links unten beginnen die Arbeiten mit Verkehrseinschränkungen, rechts habe ich mal schnell ein Foto aus meinem Grieben-Stadtführer von 1926 angehängt, die Nossener Brücke ist ganz links unten zu sehen.
Das Grab von Gottlieb Traugott Bienert (1813-1894) auf dem Friedhof der Auferstehungskirche in Dresden-Plauen sieht wie ein Fürstengrab aus. Er stammte aus einfachen Verhältnissen, am Ende seines Lebens war er einer der reichsten Menschen Sachsens. Er war Müller und Bäcker und nutzte die Zeit der Industrialisierung, um die Getreidemüllerei und Bäckerei zu technisieren und zu wirtschaftlicher Größe zu bringen. Als Beispiel sei die Bienertmühle am Eingang des Plauenschen Grundes genannt. 1852 pachtete er die heruntergekommen kurfürstliche Hofmühle, 20 Jahre später kaufte er sie. Er nutzte mit gutem Gespür die moderne Technik seiner Zeit und baute sie zu einem High-Tech-Unternehmen aus. Dampfmaschinen wurden ab 1859 eingesetzt, dazu kamen Walzenmühlen, Eisenbahnanschluss, Ölmühle und eine Brotfabrik mit modernen Öfen. Hier arbeiteten über 250 Mitarbeiter und produzierten hochwertiges Mehl und Brot.
Bienert war dabei kein gieriger Manchester-Kapitalist, sondern zeigt starkes soziales Engagement.
ER richtete einen fabrikeigenen Kindergarten ein, begründete Stiftungen für Pensionskassen-, Witwen- und Unterstützungskassen. Er finanzierte das Wasserwerk für Plauen, ebenso die Gasversorgung. Er spendete für die Schule, das Rathaus, dessen Fassade eine Skulptur von ihm ziert, die Orgel der Auferstehungskirche und gab 1,5 Millionen Mark in eine Wohltätigkeitsstiftung. Für seine Verdienste wurde Ehrenbürger von Plauen, Kommerzienrat (1882) und Königlich Sächsischer Hoflieferant.
Abendlicht im Wald?
Nein, das Foto habe ich vorhin mitten in der Stadt aufgenommen. Wer genau hinschaut, sieht den Fahrtdraht der Straßenbahn, davor verläuft die Stübelallee, hinten der Große Garten von Dresden. Trotzdem schön. Eine grüne Oase mitten im Stadtbezirk Altstadt.
@boridunco Als man die abgesäbelt hatte, war ich arg sauer und es sah gruselig aus. Aber es war wohl eine richtige Entscheidung. Die nachgewachsenen Bäume machen sich mittlerweile gut.
Irgendwie hatten sie schon Humor, die Schöpfer des Müllerbrunnens in Dresden-Plauen.
Dieses Jahr allerdings ohne Wasser, ab Herbst beginnen Erneuerungsarbeiten an der verschlissenen Technik.
Der Müllerbrunnen in Dresden-Plauen. Die Söhne von Gottlieb Traugott Bienert ließen ihn zum 50. Jubiläums der Bienertmühle, der großen Mühle an der Weißeritz, errichten. Gottlieb Traugott Bienert (1813-1894) "war ein sächsischer Müller, Bäcker und Großindustrieller, der aus bescheidenen Verhältnissen zum einen der reichsten Männer Sachsens aufstieg. Er gilt als Pionier der Industrialisierung der Getreidemüllerei und Brotbäckerei in der Region Dresden." (Wikipedia)
Lustiges Wortspiel: Einerseits erinnert der Müllerbrunnen an die lange Müller- und Mühlentradition dieser Gegend im Plauenschen Grund an der Weißeritz, andererseits wird dem Dichter Wilhelm Müller gedacht, der oft hier verweilte. Wilhelm Müller ist der Autor des bekannten Liedes „Das Wandern ist des Müllers Lust …“.
Die Figur wurde 1942 eingeschmolzen, der Krieg fraß Buntmetalle. Später kam der Krieg zurück und zerstörte an diesem Platz, dem heutigen F.C.-Weißkopf-Platz und vormaligen Rathausplatz einige Häuser der Umbauung. 1986 wurde nach alten Fotos eine Kopie der Figur wieder hergestellt.
Dass der Brunnen heute trocken dasteht, mag daran liegen, dass ab Herbst umfangreiche Arbeiten an den technischen Anlagen (Pumpen, Leitungen) anstehen. Diese Arbeiten solle bi Frühjahr 2027 dauern.
Der Müllerbrunnen in Dresden-Plauen. Die Söhne von Gottlieb Traugott Bienert ließen ihn zum 50. Jubiläums der Bienertmühle, der großen Mühle an der Weißeritz, errichten. Gottlieb Traugott Bienert (1813-1894) "war ein sächsischer Müller, Bäcker und Großindustrieller, der aus bescheidenen Verhältnissen zum einen der reichsten Männer Sachsens aufstieg. Er gilt als Pionier der Industrialisierung der Getreidemüllerei und Brotbäckerei in der Region Dresden." (Wikipedia)
Lustiges Wortspiel: Einerseits erinnert der Müllerbrunnen an die lange Müller- und Mühlentradition dieser Gegend im Plauenschen Grund an der Weißeritz, andererseits wird dem Dichter Wilhelm Müller gedacht, der oft hier verweilte. Wilhelm Müller ist der Autor des bekannten Liedes „Das Wandern ist des Müllers Lust …“.
Die Figur wurde 1942 eingeschmolzen, der Krieg fraß Buntmetalle. Später kam der Krieg zurück und zerstörte an diesem Platz, dem heutigen F.C.-Weißkopf-Platz und vormaligen Rathausplatz einige Häuser der Umbauung. 1986 wurde nach alten Fotos eine Kopie der Figur wieder hergestellt.
Dass der Brunnen heute trocken dasteht, mag daran liegen, dass ab Herbst umfangreiche Arbeiten an den technischen Anlagen (Pumpen, Leitungen) anstehen. Diese Arbeiten solle bi Frühjahr 2027 dauern.
Die wollen nach Möglichkeitkeit die Brücke noch 10 Jahre so weiter betreiben. Stützpfeiler und so. 10 Jahre ist der reale Zeitrahmen für den Ersatz der benachbarten Nossener Brücke und der berühmten Carolabrücke. Danach kommt dann diese lange Brücke dran. Es gibt noch weitere Brücken, die ebenfalls fällig sind, Eisenbahnbrücke Hamburger Straße, 3 Brücken im Zuge der Königsbrücker Straße Süd und das gute alte Blaue Wunder. Die wird saniert, die Sanierung läuft schon und dauert. och ein paar Jahre. Viel zu tun!
Das langsam dahingehende Erbe der DDR
Die Brücke Budapester Straße, eine 850 m lange zweizügige Spannbetonbrücke, die Ende 1967 eröffnet wurde, überspannt die Ammonstraße, das westliche Gleisfeld des Dresdner Hauptbahnhofs und die Nürnberger Straße/Nossener Brücke und ist ein wichtiges Bindeglied für die Verbindung vom Dresdner Stadtzentrum nach Dresden-Plauen.
Leider wurde sie mit dem gleichen Spannstahl aus Hennigsdorf wie die Carolabrücke errichtet. Im östlichen Bereich der Brücke wurden an zwei Stellen im kritischen Bereich typische Schäden am Spannstahl festgestellt. Der Rest der Brücke (u. a. über den Bahnanlagen) ist weitgehend unauffällig. Mittlerweile ist dieser Brückenteil außer für Fußgänger und Radfahrer komplett gesperrt. Man will durch provisorische und dann dauerhafte Maßnahmen (Notstützen, Betonelemente oder ähnliche Konstruktionen) die Brücke noch ca. 10 Jahre nutzbar zu halten (kein sofortiger Neubau). Jetzt ist schließlich die Nossener Brücke dran, die in Stücken komplett erneuert wird.
Rechts unten ist ein Monitoringsystem zu sehen, mit dem kontinuierlich Drahtbrüche und Risse im Spannstahl/Beton überwacht werden, um frühzeitig Gefahren zu erkennen.
Wird wohl so sein. Die sind aber gerade mit der benachbarten Brücke, Nossener Brücke beschäftigt, da fangen gerade die Vorbereitungsarbeiten für Abriß auf einer Seite und Neubau, dann die andere Seite gleich behandelt, statt. Und dann haben wir noch die Carola-Fehlstelle über die Elbe. Genug zu tun mit den alten Spannbetonbrücken!