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KEVIN AUS BAUTZEN ENTKUGELT DIE ERDE
Wie eine Wasserwaage, ein Gartenstuhl und sehr viel Selbstvertrauen 2.200 Jahre Geometrie in Schwierigkeiten bringen
Bautzen. Die Geschichte der Naturwissenschaften steht vor einer Neuordnung, nachdem Kevin M., 38, aus Bautzen am Dienstagabend auf einer Bürgerversammlung zur kommunalen Verkehrsberuhigung nebenbei die Kugelgestalt der Erde widerlegt hat. Anlass ist eigentlich ein Antrag zur Umgestaltung eines Kreisverkehrs. Kevin meldet sich zu Wort, rückt seinen mitgebrachten Gartenstuhl zurecht, stellt eine Wasserwaage auf den Rednertisch und sagt: „Seht ihr? Gerade.“
Der Saal schweigt. Eine ältere Dame aus der dritten Reihe bittet darum, zur Parksituation in der Bahnhofstraße zurückzukehren. Der AfD-Kreisverband erkennt jedoch sofort die historische Dimension des Moments und spricht noch am selben Abend von einem „mutigen Bürger, der sich gegen das globale Geometrie-Narrativ stellt“. Ein FDP-Kommunalpolitiker fordert Technologieoffenheit in der Erdformfrage. Aus der CDU heißt es, man müsse die Sorgen der Menschen ernst nehmen, auch wenn der Planet bisher einen eher runden Eindruck mache. Die CSU erklärt vorsorglich, Bayern bleibe stabil, unabhängig von der Form des restlichen Universums.
Besonders schwer trifft Kevins Befund den antiken Gelehrten Eratosthenes, der um 240 v. Chr. mit Schatten, Sonnenstand, Winkelmessung und Entfernungen den Umfang der Erde berechnete. Er verglich den Schattenwurf in Syene und Alexandria, erkannte daraus einen Kreisanteil und leitete den Erdumfang ab. Kevin hält diese Methode für übertrieben akademisch. „Ich brauche keine zwei Städte“, sagt er. „Ich habe eine Wasserwaage.“
Auch Aristarchos von Samos, der Größen- und Entfernungsverhältnisse von Erde, Mond und Sonne geometrisch zu bestimmen versuchte, gerät durch die neue Bautzener Beweislage unter Druck. Kevin verweist auf den Mond, der „aussieht wie eine Scheibe“. Damit sei die Sache im Wesentlichen geklärt. Dass sichtbare Form, Raumkörper, Perspektive und Beleuchtung zusammenhängen könnten, bezeichnet er als „typisches Ablenkungsmanöver von Leuten mit zu vielen Fremdwörtern“.
Via Viktor Dorn
@jaegerthomas2 Es naht der Börsenfreitag und da kaum noch jemand den Unfug glaubt, den DT verzapft, wird jetzt etwas Länderdropping betrieben. Wirkt dann glaubwürdiger, vermutet DT...oder so ähnlich
NEIN, wir müssen jetzt nicht über #Migration reden, weil ein gewaltbereiter Mob ein Pogrom veranstaltet und wahllos Menschen aufgrund ihrer Herkunft angreift, ihre Häuser anzündet und ganze Wohnviertel terrorisiert.
Das ist keine Grundlage für politischen Diskurs. Wer Brandsätze wirft, Menschen jagt und Häuser anzündet, führt keine Debatte – er begeht Verbrechen. Mit Terroristen verhandelt man nicht. Man nimmt sie fest, stellt sie vor Gericht und sperrt sie weg. Genau wie den Gewalttäter, dessen Tat nun als Vorwand für diese Exzesse missbraucht wird.
Und nein, wir brauchen jetzt auch keine Leitartikel darüber, wie die Einwanderungspolitik angeblich zu diesen Ausschreitungen geführt habe. Aus demselben Grund, aus dem man nach einem islamistischen Anschlag nicht zuerst über die Außenpolitik des Westens diskutiert: Wer Gewalt als politische Argumentationshilfe einsetzt, verwirkt das Privileg, den Takt der Debatte vorzugeben.
Wenn ein Mob entscheidet, dass brennende Häuser ein legitimer Beitrag zur Migrationsdebatte sind, dann besteht die Aufgabe eines Rechtsstaats nicht darin, die Botschaft zu analysieren, sondern die Täter zu verfolgen.
Wenn 85 % das Grundgesetz ablehnen, bricht der Staat zusammen. Das nennt man Revolution oder Systemsturz.
Aber merkt ihr eigentlich, was ihr da gerade tut? Ihr verwechselt die rein faktische Macht (Gewalt/Umsturz) mit rechtlicher Legitimität. Nur weil eine Mehrheit die Spielregeln umwirft, wird der Regelbruch aber nicht legal.
Mit diesem Argument erklärt ihr das Recht des Stärkeren zum Prinzip. Wenn morgen 85 % beschließen, das Eigentumsrecht abzuschaffen, ist das nach eurer Logik eben "Kultur".
Und jetzt kommt's: Das Grundgesetz ist genau dafür da, ein Schutzwall gegen solche Mehrheitsdiktaturen zu sein. Wer argumentiert, dass das Recht vor den 85 % kapitulieren muss, betreibt dann den facto keinen Minderheitenschutz, sondern bereitet intellektuell den Totalitarismus vor.
@Coolnasenbaer Ausländer raus...und schon ist die Armut bekämpft. Zumindest wenn es nach den Blauzis geht. Musst du doch langsam auch wissen. /Ironie aus
🧵 Bernd Höcke und der "wahre Deutsche" – ein Philosophie-Crash-Kurs mit Fremdschämgarantie 👇
Höcke erklärt im Weltwoche-Interview:
Nur Ostdeutsche sind „wahre Deutsche", Westdeutsche haben sich „von der amerikanischen Kultur völlig usurpieren lassen."
🤡 Interessantes Argument von einem Mann, der in NRW geboren und in Rheinland-Pfalz groß geworden ist.
➡️ Das ist ein Klassiker der Logik, bekannt als "No True Scotsman"-Fehlschluss.
Ursprung:
Person A: „Kein Schotte streut Zucker auf seinen Haferbrei.“
Person B: „Aber mein Onkel Angus ist Schotte, und er streut sehr wohl Zucker auf seinen Haferbrei.“
Person A: „Ja, aber kein wahrer Schotte streut Zucker auf seinen Haferbrei.“
Definition verschoben. Gegenbeispiel weg. Problem gelöst. ✅
Bernd Höckes Version läuft exakt so:
„Deutsche sind bodenständig, widerstehen dem Amerikanismus."
→ Viele Westdeutsche tun das.
„Na ja, die sind ja keine wahren Deutschen."
Der Begriff „Deutscher" wird so lange umdefiniert, bis er nur noch auf die passt, die Höcke gerade für sein Argument braucht. Schick, oder?
Besonders brillant: Das Zitat, das Höcke „irgendwo gelesen" haben will, stammt von Margarita Simonjan – Chefredakteurin des russischen Staatssenders RT. 🇷🇺😬
--> AfD und RuZZland, ein Klassiker. 😇
Der Mann, der das "Deutschtum" verteidigt, zitiert russische Staatsmedien als Inspiration. Make it make sense.
Das eigentliche Problem am No-True-Scotsman-Fehlschluss: Er ist unwiderlgebar – und genau das macht ihn so beliebt bei Leuten, die keine Argumente mehr haben, bei rechtsextremen Populisten.
Jeder Westdeutsche, der sich angemessen "deutsch" fühlt, wird einfach umdefiniert. Wer definiert? Höcke. Wer kontrolliert Höcke? Nur Höcke. 🤫
Logiker nennen das eine zirkuläre Definition: Das Kriterium für "echt" wird genau so gesetzt, dass das gewünschte Ergebnis immer herauskommt.
Es ist die argumentative Version von „Ich gewinne, weil ich die Regeln mache."
Das Lustigste dabei, die AfD wäre nicht die AfD, denn sogar aus der AfD kommt Kritik. Ein Parteikollege erklärte öffentlich, Höckes These sei „absolut falsch und töricht."
Na sowas. Kein echter AfDler würde das sagen. Oder doch? 😄
Merksatz für zu Hause:
Wann immer jemand anfängt, Kriterien für "echte" Zugehörigkeit aufzustellen – echte Deutsche, echte Patrioten, echte Christen, lohnt sich die Frage: Wer hat die Kriterien gesetzt, und wer profitiert davon?
Fast immer: derjenige, der sie aufgestellt hat. 😉
Höcke jedenfalls hat das Problem elegant gelöst: Er ist Westdeutscher, also eigentlich kein echter Deutscher nach seiner eigenen Definition.
Aber er ist ja Höcke. Und damit natürlich die Ausnahme.
Kein echter Nationalist würde sich von solchen Details aufhalten lassen. 🇩🇪😎