TW: Essstörung/Selbstekel
Was hat eine Convention überhaupt mit einer Essstörung zu tun und wieso hat mich das bewegt über das Thema zu schreiben?
Viele von Euch wissen, dass ich eine sehr lange gesundheitliche Auszeit hatte, weil ich eine schwere Krankheit hatte, die eben auch mein Gewicht und mein Aussehen sehr stark beeinflusst hat. Und ich erinnere mich... Es war lebensbedrohlich und hat meine Gesundheit nachhaltig beeinflusst. Aber ich betone trotzem oft zuerst das Äußere oder das Problem mit dem Schwitzen, das damit einhergeht.
Während dieser Auszeit ist das ganze Streamer-Game erst so richtig groß geworden und immer mehr Themen rund um das Thema Ästhetik wurden auf Events sichtbar und hörbar. Ich habe das Gefühl, dass es einen großen Sprung in der Themenvielfalt der Branchenevents gegeben hat, die super schön, aber auch brutal und fies sein können.
Denn zum ersten Mal höre ich Diskussionen darüber, wer welche Schönheitsoperation angeblich verschweigt, Chirurgen werden empfohlen und immer wieder bekomme ich gut gemeinte Tipps, wie viel besser ich mit Extensions aussehen würde. Ich kenne Influencerinnen, die bereits weit über 50 Operationen hinter sich haben und alles dafür tun, möglichst wie das Mädchen von nebenan auszusehen. Dieser ganze Druckkreislauf ist nicht nur Gift für die Seele, sondern auch finanziell kaum tragbar, wenn ich sehe, wie viele junge Menschen mit Talenten mithalten oder sich durch Nachahmung ihrem Idol näher fühlen wollen. Viele Operationen sind kein Kinderspiel und wahnsinnig teuer, wenn man ausreichend vorsorgt und gute Ärzte sucht.
Ich bin 100% davon überzeugt, dass jeder mit seinem Körper machen darf was er will. Aber es ist ein unglaublicher Druck auf junge Menschen entstanden . Angefangen von den Filtern auf Social Media, die einem schon mal vor Augen führen, was man besser machen könnte.
Ich höre immer wieder den Satz, dass Menschen froh sind, heutzutage kein Teenager sein zu müssen und ich kann dem nur zustimmen. Aber mich lässt der Gedanke nicht los, wie viele junge Menschen sich täglich dreckig fühlen müssen, bei einem Thema, das eigentlich nur Freude bereiten sollte.
Auf der anderen Seite bin ich 38 Jahre alt und überlege vor jedem Event ob ich absagen soll, weil mein Anblick auf Fotos oder im Spiegel mir extremes Unbehagen bereitet, wenn ich sie nicht selbst aufgenommen habe und mit dem Winkel extrem glücklich bin.
Ich traue mich nicht ein Foto von mir vor einem der schönen @PolarisCon_ -Hintergründe machen zu lassen. Ich habe Angst, dass mich jemand dabei sieht und über mich lacht. Ich habe Angst, dass mich das Foto irritiert und unglücklich macht. Ich WEISS ich bin nicht ekelhaft. Aber die Angst davor, dass andere sich vor mir ekeln ist jeden Tag mein Begleiter. Ich ziehe den Bauch ein, bis es schmerzt, plane mein Outfit schon Wochen im Voraus. Ich bin über die Phase hinweg in der ich nur lange schwarze Strumpfhosen und schwarze große Hemden trage... Aber es ist hart. Wenn auch ein Fortschritt.
Ich gerate in eine Spirale. Ich komme nach der Con nach Hause und bestelle eine Riesenpizza, um meine Seele zu beruhigen. Ein letztes Mal den ultimativen Käsetrost, bevor ich nur noch gesund esse... Und danach noch einen großen Becher Eis. Oder wird es wieder eine Phase, in der ich gar nichts esse? Meine Essstörungen schwanken zwischen Bulimie, Anorexie, Binge Eating und dem Drang, mich besonders gesund ernähren zu wollen: Orthorexie.
Im Moment ist Essen und Schlafen mein Eskapismus. Wenn ich schlafe, kann mich niemand beurteilen und ich habe keinen Heißhunger, der in eine Art Selbstbestrafung umschlägt, wenn ich aggressiv weiter esse, obwohl mir längst übel ist. Ich kann schon lange nicht mehr in den Spiegel schauen. Die Zeit der Corona-Masken war für mich eine absolute Erlösung, nachdem ich jahrelang versucht hatte, immer einen Schal zu tragen und mein Gesicht möglichst viel mit Haaren zu umrahmen.
Ich möchte mich nicht mehr so fühlen und hoffe ihr begleitet mich auf diesem Weg, bei dem ich hoffe anderen den Anreiz zu geben, ebenfalls für sich selbst da zu sein. Ihr seid nicht alleine.
habe damals nie avatar geschaut, jetzt ist's raus.
fand's als anime-gatekeeper einfach aus prinzip blöd,
bin jetzt bei der 2. staffel und so sauer auf teenage-me 💀
@itsmahluna ich dachte früher tbh immer man klatscht, wenn die landung gut war. und gut ist nur auf den moment bezogen in dem die rollen den boden berühren. wenns kaum bis gar nicht ruckt, klatscht man. als mir das erzählt wurde, war ich in der grundschule, also auch kA 🥲
musste gerade an diese tiervermittlungs-sendungen aus dem tv damals denken. ich glaube, das waren meine ersten parasozialen beziehungen, auch wenn sie immer nur bis zum nächsten kandidaten anhielten.