Für alle, die den Sozialismus feiern, ob in Berlin oder anderswo in der Bundesrepublik: Guckt euch den Film Ballon (2018) an.
Sozialismus tötet. Die Linke ist die Nachfolgepartei der SED, den Diktatoren der DDR. Überlegt wen ihr an der Macht haben wollt.
#Politik#Berlin#DDR
Zwei Interviews, die klarmachen, was den Unterschied zwischen kritischem Journalismus und unkritischer Abspielfläche ausmacht:
1: Paul Ronzheimer & Johann Wadephul
Ein Journalist, der persönlich eindeutig pro-ukrainisch positioniert, hinterfragt die (pro-ukrainischen) Positionen des deutschen Außenministers in zwei zentralen Punkten: Weshalb veröffentlicht die Bundesregierung keine Beweise für die russische Verantwortung am Drohnenanschlag in Leipzig? Weshalb hat die Bundesregierung sich nie zur Sprengung von Nord Stream durch ukrainische Täter positioniert?
Das Resultat ist eine nicht nur spannende, sondern durch den Widerspruch argumentativ geschärfte Debatte. Wadephul verteidigt hart seine Position, äußert aber auch erstmals deutliche Kritik an der ukrainischen Regierung. Das Interview wird international zitiert.
2: Ben Berndt & Sergei Netschajew
Ein Podcaster, der sich gegenüber der Ukraine eher kritisch positionierte, stellt dem russischen Botschafter keine einzige kritische Frage und hinterfragt auch keine einzige Aussage des russischen Botschafters. Seine Funktion ist die eines zustimmenden Stichwortgebers oder eines ratlos Fragenden („Warum?“).
Das Resultat ist ein als Tabubruch inszeniertes Gespräch, das eher einem Monolog des russischen Botschafters gleicht. Aufgrund der Irrelevanz der Fragen wird der Botschafter auch nicht dazu gebracht, von der Sprachregelung der russischen Regierung abzuweichen, so dass alle Aussagen der bekannten 24/7-Propaganda des Kreml entsprechen. Das Interview wird wegen des fehlenden Nachrichtenwerts medial ignoriert, was den Podcaster darin bestärkt, wegen seines vermeintlichen Tabubruchs von den Medien abgestraft zu werden.
(Ja, gut aufgepasst, ich bin befangen!)
jetzt dreht unser geliebter Bundeskanzler wirklich am Rad 😇
Merz wirft der AfD vor, eine „ethnische Säuberung nach Hautfarbe und Herkunft“ zu wollen https://t.co/fz28zLBQ6g
Friedrich Merz muss zurücktreten.
Vor knapp zwei Jahren hatte ich die Hoffnung, dass Friedrich Merz eine gute Wahl ist.
Ich hatte auf wirtschaftlichen Sachverstand gehofft und auf einen Kanzler, der uns wieder eine Vision gibt: Wo wollen wir als Land 2030 stehen? Ein Kanzler, der tatsächlich Bürokratie abbauen will. Der sein Volk stark macht statt schlechtredet.
Heute muss ich sagen: Die Hoffnung war falsch.
Friedrich Merz hat keine Führungs- oder Regierungserfahrung und das merkt man.
Friedrich Merz ist ein Ankündigungskanzler, der für Reformen keine Mehrheiten organisieren kann.
Und: Friedrich Merz schafft es nicht, uns eine Vision und Zukunftshoffnung zu vermitteln.
Denn: Wir brauchen harte Reformen, die vielen Menschen viel abverlangen werden. Wo wir alle (auch ich) ihren Beitrag leisten müssen. Das geht nur, wenn man die Menschen emotional mitnimmt. Die Menschen gehen nur dann durch eine Wüste, wenn man weiß, dass dahinter die Oase kommt.
Es bleibt für mich keine andere Wahl: Er muss zurücktreten.
Wir haben ein gewähltes Parlament. Ein neuer Kanzler hat nun noch 2 bis 2,5 Jahre Zeit, neuen Schwung zu bringen.
Was mir seit dem Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt nicht aus dem Kopf geht, ist dieses Foto, das Ulrich Siegmund am Sonntag, wenige Stunden vor der Wahl, gepostet hat. Er sitzt mit seiner Frau, diesem Anti-Woke-Comedian Udo Bönstrup und dem Influenzier Kolja Barghoorn auf seiner Terrasse. Vor ihnen: Wurstgulasch mit Spirelli, Coca-Cola und eine Packung Gut-&-Günstig-Gouda von Edeka. Siegmund trägt ein etwas abgewetztes Adidas-Shirt. Im Hintergrund eine ziemlich gewöhnliche Terrassengarnitur aus diesem schwarzen Fake-Rattan. Dazu schreibt er: „Kleine Mittagspause, wir sehen uns um 18 Uhr.“
Ich glaube, dieses Foto zeigt ein Phänomen, das die politische Konkurrenz der AfD und auch wir ganzen rund um die Uhr analysierenden Journalisten so gar nicht auf dem Schirm haben: Die AfD kann sich als „normal“ darstellen, weil viele andere politische Milieus diese ganz banale Normalität kaum noch glaubwürdig repräsentieren können.
Ich glaube nämlich ernsthaft: Wenn ich dieses Essen meiner Berliner Bubble – egal, ob konservativ, liberal oder linksliberal – vorsetzen würde, würden bei nicht wenigen ziemlich schnell die Nasen gerümpft. Wurstgulasch mit Spirelli und dazu Gut-&-Günstig-Gouda. „Was ist das denn?“ oder „Sowas esse ich doch nicht.“
Und genau das ist doch interessant. Gerade in Milieus, die ständig über Klassismus, soziale Ausgrenzung und die Lebensrealität der „kleinen Leute“ reden, ist diese ganz banale Alltagsnormalität teilweise so weit entfernt, dass man sie selbst gar nicht mehr repräsentieren kann.
Ich meine damit ausdrücklich nicht, dass Wurstgulasch oder Gut-&-Günstig-Gouda schlecht wären. Ich würde das auf jeden Fall essen. Es geht um die Optik, um die ganze Szenerie. Um eine bestimmte Form von Alltag, die für einen großen Teil der Bevölkerung völlig normal ist, die aber in manchen politischen Milieus fast schon wie eine fremde Welt wirkt.
Und genau das kann die AfD inzwischen erstaunlich gut besetzen. Da sitzt der Spitzenkandidat eben einfach auf seiner Terrasse, kurz vor der wahrscheinlich wichtigsten Wahl Deutschlands seit Jahren. Wurstgulasch, Spirelli, Cola, billiger Gouda, altes Adidas-Shirt. Das ist vielleicht auch einfach keine besonders raffinierte politische Inszenierung, sondern vielleicht wirklich einfach das, was Ulrich Siegmund in diesem Moment gemacht hat. Vielleicht funktioniert es gerade deshalb.
Auch die Ostromantik, die im Wahlkampf der AfD in Sachsen-Anhalt eine Rolle gespielt hat, funktioniert ja nicht über konkrete politische Inhalte. Sie funktioniert über eine bestimmte Ästhetik und über das Gefühl: Die verstehen, wie wir leben. Die finden das nicht peinlich. Die müssen uns nicht erklären, wie man richtig lebt.
Ich glaube, man unterschätzt den kulturellen Teil dieser Erzählung. Die AfD vermittelt nicht nur: Wir haben die richtigen politischen Antworten. Sie vermittelt auch: Wir sind wie ihr.
In Sachsen-Anhalt hat die AfD damit ein Klientel politisiert, das bisher unpolitisch war. Vielleicht eben auch, weil dieses Klientel bisher in einer ganz anderen Welt gelebt hat als die, die bisher Politik gemacht haben. Ulrich Siegmund hat es geschafft, das Politische zurück in deren Welt zu holen.
Das funktioniert mit einfachen Antworten und verkürzten Erzählungen natürlich besonders gut. Aber eben auch über das Gefühl, das Siegmund den Menschen gegeben hat: endlich wieder irgendwo dazuzugehören. Sich endlich wieder von Menschen repräsentieren zu lassen, die sind wie sie und leben wie sie. Eine Bewegung sei das eben, wie Siegmund unermüdlich betont hat.
Und vielleicht ist genau das ein Teil des Problems für die anderen Parteien. Man kann ständig über Klassismus und soziale Ausgrenzung sprechen. Aber wenn man gleichzeitig eine politische und kulturelle Ästhetik entwickelt, bei der ein Teller Wurstgulasch mit Spirelli und eine Packung Gut-&-Günstig-Gouda schon etwas sind, bei dem man insgeheim die Nase rümpft, dann wird es schwierig.
Deshalb geht mir dieses völlig banale Foto nicht aus dem Kopf.
Es geht einfach um die Frage, wer Menschen noch glaubwürdig vermitteln kann: So wie du lebst, ist völlig normal – und wir, die dich vertreten oder vertreten wollen, leben genauso.