Lektorat und Korrektorat Der letzte Schliff. Wir nehmen Ihr Manuskript unter die Lupe.
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Buchtipp der Woche
Michael Kohlhaas von Heinrich Kleist ist ein absoluter Klassiker und bis heute einer der schärfsten und härtesten deutschen Texte überhaupt.
Worum geht es? Ein ehrlicher Pferdehändler wird von adliger Willkür um sein Recht gebracht. Statt sich zu beugen, treibt er die Logik des Rechts so weit, dass er selbst zum Problem für den Staat wird. Kleist zeigt ohne Kompromiss und ohne moralisches Vertrösten, wie schnell „Gerechtigkeit“ in reine Gewalt umschlagen kann, wenn Institutionen versagen.
Was Ihnen beim Lesen nicht entgehen wird: die unerbittliche Präzision der Sprache, die kalte Logik der Eskalation und die Tatsache, dass Kohlhaas weder Held noch Monster ist – er ist einfach konsequent, ein Pragmatiker. Man lernt, wie dünn die Grenze zwischen Recht und Rache sein und wie gefährlich ein Mensch werden kann, der glaubt, im Recht zu sein und deshalb glaubt, alles zu dürfen. Im Sinne: ein groß genuger Zweck heiligt jedes Mittel.
Denn was passiert, wenn Bürger und Staat einander nicht mehr trauen? Genau deshalb ist der Text immer noch brandaktuell und spannender als die meisten modernen Thriller.
Und wie immer: Lesen Sie einfach mal rein! Man muss Bücher nicht zu Ende lesen, wenn sie einen nach 30 Seiten noch immer nicht richtig packen. Wer weiß, vielleicht will Ihnen das Buch nicht aus dem Kopf und Sie lesen es drei Monate später weiter. Oder aber man lässt es einfach liegen. Nichts ist mehr wert als Ihre Zeit.
Kann man vorher nie wissen, wie gut sich ein Buch später verkaufen wird. Oftmals lohnt sich ein Lektorat erst über die Zeit, weil man sich als Autor Schritt für Schritt eine Marke aufbauen muss, heutzutage. Immerhin ist man nicht mehr darauf angewiesen, dass einen ein größerer Verlag nimmt. Im Gegenteil. Man kann Bücher einfach selbst veröffentlichen. Und wenn sie sich gut genug verkaufen, werden Verlage auf einen aufmerksam. Das ist inzwischen der Weg.
Unterm Strich wird allerdings so gut wie niemand gleich beim ersten Buch einen Bestseller schreiben. Wer als Autor langfristig Profit machen will, sollte sich auf jeden Fall darauf einstellen, ein paar mehr Bücher zu schreiben. Von Buch zu Buch wachsen dann die Leserzahlen. Und wer dranbleibt und sich immer weiter verbessert, wird irgendwann sehr wahrscheinlich erfolgreich.
‚Der Ursprung‘ handelt nicht von gewöhnlichem Erfolg, sondern von der Psychologie dahinter: welche Charakterzüge echten, kompromisslosen Erfolg ermöglichen – und welche ihn verhindern oder korrumpieren.
Rand nutzt hierzu vier archetypische Figuren: den reinen Schöpfer, der aus eigener Vision lebt, den "Zweithänder", der sich durch Anpassung und geistigen Diebstahl nach oben schiebt, den Manipulator, der Altruismus als Waffe gegen die Starken einsetzt, und den zynischen Machtmenschen, der seine Seele für Kontrolle über die Masse verkauft.
Wer verstehen will, warum die meisten Menschen entweder mittelmäßig bleiben, sich verbiegen oder andere zerstören, während nur wenige wirklich Großes schaffen und dafür unvorstellbare Preise zahlen, findet in diesem Buch die schärfste und unbestechlichste Analyse der menschlichen Motivation, die die Literatur kennt.
Man könnte dieses Werk als Architekturbuch verkennen. Doch Architektur ist nur das exemplarische Vehikel, in dem wir uns hier bewegen. Rand hätte auch jedes andere Berufsfeld wählen können. Ich persönlich interessiere mich null-Komma-null für Architektur, und doch liebe ich dieses Buch.
Ayn Rand ist vor allem für dieses Werk (im Original heißt es Fountainhead) und für Atlas Shrugged bekannt. Dieses Werk hier ist prima lektoriert. Atlas Shrugged dagegen ist ziemlich redundant. Beachtlicherweise inhaltlich aber trotzdem so stark, dass es immer noch sehr lesenswert ist.
Ich würde allerdings empfehlen, mit Der Ursprung zu beginnen. Es ist eines dieser Bücher, über das man noch eine ganze Zeit lang nachdenkt, wenn man durch ist.
Die meisten Bücher, die veröffentlicht werden, werden auch korrekturgelesen. Für die Behebung inhaltlicher Probleme braucht man allerdings in der Regel ein gutes Lektorat. Extrem offensichtliche Fehler im inhaltlichen Bereich wie der soeben beschriebene werden inzwischen übrigens meistens sogar von KIs gefunden. Bei uns ist es inzwischen in etwa so, dass die KI um die 50 inhaltliche Probleme vorschlägt, und auf 20 davon kann man ziemlich gut aufbauen.
Standardfehler wie Namensvertauscher usw. bekommt man inzwischen also schon sehr günstig raus. So gut wie alles also, was so gut wie jedem Leser auffällt.
Lohnt sich ein Lektorat heute überhaupt noch? Korrektur allein macht noch kein gutes Buch. Ein erfahrener Lektor findet die echten Schwachstellen – bei Plot, Figuren und Spannung. Fordern Sie jetzt Ihr kostenloses Probelektorat an.
Buchempfehlung:
Effi Briest gehört zu den wenigen Romanen, die man gelesen haben sollte, wenn man begreifen will, wie gesellschaftliche Systeme Menschen formen und zerbrechen.
Fontane schreibt mit einer Präzision, die in dieser Hinsicht bis heute womöglich unerreicht ist. Er zeigt nicht das große Drama, sondern die leise, unausweichliche Logik einer Ordnung, die bestimmte Temperamente nicht duldet. Effis Lebendigkeit, ihr Bedürfnis nach Weite und Wärme prallt auf eine Welt aus Prinzipien, Karriere und Ehrbegriffen. Innstetten ist kein Bösewicht, sondern das Produkt genau dieser Ordnung – und genau deshalb so tödlich.
Die Sprache ist kalt, elegant und von einer ironischen Distanz getragen, die dem Leser keinen billigen Trost erlaubt. Jeder Dialog, jede Andeutung, jedes Detail sitzt. Das Spukmotiv, die chinesische Braut, die berühmte Stelle über die Verjährung der Beleidigung: Alles dient der schonungslosen Analyse, wie soziale Normen Härte als Notwendigkeit verkaufen.
Der Roman bleibt aktuell, weil die äußeren Formen verschwunden sind, die Mechanismen aber nicht. Wer Effi Briest gelesen hat, besitzt einen Maßstab für die Kosten der Anpassung und für die stille Gewalt funktionierender Gesellschaften. Absolute Empfehlung von mir, einfach mal reinlesen.
Ja, das ist sehr ärgerlich, und genau wegen so etwas habe ich mich vor 15 Jahren dazu entschlossen, zunächst Korrektor und später Lektor zu werden. Schreiben Sie ruhig einen Kommentar auf Amazon oder wo Sie es eben gekauft haben, dass dieses Buch unbedingt noch ein professionelles Korrektorat braucht, weil man sich vor lauter Fehlern kaum auf den Inhalt konzentrieren kann.
Nicht von Claude (ist zwar spitzenklasse, was Programmierung angeht, aber bzgl. Bildern nicht), aber von KI, ja. Wir nutzen auch im Korrektorat und Lektorat KI. KI ist ein Tool, das jeder Profi in nahezu jedem Bereich so viel wie möglich einsetzt, um Qualität zu maximieren und wenn möglich sogar Kosten dabei zu reduzieren. Letzteres ist eher selten der Fall, es geht hauptsächlich um Qualitätsmaximierung.
Ein Korrektorat oder Lektorat bei jemandem zu machen, der keine KI nutzt, wäre heutzutage absolut hirnrissig, nichts für ungut. Die Qualität, die man mit Korrektor + KI-Unterstützung hinbekommen kann, schafft man selbst mit 5 menschlichen Korrektoren nicht, die man hintereinanderschaltet. Was natürlich niemand bezahlen könnte.
Sie schreiben gerade ein Buch oder haben es schon fertig? Ob Roman, Sachbuch, Biografie oder Ratgeber – wir vom Lektorat Der letzte Schliff helfen Ihnen gerne weiter.
Nur sehr begrenzt. Man kann KI jedoch durchaus für allerlei nützliche Dinge einsetzen, die das Manuskript betreffen. Wir haben beispielsweise über Monate hinweg einen Skill trainiert und optimieren diesen immer weiter, der die Absatzstruktur massiv verbessert. Oder einen weiteren, der Wiederholungen in Absatzbeginnen vermeidet. Und auch noch einige weitere Dinge. Es ist jedoch nicht so, dass man der KI einfach sagt, dass sie einfach mal so allerlei optimieren soll. Das klappt nicht. Man braucht präzise Anweisungen, die man über Wochen und Monate, teils Jahre hinweg, trainieren und optimieren und ständig im Ergebnis prüfen und weiter verbessern muss.
Die KI macht also auf gut Deutsch einen Scheiß, wenn man nicht exakt weiß, wie man ihr das Niveau nach und nach bzgl. sehr spezifischer Probleme herauskitzelt.
Genau wie es seit der Erfindung des Schraubenziehers keine Handwerker mehr gibt, weil jeder einen Schraubenzieher benutzen kann. Hoppla, es gibt immer noch Handwerker. Weil es darauf ankommt, wie gut man mit Werkzeug umgehen kann. 😉
Es sei denn, das Ziel ist es, ein "okay" Buch zu veröffentlichen. Das bekommt in der Tat heute so ziemlich jeder mit KI hin. Doch niemand kauft ein "okay" Buch. KI ist hervorragend darin, durchschnittliche Leistung zu bringen. KI wertvolle Leistung herauszukitzeln, bedarf eines Profis, der dies bzgl. eines Anwendungsgebiets andauernd macht und exakt weiß, was er bestimmten KIs abverlangen und wie er massenhaft Probleme, die die KIs machen, umgehen kann. Oder aber es bedarf viel Zeit, Übung, Wiederholung, also langer Lernphasen, wenn man es selbst machen will. Man kann immer viel Geld sparen, wenn man stattdessen bereit ist, selbst viel Zeit zu investieren.
Sie schreiben gerade ein Buch oder haben es schon fertig? Ob Roman, Sachbuch, Biografie oder Ratgeber – wir vom Lektorat Der letzte Schliff helfen Ihnen gerne weiter.
Dies ist wie eine Warnung formuliert, aber im Idealfall ist das so, ja. Denn natürlich will ein Lektor, dass das Buch ein Riesenerfolg wird. Was hier für den Lektor gut ist, ist aber natürlich auch automatisch für den Autor das erstrebenswerte Ergebnis.
Mir scheint, hier wird ein Mindset vertreten, dass man etwas nicht tun sollte, sobald jemand anderes ebenfalls etwas davon haben könnte. Ich nehme an, ich missverstehe Sie, denn dies kann unmöglich Ihre Lebenseinstellung sein.
Ein Lektor erhält Geld plus "Rufpunkte" für sein Schaffen. Das ist der Deal. Und dafür ist das Lektorat auch günstiger. Es gibt durchaus auch Ghostwriter und Ghostlektoren. Doch diese verlangen natürlich deutlich mehr Geld, weil die "Rufpunkte" wegfallen.
Nun, wer in seinem Manuskript großräumig in starkem Dialekt schreibt, sollte sich vorzugsweise einen Landsmann oder sogar "Regionsmann" als Lektor suchen. Ein bisschen Dialekt ist allerdings nie ein Problem. Was man noch nicht kennt, recherchiert man eben. Zumeist findet sich Dialekt nur in Dialogen, wenn Dialekt vorhanden ist. Und auch nicht in den Dialogen von allen Charakteren, sondern nur von ein, zwei Personen.
Wer hat im 21. Jahrhundert am meisten für die globale Redefreiheit getan? Elon Musk (Twitterkauf).
Wer hat im 21. Jahrhundert den wichtigsten geopolitischen Durchbruch im Nahen Osten erreicht? Donald Trump (Abraham Accords).
Gemeinsam haben die beiden zudem massiv die Cancel Culture zurückgedrängt und KI-Ausbau vorangetrieben.
Trump holt Produktion von China in die USA zurück, was ich deutlich besser finde, als so zu tun, als wäre man für Menschenrechte und Klima, aber dann nahezu sämtliche Produktion nach China zu verlagern, so wie das Deutschland macht. Das ist weder sozial noch klimaneutral, wenn man es mal ehrlich global betrachtet.
Ayn Rand würde ich jedem empfehlen, der es gut findet, dass jeder Mensch so gut wie alles erreichen kann, was er sich in den Kopf setzt, und dabei sogar seinen guten Prinzipien treu bleiben kann. Durch Ayn Rand lernt man zum einen, was man als Individuum alles leisten kann, als auch, wie sehr sich vorhandene Strukturen gegen Fortschritt wehren. Man lernt zudem viel über Neid, Kollektivismus/Individualismus, fairen Handel und verschiedenste Sorten von Menschen, vor denen man sich in Acht nehmen sollte, aber auch, wen es sich wertzuschätzen lohnt.
Haben allerdings Trump, Musk und Rand auch MASSENHAFT Stuss von sich gegeben? Ja, absolut.
Wer sich also dazu entscheidet, diese drei Personen hassen zu wollen, wird genug Anlaufpunkte finden, die ihm genügen werden. Dasselbe gilt jedoch auch fürs Umgekehrte. Musk postet jeden Tag 100 Mal auf X. Da ist also fast jeden Tag was Unüberlegtes dabei, was man als ziemlich blöde bezeichnen könnte. Dasselbe gilt für Trump, der ein Dutzend Stunden die Woche irgendeinen Senf, den er sich gerade erst aus dem Stegreif heraus überlegt hat, vor der Kamera verzapft. Aber immerhin habe ich bei diesen drei Personen nicht den Eindruck, dass sie der Öffentlichkeit eine Version von sich verkaufen, die sie nicht sind. Sondern zu 100 % überzeugt sind, von ihrem Tun. Bzw. waren, im Falle von Ayn Rand.
Die Frage ist letztlich, ob man sich bei der Bewertung von Menschen jeden Tag auf dessen 99 Posts fokussiert, die halbwegs sinnvoll sind – oder auf den einen, der ziemlich blöd ist.
Und um mir gleich noch ein paar mehr Feinde zu machen, nämlich alle AFD-Fans: Auf gar keinen Fall kann die laut Verfassungsschutz gesichert rechtsextremistische AFD Deutschland retten. Nur weil Musk hier eine völlig uninformierte Meinung von seinem Vater übernommen hat, heißt das aber nicht, dass ich lieber in einer Welt ohne Elon Musk leben würde. Was schon allein das First-Principle-Thinking-Mindset wert ist, das immer mehr Unternehmer und Entwickler übernehmen und welches hauptsächlich durch Elon Musk in Vorbildfunktion verbreitet wird, ist vermutlich langfristig allein schon tausendmal mehr wert als alles, was er persönlich über seine Firmen erreicht hat und noch erreichen wird.
Die drei haben ein gutes Mindset hinsichtlich Produktivität. Weswegen man diese drei Persönlichkeiten nur sehr schwer hassen kann, wenn man Produktivität wertschätzt. Kein Mensch ist perfekt.
Ich wünsche einen guten Morgen. :)
@niefre44 In der Regel sind Sachbücher so gestaltet, dass sich Informationen Schritt für Schritt aufbauen, man also im Grunde mit null Vorwissen starten kann. Denn andernfalls würde das Sachbuch nur eine winzige Zahl an Lesern anziehen.
Sie sollten von einem Lektor kein detailliertes Fachwissen zu Ihrem Fachgebiet erwarten. Vielmehr einen klugen Leser, der prüft, ob das, was Sie erzählen, auch für normale Leser nachvollziehbar ist. Und Ihnen Unzulänglichkeiten bzgl. Ihrer Logik aufzeigt, sollten welche vorhanden sein. Sie sind der Experte in Ihrem Gebiet. Der Lektor sorgt also letztlich dafür, dass Ihre Expertise auch verständlich und nachvollziehbar beim Leser ankommt.
Rushdies Die elfte Stunde ist das Werk eines begnadeten Autors, der dem Tod nur knapp von der Schippe gesprungen ist und trotzdem weitererzählt – und genau das macht dieses Buch so stark. Fünf Erzählungen über die letzte Phase des Lebens, geschrieben mit einer Klarheit und Fabulierlust, die nach dem Attentat auf ihn im Jahre 2022 nicht selbstverständlich ist (auf ihn wurde ähnlich oft eingestochen wie auf Cäsar seinerzeit).
Warum dieses Buch so gut ist: In Die elfte Stunde wird Sterblichkeit nicht betrauert, sondern seziert: mit Witz, Rachsucht, magischen Wendungen und einer Präzision, die alte Männer, Geister und gescheiterte Schriftsteller gleichermaßen greifbar macht. Rushdie zeigt, dass die elfte Stunde nicht das Ende der Sprache sein muss – sondern der Moment, in dem sie am schärfsten wird.
Wer sich fragt, wer eigentlich die großen Klassiker-Autoren unserer Zeit sind: Salman Rushdie gehört definitiv dazu.
Zum Titel: „Die elfte Stunde“ ist die direkte Übersetzung der englischen Redewendung „the eleventh hour“. Sie stammt aus dem Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg (Matthäus 20): Die Arbeiter, die erst in der elften Stunde (also eine Stunde vor Feierabend) angeheuert werden, bekommen denselben Lohn wie die, die den ganzen Tag gearbeitet haben. Daraus hat sich im Englischen die Bedeutung „im allerletzten Moment“, „kurz bevor es zu spät ist“ entwickelt.
Rushdie nutzt genau diese Bedeutung. Dieses Buch handelt von Menschen, die wissen, dass ihre Zeit abläuft, und in diesem Bewusstsein noch einmal sprechen, handeln – oder spuken.