11 Jahre https://t.co/KPpwxDoKy5. 90 Artikel über Medien, Macht und Zukunft. Das Buch ist die Synthese.
»Zukünfte. No Future wⒶr gestern.«
Wer uns die Zukunft gestohlen hat – und warum wir sie zurückholen.
Herbst 2026. Titelschutz steht.
Zukunftsangst ist kein psychologisches Problem. Sie ist ein politisches Produkt. Jemand profitiert davon, dass du Angst vor morgen hast. Weil Leute, die Angst haben,
keine Utopien bauen. Sie kaufen Versicherungen.
Mark Fisher hat 2009 geschrieben: "It is easier to imagine the end of the world than to imagine the end of capitalism." Er hatte recht. Und er hat den Preis dafür
bezahlt. Die eigentliche Frage ist nicht, ob er recht hatte. Sondern warum wir es immer noch einfacher finden.
Erster Mai. Tag der Arbeit. Guter Zeitpunkt für die Frage: Warum automatisieren wir ausgerechnet das, was uns Freude macht, und behalten den ganzen nervigen Rest? Die Maschine soll uns das Schlepwork abnehmen, damit wir mehr Mensch sein können. Nicht umgekehrt.
Margaret Thatcher sagte: "There Is No Alternative." Das war kein Argument. Das war ein Diebstahl. Nicht der Diebstahl einer Politik, sondern der Vorstellungskraft. Wer glaubt, es gäbe keine Alternative, hört auf, nach einer zu suchen. Genau das war der Punkt.
Exxon wusste seit 1977, was CO2 anrichtet. Shell seit 1986. Beide investierten Milliarden – nicht in Lösungen, sondern in Zweifel. 50 verlorene Jahre. Das ist kein
Versagen. Das ist der größte Diebstahl an der Zukunft, der je dokumentiert wurde.
Der Algorithmus weiß, welcher Kommentar mich am längsten auf der Plattform hält. Es ist nicht der differenzierte. Es ist der, der mich in Rage versetzt. Weil Rage Engagement ist. Weil Engagement Verweildauer ist. Weil Verweildauer Werbeumsatz ist. Das ist kein Bug. Das ist das Geschäftsmodell.
1977 schrien die Sex Pistols "No Future" in eine Welt, die an die Zukunft glaubte. Das war Provokation. 2026 sagt dasselbe jeder zweite Leitartikel. Das ist keine
Provokation mehr, das ist Konsens. Die Frage ist nicht, wann wir die Zukunft verloren haben. Die Frage ist, wer sie genommen hat.
Es gibt zwei "No Futures" und sie werden bis heute verwechselt. Das technokratische: Ressourcen sind endlich, die Kurve zeigt nach unten. Und das punk'sche: Eure Zukunft ist keine, aber unsere malen wir uns selbst. Die Verwechslung ist kein Unfall. Sie ist politisch nützlich.
Am 23. März: Masterarbeit an der @FU_Berlin verteidigt. Zukunftsforschung. Titel: »Begriffsbiografien von Zukunftsbegriffen – die diskursive Diffusion von ›KI‹ und ›Nachhaltigkeit‹.«
Kurzfassung: Wer Begriffe besetzt, besetzt die Zukunft. More to come...
Zukunftsangst ist kein psychologisches Problem. Sie ist ein politisches Produkt. Mit Tätern. Mit Strategien. Mit Daten.
Und mit einem Gegenentwurf, der nicht aus der Zukunftsforschung kommt, sondern aus dem Punk.
»Zukünfte. No Future war gestern.« — Herbst 2026.