‘By art alone we are able to get outside ourselves.’
Marcel Proust - À la recherche du temps perdu (1913-1927)
Le temps retrouvé - Vol. VII, posthumously 1927
Ich hab’s mein Lebtag nicht gelernt,
mich fremdem Zwang zu fügen.
Jetzt haben sie mich einkasernt,
von Heim und Weib und Werk entfernt.
Doch ob sie mich erschlügen:
Sich fügen heißt lügen!
Erich Mühsam,
ermordet am 10. Juli 1934 im KZ Oranienburg.
Die Abstände zu den Redenden nehmen zu.
Ich schleppe die Stille mit.
Sie treibt zurück, was laut wird.
Der Schmerz, den ich verabscheue,
hüpft mir um einen Herzschlag voraus.
Peter Härtling
(* 13. November 1933; † 10. Juli 2017)
Eine Mutter ist,was man nicht loswird.
Auch nicht mit dem Tod.
Eine Geschichte,die nie zu Ende ist und mit dem Sterben erst beginnt.
(Lukas Bärfuß: Königin der Nacht)
„Wir brauchen Bücher, die auf uns wirken wie ein Unglück, das uns sehr schmerzt,wie der Tod eines, den wir lieber hatten als uns, wie wenn wir in die Wälder verstoßen würden,von allen Menschen weg, ein Buch muß die Axt sein für das gefrorene Meer in uns."
„The opposite of love is not hate, it's indifference. The opposite of art is not ugliness, it's indifference. The opposite of faith is not heresy, it's indifference. And the opposite of life is not death, it's indifference.“
Elie Wiesel
Elie Wiesel war Schriftsteller, Hochschullehrer und Publizist. Er wurde von den Nazis verfolgt und hat die Konzentrationslager Auschwitz und Buchenwald überlebt. Wiesel verarbeitete in seinen Büchern vor allem, wie er den Holocaust erlebte, um ein Vergessen oder Gleichgültigkeit gegenüber dieser Zeit zu verhindern. Zugleich kritisierte er die politischen Führer jener Zeit, die nicht energisch genug gegen das nationalsozialistische Deutschland aufgetreten sind
Eine Aufforderung von Elie Wiesel an die nächste Generation: Verfolgte brauchen Solidarität. 1986 hat er für seinen Einsatz gegen Gewalt und Rassismus den Friedensnobelpreis bekommen.
Heute vor 10 Jahren ist Elie Wiesel im Alter von 87 Jahren gestorben🌿
Blauer Schmetterling
Flügelt ein kleiner blauer
Falter vom Wind geweht,
Ein perlmutterner Schauer,
Glitzert, flimmert, vergeht.
So mit Augenblicksblinken,
So im Vorüberwehn
Sah ich das Glück mir winken,
Glitzern, flimmern, vergehn.
Hermann Hesse *2. Juli 1877
In den einsamen Stunden des Geistes
Ist es schön, in der Sonne zu gehn
An den gelben Mauern des Sommers hin.
Leise klingen die Schritte im Gras;
Georg Trakl
aus: Helian