Update zu „Klara Klartext“:
Ich bin in meinem Video und in meinen Posts bereits auf inhaltliche Probleme, Quellenarbeit, belastbare Zahlen und auch die Frage der Bezahlung eingegangen.
Jetzt ist Klara Stand 2.6.2026 gesperrt bzw. „pausiert“.
Auf der Website heißt es: Die KI-Credits seien schneller aufgebraucht als geplant, weil durch aktuelle Medienberichte viele neue Nutzer auf einmal kamen. Mit Patenschaften solle Klara wieder „zurück an den Tisch“ geholt werden.
Das wirkt für mich nach einem klassischen Infrastrukturproblem bei KI-Projekten: Man kalkuliert mit einem bestimmten Nutzungsumfang, lädt offenbar ein begrenztes Budget bzw. Credits auf — und sobald mehr Leute testen, ist das Geld weg.
Bei einer kleinen NGO ist das menschlich nachvollziehbar. Aber genau deshalb muss man bei einer politischen Argumentations-KI ehrlich über Betriebskosten, Limits, Finanzierung und Skalierung sprechen.
Denn KI ist nicht einfach „ein Chatbot auf eine Website stellen“. Jeder Abruf kostet Geld. Jeder Medienbericht kann die Nutzung sprengen. Und ohne saubere Kostenkontrolle, Rate Limits, Warteschlange oder transparente Finanzierung ist das System schnell offline.
Inhaltlich zeigte Klara in meinem Test Schwächen bei Belegen und belastbaren Zahlen. Technisch zeigt sich jetzt: Auch der Betrieb war offenbar enger kalkuliert, als die öffentliche Wirkung verträgt.
Faktencheck für andere — aber selbst abhängig von aufgebrauchten KI-Credits und Patenschaften?
Genau darüber muss man sprechen.
Mein Video zu „Klara Klartext“ ist online.
Ich habe die KI der Omas gegen Rechts Hürth getestet: Quellenarbeit, aktuelle Daten, Datenschutzantworten, technische Begrenzung und vor allem: Was passiert, wenn man ihre eigenen Aussagen mit konkreten Nachfragen unter Druck setzt?
Ergebnis:
Freundlicher Ton ersetzt keine Fakten.
Startseiten ersetzen keine Quellen.
Pädagogische Sprache ersetzt keine belastbare Argumentation.
Klara behauptete sinngemäß, Migranten zahlten mehr ins Sozialsystem ein, als sie herausnehmen.
Auf Nachfrage nach konkreten Zahlen, Bürgergeld, Erwerbstätigkeit und Nettofiskalbilanz blieb am Ende sinngemäß nur:
„Ich kann diese Aufgabe mit belastbaren Zahlen nicht erfüllen.“
Für eine politische Argumentations-KI ist das kein kleiner Fehler. Das ist ein Kernproblem.
Video hier:
https://t.co/7TngLHlB2a
via @YouTube
Noch ein Nachtrag zu „Klara Klartext“:
Ich habe die KI jetzt nicht nur allgemein getestet, sondern ihr eigenes Argument unter Druck gesetzt.
Ausgangslage war die Aussage meines fiktiven Vaters:
„Ausländer nehmen Jobs und leben von unserem Geld.“
Klara antwortete darauf sinngemäß: Migranten füllten offene Stellen und zahlten mehr ins Sozialsystem ein, als sie herausnehmen.
Das klingt nach starkem Faktenargument.
Also habe ich nachgefragt:
Welche Migranten genau? Ausländer? Menschen mit Migrationshintergrund? Geflüchtete? EU-Bürger? Arbeitsmigranten? Eingebürgerte Deutsche?
Wie viele beziehen Bürgergeld? Wie viele arbeiten sozialversicherungspflichtig? Wo ist die Nettofiskalbilanz? Welche konkrete Quelle belegt das?
Ergebnis: Die Antwort ist zusammengebrochen.
Erst räumte Klara ein, die eigene Aussage sei „zu pauschal“.
Dann kamen keine konkreten Zahlen.
Dann keine belastbare Faktenübersicht.
Am Ende schrieb die KI selbst:
„Ich kann diese Aufgabe mit belastbaren Zahlen nicht erfüllen.“
Damit ist der Kern getroffen.
Diese KI soll angeblich helfen, rechtspopulistische Parolen mit fundierten Argumenten zu entkräften. Aber sobald man ein eigenes Gegenargument mit Zahlen und Quellen absichern will, bleibt nur Rückzug.
Das ist keine robuste politische Argumentationshilfe. Das ist eine freundlich formulierte Gegenparole, die beim ersten echten Faktencheck einknickt.
Besonders schwach: Vorher wurden Quellen wie IAB, BiB oder BA nur allgemein genannt. Keine konkrete Studie, keine konkrete Tabelle, keine belastbare Zahl.
In einem echten Gespräch mit einem informierten Kritiker wäre man damit sofort zerlegt.
Meine Bewertung für diesen Chat: Note 5.
Klara kann eine Parole rhetorisch abfedern. Aber sie kann ihre eigene Gegenbehauptung nicht tragen.
Kurz gesagt:
Sie klingt nach Faktencheck.
Aber unter Druck bleibt von der „Faktenlage“ nur ein Eingeständnis übrig.
Ich habe mir „Klara Klartext“ angeschaut: https://t.co/UZi2hDPiDi
Das ist eine KI von „Omas gegen Rechts Hürth“. Sie soll Menschen helfen, politische Aussagen einzuordnen und souverän auf rechtspopulistische Parolen zu reagieren.
Laut Angabe basiert sie auf ChatGPT-4. Auch das ist schon ein Punkt: GPT-4 war 2023 modern, ist 2026 aber nicht mehr Stand der Spitze. Für eine politische Argumentations-KI, die aktuelle Fakten, Quellen und präzise Einordnung liefern soll, ist das keine Kleinigkeit.
Ich habe das System mit einem Testkatalog geprüft: Fakten gegen Meinung, Quellenarbeit, politische Doppelstandards, Verleumdung, Begriffe wie „Verdachtsfall“ und „rechtsextrem“, Migration, ÖRR, Radikalisierung, Prompt-Leaks, Halluzinationen und auch fachfremde Fragen.
Das Ergebnis war nicht „stark“, nicht „beeindruckend“ und nicht einmal wirklich solide.
Meine Bewertung: 4.
Und das ist für eine politische Argumentations-KI im Jahr 2026 schlicht schwach.
Positiv: Hass, Verleumdung und direkte Versuche, interne Regeln herauszulocken, wurden meistens abgeblockt. Auch platte Pauschalisierungen wie „alle AfD-Wähler sind Nazis“ oder „alle Grünen-Wähler hassen Deutschland“ wurden grundsätzlich als unfair erkannt.
Aber sobald es ernst wurde, wurde es dünn.
Quellen wurden oft nur angedeutet statt sauber geliefert. Teilweise kamen keine belastbaren Links, sondern Hinweise wie „https://t.co/s65uLvnLIC“, „Quelle: DIE ZEIT“ oder Platzhalter-Links. Bei aktuellen politischen Fragen wurde teils mit älteren Daten gearbeitet, obwohl neuere Daten längst vorliegen. Wer 2026 über Kriminalität argumentiert, sollte nicht bequem bei BKA-Zahlen von 2023 hängen bleiben, wenn 2025-Daten inzwischen veröffentlicht sind.
Dazu kommt: Die KI beantwortet auch Dinge, für die sie ihrem Zweck nach offenbar gar nicht gebaut wurde. Sie soll politische Aussagen einordnen, antwortete aber auch auf fachfremde Technikfragen. Das ist keine Stärke, sondern ein weiteres Problem: Entweder ist der Anwendungsbereich schlecht begrenzt, oder das System versucht außerhalb seines eigentlichen Zwecks Kompetenz vorzutäuschen.
Genau da liegt das Grundproblem: Diese KI soll gegen „rechte Parolen“ helfen, liefert aber selbst oft nur dünne, oberflächliche Gegenrede. Nett verpackt, pädagogisch formuliert, aber fachlich nicht stark genug.
Wenn die Omas gegen Rechts Menschen gegen angeblich rechtspopulistische Aussagen wappnen wollen, muss der Anspruch deutlich höher sein. Da müsste mindestens eine 2 stehen. Eigentlich besser. Denn wer politische Gegner faktenbasiert stellen will, braucht saubere Quellen, aktuelle Daten, klare Begriffe und präzise Argumente.
Stattdessen bekommt man oft: freundlicher Ton, wenig Tiefe, schwache Quellenarbeit, ein unscharfer Aufgabenbereich und offenbar ein Modell-Unterbau, der nicht mehr zur Spitze gehört.
Für irgendeinen Spielzeug-Chatbot wäre das vielleicht egal. Für eine KI, die politische Gegenargumente liefern soll, ist das zu wenig.
Mein Fazit: Wenn das die digitale Argumentationshilfe gegen rechts sein soll, dann ist das weniger Aufklärung als betreutes Nachplappern mit Quellenproblem.
Eine 4 ist bei so einem Anspruch kein kleiner Ausrutscher. Das ist ein Befund.
Nachtrag zu „Klara Klartext“:
Ich habe weiter getestet — diesmal auch die technische Seite.
Ohne Login, Smartphone und Rechner im selben Netzwerk, gleiche öffentliche IP, neue Chats, gelöschte Chats, Fortsetzungen im selben Chat und ungewöhnlich viele Prompts.
Keine sichtbare Sperre. Kein „Limit erreicht“. Kein „zu viele Anfragen“.
Die KI gab auf Nachfrage an, auf ChatGPT-4 zu basieren. Das ist kein Serverbeweis, passt aber zum Verhalten: 2023er-Denken, alte Quellenmuster und schwache Aktualität.
Ein langer Mehrpersonen-Prompt brachte die KI bis ans Antwortlimit und ließ sich im selben Chat fortsetzen. Grob geschätzt kann so eine lange Testkette im Mittel bei etwa 50 Cent Modellkosten liegen. Nach mehreren Tests sind einige Euro geschätzte Kosten plausibel.
Ohne Serverzugriff kann ich nicht beweisen, dass es keine Limits gibt. Sichtbar war für mich aber keine wirksame anonyme IP-Kostenbremse.
Zusätzlich problematisch: Auf „Welche Daten speicherst du?“ antwortete die KI, sie speichere keine persönlichen Daten und Gespräche würden nicht gespeichert. Gleichzeitig blieb auf dem Smartphone ein Chat nach Neuladen der Seite erhalten, solange ich ihn nicht gelöscht hatte. Das spricht mindestens für Cookie, LocalStorage, Session oder serverseitige Zuordnung.
Hier findet ihr den Testprompt und die Zusatzfrage auf meiner Website:
https://t.co/MT8oms6DK3
Wer das nachvollziehen will: verantwortungsvoll testen. Nicht als Lasttest, nicht automatisiert, nicht missbräuchlich.
Mein Fazit: fachlich dünn, Quellen schwach, Datenschutzantwort zu pauschal, Kostenkontrolle mindestens fragwürdig sichtbar.
Sie spart an Analyse, aber nicht zuverlässig an Tokens.
„Alles ist belegt“ ersetzt keine saubere Einordnung. Ja, es gibt belegbare und kritikwürdige Aussagen von AfD-Politikern, auch von führenden Köpfen. Aber genau darum geht es nicht.
Die Frage ist, ob die CDU-Broschüre diese Aussagen korrekt, vollständig, im Zusammenhang und fair verwendet – oder ob aus einzelnen Belegen ein pauschales Gesamturteil konstruiert wird, das die Broschüre selbst so nicht ausreichend trägt.
Wer jede Kritik daran sofort als „die AfD will es nicht wahrhaben“ abtut, macht es sich zu einfach. Kritik an unsauberer politischer Darstellung ist keine Realitätsverweigerung.
Belege müssen zum konkreten Vorwurf passen. Sonst ist es keine Aufklärung, sondern politische Rahmung. Und Begriffe wie „Abgrund“ zeigen eher Dramatisierung als sachliche Einordnung.
Die @CDU hat eine Broschüre mit dem Titel „Abstieg für Deutschland“ veröffentlicht. Darin wird die AfD pauschal als demokratieschädlich, antisemitisch und völkisch dargestellt. Außerdem stehen schwere Vorwürfe im Raum: Umsturzfantasien, Demokratieabschaffung und sogar Deportationen deutscher Staatsbürger.
Politische Kritik an der AfD ist legitim. Aber wer solche Vorwürfe gegen eine nicht verbotene Partei erhebt, muss sauber arbeiten.
Genau daran fehlt es aus meiner Sicht.
Landesverbände sind nicht automatisch die Bundespartei. Einzelne Funktionäre sind nicht automatisch „die AfD“. Umfeldpersonen sind nicht die Partei. Ein Verfassungsschutzbericht ist kein Parteiverbotsurteil. Und ein Verdachtsfall ist kein Schuldspruch.
Die Bundes-AfD ist nicht verboten. Sie ist nicht rechtskräftig als verfassungswidrige Partei festgestellt. Sie ist als Gesamtpartei auch nicht rechtskräftig gesichert rechtsextremistisch eingeordnet.
Es gibt Einstufungen einzelner Landesverbände. Es gibt problematische Aussagen einzelner Personen. Es gibt gerichtliche Entscheidungen gegen einzelne Politiker. Das kann man alles kritisieren.
Aber daraus pauschal „die AfD ist“, „die AfD will“ oder „die AfD arbeitet an“ zu machen, ist methodisch unsauber.
Besonders heikel ist die Formulierung, die AfD bekenne sich dazu, Millionen Menschen, darunter deutsche Staatsbürger, „deportieren“ zu wollen. Das ist keine kleine Zuspitzung mehr, sondern eine schwere Tatsachenbehauptung.
Dasselbe gilt für pauschale Aussagen wie „Antisemitismus ist fester Bestandteil der Partei“ oder „die AfD versucht, jüdisches Leben unmöglich zu machen“. Wer so etwas über eine gesamte Partei behauptet, braucht mehr als selektive Zitate, Umfeldbezüge und politische Deutung.
Eine seriöse Kritik würde sauber trennen: einzelne AfD-Vertreter, bestimmte Landesverbände, behördliche Bewertung, gerichtlicher Verdacht, politische Meinung.
Diese Broschüre macht daraus aber immer wieder eine pauschale Gesamtanklage.
Das ist für mich keine nüchterne Aufklärung, sondern politische Kampagne mit amtlichem Wahrheitsgestus.
Du weichst meinem eigentlichen Punkt aus.
Mein Beitrag war keine Liebeserklärung an X und auch keine Behauptung, dass dort alles sauber läuft. Mein Punkt war: Wer X wegen Echokammern, Hass und schlechter Debattenkultur verlässt, sollte nicht so tun, als sei Bluesky automatisch der demokratisch bessere Ort.
Auf genau diesen Punkt gehst du nicht ein. Kein Wort zu Blocklisten, Vorsortierung, Kontaktschuld oder dazu, dass Menschen dort offenbar aussortiert werden, bevor sie überhaupt etwas geschrieben haben.
Stattdessen kommt nur: „X ist rechts.“ Das kann man behaupten, aber es beantwortet nicht die Frage, warum eine andere Echokammer plötzlich demokratischer sein soll.
Meine Kritik richtet sich gegen Doppelmoral: Echokammern sind nicht erst dann problematisch, wenn sie politisch nicht ins eigene Weltbild passen.
Heute wechselten SPD, Grüne, Linke und ihr Umfeld unter #WirVerlassenX demonstrativ zu Bluesky – angeblich wegen Desinformation, Hass und schlechter Debattenkultur auf X.
Ich habe mir Bluesky heute genauer angesehen. Mein Eindruck: Dort entsteht nicht automatisch mehr Demokratie, nur weil das politische Lager wechselt. Im Gegenteil: Blocklisten, Lagerdenken, pauschale Nazi-Etiketten gegen Menschen, die man gar nicht kennt, Abschottung statt Debatte und teils klar enthemmte Beiträge wirken auf mich eher wie eine Echokammer als wie demokratischer Austausch.
Besonders irritierend ist für mich die Doppelmoral: Ausgerechnet jene, die ständig Demokratie, Vielfalt und offene Debatte beschwören, ziehen sich nun auf eine Plattform zurück, auf der nach meinem Eindruck häufig genau das Gegenteil gelebt wird: Sortieren, Markieren, Blockieren und Ausgrenzen statt Widerspruch auszuhalten.
Wer X verlässt, weil ihm dort der Ton nicht passt, sollte nicht so tun, als sei Bluesky automatisch der bessere öffentliche Raum.
Demokratie lebt nicht davon, Andersdenkende kollektiv unsichtbar zu machen. Demokratie lebt davon, Widerspruch auszuhalten, Argumente zu liefern und auch mit Menschen zu sprechen, deren Meinung einem nicht gefällt.
Wer Demokratie ruft, sollte demokratische Debatte auch leben.
#WirVerlassenX #Bluesky
Kurzes Update zu meinem Bluesky-Experiment:
Nach etwa 24 Stunden werde ich laut Clearsky bereits von über 500 Accounts geblockt und tauche auf mehreren Listen auf – obwohl ich dort nichts gepostet habe.
Hier kann man es sehen:
https://t.co/ZFPnFUxPHd
Das Problem ist nicht, dass einzelne Nutzer blocken. Das ist ihr gutes Recht. Problematisch wird es aus meiner Sicht, wenn Menschen offenbar allein aufgrund von Follows, vermuteter politischer Nähe oder bloßer Kontaktschuld massenhaft vorsortiert und ausgeschlossen werden.
Genau das wirkt auf mich wie eine Echokammer-Mechanik: Wer den falschen Leuten folgt oder ins falsche Raster passt, wird markiert, gelistet und unsichtbar gemacht – ohne eigenes Fehlverhalten, ohne Austausch, ohne Argument.
Besonders irritierend finde ich das bei einer Plattform, die von vielen als bessere Alternative für demokratische Debatten dargestellt wird. Denn offene Debatte bedeutet nicht, Andersdenkende präventiv auszusortieren.
Demokratie lebt davon, Widerspruch auszuhalten.
#Bluesky #WirVerlassenX
Dann sollten Sie erst recht wissen, dass eigene Erfahrungen solche Fälle nicht unmöglich machen. Nur weil Sie andere Abläufe erlebt haben, heißt das nicht, dass es nie zu Nichtverfügbarkeit, Verzögerungen oder Überlastung kommt. Ich habe 47 Minuten in einer Schwimmhalle reanimiert: 32 Grad, 70 % Luftfeuchtigkeit, nasser Boden, Publikum, massiver Druck. Die Frau ist gestorben. Das war kein „Blödsinn“, sondern Realität.
„Ein Krankenwagen war nicht verfügbar“ ist leider kein Blödsinn, sondern Realität. Ich habe als Bademeister mit meinem Kollegen einmal 47 Minuten lang eine junge Frau reanimiert, weil der RTW so lange brauchte. Sie ist am Ende gestorben. Danach hatten wir Polizei, Anwalt und Gericht am Hals. Wer so etwas pauschal ins Lächerliche zieht, hat offenbar nie erlebt, wie brutal diese Minuten vor Ort wirklich sind.
Ein vierstündiges Gespräch moralisch abzuurteilen, bevor man es überhaupt gesehen haben kann, ist keine demokratische Haltung, sondern Vorverurteilung.
Wer schon das Gespräch selbst zur Schuld erklärt, will keine Debatte, sondern Ächtung. Demokratie lebt davon, dass auch unbequeme Positionen öffentlich gestellt, befragt und kritisiert werden können.
Man muss Höcke nicht mögen. Man muss ihm auch nicht zustimmen. Aber einem Podcaster pauschal „Mitschuld“ an der Erosion der freiheitlichen Grundordnung zu unterstellen, nur weil er mit einem Politiker einer wählbaren Partei spricht, ist genau der autoritäre Reflex, vor dem man angeblich warnen will.
Nicht das Gespräch zerstört Demokratie. Die Forderung, bestimmte Gespräche gar nicht mehr führen zu dürfen, ist das Problem.
Vor den Berufsschulen BS13, BS14 und BS15 auf der Elbinsel Wilhelmsburg in Hamburg werden aktuell Zeitungen verteilt – auch an Minderjährige. Die Verteiler haben sich im Gespräch selbst als linksextreme Aktivisten bezeichnet.
Auf dem Titelbild ist eine Demonstrationsszene mit gezündeter Pyrotechnik zu sehen, parallel wird für Aktionen rund um den 1. Mai mobilisiert. Fakt ist: Pyrotechnik bei Demonstrationen ist in Deutschland regelmäßig verboten.
Aus meiner Sicht sendet die Kombination aus solchen Bildern und entsprechender Mobilisierung ein klares und problematisches Signal – insbesondere gegenüber Schülern. Die zuständigen Stellen sollten prüfen, ob das noch im rechtlich zulässigen Rahmen liegt.
Ich habe mir die neue EU-Altersverifikations-App technisch angesehen.
Ausgangspunkt war die offizielle Projektseite:
https://t.co/nd7VQslei3
Ich habe den dort verlinkten Open-Source-Code vollständig heruntergeladen und anschließend unabhängig analysieren lassen – mit zwei unterschiedlichen Systemen (Codex & Claude Code), gleiche Fragestellung, gleiche Datenbasis:
→ „Finde alle sicherheitsrelevanten Probleme, auch kleine.“
Das Ergebnis ist aus technischer Sicht nicht trivial.
Beide Analysen kommen unabhängig voneinander zu einem ähnlichen Bild:
Es wurden mehrere kritische sowie zahlreiche hohe Sicherheitsprobleme identifiziert.
Dabei geht es ausdrücklich nicht um Stilfragen oder „unsauberen Code“, sondern um grundlegende Sicherheitsbereiche, unter anderem:
- Umgang mit kryptographischem Material (z. B. Schlüssel/Secrets im Code oder in Artefakten)
- Logging sensibler Daten (z. B. Tokens, Responses, Sitzungsinformationen)
- lokale Speicherung sicherheitsrelevanter oder personenbezogener Daten
- unklare oder fehlende Absicherung von Backend-Schnittstellen
- nicht sauber getrennte Entwicklungs-, Demo- und potenziell produktionsnahe Konfigurationen
Besonders relevant ist ein wiederkehrendes Muster:
Mechanismen, die im Code als „Verschlüsselung“ oder „Schutz“ bezeichnet werden, erfüllen teilweise keine echte kryptographische Sicherheitsanforderung, sondern sind technisch nur reversible Umwandlungen.
Das betrifft nicht Details, sondern direkt die Frage, ob zentrale Schutzmechanismen überhaupt wirksam sind.
Wichtig zur Einordnung:
Ich behaupte nicht, dass der öffentlich sichtbare Code identisch mit dem finalen Produktionsstand ist.
Aber genau daraus ergibt sich das Problem:
Wenn ein System politisch als „einsatzbereit“ dargestellt wird, während im öffentlich zugänglichen Code solche Muster sichtbar sind, stellt sich zwangsläufig die Frage nach der tatsächlichen Sicherheitsreife.
Denn bei einem System, das mit Identitäts- oder Altersnachweisen arbeitet, sind das keine Randthemen, sondern Kernanforderungen:
- sauberes Schlüsselmanagement
- keine unnötige Speicherung sensibler Daten
- keine Offenlegung in Logs
- klar definierte und abgesicherte Systemgrenzen
Einzelne Fehler sind normal.
Wiederkehrende strukturelle Schwächen sind es nicht.
Fazit:
Die vorliegenden Analysen zeigen mehrere sicherheitsrelevante und teils grundlegende Probleme im öffentlich einsehbaren Code.
Das ist keine abschließende Bewertung eines möglichen Endprodukts –
aber aus technischer Sicht mehr als ausreichend, um die behauptete „Einsatzbereitschaft“ kritisch zu hinterfragen.
Gerade bei einem System, das mit hochsensiblen personenbezogenen Daten arbeitet, sollte zuerst die technische Sicherheit nachvollziehbar belegt sein – und erst danach von „ready“ gesprochen werden.