Liberal. Früher klassische Medien, jetzt neue Medien. Podcast-Host von "Das Weekly - Make Austria Think Again" des @AgendaAustria Studio. Ixt privat. 🚴♀️🏎️
Argentinischer Weg: Was wir vom Ende der Welt lernen können
Von Jan Kluge
Österreich bekommt sein Staatswesen nicht in den Griff. Kann es so weitergehen? Und sollte es?
Es gab eine Zeit, als selbst die uninspirierteste Regierung den österreichischen Staat mit Leichtigkeit hätte reformieren können. Sie hätte ja nur die passenden Konzepte von unseren europäischen Nachbarn abschauen müssen: Die Ausgabenbremse von den Schweden, die föderale Grundordnung von den Schweizern, die Flat Tax von den Polen, die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung von den Esten, das nachhaltige Pensionssystem von den Dänen.
Doch der Tag wird kommen, an dem das alles nicht mehr ausreichen wird. Wenn uns die Finanzmärkte kein Geld mehr leihen, ist es für die Ausgabenbremse etwas zu spät. Hat sich das Bürokratiemonster endlich selbst in den Schwanz gebissen, helfen auch keine digitalen Formulare mehr. Und ein nachhaltiges Pensionssystem hätten wir ohnehin schon vor Jahren angehen müssen.
Wir wissen nicht, wann dieser Tag kommen wird, aber er wird kommen, wenn wir so weitermachen. Der Tag wird den Übergang markieren von einem Land, das einfach nur ein bisschen zu lange ein bisschen zu hemdsärmelig regiert wurde, zu einem notorischen failed state, der auf konventionelle Weise nicht mehr zu retten ist. Jemanden zu finden, der jetzt noch helfen kann, erfordert Reisebereitschaft. So wie sich die von Skandalen zerrüttete katholische Kirche 2013 mit Franziskus einen CEO „vom Ende der Welt“ holte, könnte die Inspiration für die Lösung unserer wirtschaftlichen Misere auch nur noch dort zu finden sein: in Argentinien.
Was die Regierung Javier Mileis seit 2023 geschafft hat, findet in den europäischen Medien nicht das Echo, das es verdienen würde. Dabei wäre es gerade für uns in Österreich so wichtig, genau hinzuschauen.
Ein gewaltiges Budgetdefizit wurde innerhalb eines Jahres in einen ausgeglichenen Haushalt verwandelt. Wie ein altes Pflaster riss Milei die Misswirtschaft ab und strich die Staatsausgaben zusammen. Das tat kurz weh, aber schon seit 2025 sind die Heilungserfolge zu besichtigen: Über vier Prozent Wirtschaftswachstum, der Export boomt, die Inflationsrate ist von über 200 Prozent auf den niedrigsten Wert seit 2018 gefallen. Vom Rückgang der Teuerung profitieren vor allem die Armen; Millionen Argentinier sind in den beiden letzten Jahren der Armut entkommen. Die staatliche Fluggesellschaft ist wie durch ein Wunder plötzlich auch ohne Subventionen profitabel. Drei Millionen Menschen in der argentinischen Pampa haben heute Satelliteninternet; vor drei Jahren war das noch verboten. Die Deregulierung ist in vollem Gange. Über 15.000 Normen wurden geändert oder gestrichen; über 65.000 Staatsbedienstete entlassen.
Wenn Ihnen da der Kopf schwirrt, ist das verständlich. Dass ein Politiker tut, was er sagt und erreicht, was er beabsichtigt, ist bei uns weitgehend unbekannt. Das Sparpaket im österreichischen Doppelhaushalt 2025/26 hat genau so wenig gespart, wie das Entbürokratisierungspaket entbürokratisiert hat. Während sich Argentinien entschlossen reformiert, wird bei uns genauso entschlossen herumgewurschtelt.
An dem Tag, an dem Herumwurschteln keine Option mehr ist, könnte einer wie Milei kommen. Wollen Sie das?
(Erstmals erschienen am 31.05.2026 im "Kurier")
Kapitalismuskritik in der deutschen ... wait for it! ... VOGUE.
Natürlich gepaart mit ein bisschen "Queers for Palastine" und dutzenden Anzeigenseiten der großen europäischen Luxusmarken.
Sie merken's nicht einmal. 🤣
@Ingrid_1801@BertiH0F Stellenmäßig ist die WKO tatsächlich geößer - wenn ich nicht irre. Die AK ist im Allgemeinen auch etwas trasparenter.
Screenshot this. Ich hab grad die AK in Schutz genommen. 😆
Der Stand der Dinge: Die Bildungsdirektion Wien hat mir nun offiziell die Weisung erteilt, mich nur noch bildungspolitisch zu äußern, wenn sie mir das zuvor genehmigt hat.
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@Science_Diskurs Das ist die Ironie dran: Besonders kritische Einwanderer werden wie Verräter behandelt. 🤷♀️ Das hab ich allerdings noch NIE verstanden.
"Richtig ist auch, dass in der Einwanderungsgesellschaft Großbritannien immer wieder Tragödien passieren, weil Verantwortliche sich lieber wegducken, als das Risiko einzugehen, des Rassismus bezichtigt zu werden."
Als Linke war ich früher Teil des Problems. Jegliche Form von Kritik an Migration wurde sofort in die Kategorie Rassismus geworfen. Natürlich muss das Folgen haben. Eine davon ist heute der Fall #HenryNowak
Der Eindruck, die britische Polizei messe mit zweierlei Maß, ist leider keine Verschwörungstheorie. In der Einwanderungsgesellschaft Großbritannien passieren immer wieder Tragödien, weil Verantwortliche sich lieber wegducken, als das Risiko einzugehen, des Rassismus bezichtigt zu werden. Etwas breiterer Hintergrund zum Fall Henry Nowak.
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