Pfingsten ist das Fest des Heiligen Geistes. Wer ist er und wie wirkt er? Erstaunliche Antworten auf diese Frage bekomme ich von jungen Leuten. Die Zeit vor und nach Pfingsten ist die „Firm-Saison“. In vielen Pfarren empfangen junge Menschen, manchmal auch Erwachsene, das Sakrament der Firmung. Im vergangenen Jahr waren es in Österreich fast 40.000. Was erwarten sich diese vielen Menschen vom Heiligen Geist?
Seit über drei Jahrzehnten darf ich das Sakrament der Firmung spenden. Sehr oft erhalte ich Briefe der jungen Leute, in denen sie mir eine Antwort auf die Frage geben, warum sie gefirmt werden wollen und was der Heilige Geist für sie bedeutet.
Im Lauf der Jahre mache ich eine interessante Beobachtung: Früher war der häufigste Grund für die Firmung die Tradition. Es gehört eben dazu, wie Taufe und Erstkommunion. Jetzt kommt immer deutlicher zum Ausdruck, dass es für die jungen Leute eine klare und bewusste Entscheidung ist: „In der Firmvorbereitung habe ich viel darüber nachgedacht, was ich eigentlich glaube und was mir mein Glaube bedeutet. Mir ist klar geworden, dass ich nicht nur ‚automatisch‘ zur Kirche gehören will, weil ich getauft wurde oder weil es meine Eltern so gewollt haben. Ich möchte selbst entscheiden und aus eigener Überzeugung ‚Ja‘ zu Gott sagen. Darum möchte ich gefirmt werden.“
Solche Worte sind keine Seltenheit. Ich beobachte einen erfreulichen Wandel: Immer mehr junge Menschen suchen Halt im Glauben. Die Welt ist so unsicher geworden. Sie erleben viele muslimische Jugendliche, die ihren Glauben ernst nehmen, und beginnen, selber nach dem christlichen Glauben zu suchen, trotz mancher Widerstände: „Manchmal ist es nicht leicht, in meinem Alter zu zeigen, dass man an Gott glaubt. Man könnte als ‚uncool‘ abgestempelt werden. Aber ich möchte lernen, mehr darauf zu vertrauen, dass Gott an meiner Seite ist.“
Manchmal staune ich, wie anschaulich und praktisch junge Menschen vom Heiligen Geist sprechen. Ein Beispiel: „Als begeisterter Fußballer weiß ich, dass Talent allein nicht ausreicht. Man braucht Ausdauer, Teamgeist und jemanden, der einen leitet. Für mich ist der Heilige Geist wie ein innerer Coach. Wenn ich auf dem Platz stehe, lerne ich, was es heißt, für eine Gemeinschaft (das Team) alles zu geben. Diesen Einsatz möchte ich auch im Glauben zeigen.“ Dieser junge Fußballer weiß nicht nur, dass wir persönliche Stärkung im Glauben brauchen, sondern auch, wie sehr es auf das Team, die Gemeinschaft, das Zusammenspiel ankommt. Als bloße Einzelkämpfer können wir nicht bestehen. Niemand von uns ist eine Insel. Gott selber ist Gemeinschaft: Vater, Sohn und Heiliger Geist.
In den vielen Briefen der jungen Menschen, die sich auf die Firmung vorbereiten, finde ich berührende Zeugnisse über die Lebenssituation, in die hinein das Sakrament des Heiligen Geistes empfangen wird: „In dieser Phase meines Lebens, in der viele Weichen für meine Zukunft gestellt werden, ist es mir ein Anliegen, meine Entscheidung für den Glauben bewusst zu stärken.“ Dieses Anliegen gilt für alle Lebensphasen. Schön, es von jungen Leuten zu hören!
Beim Nachdenken über das heutige Fest der „Himmelfahrt“ Christi ist mir ein Kinderbuch in den Sinn gekommen, das wir sehr geliebt haben: „Wie Engelchen seine Mutter suchte“. Ein unvorsichtiges Engelchen fällt von seiner Wolke herunter auf die Erde. Es beginnt, seinen Platz zu suchen: Wo könnte ich zu Hause sein? Bei aller Liebe, die ihm begegnet, ist die Tierwelt doch nicht das, was es sucht. Es findet sein Glück schließlich bei einer Mutter, die es aufnimmt. Das Buch spricht feinfühlig an, was schon in Kindertagen als Frage auftauchen kann: Wo komme ich her? Was ist mein Zuhause? Es ist eine der Urfragen von uns Menschen. Auf kindgerechte Weise wird eine tiefe Wahrheit angesprochen: dass wir in gewisser Weise „vom Himmel“ stammen und auf Erden in einer Familie gelandet sind. Wir sind nicht nur ein irdisches Produkt, sondern haben himmlische Wurzeln.
Religionen und Philosophien haben sich seit jeher mit dieser Einsicht beschäftigt und verschiedene Deutungen angeboten. Die asiatischen Religionen lehren die Wiedergeburt. Aus dem Rad vieler Erdenleben versuchen wir uns zu befreien. Andere sehen im Innersten jedes Menschen einen „göttlichen Funken“, der ewig ist. Wieder andere leugnen, dass der Mensch für die Ewigkeit bestimmt ist. Für sie ist mit dem Tod alles aus.
Was sagt das heutige Fest dazu? Mit dem Kinderbuch hat es eine gewisse Ähnlichkeit. Jesus ist „vom Himmel“ in diese Welt gekommen. So heißt es klar und deutlich im christlichen Glaubensbekenntnis: „Für uns Menschen und zu unserem Heil ist er vom Himmel gekommen und ist Mensch geworden.“ Heute feiern wir, dass er dorthin heimgekehrt ist, woher er gekommen war: Er ist „aufgefahren in den Himmel“.
Ist das eine Art Kindermärchen? Ich sehe es umgekehrt: Märchen machen oft tiefe Wahrheiten deutlich. Ich versuche, das in Worte zu fassen: Jesus ist wirklich in dem Sinn vom Himmel gekommen, dass und weil er Gott ist. Er kommt auf die Erde und wird als Mensch geboren. Für ihn ist der Himmel die Heimat. Er ist in Gott zu Hause. Und doch ist er ganz Mensch. Er steht, wie man so sagt, mit beiden Beinen auf dem Boden. Er ist ganz Gott und ganz Mensch. Ich weiß, dass andere Religionen diese Überzeugung nicht teilen. Ich persönlich glaube, dass hier die große Würde des Menschen zum Ausdruck kommt. Gott hat sich ganz mit uns Menschen eins gemacht. Ich nenne daher das heutige Fest „das Fest der Heimkehr“. Wir sind nicht vom Wolkenhimmel heruntergepurzelte Engel. Wir sind Menschen, hier zu Hause, in unserer Welt. Doch einmal werden wir ganz heimkehren dürfen. Das wartet noch auf uns.
Alles, was wir sagen oder tun, hat seinen „Sitz im Leben“. Was war die Situation, in der ich dies und das gesagt oder getan habe? Es hilft oft entscheidend, danach zu fragen, um es besser einordnen und verstehen zu können. Was war der „Sitz im Leben“ des heutigen Evangeliums? Er könnte kaum dramatischer gewesen sein. Was Jesus an diesem Abend gesagt und getan hat, geschah im Angesicht des Todes. Es war der letzte Abend seines Lebens auf Erden und er wusste es. Sein „letztes Abendmahl“ war auch der Ort seiner „Abschiedsreden“. Einen Abschnitt daraus bildet das heutige Sonntagsevangelium. Um es besser zu verstehen, hilft es, seinen „Sitz im Leben“ zu befragen.
Vorweg eine kritische Frage: Hat Jesus wirklich all das gesagt? Es gibt weder eine Videoaufnahme noch eine genaue Mitschrift davon. Johannes schrieb sein Evangelium Jahrzehnte später. Ist es glaubwürdig? Dazu zwei praktische Hinweise: Die Menschen lebten damals in einer Kultur der mündlichen Überlieferung. Sie hatten ein unvergleichlich besseres Gedächtnis als wir durch pausenlosen Handykonsum zerstreuten Zeitgenossen. Zudem waren die Teilnehmer dieses einzigartigen Abends aufmerksam auf alles, was Jesus sagte. Es waren seine Abschiedsworte, sein Testament.
Die große Frage stand im Raum: „Was wird aus uns werden, wenn Jesus nicht mehr da ist?“ Er war für sie das Ein und Alles. Für ihn haben sie alles verlassen. Auf ihn haben sie sich ganz verlassen. Bleiben sie jetzt allein übrig? Jesus tröstet sie: „Ich werde euch nicht als Waisen zurücklassen, ich komme zu euch.“ Bald werden sie erleben, dass Jesus Wort hält. Sie machen die Erfahrung, die sich bis heute immer wieder bestätigt: „Ihr seht mich, weil ich lebe und auch ihr leben werdet.“ Am Abend vor seinem Tod spricht Jesus vom Leben. Jesus lebt!
Dass es wirklich so ist, davon sind bis heute viele Menschen überzeugt. Woher nehmen sie diese Gewissheit? Sie ist nicht das Ergebnis eigener Überlegungen. Sie hat mit dem zu tun, was Jesus damals versprochen hat: „Ich werde den Vater bitten und er wird euch einen anderen Beistand geben, der für immer bei euch bleiben soll, den Geist der Wahrheit“. Wer ist das und was tut er? An diesem letzten Abend hat Jesus viel von ihm gesprochen. Er nennt ihn in der Redeweise seiner Heimat mit einem griechischen Wort: Paraklet, was bedeutet: Helfer, Beistand, Berater, Fürsprecher, Verteidiger, Anwalt, Tröster. Paulus sagt von ihm: „Er tritt für uns ein.“ Das erwartet man von einem Anwalt! Das tut der Heilige Geist!
In zwei Wochen ist Pfingsten, das Fest des Heiligen Geistes. Jesus nennt ihn „einen anderen Beistand“. Wozu neben Jesus noch einen anderen Helfer? Ich glaube, aus der Erfahrung sagen zu können, warum wir ihn brauchen. Unser Leben spielt sich die meiste Zeit an der Oberfläche ab: die täglichen Pflichten, die Unterhaltungen, die Meinungen. Viel zu selten gelingt es uns, tiefer einzudringen in die Wahrheit, den Sinn des Lebens, die Liebe zu Gott und zueinander. Der „andere Beistand“ hilft uns, auf die meist leise Stimme des Herzens zu hören. Er gibt die Kraft, ihr zu folgen.
Johannes 14,15-21
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote halten. Und ich werde den Vater bitten und er wird euch einen anderen Beistand geben, der für immer bei euch bleiben soll, den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht sieht und nicht kennt. Ihr aber kennt ihn, weil er bei euch bleibt und in euch sein wird. Ich werde euch nicht als Waisen zurücklassen, ich komme zu euch. Nur noch kurze Zeit und die Welt sieht mich nicht mehr; ihr aber seht mich, weil ich lebe und auch ihr leben werdet. An jenem Tag werdet ihr erkennen: Ich bin in meinem Vater, ihr seid in mir und ich bin in euch. Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt; wer mich aber liebt, wird von meinem Vater geliebt werden und auch ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren.
Vom Fabriksgebäude in der Augasse 17 (9. Bezirk) ist nicht einmal die Fassade geblieben. Es wurde 2024 abgerissen.
Fotos: 2026 (Georg Scherer), 2008 (Stadt Wien)
Heimat Europa?
Die Wahl in Ungarn war ein starkes Signal, das die große Mehrheit in Richtung Europa gegeben hat. Mich bewegt die Frage, inwieweit Europa für seine vielen Millionen Bewohner jemals so etwas wie eine Heimat werden kann, wie es etwa die USA geworden sind. Ist Europa nicht zu vielfältig, um ein starkes Gefühl von Zugehörigkeit und Zusammengehörigkeit zu vermitteln? Ich bin in Tschechien geboren, fühle mich aber als Österreicher. Ich habe in fünf der neun Bundesländer gelebt, war in allen gerne, bin aber Vorarlberger, der in Wien zu Hause ist. Ich habe in sechs europäischen Ländern gewohnt. Ist deshalb Europa meine Heimat geworden?
Eine Überzeugung habe ich gewonnen: Europa kann in der heutigen Welt nur gemeinsam Bestand haben. Es hat über lange Zeit die Welt weitgehend beherrscht. Das ist vorbei, und das ist gut so. Die europäischen Kolonialmächte haben ausgedient. Europa ist nicht perfekt, die EU auch nicht. Aber in keinem anderen Teil der Welt gibt es so viel Freiheit und Rechtsstaatlichkeit wie in Europa. Warum versuchen so viele Menschen, nach Europa zu kommen? Kein Staat ist das Paradies auf Erden. Meine endgültige Heimat erhoffe ich im Himmel. Bis dahin bin ich froh, in Europa zu Hause zu sein.
Eine Frage bewegt mich immer wieder: Kennt Gott wirklich alle Menschen? Jeden Einzelnen? Ganz persönlich? Wie soll das möglich sein, wo es doch Milliarden von Menschen gibt? Die Frage stellt sich mir nicht abstrakt und theoretisch, sondern ganz praktisch: Ich glaube schon, dass Gott auf mein Leben schaut. So vieles, was in all den Jahren geschehen ist, betrachte ich als Fügung Gottes, für die ich dankbar bin. Auch Schweres und Schwieriges erweist sich im Rückblick als sinnvoll. Persönlich glaube ich an das, was man Gottes Vorsehung nennen kann. Soll das nur für mich gelten? Ich bin so vielen Menschen begegnet, die das ähnlich empfinden. Täuschen wir uns alle?
Manche Menschen meinen, das sei alles Einbildung, eine Art Trost, den wir uns selber spenden. Andere glauben an so etwas wie eine höhere Macht, die uns lenkt und leitet, oder an eine universale Energie, der wir unterworfen sind. Wieder andere nehmen an, ein blindes Schicksal bestimme den Lauf der Dinge. Es ist nicht leicht, über Gott und die Welt ein einfaches, klares Wissen zu haben. Mir hilft es, in all diesen Zweifeln und Fragen auf das zu hören, was andere erfahren und erlebt haben. Für diesen Zugang zu den ewigen Menschheitsfragen ist der Apostel Thomas ein kostbarer Zeuge.
„Thomas, der Didymus genannt wurde, einer der Zwölf, war nicht bei ihnen, als Jesus kam. Die anderen Jünger sagten zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen.“ Gut, dass er ihnen nicht gleich geglaubt hat. Sein Zweifel kommt uns zugute. Er zeigt, dass auch wir Fragen stellen dürfen. Thomas sucht Gewissheit. Er will nicht einer Täuschung und damit einer neuen Enttäuschung aufsitzen. Die Enttäuschung über Jesus muss groß gewesen sein: „Wir hatten gehofft, dass er der sei, der Israel erlösen werde.“ Stattdessen wurde er getötet und liegt im Grab, so der Tenor unter den Jüngern.
Enttäuschte Stimmen dieser Art gibt es bis heute: Menschen, die auf Gott gehofft hatten, für die alles ganz anders kam. Um sie wieder von Gott zu überzeugen, genügen keine frommen Worte, auch keine Strohfeuer-Begeisterung. Sie brauchen handfeste Beweise. Solche hat Thomas gefordert, im ganz wörtlichen Sinn: „Wenn ich nicht meinen Finger in das Mal der Nägel und meine Hand in seine Seite lege, glaube ich nicht.“ Acht Tage später erhält er den geforderten Beweis. Jesus ist da, trotz verschlossener Türen, und spricht ihn direkt an. Er weiß, was Thomas als Zeichen genannt hatte: „Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite und sei nicht ungläubig, sondern gläubig.“
Thomas konnte von da an glauben. Wie steht es aber mit uns? Wer hat schon das Glück, Jesus so direkt zu begegnen wie Thomas? Jesus sieht es anders: „Selig sind die, die nicht sehen und doch glauben.“ Also stehen unsere Chancen nicht schlechter. Heißt das, blindlings zu glauben? Etwas können wir immer wieder sehen: Menschen begegnen, die uns glaubwürdig bezeugen, wie sehr der Glaube ihnen in ihrem Leben geholfen hat. Nicht mehr ein blindes Schicksal waltet über ihrem Leben, sondern ein Gott, für den jeder Mensch einmalig und geliebt ist. Glauben heißt Vertrauen, dass es so ist. Wie Thomas können Sie zu Jesus sagen: „Mein Herr und mein Gott.“
Um es ehrlich zu sagen: Wir haben keine Vorstellung von der Auferstehung. Wie soll das aussehen: die leibliche Auferstehung? Werden wir wirklich einen unsterblichen Leib haben? Und das für ewig! Wir können uns sowieso Ewigkeit nicht vorstellen, weil wir immer an Raum und Zeit gebunden sind. Der christliche Glaube an die Auferstehung ist aber so etwas wie der Schlussstein eines Gewölbes. Nimmt man ihn heraus, bricht alles zusammen. Der Apostel Paulus ist hierüber ganz klar: „Ist Christus nicht aufgeweckt worden, dann ist unsere Verkündigung leer, leer auch euer Glaube.“
Wir haben keine Vorstellung von dem, was „Auferstehung des Fleisches“ bedeutet, wie es wörtlich im Credo, im Glaubensbekenntnis heißt. Dafür haben wir aber das Zeugnis von Menschen, die eine direkte Erfahrung mit der leiblichen Auferstehung gemacht haben: die Berichte der Evangelien von den Begegnungen mit Jesus nach seiner Auferstehung. Es waren zuerst Frauen: Maria von Magdala und andere Frauen, die mit Jesus aus Galiläa nach Jerusalem gekommen waren. Jesus ist auch den Aposteln erschienen, dann anderen Jüngern, schließlich dem Paulus, dessen Leben von Grund auf verwandelt war, seit er, wie er selber sagt, „den Herrn gesehen“ hat.
Eines können wir mit Sicherheit annehmen: Alle diese Zeugen sind nicht Opfer einer Täuschung geworden. Sie haben auch nicht gemeinsam gelogen, um die Enttäuschung zu verbergen, die der Tod Jesu für sie alle bedeutet hat. Alle Berichte über die Begegnungen mit Jesus nach seiner Auferstehung stimmen darin überein, dass ihnen wirklich Jesus erschienen ist. Es war freilich ganz anders als zu seinen Lebzeiten. Jesus war da, real, greifbar, er selber, und doch war er nicht mehr von dieser Welt. Sie konnten ihn berühren, aber nicht festhalten. Er kam und ging durch verschlossene Türen, ohne an Raum und Zeit gebunden zu sein. Es war für die Zeugen nicht einfach, zu beschreiben, was sie erlebt haben. Nur eines war ihnen gewiss: Jesus lebt! Und: Er wird nie mehr sterben!
Von dieser Gewissheit lebt der christliche Glaube bis heute. Die ersten Zeugen glauben das, wie der Apostel Johannes sagt, „was wir mit unseren Augen gesehen … und was unsere Hände angefasst haben“. Gibt es für uns, die wir heute leben und Jesus nicht als Auferstandenen gesehen haben, wenigstens Ahnungen von dem, was Auferstehung wirklich bedeutet? Ahnungen ersetzen nicht den Glauben. Sie können ihn anschaulicher machen. Eine solche Ahnung ist für mich der unbeschreibliche Jubel des „et resurrexit“ (er ist auferstanden) im Credo von Anton Bruckners f-Moll-Messe. Ahnung von Auferstehung kann das Erleben des Frühlings sein, „denn das kreisende Jahr lässt nach des Winters Frost und Nacht den Frühling die Erde für Ostern bereiten“ (Hymnus in der Fastenzeit). Ahnbar wird Auferstehung, wenn nach schwerer Krankheit spürbar die Gesundheit wieder in den Körper einzieht; oder wenn nach dem Verwüsten eines Krieges der Friede die Wunden zu heilen beginnt. Wie viele sehnen sich danach!
Alle diese Ahnungen, die ohne Zahl sind, haben eines mit der Auferstehung Jesu gemeinsam: Sie kommen nicht ohne das Kreuz. Ohne Karfreitag kein Ostersonntag. Um aufzuerstehen, musste Jesus sterben. Die Botschaft von Ostern überspringt nicht die Unsummen an Leid in der Welt. Sie täuscht auch nicht über die letzte Wirklichkeit allen Lebens in dieser Welt hinweg: den sicheren Tod. Auf Erden ist das der Kreislauf des Lebens. Hier auf Erden hat der Tod das letzte Wort. Die Auferstehung Jesu bedeutet: „Der Tod hat keinen Stachel mehr!“ Deshalb sind alle die Ahnungen von Auferstehung keine Täuschungen! Frohe, gesegnete Ostern!
These images from Jan Palach's funeral — which took place OTD in 1969, also a Sunday — are IMO some of the most powerful and moving from modern Czech history.
This entrance to the priest hole was created in the 1960s when Elizabeth the Queen Mother visited the house. It was made in order to make viewing the priest hole easier. I crawled into this one and nearly broke my hip as one leg and my head and shoulders and torso got in only to find that the floor level on the other side was about four feet below the entrance. Other leg got stuck and I was twisted around. My host saved the day by shoving my other let through. Picture to follow from inside the priest hole.
Im Gespräch zwischen Pontius Pilatus und Jesus geht es um die großen Fragen: Was ist Macht? Was ist Wahrheit? Woher kommt die Macht? Wer gibt sie? Wozu dient sie? Jesus steht als Gefangener vor Pilatus, dem Vertreter des mächtigsten Herrschers der damaligen Welt, des Kaisers von Rom. Jesus ist angeklagt. Seine Kläger fordern lautstark seinen Tod. Pilatus sagt zu Jesus: „Bist du der König der Juden?“ Jesu Antwort: „Mein Königtum ist nicht von dieser Welt. Wenn mein Königtum von dieser Welt wäre, würden meine Leute kämpfen, damit ich den Juden nicht ausgeliefert würde. Nun aber ist mein Königtum nicht von hier.“ Pilatus zu Jesus: „Also bist du doch ein König?“ Jesus: „Du sagst es, ich bin ein König. Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, dass ich für die Wahrheit Zeugnis ablege. Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört auf meine Stimme.“ Pilatus zu Jesus: „Was ist Wahrheit?“
Pilatus findet keinen Grund, Jesus zu verurteilen, hat aber auch nicht den Mut, Jesus freizulassen. So lässt er ihn geißeln. Dem „König der Juden“ setzen die Soldaten eine Krone auf. Sie ist aus Dornen geflochten. Ein purpurroter Mantel ergänzt die Maskerade. So führt ihn Pilatus den Leuten vor: „Seht, der Mensch!“ Pilatus zum schweigenden Jesus: „Weißt du nicht, dass ich Macht habe, dich freizulassen, und Macht, dich zu kreuzigen?“ Jesus zu Pilatus: „Du hättest keine Macht über mich, wenn es dir nicht von oben gegeben wäre.“ Pilatus hat von seiner Macht Gebrauch gemacht: „Da lieferte er ihnen Jesus aus, damit er gekreuzigt würde.“
Ich liebe den Vers 4 aus Psalm 99 in der Bibel. Besser kann die Macht nicht benannt werden: „Die Macht eines Königs ist das Recht, das er liebt.“ Macht ist den Herrschenden gegeben, damit sie dem Recht zur Geltung verhelfen. Die Liebe zum Recht macht aus dem König den Beschützer der Rechtlosen, denen andere Mächtige die Gerechtigkeit vorenthalten. Das wussten die Menschen seit eh und je. Deshalb sahen sie in einem gerechten Herrscher einen guten Hirten.
Heute ist der Christkönig-Sonntag. Wie sieht ein Königtum aus, das nicht von dieser Welt ist? Jesus wird als Auferstandener sagen: „Mir ist alle Vollmacht gegeben im Himmel und auf Erden.“ Welcher Art ist diese Vollmacht? Das Christkönigsfest wurde 1925 von Papst Pius XI. eingeführt, zu einer Zeit, als die Kirche praktisch keine weltliche Macht mehr hatte. In der Zeit des Nationalsozialismus war das Bekenntnis zu Christus dem König ein mutiges Zeichen. Wer nicht von Hitler das Heil erwartete, sondern von Jesus Christus, wurde als gefährlich eingestuft und deshalb verfolgt. Niemand, auch kein Diktator, hat seine Macht aus eigener Vollmacht. Sie ist immer nur anvertraut. Daran hat Jesus den Pilatus erinnert.
Wie sieht das Königtum Jesu aus? Das kommt in dem Dialog zum Ausdruck, der das heutige Evangelium so unvergleichlich macht. Die Aufschrift am Kreuz drückt zugleich den Spott und die Wahrheit über ihn aus: „Das ist der König der Juden.“ Sieht ein König so aus? Höchstens ein kläglich gescheiterter. Einer der beiden Mitgekreuzigten bleibt für immer der Zeuge des wahren Königtums Jesu. Mit dem Tod endet alle irdische Macht, ob groß oder klein. Im Grab hat kein König Macht. Jesus hat kein Königsgrab. Er lebt! Sein Reich ist nicht von dieser Welt. „Jesus, denk an mich, wenn du in dein Reich kommst.“ Keine Macht der Welt kann geben, worüber Jesus verfügt: „Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.“
Heute jährt sich das #Novemberpogrom vom 9./10. November 1938, das in Wien von besonders großer Brutalität gegen Jüd*innen gekennzeichnet war. Im Bild die ausgebrannte Synagoge in der Leopoldsgasse im 2. Bezirk. Mehr dazu im #WienGeschichteWiki 👉 https://t.co/LDCrsfmXaa
Heute gehen mir viele Gedanken durch den Kopf und bewegen mich. Das Datum des 9. Novembers weckt schöne und schreckliche Erinnerungen wach. Was haben sie mir und vielleicht uns allen zu sagen? Am 9. November 1938 brannten im ganzen damaligen Deutschen Reich, dem Österreich „angeschlossen“ war, die Synagogen, die auch „Tempel“ genannt werden. Man sprach von der „Reichskristallnacht“. Verbunden war dieses wahnsinnige Wüten mit der Verwüstung zahlloser jüdischer Geschäfte, jüdischer Wohnungen und der hemmungslosen Verfolgung der Juden. Es war erst der Anfang vom millionenfachen Morden.
51 Jahre später, am 9. November 1989, kam es zum Fall der Berliner Mauer und damit zum Ende der kommunistischen DDR und zur Wiedervereinigung Deutschlands. Dasselbe Datum, doch ein ganz anderes Signal. Schrecken und Grauen auf der eine Seite, Hoffnung und neue Zuversicht auf der anderen Seite. Nach zwei von Europa ausgehenden Weltkriegen war der Fall der Berliner Mauer das Symbol für ein Europa, in dem die Staaten nicht mehr, wie durch Jahrhunderte, Krieg gegeneinander führen, sondern miteinander zu gehen entschlossen sind.
Der 9. November ist für die Kirche der jährliche Gedenktag der Weihe der Lateranbasilika in Rom. Was ist daran besonders feiernswert? Sie ist die eigentliche Bischofkirche des Papstes, des Bischofs von Rom. Das Kirchweihfest, bei uns „Kirtag“ genannt, ist an vielen Orten ein Volksfest mit Gottesdienst, Jahrmarkt und Brauchtum. Die Lateranbasilika wird als die „Mutterkirche“ von Rom und der ganzen katholischen Kirche gefeiert. Mich berührt daran vor allem das Wort „Mutterkirche“. Für mich war und ist die Kirche Mutter. In ihr bin ich aufgewachsen. In ihr habe ich Heimat gefunden. Ich weiß, dass viele Menschen bei dem Wort Kirche ganz andere Empfindungen haben.
Ein Blick auf Jesus im heutigen Evangelium kann zur Klärung verhelfen. Jesus ist, wie jedes Jahr, zum Pessachfest nach Jerusalem gepilgert. Der Geschäftsrummel im Tempel empört ihn. Mit einer mehr symbolischen Aktion macht er seinem Zorn Luft und vertreibt die Händler aus dem Vorhof des Tempels: „Macht das Haus meines Vaters nicht zu einer Markthalle!“ Der Tempel – Jesu Vaterhaus! Die Kirche als Mutter! Beide Worte bedeuten Beheimatung, ein Zuhause. Den Juden ist der Tempel, die Synagoge ein Vaterhaus. Der Hass der Nazis wütete daher gegen alle, wirklich alle Synagogen Deutschlands. Sie wollten bewusst das Heiligtum des jüdischen Glaubens, Betens und Feierns vernichten. Bis heute bleibt es die tiefe Wunde des Judentums, dass der Tempel in Jerusalem im Jahr 70 von den Truppen der Römer bis auf die Grundmauern (die „Klagemauer“) zerstört wurde. Hat Jesus das bereits 40 Jahre zuvor vorausgesagt? „Reißt diesen Tempel nieder und in drei Tagen werde ich ihn wieder aufrichten.“ Niemand verstand damals dieses rätselhafte Wort. Erst durch seine Auferstehung am dritten Tag nach seinem Kreuzestod erinnerten sich seine Jünger an dieses Wort Jesu und glaubten daran. Heute hilft es auch mir, fest daran zu glauben, dass die schrecklichen Ereignisse vom 9. November 1938, die hoffnungsvollen Ereignisse vom 9. November 1989 und alle Not und Hoffnung unserer Tage nicht mit den Zerstörungen und dem Leid enden, sondern mit der Auferstehung und dem Leben.
Blessed Karl of Austria exemplified the qualities and essence of our Lord’s teaching, as did all of the Church’s saints who were endowed with royal dignity. At home, he established a Ministry of Social Welfare, the first of its kind in the world. He commuted death sentences, organized soup kitchens, used the horses and wagons of the palace to deliver coal to the Viennese, fought against usury and corruption, and gave away most of his private wealth by distributing alms beyond his means. He went among his people, suffered with them, and comforted them with his presence and words.
Blessed Karl of Austria, pray for us.
15 Oct 1529: Suleiman the Magnificent, sultan of the #Ottoman Empire, ends his Siege of Vienna. It was the first attempt by the #Islamic empire to take Vienna. #Suleiman attacked with 100,000 men while the defenders numbered ~21,000. #OTD#History#ad https://t.co/sFryAFY19U
Dem Armen geht es auf Erden schlecht, dem Reichen gut. Einmal wird es umgekehrt sein: Der Arme kommt in den Himmel, der Reiche in die Hölle. Ist das die Botschaft, die Jesus mit dem Gleichnis vom reichen Prasser und vom armen Lazarus vermitteln will? So einfach ist die Geschichte nicht, für Jesus und seine Botschaft, und für uns, die wir sie heute hören. Sie setzt einiges voraus, das nicht selbstverständlich ist.
Die erste Frage ist eine ganz persönliche: Wie geht es mir, wenn ich die Geschichte von diesen beiden Menschen lese und höre? An wen denke ich, wenn ich mir den reichen Mann vorstelle? Gehört er zu den Superreichen, von denen die Medien dauernd berichten? Was für ein Mensch ist er? Sympathisch, egoistisch, großzügig? Er ist teuer und fein gekleidet, feiert gerne große Feste. Kann ich mir den Lazarus vorstellen? Habe ich vor der Haustür jemals einen solchen hungrigen, elenden Menschen voller Geschwüre auf der Straße gesehen, nicht in Afrika, sondern bei uns?
Klar ist heute wie damals: Beide müssen einmal sterben. Was kommt danach? Jesus setzt voraus, dass alle seine Zuhörer an ein Leben nach dem Tod glauben. Alle nehmen auch an, dass es einen Zusammenhang zwischen Jetzt und Dann gibt: Das Gute wird belohnt, das Böse bestraft! Wie steht es heute mit diesen Annahmen? Wenn, wie Marianne Gronemeyers Buchtitel lautet, das „Leben als letzte Gelegenheit“ gesehen wird, mit dem Tod also alles aus ist, dann hat das Gleichnis Jesu keinen Boden unter den Füßen, dann spielt es keine Rolle, ob ich gut oder schlecht, reich oder arm bin. Dann gibt es nur Glück oder Pech im Leben. Doch damit hat sich die Mehrheit der Menschen nie einfach abgefunden. Wir alle spüren, dass es nicht egal ist, wie wir uns im Leben verhalten. Die meisten Menschen und alle Religionen glauben, dass sich das ewige Leben hier entscheidet, in meinem täglichen Tun und Lassen.
Wollte Jesus uns mit seinem Gleichnis Einblick ins Jenseits geben, Himmelsfreuden und Höllenqualen ausmalen? Das haben die Mythen und Religionen reichlich getan, die alten Ägypter wie die hinduistischen und buddhistischen Reinkarnationsvorstellungen, aber auch die jüdische Tradition. Jesus schöpft aus dieser bunten Bilderwelt. Doch die Schilderungen des Jenseits sind nicht der Kern seiner Botschaft. Worum geht es ihm?
Überraschend ist, dass der Reiche gar nicht als eine Art Bösewicht dargestellt wird. Darin kommt etwas zum Ausdruck, was für die „Moral“ Jesu entscheidend ist. Mit Moral verbinden wir vor allem Dinge, die verboten sind. „Du sollst nicht…“, lauten die Gebote. Die „Sünde“ des Reichen ist nicht sein Tun des Bösen, sondern seine Unterlassung des Guten. Den armen Lazarus vor seiner Haustüre hat er einfach übersehen. Das, und nur das wird ihm im „Jenseits“ zur Strafe. „Ich war hungrig, und du hast mir nicht zu essen gegeben“, so die Kurzfassung Jesu über das Gericht Gottes. Gott identifiziert sich mit dem armen Lazarus. Du brauchst keine warnende Botschaft aus dem Jenseits, um aufzuwachen. Du brauchst nur die Augen und das Herz zu öffnen, um den Lazarus vor deiner Tür wahrzunehmen. Er wird dir die Tür zum Himmel öffnen!
Lobau zubetonieren? Nein! Die Regierung will den Tunnel, wir sagen: Zukunft statt Beton. Die Lobauautobahn kostet Milliarden und ist schädlich und sinnlos. ✍️Unterschreib’ jetzt die Petition: https://t.co/ahevpynd3Y #nobau#lobautunnel
On September 12th 1683, Polish King John III Sobieski led the largest cavalry charge in history
18,000 horsemen charged the Ottoman troops besieging Vienna
The King led the charge at the head of 3000 Polish Winged Hussars
Today is the 342nd anniversary
12 Sept 1683: During the Austro-Ottoman War, #European armies join forces and defeat the Ottoman #Islamic Empire during the Battle of Vienna. The victory of the Christian forces reverberated throughout the continent, shaping the geopolitical landscape for centuries to come. #history #OTD #ad https://t.co/kpwve0jQ7v