Das eigentlich Perfide an der Debatte um Klingbeils Zuckersteuer: Die absurde Idee, auch Zero-Getränke, Hafermilch und andere Produkte ohne Zucker zu besteuern, hat jetzt so viel Aufmerksamkeit bekommen, dass viele nach Klingbeils Rückzieher denken: „Na gut, nochmal Glück gehabt.“ Dabei gerät völlig aus dem Fokus, dass die Zuckersteuer selbst weiterhin kommt. Die absurde Zero-Steuer war nur der Aufreger, die eigentliche Scheißsteuer auf zuckerhaltige Produkte bleibt bestehen. Und genau dadurch hat sich die Debatte ein Stück weit von der grundsätzlichen Frage wegbewegt: Warum soll der Staat überhaupt noch stärker darüber bestimmen, was wir konsumieren, und dafür eine neue Steuer einführen?
Immer klar machen: Nach jahrelangen Rekordsteuereinnahmen, die aus einer Rekordsteuerbelastung resultieren, lässt sich der Deutsche anstandslos erzählen, dass es nun Rekordschulden bräuchte, um z.B. die marode Infrastruktur herzurichten, weil all das Geld dafür offenbar nicht gereicht hat.
Und er nickt und wählt wieder dieselben und fragt nicht einmal, wo all das Geld all die Jahre hingeflossen ist. Und wenn dann wieder ein afghanischer Vergewaltiger ausgewiesen werden soll oder ein anderer Asylbewerber in eine Menschenmenge brettert, finden sich immer noch genug, die bereit wären, sich auf's Rollfeld zu kleben, oder eine Demo gegen Rechts zu veranstalten.
Der Deutsche ist so gerne Untertan,so gerne Retter der Welt und Zahlsklave für Migranten, die ihn verachten, das es weh tut. Da muss man dann auch einfach mal einsehen, dass dieser kulturelle und wirtschaftliche Suizid hart erarbeitet ist.
Ehrlich, ich halte das hier nicht mehr aus.
Stell dir vor, deine Eltern flüchten mit dir aus Syrien oder Afghanistan nach Deutschland. Du wirst hier mit allem, was du brauchst, versorgt.
Du darfst hier zur Schule gehen und erhältst eine Bildung, die dir im Bestfall Türen öffnet, die für dich in deinem Heimatland immer verschlossen geblieben wären. Du wirst medizinisch versorgt, mit Schulmaterialen, deine Eltern erhalten für sich, dich und deine Geschwister Wohnraum. Die Miete dafür wird vom deutschen Steuerzahler bezahlt. Ebenso dein Kindergeld und das Bürgergeld für euch alle, sofern deine Eltern (noch) nicht arbeiten. Dieses Land bietet dir unendliche Chancen und Möglichkeiten. Und vor allem Freiheit. Man sollte denken, dass gerade Menschen, die nichts davon in ihrer Heimat erlebt haben, dieses Privileg zu schätzen wissen.
Stattdessen entscheidest du dich unter allen Möglichkeiten, die dir dieses Land bietet, für die Möglichkeit, einheimische Kinder, deren Eltern dir dieses Leben ermöglichen, zu quälen und gewalttätig zu attackieren. Wie gestern die Jungs in Gera.
(…)
Es reicht mir auch nicht, dass diese Kinder und ihre Eltern mit einem «Du, du, du» davonkommen. Ich will endlich, dass es Strafen gibt, die weh tun. Die den Menschen, die hier zugewandert sind und alle Chancen erhalten haben, deutlich machen, dass sie sich hier nicht jede Frechheit herausnehmen können. Ich möchte, dass dieser Staat wehrhaft ist. Dass wir als Gesellschaft wehrhaft sind und unsere Werte verteidigen.
Ich möchte, dass solche Taten Konsequenzen für den Aufenthaltsstatus der gesamten Familie haben. Passiert das einmal, wirst du angezählt. Passiert es mehrmals, musst du dieses Land verlassen.
Wir, unsere Kinder, unsere und ihre körperliche und seelische Unversehrtheit ist auch etwas wert. Unsere Politiker sind zu aller erst uns gegenüber verpflichtet. Nicht allen anderen auf der Welt.
Mein Kommentar zu #Gera bei @Weltwoche
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@ainyrockstar Ihr Verhalten ist einfach nur scheinheilig und ekelhaft. Das Heulvideo wurde jetzt ja auch gelöscht. Hat wohl doch nicht die erwarteten Reaktionen gegeben.
@ABaerbock Ich finde das Thema zu ernst für einen Parodie-Account, der dann auch noch mit offenbar tiefschwarzem Humor die Sylt-Säufer mit einem tödlichen Anschlag in Verbindung bringt.
Weil das glaub ich immer noch nicht jedem klar ist: Können wir kurz zur Versachlichung der Debatte nochmal darüber sprechen, dass es sich bei dem, was auf Sylt gegrölt wurde, um ein Meme handelt?
Ich erkläre das mal ganz langsam, damit es auch Nancy und Co. verstehen: Die meisten dürften Memes als lustige Bildchen aus dem Internet kennen. Memes können aber anderweitige Internettrends sein wie z.B. eben "Ausländer raus" auf die Melodie von "L'amour toujours" zu singen. Das kann man geschmacklos finden, das kann man bescheuert und für wenig geistreich erachten, aber Fakt ist: Diese fünf jungen Menschen auf Sylt haben dieses Meme nicht erfunden und die ganze Sache geschah auch nicht auf Basis eines tief verankerten rechtsextremistischen Gedankenguts.
Das wahrscheinlichste Szenario ist ganz simpel: "L'amours Toujours" erklingt, alle feiern ausgelassen und sind betrunken. Man kennt das Meme. Es wurde bereits woanders gesungen und aus der Alkohollaune heraus stimmt man es ebenfalls an. Einer filmt. Das war's. Es ist wie wenn Macarena erklingt und alle tanzen automatisch den Macarena. Nur halt eben in geschmacklos. Was Memes nun öfter mal sind. Am nächsten Tag wählen Justus und Charlotte bei der Briefwahl zum Europaparlament wieder FDP oder CDU und alles ist gut.
Der einzige Grund, weshalb man die ganze Sache so aufgebauscht hat und anders als bei Kalifatsdemos und antisemitischen Entgleisungen migrantischer Mitbürger und selbst vergangener Videos, die dieses Meme zeigen, komplett eskaliert, ist, weil sich hier
1. Sozialneid
2. Gratismut und
3. vermeintlicher Antirassismus
miteinander vermischen lassen. Das vereint in etwa die drei liebsten Hobbys linker Lifestyle-Lurche, dümmlicher Influencer und jedem sonstigen Mitläufer ohne funktionierendem Gehirn, der der festen Überzeugung ist, im Dritten Reich im Widerstand gewesen zu sein, obwohl er jetzt wie der größte Bastard alles nachplappert, was ihm irgendwelche Leute, die sonst Rabattcodes raushauen, erzählen.
What a time to be alive.
Der Internetpranger hat aus »L'Amour toujours« eine Art Hymne gemacht, die sich vor geraumer Zeit niemand getraut hätte zu singen, die aber heute gleichermaßen Meme und Widerstandshandlung geworden ist. Die Bekanntheit der Parole »Ausländer raus« auf den Dö-Dö-Döp-Beat spannt sich nun von Schützenfestjugend bis Segeltreterpublikum und ist – ähnlich wie im Fall des Wortes »Remigration« und mit Abstrichen auch des »Layla«-Songs – durch die völlige unverhältnismäßige Empörung des digitalen Lynchmobs durch die Decke gegangen. Es hat sich, ganz egal wie abstoßend, dermaßen in das kollektive Gedächtnis eingebrannt, dass es keinen Ort mehr in Deutschland geben wird, wo nicht irgendeine Gruppe anfängt, die bösen Worte zu grölen, wenn Gigi d'Agostino läuft. Die ganze EM, etliche Public Viewings, jedes Weinfest, jede Dorfdisko und jede Kerwe: Das Lied wird nun, wie der Fall Erlangen zeigt, von Veranstaltern und der Obrigkeit mit allen Mittel versucht werden, zu verbieten – und es wird dennoch etliche weiterer Fälle wie auf Sylt provozieren, weil sich ein Moment verselbstständigt hat. Es ist ein riesiger Bumerang mit »Fuck you«-Aufschrift und gleichzeitig eine Niederlage des linken Milieus, das aus zwei bis drei irrelevanten Lokalereignissen mit fremdenfeindlichem Gesang und anschließender Hexenjagd einen Moment geschaffen hat, der genau das popularisiert, was man am meisten verachtet.
Wer sich aus der Politik äussert, wenn betrunkene junge Menschen auf Sylt – zugegeben – geschmacklose Naziparolen auf einen Song von Gigi D’Agostino grölen:
Bundeskanzler Olaf Scholz Bundesinnenministerin Nancy Faeser Bundesjustizminister Marco Buschmann Grünen-Chefin Ricarda Lang FDP-Generalsekretär Bijan Djir-Sarai Die Bürgermeister der Gemeinden von Sylt Schleswig Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther Der Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion in Schleswig-Holstein Christoph Vogt Die Antirassismusbeauftragte der Bundesregierung Reem Alabali-Radovan Die Bundesbeauftragte für Antidiskriminierung Ferda Ataman Die Co-Chefin der Grünen-Jugend Svenja Appuhn
Wer sich von diesen Politikern äußert, wenn drei junge Männer totgeprügelt werden, es eine random Messerattacke oder Gruppenvergewaltigung gibt:
……..
Mein Kommentar in der @Weltwoche
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Viel schlimmer und bedenklicher als ein paar dumme, betrunkene rich kids auf #Sylt finde ich, wie ein entgrenzter Online-Mob innerhalb von Stunden Ankläger, Richter und Vollstrecker spielt.
Namen und Adressen werden geleakt. Arbeitgeber und Hochschulen kontaktiert. Am Freitagabend sind jetzt die persönlichen Existenzen mehrerer junger Menschen vernichtet. Verdient, sagen manche. Sie werden ja als reiche Söhne und Töchter auch weich fallen, heißt es. Stimmt vielleicht. Ist es deswegen richtig, eine derartige Vernichtungsmaschine zu entfesseln?
Auf die Beteiligten kommt jetzt ein dickes Ermittlungsverfahren zu. Rechtsstaatliche Konsequenz ihrer Handlungen. Aber braucht es diese völlig irre Überdrehung? Muss Nancy Faeser wegen ein paar besoffenen Vollidioten von einer „Schande für Deutschland“ sprechen, als hätte sich auf Sylt etwas von nationaler Tragweite ereignet? Muss sich ein Bundeskanzler dazu äußern?
Wieso berichtet die Tagesschau über Betrunkene mit geschmacklosen Gröhlereien wie über ein national agierendes, rechtsextremes Netzwerk?
Dumme, junge Schnapsnasen in einem Schnösel-Lokal auf Sylt werden einfach eine Staatskrise. Normal ist das nicht.
Halten wir fest:
Islamisten fordern in Hamburg Kalifat.
Linke: ……
Antisemitismus wird wieder salonfähig:
Linke: machen mit oder …..
Wohlstandsverwahrloste Pullover-über-Schulter-Kids grölen auf Sylt „Ausländer raus“
Linke: Wooow! Viertes Reich incoming! So schlimm! Demo gegen Rechts!
Das ist Martin aus Paderborn, er wurde nur 30 Jahre alt.
Am 1. Mai wurde er vor einem Kiosk totgeprügelt von einem Marokkaner & einem Tunesier. Beide Mörder sind untergetaucht.
Von Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD): kein Wort dazu.