Wie am Rand einer Wolke weiß ich
Noch immer, wie du sprichst,
Auch dir sind von meinen Worten
Die Nächte heller als Tage geworden…
Anna Achmatova
aus: Am Rande einer Wolke
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Wenn du mit einem Tier sprichst, bist du seltsam.
Wenn du die Sterne befragst, bist du merkwürdig.
Wenn du dem Wind lauschst, bist du wunderlich.
Wenn du Bäume umarmst, bist du verrückt.
Wenn Stille deine liebste Gesellschaft ist, bist du lächerlich.
Wenn du die Natur betrachtest, bist du verschroben.
Wenn du im Regen tanzt, bist du irre.
Wenn du im Wachzustand träumst, bist du weltfremd.
Wenn du noch an Magie glaubst, bist du ein Kind.
Wenn du den Mond dem Licht der Bildschirme vorziehst, bist du altmodisch.
Wenn du Poesie in einem Wassertropfen findest, bist du verloren.
Wenn du unsichtbare Wege im Gras zeichnest, bist du ein Träumer.
Wenn du Figuren in den Wolken siehst, bist du naiv.
Wenn du ohne Grund singst, bist du gestört.
Wenn du das Flüstern des Waldes dem Lärm der Städte vorziehst, bist du asozial.
Wenn du die Lichtreflexe in den Augen der Menschen sammelst, bist du seltsam.
Wenn du deiner Intuition mehr vertraust als der Logik, bist du unvorsichtig.
Wenn du Schätze in kleinen Dingen entdeckst, bist du exzentrisch.
Doch egal, was andere von dir denken!
Es gibt keine größere Freiheit, als das auszudrücken, was uns guttut.
Erinnere dich: Die schönste Verrücktheit ist es, du selbst zu sein.
Die Welt gehört denen, die den Mut haben, anders zu sein, die mit den Sternen sprechen und ihr Herz singen lassen.
In diesen Eigenarten liegt dein größter Schatz.
Was manche als Seltsamkeit bezeichnen, ist oft eine besondere Sensibilität, ein Streben nach dem Wesentlichen, ein Tanz mit dem Authentischen.
Sprich weiter mit den Sternen und tanze im Regen.
Sieh weiterhin die Schönheit dort, wo andere achtlos vorbeigehen.
Denn es sind die freien Seelen, die der Welt Tiefe und Farbe verleihen.
Und vergiss nicht: Das, was dich anders macht, macht dich auch unersetzlich.
(Anne V. Besnard)
Wir könnten Menschen sein
Einst waren wir schon Kinder
Wir sahen Schmetterlinge
Wir standen unterm silbernen Wasserfall
Wir sahen alles
Wir hielten die Muschel ans Ohr
Wir hörten das Meer
Wir hatten Zeit.
- Max Frisch -
„Ich... legte mich einfach auf den Rücken ins Gras,
die Hände hinterm Kopf, und sah den Wolken zu, wie
sie vorüberzogen...
kein Denken, nichts, nur reines Sein.“
Jack Kerouac 12.03.1922 - 21.10.1969
aus „Lonesome Traveler“
Erlen enthalten Tannine, die in Regentropfen auslaugen und die Flüssigkeit mit Farbe färben. Der Effekt ist magisch.
Diese Erle glitzerte in Gold, Bernstein und tiefem Weinrot.
Ich lausche, ganz beseeltes Ohr,
wieder auf die Melodien, die in mir
sind, und mein beschwingtes Auge
träumt wieder seine Bilder, die
schöner sind als alle Wirklichkeit!
- Georg Trakl -
„Ich habe geträumt,
Der Winter wäre vorbei.
Du warst hier und wir waren frei
Und die Morgensonne schien.
Es gab keine Angst
Und nichts zu verlieren.
Es war Frieden bei den Menschen Und unter den Tieren.
Das war das Paradies."
Gute Nacht mit Rio Reiser