Mal ein wenig Real Talk.
Ich bin seit einiger Zeit an einem Punkt angekommen, an dem mich zwar vieles weiterhin interessiert, ich es aber immer öfter nur noch zur Kenntnis nehme. Nicht, weil ich keine Meinung hätte. Sondern weil ich mich frage, warum ich überhaupt noch diskutieren soll.
Würde ich offen schreiben, was ich von mancher Figur in der Politik halte, wäre § 188 StGB vermutlich mein kleinstes Problem. Gleiches gilt für diverse Accounts auf Social Media, von denen ich seit Jahren denselben Quatsch höre und die ich inzwischen nur noch unter „Kadavergehorsam“ verbuche.
Aber das ist gar nicht der eigentliche Punkt. Ich sehe, was in diesem Land abläuft. Es erinnert an die Titanic: Während sich die einen noch um ein Rettungsboot bemühen, spielt die Musik mit dem letzten Aufgebot weiter.
Viele haben bis heute nicht verstanden, dass es auf Social Media im Kern um eine simple Sache geht: Meinungsfreiheit.
Die soll nun „reguliert“ werden. Ein schönes Wort. In Wahrheit ist es oft nur die nette Version von Zensur. Und wer glaubt, das sei übertrieben, kann sich ja einmal „W Social“ anschauen. Da soll ich meinen Ausweis hinterlegen, um einen Account zu erstellen.
Wenn ich einen Ausweis brauche, um meine Meinung frei zu äußern, dann lässt das tief blicken.
Im echten Leben sieht man es längst. Viele halten den Mund, damit sie bloß nicht auffallen. Man könnte ja anecken. Irgendwer könnte beleidigt sein. Irgendein falsches Wort könnte irgendwo landen.
Mich juckt es nicht, was andere über mich denken. Wo waren diese anderen, als es mir miserabel ging? Wo waren sie, als ich daheim saß und nicht wusste, wie es weitergehen soll? Wo waren sie, als ich zweimal im Krankenhaus lag und heute noch die Stimme des Arztes höre, der sagte, es wäre ein Wunder, wenn ich wieder laufen könnte?
Ich habe das überstanden. Körperlich zum Glück ohne Einschränkungen.
Nein, ich bin kein Egomane. Ganz im Gegenteil. Aber ich sage meine Meinung geradeaus. Wenn es scheppert, dann scheppert es einmal richtig, und danach ist die Luft gereinigt. Dieses ständige Drumherumreden ergibt für mich keinen Sinn. Und ich biedere mich schon gar nicht Leuten an, die mir beim ersten Gegenwind ohnehin den Rücken kehren würden.
Bin ich liberal? Konservativ? Vielleicht beides. Ich sehe mich als klassisch liberal, mit einem konservativen Touch in einigen Themen. Und genau deshalb beteilige ich mich auch nicht an diesem lächerlichen AfD-Bashing. Für mich ergibt es keinen Sinn, eine Partei für die Probleme dieses Landes verantwortlich zu machen, die keinen einzigen Tag in Regierungsverantwortung saß.
Mit der AfD selbst kann ich politisch wenig anfangen. Aber Verantwortung tragen diejenigen, die regieren. Das muss man heute offenbar immer wieder neu erklären.
Stattdessen verstecken sich die Verantwortlichen hinter einer „Brandmauer“ und schwadronieren von „unserer Demokratie“, während immer mehr Menschen im Land nicht mehr wissen, wo ihnen der Kopf steht. Diese Brandmauer dient am Ende vor allem dazu, rot-grüne Politik an der Macht zu halten. Das sehen inzwischen sogar viele, die sich selten mit Politik beschäftigen.
Und aus dem „Kampf gegen rechts“ ist längst ein Wahn gegen rechts geworden.
Wir bewegen uns immer weiter weg von einer aufgeklärten Gesellschaft und flüchten uns lieber in Scheinwelten, Safe Spaces und ideologische Komfortzonen. Dabei geben wir Stück für Stück unsere Freiheit ab. Wer nicht ins aktuelle Narrativ passt, bekommt erst das nette Etikett „umstritten“ angeheftet. Danach erledigt der Rest der Meute die Arbeit.
Mich erinnert das immer öfter an „Demolition Man“ von 1993. Stallones Figur John Spartan wird im Jahr 2032 aufgetaut und findet eine scheinbar perfekte Welt vor: keine Umweltverschmutzung, keine Arbeitslosigkeit, keine Kriminalität. Dafür auch kein Fleisch, keine echte körperliche Nähe, keine Küsse, keinen Sex, keine Rockmusik und keine Schimpfworte.
Damals war das Satire. Heute wirkt manches davon eher wie ein politisches Konzeptpapier.
Was will ich mit diesem langen Beitrag eigentlich sagen? Bin ich frustriert? Deprimiert? Wütend?
Vielleicht von allem etwas.
Vor allem sehe ich, dass es so nicht weitergehen kann. Freiheit stirbt immer zentimeterweise. Und wenn es zu spät ist, stehen dieselben Leute da und sagen: „Das konnten wir nicht kommen sehen.“
Doch. Man konnte es sehen.
Die neue Realität klopft seit Jahren an die Tür. Wir waren nur zu sehr mit Kulturkämpfen, Ideologie und betreutem Denken beschäftigt, um sie ernst zu nehmen.
Ich schaue mir das Ganze inzwischen von der Seite an.
Und warte auf den Knall der Realität.