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You can now participate to identify how the ecosystem changed over the past 12 months! This year with a few AI questions: How are others using AI?
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Ach, Lars.
Du hast diese Woche eine neue Gründerzeit ausgerufen. Beim Branchendialog Ost, drei Wochen vor den Landtagswahlen, mit rund 50 jungen Unternehmen im Finanzministerium. Eine ausformulierte Strategie gab es noch nicht, dafür ein Zitat, das hängen geblieben ist:
Dass Deutschland keine Tech-Giganten habe, liege nicht an mangelndem Talent oder Ideen, sondern an einem Ökosystem, in dem die Unternehmen nicht wachsen könnten.
Ich verrate dir jetzt mal was, Lars.
Du bist das Ökosystem.
Denn Ökosystem klingt nach Wetter. Nach etwas, das über einem Land liegt und das man betrauern kann. Dieses hier wurde beschlossen. Paragraf für Paragraf, Legislaturperiode für Legislaturperiode.
Ich mach es dir konkret.
Dass Deutschland keine Tech-Giganten hat, liegt daran, dass du drei Monate auf eine Steuernummer wartest und in dieser Zeit keine Rechnung schreiben darfst.
Es liegt daran, dass anderthalb Jahre später alles auf einmal kommt. Nachzahlung, rückwirkende Vorauszahlungen, nächste Rate hinterher. Und das Geld längst in Leuten und Wachstum steckt.
Es liegt daran, dass die Herabsetzung dieser Vorauszahlungen beantragt werden muss. Mit Prognose. Beim selben Amt, das die Zahl gerade festgesetzt hat.
Es liegt daran, dass du als Gründer erst mal recherchieren musst, welche Programme es überhaupt gibt, wer zuständig ist und wo du dich meldest. Danach schreibst du zwanzig Anträge bei einer Förderbank und belegst, dass dein Business Case nicht von einer KI stammt. Das alles vor dem ersten verkauften Produkt.
Es liegt daran, dass es niemandem einfällt, mir bei der Gewerbeanmeldung einfach eine Checkliste in die Hand zu drücken. Was jetzt kommt, wen ich anrufen muss, was mir zusteht. Eine Seite. Die Kommune weiß in diesem Moment als Erste, dass es mich gibt, und sagt nichts.
Es liegt daran, dass viele kommunale Wirtschaftsförderungen datentechnisch nicht mitbekommen, dass sich vor ihrer Haustür ein Unternehmen gegründet hat. Das Handelsregister ist öffentlich, man könnte es nach dem eigenen Ort filtern. Stattdessen arbeitet man dort wie in einem Museum, nur ohne Führungen.
Es liegt daran, dass wir im Vergaberecht am Kindertisch sitzen. Referenzen, Mindestumsätze, Verfahren über Monate. 77 Prozent der Startups sagen, das System bevorzuge systematisch die Etablierten. Die Großen teilen den Kuchen, wir lernen dabei, wie man Formblätter ausfüllt.
Es liegt daran, dass 2025 über zwei Drittel aller Gründungen im Nebenerwerb passierten, weil sich niemand den ganzen Schritt traut.
Es liegt an einer Staatsquote von 49,5 Prozent. Zur Erinnerung: In der echten Gründerzeit, auf die du dich berufst, gab es nicht einmal eine Sozialversicherung. Die kam zwölf Jahre später, unter Bismarck. Damals wuchsen Unternehmen, weil der Staat noch nicht wusste, wie man das verhindert.
Und es liegt daran, dass dein eigener Entwurf den Spitzensatz auf 47 Prozent heben soll. Du willst Dax-Konzerne aus Ostdeutschland. Mit welchem Personal eigentlich? Die Leute, die man dafür braucht, rechnen als Erste nach.
Dein Vorschlag dagegen: Förderprogramme zielgerichteter ausgestalten.
Im DIHK-Report wünschen sich 73 Prozent Bürokratieabbau, 61 Prozent ein einfacheres Steuerrecht. Besseren Zugang zu Förderprogrammen wollen 32 Prozent.
Du lieferst Platz drei.
Es ginge auch einfach. Senkt die Unternehmenssteuern. Und lasst Gründern drei Jahre Ruhe: keine Körperschaftsteuer, keine Gewerbesteuer. Kein Antrag, keine Kommission, kein Verwendungsnachweis.
Weißt du, was der größte Hebel für unser Wachstum wäre, Lars?
Kein Fonds. Kein Programm. Kein Dialog.
Der Staat lässt uns in Ruhe. Und die SPD macht mal Pause von der Regierungsverantwortung.
Das Ökosystem würde sich erstaunlich schnell erholen.
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