Quand ils arrivent: RER B fermé pour travaux à partir de 22h45. Sur votre site toujours: Pas de travaux. Proposition: 15 minutes de marche et ensuite un Noctambus 40 minutes plus tard. Serieux?
ALLE JAHRE WIEDER: DIE DUNKELFLAUTEN-HEILIGEN
Kaum wird es Ende Oktober dunkler und windstiller, beginnt auf X die Wallfahrt der Dunkelflauten-Heiligen. Ein Strompreisdiagramm, eine Momentaufnahme vom Abend und schon steht fest: Die Energiewende ist gescheitert, nur Atomkraft hätte uns retten können.
Am 29. Oktober waren die Börsenpreise tatsächlich hoch: durchschnittlich 314,85 Euro je Megawattstunde, in einer Viertelstunde sogar 574,28 Euro. In Frankreich lag die Spitze trotz Atomkraft bei 410 Euro. Darüber muss man reden. Nur sollte man aus einem teuren Herbsttag keine Widerlegung eines ganzen Energiesystems basteln.
Denn das Konzept war nie, Kohle- und Atomkraftwerke abzuschalten, Windräder aufzustellen und zu hoffen, dass im November um 17 Uhr die Sonne scheint.
Wind und Solar sollen den überwiegenden Teil des Stroms erzeugen. Speicher überbrücken kürzere Flauten, intelligente Netze und flexible Verbraucher gleichen Schwankungen aus, europäische Verbindungen ermöglichen Austausch. Für längere Dunkelflauten sind steuerbare Kraftwerke vorgesehen.
Ja, auch Gaskraftwerke! Nicht als neue Dauerlösung, die rund um die Uhr Gas verbrennt, sondern als Brücke und Reserve, die möglichst wenig laufen soll. Perspektivisch sollen sie klimafreundliche Brennstoffe wie Wasserstoff nutzen. Batterien allein überstehen keine mehrtägige Dunkelflaute. Genau deshalb gehört gesicherte Leistung zum Konzept: Ein Reservekraftwerk muss verfügbar sein, nicht ständig Strom produzieren.
Und damit sind wir beim politischen Teil, den manche Atomkraftfreunde gerne auslassen.
Rot-Grün handelte den ursprünglichen Atomausstieg mit den Energiekonzernen aus. Geordnet, über Reststrommengen. Schwarz-Gelb verlängerte 2010 zunächst die Laufzeiten, nur um 2011 nach Fukushima den beschleunigten Ausstieg zu beschließen. Acht Reaktoren verloren sofort ihre Betriebserlaubnis. Der Bundestag trug den Beschluss parteiübergreifend mit.
Auch den Kohleausstieg bis spätestens 2038 beschloss 2020 eine Regierung unter Angela Merkel, diesmal mit der SPD.
Es gab Pläne und Gesetze für den Ersatz. Was es nicht ausreichend gab, war die rechtzeitige Umsetzung des dazugehörigen Systems. Noch 2024 stellte der Bundesrechnungshof beim Netzausbau rund 6.000 Kilometer und sieben Jahre Rückstand fest. Ein Ausstiegsfahrplan baut eben weder eine Stromleitung noch ein Reservekraftwerk.
Das Smart-Meter-Gesetz kam 2016. Nachdem der Ausbau jahrelang stockte, startete ihn die Ampel 2023 neu, legte eine Speicherstrategie vor und entwickelte eine Kraftwerksstrategie zur Absicherung bei wenig Wind und Sonne. Mitte 2026 waren trotzdem erst 5,9 Prozent aller Messlokationen mit intelligenten Messsystemen ausgestattet.
2025 gingen über 18.000 Netzanschlussanfragen für Batteriespeicher ein. Nicht alle sind eigenständige, baureife Projekte, aber die Hürden beim Netzanschluss gehören endlich gelöst.
Und nun kritisiert sogar der Bundesrat, dass das Netzpaket der Regierung Merz den Ausbau der Erneuerbaren bremsen könne, statt den Netzausbau wirksam zu beschleunigen.
Vielleicht wäre es klimapolitisch sinnvoller gewesen, zunächst Kohlekraftwerke abzuschalten und vorhandene AKW länger parallel zu Wind und Solar zu betreiben. Darüber kann man streiten. Aber die Entscheidung von 2011 lässt sich nicht zurückdrehen, und stillgelegte Reaktoren ersetzen heute keine fehlende Infrastruktur.
Was die AKW-Freunde außerdem vergessen: Auch mit Kernkraft müssten wir für Elektroautos, Wärmepumpen und elektrifizierte Industrie Netze und Anschlüsse ausbauen. Strom kommt schließlich nicht durch bloßes Wünschen beim Verbraucher an.
Die Dunkelflaute ist real. Sie widerlegt nicht die Energiewende, sondern zeigt, warum wir ihren zweiten Teil endlich konsequent umsetzen müssen: Netze, Speicher, Digitalisierung, Flexibilität und Reservekraftwerke.
Dass Ende Oktober die Sonne früh untergeht, wussten wir übrigens schon vor dem Atomausstieg.
Wie dreist muss man eigentlich sein, die jahrzehntelange Endlagerpolitik der Union nachträglich zur Sabotage durch Atomkraftgegner umzudichten? Gorleben wurde 1977 unter CDU-Ministerpräsident Albrecht politisch durchgesetzt, trotz geologischer Zweifel jahrzehntelang verfolgt und 2020 als ungeeignet aussortiert. Aber schuld sollen natürlich diejenigen sein, die vor genau diesem Irrweg gewarnt haben.
@NikolausBlome Wie war das mit Herrn Maaßen, wie ist es mit HErrn Vossgerau, wie war es bei der SPD mit Herrn Sarrazin, mit Herrn Eiwanger und seinem Bruder ...
1/8 Das ist übrigens Heimstaden: der Investor, der jetzt mit einem Investitionsstopp droht und um den alle trauern. Mit dem Akelius-Deal wurde er 2021 zum drittgrößten privaten Vermieter Berlins. Zum Leidwesen der Mieterinnen und Mieter. Ein Thread. 🧵
Das erste und einzige Neubauprojekt des "Immobilien-Riesen": 2025 stellte Heimstaden das Projekt „Wohnen am Ruhwaldpark“ am Spandauer Damm in Berlin-Charlottenburg fertig. Hierbei handelte es sich um genau 85 Mietwohnungen.
85 Neubauwohnungen in 5 Jahren. 🤦♂️