Ende der 80er Jahre hat mein Mathelehrer die Klasse darüber abstimmen lassen, ob er mir mit seiner Note den Wechsel in die Oberstufe des Gymnasiums versaut oder nicht. Bevor ich den Raum verlassen musste, wurde ich aufgefordert, zu begründen, warum die Mitschüler für mich stimmen sollten.
Das war der gleiche Mensch, der sich bei Klassenarbeiten gerne von hinten den Mädchen näherte, um ihnen die Hand auf die Schulter zu legen und leise und wohlwollend gut zuzureden oder den Jungs, die er nicht mochte ein du wärst auf dem Bau besser aufgehoben mit auf den Weg gab.
Öffentliche Demütigung, Machtdemonstrationen, sexuell aufgeladene Grenzverletzungen, diskriminierende Entwertungen und Beschämung vor der Klasse waren damals Normalität.
Das Gymnasium galt damals als eines der besten von Frankfurt, unser Abi wurde sogar von den Bayern anerkannt. Mahlzeit.
Mein Arbeitgeber @lieferando ist durch. Das Deutschland Management mag mir nicht beantworten, was die Bürozeiten an unserem Frankfurter Standort sind. Vor Ort bricht mitten im Pride Monat das Faustrecht aus und keinen juckts, denn ich bin die einzige queere Sau, die um ihre Unversehrtheit fürchten muss. Vielleicht kommuniziert ja die Whistleblower Line bidirektional. #dontsendhelp #rueckfallindiebarbarei #smashthievery #killpatriarchy
Logbuch 05.06.26-06.13h
DER KLEINE MANN.
Ich habe ein neues Wort gelernt und finde, dass es mir einen frischen Blick auf ein altes Problem eröffnet. Das gibt es ja, dass ein Begriff etwas begreiflich macht. Ich höre andere Schlaumeier von KLASSISMUS reden. Das meint nicht die Kunstepoche „Klassizismus“, sondern ein Phänomen der Klassengesellschaft, sprich der Diskriminierung der eigenen Landsleute unter sozioökonomischen Kriterien. Im Klartext: das ist, wenn ich die Unterschicht verachte, den sprichwörtlichen KLEINEN MANN. Irgend ein Schnösel hat mal gesagt: „Eure Armut kotzt mich an!“
In meinem Hinterkopf summt der zynische Song des fabelhaften Randy Newmann über „short people“; der näselnde Star der Achtziger gibt Vorurteilen ungebrochen eine Stimme, um das Unausgesprochene ins Licht zu ziehen. Satire. In einer Kultur des Prahlens verachtet man jene, die es nicht geschafft haben, weil man glaubt, dass der Herr die Auserwählten schon in diesem Leben belohnt. Historisch war es die Arroganz der Adeligen gegenüber den Geschöpfen niederer Geburt, auf die die Hochwohlgeborenen herabblickten. Ein Phänomen der sozialen Ächtung.
Wir kennen das Phänomen mittlerweile, nachdem die Adeligen geköpft oder verbürgerlicht sind, nur noch aus jenen multikulturellen Gesellschaften, in denen ein bestimmter grüner Exotismus herrscht. Wokeness genannt. Der fremde Barbar erlebt Bewunderung als romantischer Wilder, während den eigenen Armen das Stigma des Pöbels aufsitzt. Der fabelhafte Sigmar Gabriel aus Goslar hat das kürzlich seiner Partei vorgeworfen, dass sie für „short people“ nur noch Verachtung habe. Das stimmt insoweit; falsch ist seine darüberhinaus gehende Beschreibung einer „Akademisierung“ der politischen Klasse. Von den neuen Kleinbürgern hat kaum jemand einen ordentlichen Abschluss. Halbbildung, so heißt das Problem. Alles Realschüler.
Vom Kreißsaal in den Hörsaal in die Kreisverwaltung, dann ins Parlament. Bestenfalls bräsige Bafög-Bätscheler. Keine Meister, weder als Handwerker noch als Akademiker. Die soziale Arroganz wohnt im Petit Bourgeois, der nach unten tritt, um oben Speichel zu lecken. Ich bin da mental proletarischer. Man verachte mir nicht den Facharbeiter, den Kumpel vor Kohle. Hohn galt im Bergbau den Obertägigen, die es als halbe Invaliden auf einen Job in der Kokerei geschafft hatten. Spott galt Graf Koks von der Gasanstalt. Recht so.
(klaus-kocks-logbuch)
Ich würde mir gerne neue Turnschuhe kaufen und verkloppe dafür eine prima Thesis für eine knackige Doktorarbeit günstisch! Deutsche Übersetzung kost extra, Bezahlung per PayPal(:
"Extractive Patterns of Participation within Low-Wage Sector Organizations: An Inquiry into the Transformation of Works Council Mandates toward the Realization of Privatistic Preference Orders by Autochthonous Sub-Milieus."
„Laut einer Studie des Fraunhofer-Instituts liegen die Kosten für Strom aus Solarparks zwischen 4 & 7 Cent die kWh, für Windstrom an Land bei 4 bis 9 Cent. Bei neuen Atomkraftwerken sind es dagegen zwischen 14 & 49 Cent. Und daran sei auch mit kleinen AKW nicht viel zu ändern, sagt Alexander Wimmers von der TU Berlin. Er ist einer der Autoren des weltweiten Monitoring-Berichts zur Kernkraft. Die Atomenergie ist und bleibt eine der teuersten Energieerzeugungsformen, die es gibt. Einfach, weil es extrem komplexe Anlagen sind.“
@pinguin_cologne alles rückt einen schritt nach rechts: die grünen werden die CDU, die CDU die CSU, die linke die sozen, die sozen... werden auch die neue CDU, und streiten sich mit den grünen um die rechte mitte.
2023 war ein gutes Jahr für den Frankfurter CSD. Die zum Soda Pop Kommerzbums verkommene Mainstream Party inclusive Trucks der ekelhaften CDU und massiver Polizeipräsenz wurde von stilbewussten Anarcho Kids aufgemischt. Diese Saison haben wir Riot nötiger als jemals zuvor. Die Faschos sind auf dem Vormarsch, wir dürfen uns weder weichspülen, noch bewachen, oder kleinmachen lassen. #stonewallwasariot