Eigentlich wollte ich zu dieser Wahl kein Wort verlieren. Die inneren Machtfragen einer Drei-Prozent-Partei sind normalerweise kein Ereignis von staatsphilosophischer Tragweite. Doch gelegentlich verdichtet sich in einer Personalentscheidung ein größerer politischer Befund. Der heutige #FDP-Parteitag war ein solcher Moment.
Denn die Entscheidung zwischen @MAStrackZi und Wolfgang Kubicki war weit mehr als eine Abstimmung über zwei Persönlichkeiten. Sie war ein Votum darüber, welches Verständnis von Liberalismus in dieser Partei künftig noch eine Rolle spielen soll. Die FDP hat sich entschieden. Und vielleicht hat sie damit vor allem eines getan: Sie hat einen lange schwelenden Selbstbetrug beendet.
Der Liberalismus gehört zu den großen politischen Emanzipationsbewegungen der Moderne. Sein historischer Kern war nie die Verherrlichung des Marktes. Er war die Befreiung des Individuums aus den Fesseln von Herkunft, Stand, Willkür und Machtkonzentration. Liberale kämpften für Rechtsstaatlichkeit, Bürgerrechte, Bildungsaufstieg und die Idee, dass Freiheit mehr bedeutet als die bloße Abwesenheit staatlicher Eingriffe.
Ralf Dahrendorf verstand Freiheit deshalb stets als die Existenz realer Lebenschancen. Freiheit ohne Zugang zu Bildung, Teilhabe und sozialem Aufstieg war für ihn kein liberales Ideal, sondern eine rhetorische Leerformel. Genau an diesem Punkt beginnt die Tragödie der heutigen FDP.
Über Jahrzehnte hat sie den Liberalismus schrittweise auf eine ökonomische Restgröße reduziert. Aus der Verteidigung individueller Freiheit wurde die Verteidigung wirtschaftlicher Freiheit. Aus einer politischen Philosophie wurde eine Steuerlehre. Aus einer Partei mit gesellschaftlichem Gestaltungsanspruch eine Interessenvertretung mit angeschlossenem Grundsatzprogramm.
Das eigentliche Problem dabei ist nicht einmal die Einseitigkeit dieser Perspektive. Das Problem ist ihre intellektuelle Erschöpfung. Die großen Fragen unserer Zeit – soziale Mobilität, Bildungsgerechtigkeit, demokratische Resilienz, technologische Machtkonzentration, gesellschaftlicher Zusammenhalt – verlangen nach einem Liberalismus, der Antworten auf die Bedingungen von Freiheit formuliert. Die FDP antwortet darauf seit Jahren mit den immer gleichen Reflexen: weniger Regulierung, niedrigere Steuern, mehr Markt. Man gewinnt den Eindruck, eine Partei habe ihre Instrumente mit ihren Zielen verwechselt.
Vor diesem Hintergrund besitzt die Wahl Kubickis eine beinahe symbolische Konsequenz. Er verkörpert nicht den Aufbruch einer politischen Idee, sondern ihre Beharrungskraft. Nicht die Weiterentwicklung des Liberalismus, sondern seine Verwandlung in eine politische Folklore. In ihm triumphiert nicht die Zukunft über die Vergangenheit, sondern die Gewohnheit über die Erkenntnis.
Die bemerkenswerte Ironie besteht darin, dass sich eine Partei, die einst angetreten war, starre gesellschaftliche Strukturen aufzubrechen, heute selbst wie eine Gefangene ihrer eigenen Dogmen wirkt. Sie verteidigt mit großer Leidenschaft Antworten auf Fragen, die kaum noch jemand stellt, und übersieht dabei die Fragen, die längst den politischen Alltag bestimmen.
Die Niederlage von Strack-Zimmermann ist deshalb weniger wegen ihrer Person bedeutsam als wegen dessen, was sie symbolisiert: die Absage an die Möglichkeit, den Liberalismus wieder breiter, gesellschaftlicher und intellektuell anspruchsvoller zu denken.
Man muss darüber nicht einmal besonders enttäuscht sein. Parteien haben das Recht, sich politisch zu irren. Bemerkenswert ist lediglich die Konsequenz, mit der die FDP inzwischen jeden Anlass nutzt, ihre eigene historische Bedeutung auf die Größe ihrer aktuellen Umfragewerte zu reduzieren.
@DocOnco@FlughexeAngela Meine Mama hatte COPD, war starke Raucherin. So ein Ende wünscht man niemanden. Ich habe selber viele Jahre geraucht und während meiner aktiven Zeit stets jeden Gedanken an raucherbedingte Krankheiten verdrängt. Seit 4.4.19 rauche ich nicht mehr, und bin jeden Tag froh darüber.
@PeterRNeumann Mir würde schon reichen, wenn die FDP überhaupt mal eindeutig liberal werden würde. Sich zwischen Union und AfD positionieren zu wollen, ist völlig für den 🍑🙄
Journalismus soll primär die Realität abbilden und einordnen. Wenn Medien wie der Stern durch hypothetische Gedankenspiele im „Pfingstloch“ eine Debatte erst künstlich erschaffen, dann berichtet man nicht mehr über Politik sondern macht selbst Politik.
Nachdem Hendrik Wüst nun eine gute Woche lang zum „Auswechselkanzler“ hochgejazzt wurde, erscheinen jetzt die ersten Stücke, die ihn wieder runter schreiben, seine Eignung zum Kanzler ebenso in Zweifel ziehen wie seine Arbeit als MP in Düsseldorf. Man kann sich etwa ausrechnen, was mit Wüst geschähe, wenn er sich mit irgendeinem zusammengeträumten Manöver tatsächlich auf die Bundesbühne wagte…
@hallojulia@NiniBela1 Du bist keine Shitmom! Deine Tochter kann froh sein, eine im Leben stehende, patente, Mom zu haben. Viele Generationen sind alleine zur Schule gelaufen und haben es überlebt. So etwas nennt sich selbständig sein. Du traust deiner Tochter ordentlich was zu und das ist gut so
@WarMalSauer@readfulthings_ Genau! Mei war das übel, als der Campino das Interview mit dem einem Bandmitglied, mir fällt grad der Name nicht ein, gecrasht hat. Da hab ich mir auch gedacht, was die mit dem aushalten müssen. Das war so dermaßen übergriffig und respektlos 🤨
@vmedick@JuliusBetschka@sternde Schön langsam wird es peinlich. Jetzt habt ihr diese lächerliche Pfingstlochluftnummer lang genug durchgenudelt 🙄Jetzt dürften doch alle wieder aus dem Urlaub zurück sein, und sich auf die Suche nach real stuff machen und über wirklich Relevantes berichten
@MonikaGruber24 Du hast noch vergessen zu erwähnen dass ihr den Kitt aus den Fensterbrettern fressen musstet Moni weil ihr ja sonst nichts ghabt hobds, oiso a bisserl mehra Drama hätt i mia jetzt scho vo dia erwartet. Des war jetzt schon ein bisserl low wos du da ois aushoidn hosd miassn !
Das Voting läuft und meine Top 3 steht: Österreich schnappt sich die Krone, dicht gefolgt von Rumänien und Griechenland! 🇦🇹🇷🇴🇬🇷. Und wir Deutschen? Wir feiern einfach uns selbst und die traditionellen „Zero Points“. Hauptsache, die Party knallt rein 🇩🇪 #ESC2026#Eurovisión2026
Ich lege euch gerne die Folge des Podcasts "Edle Ferdern" mit Caro Matzko aufs 👂ich bin ein großer Fan von Caro Matzko und von der wunderbaren Juli Zeh ebenso. Eine sehr hörenswerte Folge 🫶https://t.co/xkZm0APohy
@merkur_de Zwang zur Erntearbeit finde ich wirklich nicht angemessen, aber eine soziale Arbeitspflicht und Pflicht zur Gemeinwohlarbeit (z.B. Besuchs- und Begleitdienste etc.) sollte man schon als Gegenleistung verlangen dürfen. Das nennt man das Prinzip Fördern und Fordern.
Solange die Modebranche und Bildberichte in Cannes ungesundes Untergewicht ästhetisieren, bleibt das Signal an junge Mädchen fatal: Nur wer den eigenen Körper minimiert, bekommt die Bühne und das Rampenlicht. 🧵 1/3
Die mediale Rhetorik tarnt den ungesunden Hollywood-Trend zu extremer Dünnheit gezielt mit Wellness-Begriffen. Aus hager wird „definiert“, aus sichtbaren Knochen wird „Fitness“. Das tarnt die realen Gefahren. 🧵1/2
Der Normenkontrollrat kritisiert das #Gebäudeenergiegesetz scharf: Praxisfern und bürokratisch, kaum verständlich, hoher Erfüllungsaufwand & Kosten, mangelnde Praxistauglichkeit und unvollständige Darstellung. Eine weitere Bankrotterklärung dieser Regierung.
Laut geleaktem CIA-Dokument:
1. übersteht Iran die US-Blockade mind. 90–120 Tage
2. fährt Iran Raketenproduktion binnen kurzer Zeit wieder hoch
3. verfügt Iran weiter über mehr als 50% seiner Raketenwerfer
4. besitzt Iran nach wie vor Tausende Drohnen 👇
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