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Motorsport.
Nische für Freaks?
Na, schauen wir mal!
Dieses Wochenende beim 24h am Nürburgring zahlende rund 350.000 Zuschauer.
Welche Einzelveranstaltung in welcher Sportart zieht die an?
Keine.
Dabei pfeift der Motorsport hier auf dem letzten Loch.
Wir haben Zeiten erlebt, da war das anders.
Und nein, es ist nicht mit Michael Schuhmacher losgegangen. Auf die Generation komme ich noch.
Losgegangen ist es viel früher.
Meine Mutter erzählte, wie sie mit Freunden und Geschwistern in den Nachkriegsjahren zum Grenzlandring (rund um Wegberg im Kreis Heinsberg) gepilgert ist. Zu Fuß oder mit dem Rad. Auch damals schon: Hundertausende Menschen.
Dann kam die Zeit der Tourenwagen. Deutsche Produktionswagenmeisterschaft. Hans Heyer, Rolf Stommeln und wie sie alle hießen.
Selbst wer sich nur einen 60PS Capri leisten konnte fühlte sich als ein Teil des Rennzirkus.
Die DTM ging daraus hervor. Einer der Gründer, Hans-Werner Aufrecht, nebenbei Gründer von AMG und Eigentümer von HWA, war gestern mit 87 Jahren noch am Ring!
Und die DTM zog.
Internationale Prominenz trat an.
Die Namen von damals, ob ein Roland Asch, ein Bernd Schneider, Klaus Ludwig oder auch internationale Teilnehmer wie ein Jonny Cecotto oder Roberto Ravaglia: Sie prägten eine ganze Zeit.
Eine Weile wurde Nachwuchs massiv gefördert.
Das bescherte uns die Hoch-Zeit des Motorsports.
Ob Michael Schuhmacher, @frentzen_hh oder später auch ein Sebastian Vettel: Sie gingen durch eine harte Schule.
Es gab Nachwuchsserien, es gab Sponsoren, es gab Publikum: Das System brummte.
Wir hatten zwei Grand Prix in Deutschland, neue Strecken entstanden, nach der Wiedervereinigung hatte der Osten irren Nachholbedarf.
Und nach der Ära Schuhmacher brachen dann woke Zeiten an.
Motorsport war „nicht mehr zeitgemäß“.
Es wurde auf Biegen und Brechen versucht, idiotische Formate wie die Formel E zu etablieren: Woker Müll, niemand will wissen wer den schnellsten Staubsauger durch eine Innenstadt jagt.
Ist Motorsport also tot?
Nein.
Im Gegenteil.
Aber er lebt in der Nische.
Beispiel Langstrecke.
Ob RCN oder der VLN Nachfolger NLS (Nürburing-Langstreckenserie): Hier sieht man gut, dass der Sport nicht tot ist.
Und mit der Zeit geht.
Hier laufen Autos, die mit eFuels betankt werden.
In den „großen“ Klassen hat schon oft der gewonnen, der die beste Effizienz hatte, nicht nur reinen Speed.
Dazu leben Rennfahrzeuge oft ewig. Zum Thema Nachhaltigkeit kann da manch andere Industrie etwas lernen.
Und es ist eine Brücke.
Sim-Racing und Youtuber schaffen es oft auch ins reale Cockpit.
Es gibt keinen Bruch der Generationen: Ein Blick auf den Ring am Wochenende zeigt, dass dort jede Altersgruppe dabei ist.
Die zehnjährigen Jungs, die sich Freitag Abends beim Pitwalk mal in ein GT3 Auto setzen durften träumen davon, später mal Teil des Zirkus zu sein.
Nicht nur als Fahrer.
Dort entstehen unsere zukünftigen Ingenieure.
IT-Leute, die die praktische Anwendung ihres Könnens sehen.
Der Motorsport ist viel mehr als Autos im Kreis fahren zu lassen.
Er lehrt Kameradschaft. Zuverlässigkeit. Ehrgeiz. Man lernt Fairness. Toleranz.
Man lernt, mit Niederlagen umzugehen und Erfolge zu feiern.
Und man schafft Identifikation.
Interessiert und fasziniert Menschen.
Begeistert Massen.
In Fernost findet Motorsport oft noch vor halbleeren Tribünen statt oder mit Publikum, das quasi zu 100% auf Einladung dort ist. Der Funke springt nicht über.
Hier begeistert er die Massen.
Auch heute noch.
Und ohne diese Begeisterung und den Spirit geht unsere Autoindustrie unter.
🏆 WINWARD WINS: The No. 80 @WinwardRacing Mercedes-AMG of Maro Engel, Luca Stolz, Maxime Martin and Fabian Schiller wins @24hNBR as battle for second goes down to final lap.
➡️ https://t.co/Bul9FcJQ4b #24hNBR
@jonschaeffer Watching from 20 rows up. Aztec fans raged so hard in the hallways and aisles that UConn fans were pissed that they couldn’t get to their seats.