Hot Take an dieser Stelle, wenn es um die Debatte der multikulturellen Fussballmannschaften geht:
Ich glaube, dass wir Menschen alle ein Bisschen Rassismus in uns tragen. Nicht im Sinne eines offenen, krassen Rassismus, der mit der eigenen Überhöhung und Abwertung des anderen einhergeht, sondern auf einem niedrigschwelligerem Level, wenn es darum geht, dass wir uns mit Menschen, die uns ähnlich sind, eher identifizieren können als mit jenen, die es nicht tun. Das betrifft Kriterien wie Kultur, Religion, Sozialisation, aber zu einem geringeren Anteil eben auch optische Merkmale, aus denen sich mitunter auch wieder eine gemeinsame Erfahrungswelt ergibt. Man kann das leugnen, man kann sich, wie Linke und auch manche Liberale und Konservative, komplett selbst belügen und behaupten, dass man völlig frei von diesen Gedanken und Rassismen, dass man wirklich komplett color blind ist, aber ich glaube, dass selbst diese Menschen, wenn sie wirklich ehrlich zu sich selbst sind, sich eingestehen müssten, dass es diesen Teil in ihnen gibt. Ich würde sogar behaupten, dass er bei vielen Linken krasser ausgeprägt ist als bei anderen und sie deshalb umso intensiver und neurotischer dagegen ankämpfen.
Was ich halt verlogen und problematisch daran finde, ist nicht so sehr, dass jeder Mensch vermutlich einen kleinen Rassisten in sich hat, sondern, dass dieser unterschiedlich beurteilt wird.
Beispiel: Deniz Undav, der ein obergeiler Baller und Mensch ist, ist deutscher Staatsbürger mit kurdisch-jesidischen Wurzeln. Das weiss ich übrigens nicht, weil ich als kleiner Hobby-Rassist direkt seine Herkunft gegoogelt habe, als ich ihn das erste Mal gesehen habe, sondern, weil in Deutschland lebende Jesiden bei jeder Gelegenheit, in jeder Kommentarspalte und überall im Netz ständig darauf hinweisen, dass er Jeside, dass er einer "von ihnen" ist. Sie sind stolz auf ihn, sie identifizieren sich mit ihm - nicht aufgrund seines deutschen Passes, nicht aufgrund dessen, dass er in der deutschen Nationalmannschaft spielt, sondern aufgrund seiner Ethnie, die er mit ihnen gemein hat. Das ist lowkey Rassismus. Aber halt kein böser, der mich oder andere stört. Und diese Form von Rassismus erleben wir ständig. Wenn deutschtürkische Jungs eher Fan von einem Mesut als von einem Philipp sind. Oder wenn sie generell eher die türkische Nationalmannschaft anfeuern als die Deutsche, weil sie sich eher als Türken denn als Deutsche identifizieren und so weiter und sofort.
Das Witzige ist jetzt aber...wenn ich mich als ethnische Deutsche mehr mit einem ethnisch deutschen Florian identifizieren würde als mit einem Deniz oder einem Mesut, dann würden dieselben Menschen, die genau das tun, mich als bösen Rassisten bezeichnen.
Will sagen: Dieselben Menschen, die argumentieren, dass es toll sei, wenn in der Nationalmannschaft auch "ihre Leute" mitspielen, weil sie sich dann mehr mit der Mannschaft identifizieren können, würden mich einen Rassisten nennen, wenn ich sagen würde: Ok, wenn da jetzt aber eines Tages nur noch afrikanische oder Menschen mit türkischem, syrischem, afghanischem Background spielen würden, könnte ich mich damit nicht mehr so identifizieren.
Und da zeigt sich eben die ganze Verlogenheit der Debatte. Denn natürlich können wir uns ALLE mehr mit den Menschen identifizieren, die zu unseren "eigenen" Leuten gehören (ich wähle jetzt bewusst dieses Wording, weil ich es so immer von Menschen mit Mihigru höre). Aber verurteilen tun wir dieses menschliche Verhalten nur bei weißen Leuten.
Wie gesagt: Ich brauche keine DFB-Elf von 1990. Und das wird auch nicht mehr wiederkommen. Ich habe null Probleme damit, wenn ein Undav oder ein Amiri bei uns spielt. Im Gegenteil. Ich bin extrem froh, dass sie es tun. Das ging mir übrigens mit Mesut Özil genauso, bevor er beschloss, mit Erdogan abzuhängen und sich ein Graue-Wölfe-Tattoo stechen zu lassen.
Aber es kommt eben auf's Maß an. Eine deutsche Mannschaft sieht heute anders aus als 1974 und das ist ok. Es ist gut, dass auch Menschen mit Migrationshintergrund ihre Identifikatonsfiguren haben. Und wenn sie geile Baller wie Deniz sind, umso besser. Aber wir ethnischen Deutschen brauchen auch unsere Identifikationsfiguren in unsere Heimat, die heute eben ganz anders aussieht als in unserer Kindheit. Wir wollen uns auch abgebildet fühlen. Und daran ist nichts verwerflich. Wirklich gar nichts.
@KaiserBenKaiser Noch vor wenigen Jahren wimmelte es an europäischen Badeseen vor Spannern. In meiner Kindheit selbst erlebt. Hat sich wohl mit der Verbreitung von Internetpornographie erledigt. Diese Leute wurden weder geschützt noch angegriffen. Auch seltsam.
@UNAIDS latest data shows that women continue to be disproportionately affected by HIV, especially in sub-Saharan Africa.
We need urgent action to tackle gender inequalities in order to end AIDS.
https://t.co/8TN4SHGfPL es/documents/ 2026/20260612_Global_AIDS_brief
@Frisobotter@MariamLau1@wigansalazar Vielleicht hätte man das alles schon 1970 vorhersehen können. Damals fand der "Pillenknick" statt. Generation X "Boomer" hier zu beschuldigen bringt gar nichts.
@joerglau Also ich hab mir tatsächlich die ganze Episode angehört, aber verharmlosend finde ich es nicht. Es kommen ja noch viele weitere Aspekte zur Sprache. Am stärksten finde ich allerdings nachwievor seine HISTORISCHEN Analysen.
@KathPat_@KaiserBenKaiser Das ist einfach nur gehässig. In unseren Pfarreigremien arbeiten interessante, kluge, gutaussehende Frauen, die den Glauben in ihrem Alltag leben. Die osteoporosegeplagten Muttchen am Kerzentisch früherer Zeiten wünscht sich wirklich niemand zurück.
@Anne_de_Cologne Wir gaben unser Bestes. Pfarrei Heilig Geist in HH. Aber es stimmt schon: In Urlaubszeiten, also immer ;-), sind Messdiener und liturgischer Dienst sowie Kaffeeköche Mangelware.
@Anne_de_Cologne Ja, aber junge Frauen gegen ältere Frauen auszuspielen, ist leider auch nicht neu. Ältere Männer lassen sich von jungen Frauen viel gefallen, nicht aber von gleichaltrigen. Jedoch: In der SPD Kanzlerin zu werden gleichfalls unmöglich, da zwei Gegner: die Männer und die SPD-Frauen