@bundeskanzler Entlastung ist, wenn man erst 1.000 draufpackt und dann 600 zurückgibt. In meiner Abteilung nennt man das Trickbetrug, in Berlin Reform.
@bundeskanzler „Flottkriegen" so redet man über einen Corsa ohne TÜV, nicht über ein Land. Und „die Zukunft beginnt jetzt"? Ja, wann denn sonst? Das ist ihr Job.
Die Produktion der energieintensiven Industriezweige in Deutschland ist von Februar 2022 bis März 2026 saison- und kalenderbereinigt um 15,2 % gesunken. In der gesamten Industrie ging sie im selben Zeitraum um 9,5 % zurück. Mehr dazu: https://t.co/7qwv7iBLQX
Irgendwann beginnt ein System zu kippen, wenn die Menschen das Gefühl verlieren, dass sich Arbeit überhaupt noch lohnt.
Viele in Deutschland merken es inzwischen im Alltag.
Miete höher als vor ein paar Jahren. Heizkosten ebenfalls. Krankenkasse teurer. Beim Einkauf sowieso. Und trotzdem bleibt am Monatsende oft kaum mehr übrig als früher.
Gleichzeitig übernimmt der Staat immer mehr Kosten für Menschen, die nicht arbeiten. Natürlich braucht jede Gesellschaft ein soziales Netz. Darüber muss man eigentlich gar nicht diskutieren. Aber ich glaube, die Balance geht langsam verloren.
Was mich ehrlich gesagt nachdenklich macht: Immer mehr Menschen arbeiten Vollzeit und fühlen sich trotzdem finanziell unter Druck, während andere fast dieselben Grundkosten abgesichert bekommen. Auf Dauer erzeugt das Frust. Und irgendwann vielleicht auch Gleichgültigkeit gegenüber Leistung und Verantwortung.
Vielleicht ist das nicht sofort sichtbar. Systeme brechen selten an einem einzigen Tag auseinander. Meistens passiert es schleichend — bis plötzlich niemand mehr versteht, warum er sich eigentlich noch anstrengen soll.
Genau dieses Gefühl breitet sich in Europa gerade ziemlich schnell aus.
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In 10 Tagen erreichen die letzten Gastanker aus dem Persischen Golf ihre Häfen. Schiffe, die vor Kriegsbeginn beladen wurden. Eine einzige Ladung davon geht nach Asien. Einen Kontinent, der 90 Prozent des katarischen Gases abnimmt. Sechs Ladungen gehen nach Europa. Wenn diese Schiffe entladen sind, ist Schluss. Kein nächster Konvoi. Kein Nachschub. Die Uhr tickt.
Katar produziert ein Fünftel des weltweit gehandelten Flüssiggases. Seit der Blockade der Straße von Hormuz steht der Export still. Seit den iranischen Raketenangriffen auf Ras Laffan, die größte Gasanlage der Welt, ist ein Teil der Infrastruktur physisch zerstört. Was jetzt noch auf dem Wasser schwimmt, sind Schiffe, die vor Kriegsbeginn beladen wurden. Letzte Reste eines Systems, das nicht mehr existiert.
Was danach kommt, zeigt Pakistan.
Im Januar hatte Pakistan einen Gas-Überschuss. Die Terminals waren unterausgelastet. Die Regierung bat Katar, 24 geplante Ladungen umzuleiten. Eni aus Italien sollte weitere 11 Ladungen verschieben. Pakistan brauchte das Gas nicht.
Acht Wochen später brach der Krieg aus. Pakistan versuchte sofort, die Eni-Ladungen zurückzubekommen. Eni lehnte ab. Pakistan kontaktierte Händler in Europa, den USA, Oman, Aserbaidschan und Afrika. Alle boten Preise an, die Pakistan nicht bezahlen konnte. Der Spotmarkt für asiatisches Flüssiggas hat sich seit Kriegsbeginn verdoppelt, auf rund 23 Dollar pro Million BTU.
Im März kamen 2 von 8 geplanten LNG-Ladungen an. Die anderen sechs wurden nie geliefert. Für April erwartet die Regierung, dass 3 von 6 Ladungen ausfallen. Beide LNG-Terminals des Landes laufen auf einem Sechstel ihrer normalen Kapazität. Die letzten Reste der beiden Schiffe, die vor dem Krieg ankamen, werden gestreckt bis Ende März.
Der Chef eines der beiden Terminals, Iqbal Ahmed, sagt: "Danach sind wir trocken. Wir wissen nicht, wann die nächste Ladung kommt."
Pakistan zahlt trotzdem weiter. 538.000 Dollar pro Tag an die privaten Terminalbetreiber. Rund 16 Millionen Dollar im Monat. Für Anlagen, die kein Gas verarbeiten. Die Verträge laufen auf Take-or-Pay-Basis. Kein Gas, aber volle Rechnung.
Gas aus Aserbaidschan wäre eine Alternative. Der Preis: dreimal so hoch wie der bisherige Import. Für ein Land mit einer Armutsrate von 29 Prozent und einem Pro-Kopf-Einkommen von 1.800 Dollar ist das keine Option. Pakistan wird stattdessen auf Schweröl umsteigen. Dreckiger. Teurer. Die einzige Wahl, die bleibt.
Der CEO des Terminals fasst es zusammen: "Ich sehe ein sehr schwieriges Jahr vor uns, gefolgt von zwei bis drei weiteren schwierigen Jahren."
Pakistan ist der extremste Fall. Aber nicht der einzige.
Bangladesch importiert 95 Prozent seines Energiebedarfs. Das Land hat Universitäten geschlossen, Treibstoff rationiert, Klimaanlagen in Regierungsgebäuden abgeschaltet. Vier von fünf staatlichen Düngemittelfabriken stehen still. Das Gas, das noch da ist, wird in Kraftwerke umgeleitet, um Blackouts zu verhindern. Ein Land mit 170 Millionen Menschen, im Dunkeln.
Und die reichen Länder? Kaufen sich Zeit. Aber nicht viel.
Taiwan bezieht ein Drittel seines Gases aus Katar. Die Regierung hat 22 Ersatzladungen gesichert, genug bis Ende April. Klingt beruhigend. Bis man eine Zahl kennt: Taiwan hat Gasreserven für elf Tage. Im Juli liegt der Stromverbrauch 40 Prozent über dem Februarniveau. Der Atlantic Council warnt vor "schweren Energieengpässen", wenn die Straße von Hormuz geschlossen bleibt. Und Taiwan produziert über 90 Prozent der weltweit fortschrittlichsten Halbleiter. Wenn dort der Strom knapp wird, betrifft das jedes Smartphone und jeden Server auf dem Planeten.
Japan hält sich bei Spot-Käufen zurück. Nur wenige Versorger erwägen überhaupt, auf dem freien Markt zu kaufen. Stattdessen plant Japan die Rückkehr zu Kohle und Atom. Im Januar hat das Land das größte Kernkraftwerk der Welt in Niigata teilweise wieder hochgefahren. Die Energiewende läuft rückwärts.
Aber selbst wenn die Straße von Hormuz morgen wieder öffnet, bleibt ein Schaden, der nicht reparierbar ist.
Diese Woche hat Katars Energieminister Saad al-Kaabi bestätigt: Zwei der 14 Produktionslinien von Ras Laffan sind zerstört. 12,8 Millionen Tonnen pro Jahr. 17 Prozent der gesamten katarischen Exportkapazität. Reparatur: drei bis fünf Jahre.
Die Anlagen haben 26 Milliarden Dollar gekostet. Der jährliche Umsatzverlust liegt bei 20 Milliarden Dollar.
Katar wird Force Majeure erklären auf Langzeitverträge mit Italien, Belgien, Südkorea und China. Für bis zu fünf Jahre. Das sind keine kurzfristigen Ausfälle. Das ist ein struktureller Verlust für den Rest dieses Jahrzehnts.
Al-Kaabi sagte gegenüber Reuters: Er hätte sich "nie in seinen kühnsten Träumen" vorstellen können, dass Katar so angegriffen würde. Von einem muslimischen Bruderland. Im Ramadan.
Die Schiffe, die jetzt noch unterwegs sind, werden in zehn Tagen ihre Häfen erreichen. Die Tanks werden entladen. Das Gas wird verbraucht.
Und dann beginnt die eigentliche Krise.
In diesen Recherchen steckt eine Menge Arbeit. Wenn dich solche Makro Insights interessieren und dir helfen, interagiere gerne mit dem Post. 🧡
@bundeskanzler Wir warten einfach auf den Sommer der Reformen. Oder war es der Herbst der Reformen? Ich komme völlig durcheinander. Hat ja letztes Jahr auch schon super funktioniert. Tipp. Irgendwie eine Steuer erfinden oder irgendeine erhöhen, damit der Wirtschaftswumms starten kann.
If everyone is yelling about something, it’s probably late.
If nobody is yelling and institutions are quietly building…
that’s usually worth watching.
We are in the institutional cycle, and @hedera is the institutional favorite, quietly building partnerships with governments and largest companies in the world.
Not advice. Just pattern recognition.
Ich finde das eine sehr besorgniserregende Entwicklung:
Immer mehr kritische Journalisten werden als "Desinformations-Akteure" diffamiert. Das kann bedeuten, dass ihr Bankkonto gekündigt wird, sie kein Geld mehr abheben oder verdienen dürfen, und auch das Land nicht verlassen können. Und das, obwohl Begriffe wie "Desinformation" oder "Misinformation" überhaupt nicht klar definiert sind.
Damit wird die gesamte Existenzgrundlage kritischer Journalisten oder Intellektueller willkürlich zerstört.
Als der Journalist @FWarweg bei der Bundespressekonferenz nachfragt, ob die Bundesregierung solche Maßnahmen akzeptiert, wird deutlich, dass auch die Bundesregierung die eigenen Bürger nicht beschützt, die von solchen EU-Sanktionen betroffen sind.
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