Zur ganzen Geschichte gehört aber auch, dass es erhebliche Mängel bei der Qualifikation der Unterzeichner und ihrem persönlichen Standing gibt.
Der so genannte Initiator ist Politikwissenschaftler, aber weder Sicherheitsexperte noch Militärexperte. Er hat ausschließlich über internationale Beziehungen gearbeitet und tritt trotzdem seit Beginn des russischen Überfalls als Apologet des Kreml auf. Dafür hat er bereits viel Kritik eingesteckt. Was er öffentlich verbreitet, ist eine Meinung, aber keine fundierte Analyse. Auch hier erschöpft sich die Analyse darauf, man solle den Krieg in der Ukraine „klug“ beenden. Der Verdacht, dass hier lediglich eine in Moskau willkommene politische Agenda gepusht wird, wie bereits seit drei Jahren, ist naheliegend.
Die sehr wenigen und aus der zweiten Reihe stammen Militärexperten gehören zu den immer selben Personen, die auch in den vergangenen drei Jahren von Anfang an öffentlich Positionen vertreten haben, die sich etwa im Bereich von Moskau, AfD und BSW wieder finden.
Der Aufruf ist daher nicht nur von einem gewissen Mangel an Seriosität, sondern auch von einem erheblichen Mangel an Inhalten gekennzeichnet. Er ist gerade keine Analyse.
Mit einer gewissen Plumpheit kann ich hier nur erkennen, dass das Teil der typischen Diskussionen in westlichen Ländern ist, wie sie auch am Vorabend des Zweiten Weltkriegs insbesondere in den USA und Großbritannien stattfanden.
Teils ist das autochthon, teils wird so etwas auch aktiv vom jeweiligen Gegner befördert.
Die einzige im Text erhobene fachliche Behauptung, ein Russland, das in der Ukraine nicht vorankomme, sei militärisch beherrschbar, ist nicht nur vielfach widerlegt, sondern wortgleich das, was AfD und BSW hier in Deutschland öffentlich erzählen. Die Absurdität liegt doch schon bei der „Analyse“ darin: wir wissen seit einigen Monaten positiv, dass Russland sich mehrfach in den letzten drei Jahren erfolgreich der atomaren Drohung bedient hat, um begrenzte taktische und strategische Ziele zu erreichen. Das ist gerade nicht beherrschbar, weil es zu Panik geführt hat. Es erlaubt unter einem atomaren Schutzschirm konventionelle militärische Operationen, bei denen immer und immer wieder ausgetestet wurde, dass der Westen nicht bereit ist, Ihnen etwas entgegenzusetzen.
Sieht man sich Strategiepapiere und Analysen an (die es reichlich öffentlich gibt) oder das auf einer solchen Analyse basierende Szenario von Carlo Marsala („wenn Russland gewinnt“), stellt man fest, dass der Aufruf genau in die Wunde gestoßen wird, die gleichauf mit einem Mangel an Ausrüstung den Weg zu einer Ausweitung russischer Dominanz in das NATO Gebiet hinein ebnet: der Mangel an Entschlusskraft und Resilienz.
Ob es nur Zufall ist, dass gerade diese beiden Faktoren durch solche Versuche der Einschläferung und Beruhigung verstärkt werden? In einem hybriden Krieg, in dem wir uns bereits befinden, wäre das eine ziemlich naive Annahme.
Insgesamt finde ich das sowohl Bemerkenswerte als auch fast Peinliche an diesem Aufruf der immer gleichen Personen, dass sich das wortgleich wie vor drei Jahren anhört. Und zwar ab Tag 1 der Invasion. Da ich niemandem der Unterzeichner Wunderkräfte zutraue, muss ich Ihnen also wohl eine politische Agenda zuschreiben.
@DominicRessel@winkelsdorf Weil Starship dabei nichts hilft? Nutzlast beim Starship ist mittlerweile auf 30-40 Tonnen zusammengeschrumpft - Aussage laut Musk. Deswegen braucht es jetzt ein Starship 2 oder 3 um wieder auf 100 Tonnen zu kommen. Inwiefern hilft das für Bergbau im All?
@DominicRessel@winkelsdorf Dafür wäre Starship und seine Konzeptionierung völlig ungeeignet. 16 Starts nur um zum Mond zu kommen, würde ich nicht als ressourcenschonend bezeichnen.
@AlinePabst@tachy_ @ReplanetDACH @letsreplanet Diese Aussage stützt ihre Timeline nicht unbedingt. Wer ohne weiteren Kommentar Quaschning retweetet, darf sich den Vorwurf der Ideologie schon gefallen lassen.
@WuChenFu3@gepardtatze@_freidel Nein, das ist die installierte Leistung aber nicht das was EE liefern konnte. Ist auch logisch wenn man bedenkt was EE technisch leisten kann und was nicht. Konventionellen Kraftwerke können nahe an der installierten Leistung laufen, EE nicht.
@Cosmo_Stephan @gepardtatze@_freidel Hey Stephan, du solltest wissen dass das nicht stimmt. Einfach mal Vollkosten vergleichen und schon geht ein Licht auf.
@WuChenFu3@gepardtatze@_freidel Ernbeurbare liegen nicht bei 46%. Es wird hier installierte Leistung, also Brutto, mit Nettoleistung verwechselt, die liegt eher bei 12%.
@SteinbergerRosi@rahmstorf Schwaches Argument. Dann setzen sie das bitte auch mit den Todesfällen dank der wiederaktivierten Kohlekraftwerke ins Verhältnis - aber da käme dann ja heraus dass sie sich für Kernkraft einsetzen müssten, das geht natürlich gar nicht.