@moosdorfmdb Hat es einen Grund das Sie nur „MdB“ in Ihrem Profil angeben? Sind Sie politisch neutral oder möchten Sie aus irgendwelchen Gründen Ihre Parteiangehörigkeit nicht nennen? Immerhin sitzen Sie als Volksvertreter im Bundestag. Wen vertreten Sie denn?
@JulianAdrat Dann dann die Not der Aufnahme nicht so schlimm gewesen sein. Ich sterbe auch lieber, bevor ich unter der falschen Fahne zum Notarzt gehe. -Ironie off
@HasselerMartina Ich bin ganz Ihrer Meinung. Aber wo ist dann die Brücke zur Pflegewissenschaft? Im separaten Nursing oder mehr zurück zu den vorherigen Ausbildungsberufen?
Dem stimme ich so nicht zu, aber das führt recht tief. Laut Pflegeberufegesetz ist es der Fachpflege vorbehalten, Pflegebedarf zu erheben, zu evaluieren und die Pflege zu organisieren. Dies ist eine eindeutige Trennung von der ärztlichen Domäne. Einen Behandlungspflegebedarf kann eine PFK nicht erheben oder evaluieren, da dies Teil der ärztlichen Domäne ist. Sie kann sie auch nicht unabhängig organisieren, da sie eine ärztliche Freigabe haben muss. Da verordnete Grundpflege verordnet ist, ist auch sie Teil der ärztlichen Domäne und nicht der Pflegerischen. Das bedeutet, die Domäne kann nur innerhalb des SGB XI angewendet werden. Theoretisch hat die PFK sehr wohl etwas im SGB XI zu sagen, wird aber ausgebremst, weil Abrechnungslogiken und die Wirtschaftlichkeit der Leistungserbringer dazwischen pfuschen. Wo sie nichts zu sagen hat ist im SGB V, obwohl die Behandlungspflege als Teil des Pflegebedarfes nach Prüfungsrichtlinien angesehen wird. Die Pflegewissenschaft wiederum legt die Expertenstandards fest, an denen sich die Pflefachkraft, wenn sie im SGB XI Rahem arbeitet jedes Jahr erneut verpflichtend abarbeiten darf auch wenn sich nichts geändert hat. Diese sind meines Wissens im SGB V nicht vorgesehen. Da findet ja auch keine Pflege statt, sondern medizinische Verordnung. Zwar wird alles vom MD geprüft, aber die Grundlagen liegen im SGB XI. Insofern ist das SGB XI auch im Rahmen der Ausbildung stark beeinflussend, weil dort die Pflegedomäne liegt und angewendet werden kann auch wenn es vielleicht kein Lehrgegenstand ist. Nicht umsonst lernt die Generalistik die Qualitätshandbücher rauf und runter und weiß über den Insulinkreislauf herzlich wenig. Die Generalistische hat einfach den Begriff Pflege aus allen betroffenen Berufsbildern herausgenommen und in einer Ausbildung zusammen gewurschtelt. Wenn man nach dieser Logik geht, so wette ich, dass die Ausbildung angepasst werden müsste, wenn die Verordnungslogik fallen würde. Wozu muss eine PFK eine Verordnung zur Durchführung einer verordneten Therapie wie Insulingabe sich vom Arzt genehmigen lassen? Was ich sagen wollte ist, dass es eine indirekte strukturelle Verankerung der Pflege im SGB XI meines Erachtens gibt.
@Hermann1465191@BerlinReporter@GrimmVeronika@pkv_verband Ich denke, dass man zwischen Rettungseinsatz und Krankenwagenfahrt unterscheiden muss. Ich meinte den Rettungswageneinsatz, bei dem ich denke, dass eine Rückfahrt i.d.R. vorgesehen ist. Bei Krankenwagenfahrten gebe ich Ihnen recht, dass man hier die Fahrt einzeln planen kann.
Bei Einführung der Pflegeversicherung drohte die Sozialhilfe den Kostenrahmen zu sprengen. Korrekt. Allerdings gab es damals wenig Heimplätze und zu Hause nur bei festgestellter Schwerstpflege. Eigentlich war Pflege zu Hause, meistens durch Frauen - unentgeltlich. Was man damals vergessen hatte zu erwähnen waren die Krankenhauskosten, denn sie waren vielfach die Entlastung der Angehörigen. Bei Einführung gab es sehr wohl die Pflegefachlichkeit in Form der vorgeschriebenen PDL, in Heimen und Pflegediensten, welche aber eine Krankenpfleausbildung haben mussten.
Die Idee der Pflegeversicherung war im Kern gut und richtig. Die Idee, daraus ein eigenes SGB zu machen, grundverkehrt. Die fachliche Pflege hat sich zerreißen lassen, was bis zur Einführung des neuen Pflegebegriffes und der generalisierten Ausbildung gar nicht so auffiel, weil alles so schien wie vorher. Nun hat die Pflege durch das Pflegeberufegesetz eine eigene Domäne bekommen, die von vornherein teilamputiert ist, weil nur SGB XI. Nun meint die Fachpflege ein Mitspracherecht zu haben und hat faktisch keins. Einzig im Heim kommt dies so halbwegs durch. Ergo findet ernstzunehmende Pflege nur im Heim statt. Das ist meine Erklärung für den Fokus Heim. Dort kann sich Pflege auf Berufung der fachlichen Domäne durchsetzen. Allerdings ist Heim für mich das Synonym des Scheiterns der Vorsysteme, die nicht unterstützt werden. Wären wir wieder beim Heim. Solange die Brille nicht gewechselt wird oder die Fachlichkeit geschlossen Druck macht, wird sich leider nichts ändern.
Ich denke es ist noch schlimmer. Sie ist pleite, obwohl sie ggü. der Krankenkasse gut kalkulierbar ist. Warum ist die Kasse, deren Kalkulationsparameter relativ stabil sind und man deshalb eine Talfahrt der Rücklagen sehr frühzeitig erkennen kann, pleite? Mir braucht niemand zu erzählen, dass Hr. Lauterbach bei Einführung der Tariftreue erschrocken feststellte, dass die Gelder nicht ausreichten. Es ist und ein politisches Kalkül die Kosten von Versäumnissen auf dem Rücken der Patienten auszutragen, indem man Leistungserbringer unter finanziellen Druck setzt. So hat der Leistungserbringer den schwarzen Peter und der Patient wählt.
Weil es kein schlüssiges Versorgungskonzept gibt. Fängt bei Pflegebedürftigkeit vs Pflegebedarf an und hört bei monetären Zuwendungen ohne Pflegenachweis auf. Wirklich pflegende Angehörige werden allein gelassen und jetzt bei den Rentenbeiträgen rasiert. Die anderen sacken sich das Geld ein ohne einen Finger zu rühren. Ausbaden werden es letztendlich die Pflegebedürftigen mit Pflegebedarf, die Hilfe suchen, sie aber nicht bekommen. Immerhin haben sie dann aber einen Anspruch auf Pflegegeld. Und wir finanzieren den Wahnsinn, weil die sich bedingenden Abhängigkeiten nicht aufgelöst werden, die sowieso niemand versteht oder verstehen will. Dieses System hat vergessen, warum es existiert. Und die Bürokraten haben vergessen, dass es sie in jeder Minute selbst treffen kann.
@MKrichewsky@HubertAiwanger Weil die frei werdenden Arbeitsplätze aus anderen Mitteln finanziert werden müssten. Und dann gibt’s einen auf die Finger vom Finanzministerium.