Jüdische Gemeinde in Zürich
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Eine Schnur verhilft orthodoxen Juden zu mehr Bewegungsfreiheit
In Zürich wurde der erste grossflächige Eruv der Schweiz eröffnet. Was es mit dem sogenannten Sabbatzaun auf sich hat und warum man ihn kaum bemerkt.
In Kürze:
- Die jüdische Gemeinschaft Zürichs hat einen 18 Kilometer langen Eruv errichtet. Er ermöglicht orthodoxen Juden mehr Bewegungsfreiheit am Sabbat.
- Der Bau des Eruvs wurde ohne finanzielle Unterstützung der Stadt durch Spenden finanziert.
- Der Sabbatzaun wird wöchentlich kontrolliert und per SMS für gültig erklärt.
Sie ist kaum auszumachen, die dünne Schnur, die sich mitten in Zürich in über vier Metern Höhe zwischen zwei Pfosten über eine Strasse spannt. Es ist ein völlig unscheinbares Ding für die meisten, aber eine grosse Sache für die jüdische Gemeinschaft von Zürich. Denn diese Schnur ist Teil des sogenannten Eruvs, der diese Woche offiziell eröffnet wurde.
Ein Eruv wird auch Sabbatzaun genannt. Innerhalb dieser Umzäunung sind bestimmte Aktivitäten für orthodoxe Juden möglich, die sonst an einem heiligen Sabbat – einem Samstag – gemäss jüdischen Gesetzen nicht erlaubt sind.
Etwas im oder in den öffentlichen Raum zu tragen oder zu bewegen und umgekehrt gehört zu diesen 39 Verboten. Unter anderem sind Mütter mit Neugeborenen deshalb am Samstag ans Haus gebunden. Dasselbe gilt für Betagte, die nicht mehr ohne Gehhilfe auskommen.
Etwas im oder in den öffentlichen Raum zu tragen oder zu bewegen und umgekehrt gehört zu diesen 39 Verboten. Unter anderem sind Mütter mit Neugeborenen deshalb am Samstag ans Haus gebunden. Dasselbe gilt für Betagte, die nicht mehr ohne Gehhilfe auskommen.
Eine Art Stadtmauer:
Ein Eruv ist vergleichbar mit einer Stadtmauer, innerhalb derer sich gläubige Juden ohne Einschränkungen bewegen können. Gemauert wird dazu allerdings nichts. Es werden hauptsächlich bestehende Hauswände und Mauern genutzt. Auch ein Zaun oder eine Stromleitung zwischen zwei Fassaden kann Teil des Sabbatzauns sein.
Entscheidend ist, dass sein Verlauf durchgehend ist. Auf einer Gesamtlänge von rund 500 Metern galt es, noch Lücken zu füllen. Als Weiterführung des Eruvs haben die Initianten dazu insgesamt 150 kaum sichtbare Installationen aufgebaut und Schnur gespannt.
An den meisten Stellen konnten aber bereits bestehende Infrastrukturen wie beispielsweise Strassenlampen genutzt werden, oder die Schnur wurde direkt an Fassaden befestigt – stets mit der Einwilligung der Stadt oder der Eigentümer.
Unauffällig und passend zum Stadtbild:
«Für uns war sehr wichtig, dass wir den Eruv mit möglichst wenig Eingriffen aufbauen konnten und dieser ins Stadtbild passt», sagt Bollag. Wie das funktioniert, zeigt er an einem Beispiel in der Innenstadt, wo schon seit Wochen eine Besonderheit eingerichtet ist, ohne dass sie aufgefallen wäre.
An zwei Häuserecken links und rechts einer Strasse stehen unscheinbare Metallplatten. Die etwa einen Meter hohen, schmalen Platten bezeichnen einen Durchgang. «Wer diese Stelle passiert, betritt den Eruv oder verlässt ihn und darf ab hier nichts mehr tragen», sagt Bollag.
Die Platten wurden im selben Grau gefärbt wie die umliegenden Strassenlaternen. An anderer Stelle erscheinen sie in Weiss, um mit der hellen Fassade des angrenzenden Gebäudes zu harmonieren.
Der Verlauf des neuen Eruvs ist auf einer Website angegeben. Er umspannt hauptsächlich die Stadtquartiere Wollishofen, Enge, Wiedikon und einen Teil des Triemliquartiers. «Dort lebt die Mehrheit der orthodoxen Juden in Zürich», sagt Bollag. Es ist auch das Gebiet, in dem drei Synagogen und sieben Gebetshäuser stehen, wo sich die Gemeinschaft am Sabbat versammelt.
Nun können praktizierende Juden den Weg dorthin mit Gehstock, Kinderwagen oder Rollstuhl zurücklegen. Sie können am Sabbat Wasser auf einen Spaziergang mitnehmen oder Freunden Geschenke bringen.
Mazel tov unseren lieben Nachbarn in Zürich zur Bebauung des Eruvs in der Stadt! Möge er zum Chizuk des Schabbes und somit zur Kiruv Hageullah bimehero beitragen!
Git Schabbes!
Mazel tov unseren lieben Nachbarn in Zürich zur Bebauung des Eruvs in der Stadt! Möge er zum Chizuk des Schabbes und somit zur Kiruv Hageullah bimehero beitragen!
Git Schabbes!