Jagd auf einen Wolf – ein gar nicht so leichtes Unterfangen
Der 16-seitige Bescheid liegt uns auf Presseanfrage vor. Tragend ist nicht die Zahl der Risse, sondern ein einziger Zaun: 105 cm hoch, 10.000 Volt, nach dem Angriff unbeschädigt — also übersprungen.
In fünf von sechs anderen Rissfällen wiesen die Elektrozäune Mängel auf oder ihr ordnungsgemäßer Zustand ließ sich nachträglich nicht mehr nachweisen. Übrig bleibt ein Ereignis vom 19. August in Hof. Auf diesem einen Vorfall ruht ein erheblicher Teil der Begründung.
Und dann sind da zwei Zahlen aus zwei amtlichen Papieren desselben Kreises: Der Bescheid nennt sechs Rissereignisse mit 25 geschädigten Nutztieren, genetisch dem Wolf zugeordnet vom Senckenberg-Institut. Die Pressemitteilung vom selben Tag nennt mindestens 19 Übergriffe mit 75 getöteten oder verletzten Schafen und Ziegen. Beides lässt sich nach den vorliegenden Unterlagen nicht ohne Weiteres zusammenbringen.
Offen bleibt auch, wie ein Jäger im Feld erkennen soll, ob er GW2478m vor sich hat und nicht ein anderes Mitglied des Rudels. Über die Rechtmäßigkeit des Sofortvollzugs entscheidet jetzt das Verwaltungsgericht Koblenz.
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Driedorf vertagt die Entscheidung über das Sprengstofflager
Die Gemeindevertretung hat am Dienstagabend beraten und vertagt — zuerst sollen die Ausschüsse ran. Es geht um einen Bunker mit Silos auf zwei bis drei Fußballfeldern, 800 m vom Rothaarsteig, im Natura-2000-Gebiet.
Für die Gemeinde stehen rund 80.000 Euro Gewerbesteuer im Jahr gegen ein für dieses Jahr erwartetes Defizit von 1,2 Millionen. Sagt sie am Ende zu, ist damit nichts entschieden: Es folgten Gutachten, ein Genehmigungsverfahren und eine Natura-2000-Verträglichkeitsprüfung.
Außerdem in der Regionalausgabe: Die Tagungsstätte Weilburg der Hessischen Lehrkräfteakademie soll schon zum 31. März 2027 schließen — angekündigt war im November 2025 nur „mittelfristig". Zwei FDP-Abgeordnete fragen nach den Wirtschaftlichkeitsberechnungen und nach dem Verbleib der landeseigenen Liegenschaft.
Und beim Kreistag Lahn-Dill wurde dieselbe Beschlussvorlage binnen zwei Tagen zum zweiten Mal geändert — fünf Tage vor der Sitzung, die Einladung stammt vom 10. September.
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@MHardt1965 Immerhin zeigt der sentix Konjunkturindex auch derzeit eine Erholung an, ist halt auch viel "aufgespart" worden und AI und Rüstungswirtschaft zeigen Effekte
Der Tankrabatt soll in acht Tagen gelten — und steht auf keiner Liste
Bundesrat: 103 Punkte, keiner zur Energiesteuer. Bundestag: kein Gesetzentwurf — Stand der Liste gestern 18.45 Uhr, also nach dem Kabinettsbeschluss. Gelten soll die Senkung ab 1. Oktober.
Das heißt nicht, dass sie ausbleibt: Beide Häuser können nachmelden, der Bundesrat kennt Fristsachen. Es heißt, dass acht Tage vor dem geplanten Inkrafttreten der Weg durch die Gesetzgebung öffentlich nicht angekündigt ist. Angesetzt sind stattdessen zwei AfD-Anträge zu Energiekosten und einer „drohenden Kraftstoffkrise".
Zur Größenordnung: Den 2,5 Milliarden Euro steht nach einer Rechnung der Berliner Zeitung eine Entlastung von rund 9 Euro im Monat je Autofahrer gegenüber — und 420 Euro für einen Lastwagen.
Außerdem in der Lage am Morgen: Die Wirtschaftsforschungsinstitute verdoppeln ihre Wachstumsprognose auf 1,3 Prozent für dieses Jahr, offiziell vorgestellt wird sie erst morgen. Die Unionsfraktion sichert Merz nach dreistündigem Treffen Rückhalt zu, am selben Tag fordert Ex-Generalsekretär Czaja seinen Rücktritt. Und René Benko wurde in Innsbruck zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt.
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Trauer ist kein Parteibuch – was der Umgang mit Michael Kyrath über unsere Debattenkultur erzählt
Auf dem Frankfurter Römerberg kamen am Samstag rund 1.300 Menschen zur „Trauerwache Deutschland“ zusammen. Viele von ihnen verbindet etwas, das sich kaum in politische Kategorien pressen lässt: Sie haben Angehörige durch Gewalttaten verloren oder sind selbst Betroffene. Initiator Michael Kyrath kennt diesen Verlust auf brutalste Weise. Seine 17-jährige Tochter Ann-Marie wurde 2023 im Regionalzug bei Brokstedt ermordet.
Doch statt ausschließlich über die Opfer und ihre Angehörigen zu sprechen, wird inzwischen darüber gestritten, ob deren Gedenken politisch „rechts“ oder gar „rassistisch“ sei. Die Art, wie dabei mit Trauernden umgegangen wird, wirft grundsätzliche Fragen auf.
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Ein Sprengstofflager bei Driedorf — heute Abend berät die Gemeinde
Eine Schweizer Firma will bei Driedorf-Waldaubach Sprengstoff lagern: Bunker und Silos auf zwei bis drei Fußballfeldern, 800 m vom Rothaarsteig, im Natura-2000-Gebiet. Um 19 Uhr berät die Gemeindevertretung.
Der Grund liegt in Nordrhein-Westfalen: Das bisherige Lager in Burbach steht auf einem Gelände der Dynamit Nobel Defence, deren Eigentümer — der israelische Rüstungskonzern Rafael — Eigenbedarf angemeldet hat. In etwa acht Jahren muss die Fläche geräumt sein. Es geht um 25 Arbeitsplätze und die Versorgung von rund 60 Steinbrüchen; mehr als 50 Ersatzflächen wurden geprüft.
Für Driedorf stehen rund 80.000 Euro Gewerbesteuer im Jahr gegen ein erwartetes Defizit von 1,2 Millionen. Der Bürgermeister steht „total offen" dazu, der Ortsvorsteher von Waldaubach sieht es „sehr, sehr kritisch".
Außerdem in der Regionalausgabe: Nach der Messerattacke in Hünfelden-Kirberg ist Haftbefehl wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung erlassen worden. Und zum Kreistag Lahn-Dill am 28. September wurde am 22. September eine neue Beschlussvorlage eingestellt — zwölf Tage nach der Einladung.
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Aartalsperre chemisch „nicht gut“ – doch die entscheidenden Schadstoffe wurden dort nie gemessen
Quecksilber und bromierte Diphenylether sorgen offiziell für einen schlechten chemischen Zustand der Aartalsperre. Eine Nachfrage des Fingerklopfers beim Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie zeigt nun allerdings: An der Talsperre selbst wurden diese beiden Stoffe noch nie untersucht. Messungen sind dort derzeit auch nicht vorgesehen. Gleichzeitig wird der See als Badegewässer regelmäßig kontrolliert – allerdings auf ganz andere Parameter. Der Lahn-Dill-Kreis ließ Fragen dazu innerhalb der gesetzten Frist unbeantwortet.
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Tankrabatt beschlossen — im Bundesrat steht er noch nicht auf der Liste
14 Cent weniger Energiesteuer je Liter, an der Zapfsäule rund 17. Ab 1. Oktober bis Jahresende, Kosten 2,5 Mrd. Euro. Zustimmen sollen Bundestag und Bundesrat noch diese Woche.
Wir haben nachgesehen: Auf der Tagesordnung der Bundesratssitzung am Freitag steht unter 102 Punkten keiner zur Energiesteuer. Nachgemeldet werden kann sie — angekündigt ist sie dort bisher nicht.
Außerdem in der Lage am Morgen: In Mecklenburg-Vorpommern tritt der CDU-Landesvorsitzende zurück. In Berlin lädt die Linke zu Koalitionsgesprächen, die CSU fordert ein Bundesgesetz gegen Enteignungen von Wohnraum. Und die Bundesregierung will Kommunen als letztes Mittel erlauben, verwahrloste Häuser zu enteignen, wenn Eigentümer ein rechtskräftiges Instandsetzungsgebot beharrlich missachten.
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"Wir werden in Deutschland das Klima nicht retten, wenn wir unseren CO2-Ausstoss reduzieren."
Nein, das ist nicht Alice Weidel, sondern EX-Siemens-Boss Jo Kaeser.
Ja, derselbe Jon Kaeser, der vor gar nicht allzu langer Zeit der Grünen Klimaikone Luisa Neubauer einen Platz im Siemens-Aufsichtsrat angeboten hat.
Und damit nicht genug: "Den furchtbaren Begriff Brandmauer" müsse man ersetzen durch eine Politik der Rote Linien, sagt Kaeser bei Maischberger.
Ist da jemand in der Realität aufgemacht? Und/oder endlich, aber viel zu spät merkt, was sie alle aus diesem unseren Land gemacht haben?
Versuchtes Tötungsdelikt in Kirberg: Umstehende schreiten ein
In einer Bäckerei in Hünfelden-Kirberg wird am Sonntag eine 50-Jährige mit einem Messer schwer verletzt. Umstehende schreiten ein und halten den Mann auf. Die Kriminalpolizei ermittelt, es gilt die Unschuldsvermutung.
Außerdem in der Regionalausgabe: Das Verwaltungsgericht Koblenz stoppt vorerst den Abschuss des Wolfes GW2478m im Westerwaldkreis — bis über einen Eilantrag entschieden ist. Auf der B 8 bei Weidenhahn werden nach einem Überholvorgang sechs Menschen verletzt, Schaden 140.000 Euro. Und 37 Menschen aus 19 Herkunftsländern haben im Rhein-Lahn-Kreis die Einbürgerungsurkunde erhalten.
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AfD gewinnt in Schwerin, die Linke in Berlin — CDU scheitert an fünf Prozent
Mecklenburg-Vorpommern, amtlich: AfD 38,2 %, SPD 35,5 %, CDU 4,9 %. Gut 1.100 Stimmen fehlten der CDU. Berlin: Linke 25,7 %, CDU 18,8 %, AfD 16,3 %.
Zum ersten Mal scheidet die CDU aus einem Landesparlament aus. Im Schweriner Landtag hat die AfD 32 der 71 Sitze, die SPD 29. In Berlin verfehlen BSW und FDP den Einzug ins Abgeordnetenhaus.
Außerdem: Merz hält am Reformkurs fest, die SPD stellt ihn infrage. Der Prozess gegen Andreas Scheuer beginnt. Die Kommunen fordern 65 Milliarden Euro mehr aus dem Sondervermögen.
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Vielfalt ab zwei Jahren? Wie QueerNet im Haus der Familie Katzenelnbogen verankert wurde
Seit 2016 arbeitet das kommunal getragene Haus der Familie Katzenelnbogen mit QueerNet Rheinland-Pfalz zusammen. Ein staatlich geförderter „Kita-Koffer“ bringt Bücher zu Regenbogenfamilien, Geschlechterrollen, Trans- und Intergeschlechtlichkeit in die Kitas. Das Ministerium hält die Materialien für geeignet; ein förmliches Widerspruchsrecht der Eltern gibt es nicht – eine von ihm übersandte Expertise nennt allerdings differenziertere Altersempfehlungen. Die Frage ist nicht, ob betroffene Kinder Unterstützung erhalten, sondern wann daraus vorsorgliche Arbeit mit ganzen Gruppen wird – und wie transparent gegenüber den Eltern.
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Der Tankrabatt kommt zurück — zwei Tage nach dem Nein
Mittwoch, Wirtschaftsministerium: Der Tankrabatt vom Frühjahr wird nicht wiederholt. Freitagabend, Kanzleramt: 17 Cent je Liter, Oktober bis Jahresende, 2,5 Milliarden Euro.
Dazwischen eine amtliche Zahl: Kraftstoffe kosteten im August 37,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
Außerdem in der Wochenendausgabe: Das Bundeskriminalamt hat auf unsere Rückfrage aufgeschlüsselt, woraus der größte Posten seiner Statistik zu Angriffen auf die Energieversorgung besteht — Agententätigkeit zu Sabotagezwecken von 4 auf 37 Fälle. Der Aktionsplan gegen Sozialleistungsmissbrauch erreicht die Rathäuser, bevor er beschlossen ist. Und in der Region gibt es mehr Schutzleute vor Ort.
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Solar auf dem Acker: Höhr-Grenzhausen über der Zwei-Prozent-Marke
Der Tag in der Region · Freitag, 18. September 2026
Wie viel Ackerland Solarparks in Rheinland-Pfalz belegen, lässt sich jetzt erstmals bis auf die Verbandsgemeinde genau beziffern. Im Westerwaldkreis und im Rhein-Lahn-Kreis ist es sehr wenig — mit einer Ausnahme: Höhr-Grenzhausen liegt über der Grenze, die sich das Land gesetzt hat. Außerdem: Die Polizei verdoppelt fast die Zahl ihrer Schutzleute vor Ort, der Westerwälder Kreisausschuss beschließt Investitionen, und in Limburg sucht die Polizei nach zwei Angriffen Zeugen.
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Wohin entwickelt sich KI? Unterschiedliche Perspektiven auf eine Technologie ohne klaren Endpunkt
Künstliche Intelligenz ist längst eine wirtschaftliche, geopolitische und gesellschaftliche Machtfrage – und die Einschätzungen liegen selbst unter Fachleuten weit auseinander. Zwei aktuelle Videogespräche zeigen die Spannbreite: Die „Econoclasts“ halten die Erzählung von der außer Kontrolle geratenen Superintelligenz vor allem für Ausdruck von Machtinteressen und Marktstrategien. Bei „Diary of a CEO“ diskutieren vier Experten dasselbe Szenario als reale Gefahr – ihre Schätzungen reichen von praktisch null bis zu hoher Wahrscheinlichkeit.
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5,7 Millionen Überschuldete, ein Gesetz im Vermittlungsausschuss
Die Lage am Morgen · Freitag, 18. September 2026
In Deutschland sind 5,7 Millionen Erwachsene überschuldet, 110.000 mehr als im Jahr zuvor. Häufigster Auslöser ist Krankheit. Kommende Woche verhandeln Bundestag und Bundesrat über ein Gesetz, das kostenlose Schuldnerberatung überall sichern soll. Außerdem: Karlsruhe rügt Durchsuchungen bei Unverdächtigen, die Bundesanwaltschaft lässt einen mutmaßlichen Anschlagsplaner festnehmen, und in Russland hat die Wahl zur Staatsduma begonnen.
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Was der Aktionsplan für Städte und Gemeinden bedeutet
Der Tag in der Region · Donnerstag, 17. September 2026
Der Aktionsplan der Bundesregierung gegen Sozialleistungsmissbrauch gibt Städten und Gemeinden neue Mittel bis hin zur Enteignung von Schrottimmobilien – und nimmt kommunale Jobcenter in die Pflicht. Außerdem: Die Polizei kontrolliert in der Limburger Innenstadt, in Laubuseschbach wird eine Streife angegriffen, und das Landschaftsmuseum Westerwald feiert seinen 50. Geburtstag.
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Viele Gremien, wenige Köpfe: Wenn kommunale Kontrolle an ihre Grenzen kommt
86 erfasste Gremien, 289 aktuelle Sitze des Kreises und nur 121 Personen, die diese Funktionen wahrnehmen: Ein Blick auf die Gremienlandschaft des Landkreises Limburg-Weilburg zeigt, wie viel Personal eine funktionierende kommunale Selbstverwaltung eigentlich benötigt. Und er wirft eine grundsätzliche Frage auf: Haben wir überhaupt noch genügend Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen – und zugleich genügend Zeit und Fachwissen mitbringen, um diese Verantwortung wirksam auszufüllen?
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