Elon Musk hat heute sein Herz entdeckt. Es schlägt für russische Soldaten.
Wie wird man eigentlich zum reichsten Mann der Welt, wenn es beim politischen Denken offenbar nicht einmal für die Grundausstattung gereicht hat?
Elon Musk beklagt das Schicksal der armen russischen Wehrpflichtigen. Die hätten schließlich keine andere Wahl, als zu kämpfen und durch ukrainische Drohnen zu sterben.
Wer sie dorthin geschickt hat? Wer diesen Krieg morgen beenden könnte? Wer seit Jahren ukrainische Städte bombardieren lässt? Alles Fragen, die Musks überragende Intelligenz offenbar überfordern.
Die „poor kids“, die da angeblich „no choice“ haben, sind überwiegend keine Wehrpflichtigen. Russland setzt seit Jahren vor allem auf Vertragssoldaten und lockt mit hohen Prämien. Manche werden unter Druck gesetzt oder getäuscht, andere aus den Gefängnissen an die Front gekarrt. Aus dieser sehr unterschiedlichen Truppe macht Musk lauter Kinder ohne Wahl. Gemeinsam ist ihnen etwas anderes: Sie sind nicht in ein Unwetter geraten. Sie gehören zu einer Armee, die in ein Nachbarland einmarschiert ist und dort Wohnhäuser, Kraftwerke und Kinderkliniken angreift.
Und diese Armee hat sehr wohl eine Wahl. Der Weg nach Hause ist bekannt. Sie hat ihn im Frühjahr 2022 schon einmal gefunden, von Kyjiw aus, unter etwas Druck. Das „endless slaughter“, das Musk so beklagt, endet an dem Tag, an dem sie ihn noch einmal nimmt. Dafür braucht es keine Friedensformel, kein Abkommen und keinen Post auf X, nur einen Rückwärtsgang.
Bemerkenswert ist, wo Musks Mitgefühl verläuft. Es reicht bis zu den Männern, die angreifen. Wo war dieser warme Satz für die ukrainischen Kinder, die Russland verschleppt hat? Für die Menschen in Charkiw, Dnipro und Odesa, die nachts im Keller sitzen, während russische Drohnen ihre Häuser suchen? Die Drohnen, die Musk erwähnt, sind die Antwort auf diese Armee, nicht ihre Ursache.
Wir erinnern uns: Derselbe Mann hat selbst zugegeben, dass er 2022 Starlink vor Sewastopol nicht freigeschaltet hat, als die Ukraine die russische Flotte angreifen wollte. Er wollte keine „major act of war“ unterstützen. Russlands Krieg war offenbar nicht major genug.
Jetzt also „beide Seiten“. Ukrainer und Russen landen im selben Fleischwolf-Satz, als wären sie zwei Mannschaften, die sich leider nicht einigen können. Bemitleidet werden dann aber nur die Russen.
Wer in diesem Krieg tatsächlich keine Wahl hatte, sind die Ukrainer. Niemand hat sie gefragt, ob sie überfallen werden wollen. Auch ukrainische Männer werden eingezogen, auch sie sterben durch Drohnen. Nur sitzen sie nicht im Land eines anderen, sondern verteidigen ihr eigenes. Ihr Rückwärtsgang endet nicht zu Hause, sondern in russischer Besatzung.
Man kann mit Raketen auf dem Mars landen wollen und trotzdem auf der Erde nicht erkennen, wer hier wen überfallen hat. Für einen Genie-Bonus reicht das nicht. Für Sympathie mit dem Angreifer offenbar schon.
@InsightLeaksQ Only yesterday Elon Musk said people should have pity for Russian conscripts, the same people that are hunting civilians and posting the results of human safaris