Sind die Aufrührer im Abwind? Ein paar Eindrücke vom Parteitag von Reform UK in Birmingham, wo Nigel Farage versucht, die Aufmerksamkeit auf einen neuen Pakt mit Jordan Bardella von französischen RN zu lenken – weg von den Affären in der eigenen Partei.
#BritsAndPieces
Sind die Aufrührer im Abwind? Ein paar Eindrücke vom Parteitag von Reform UK in Birmingham, wo Nigel Farage versucht, die Aufmerksamkeit auf einen neuen Pakt mit Jordan Bardella von französischen RN zu lenken – weg von den Affären in der eigenen Partei.
#BritsAndPieces
Bei Reform UK treten zwei Spitzenleute zurück, Farages Kommunikationschef und der Strategiechef.
Aber die Partei verliert gerade noch viel mehr: ihren Nimbus als Anti-Establishment-Kraft.
Reiche Spender aus den USA, gaunerhafte Absprachen in Londoner Nobelclubs- und Restaurants, Lunch mit Nigel gegen Geld, Arroganz und Regelverachtung — das ist alles Gift für Wähler aus der Arbeiter- und Mittelklasse, zu deren neuen Vertreterin die Partei werden wollte.
BREAKING: Lee Anderson tells @skynews that James Orr, head of policy, and Dan Jukes, senior aide have stepped down from roles and there is now a full internal investigation after the Channel 4 report appeared to show the officials arranging for a US company to fund three polls for the party costing a total of £32,500, in a potential break of electoral law.
Anderson told @skynews: "Well, we've launched a full investigation into this. The investigation will start today. And what I can say to you right now, and you're probably the first to know this, is that the two men involved, James Orr and Dan Jukes, they've stepped down from their roles, they've stepped away. And, like I say, it's only fair now we launch a full internal investigation. And when that investigation is concluded, I'm sure that people at Sky will be the first to know. But I think it's only right and proper, that we're fair, open and transparent and get this investigation launched today. And the two people concerned in the video, they've gone"
"There's no chance of them coming back. They've stepped aside. We're a serious party, you know, and sometimes in politics, you have to make tough decisions, harsh decisions. I think this probably was an easier decision, being given the option to stand down. They have gone."
Rechtzeitig zum Parteitag von Reform UK zeigt diese Recherche, wie die Parteispitze Spenden annahm bzw. annehmen wollte, die über einen Mittelsmann aus den USA kamen. Parteispenden aus dem Ausland sind in GB verboten.
Im Zentrum der Geschichte steht Farages Strategiechef James Orr. Der Cambridge-Akademiker ist ein Freund von JD Vance und gut vernetzt mit der neuen Rechten auch in Europa.
Als ich ihn vor gut einem Jahr zum Gespräch traf, sagte er noch, er habe keine parteipolitischen Ambitionen.
https://t.co/fdTi1XmpQD
Exclusive: Nigel Farage filmed undercover celebrating secret new foreign donations
Undercover footage verified by Channel 4 News reveals a secret plot by senior Reform UK figures to break the law on party donations. A leading legal expert is now calling for a criminal investigation.
🔗 Read the exclusive story on Substack:
https://t.co/CghgCNvXxl
Our yearlong investigation reveals Nigel Farage courting illicit funding as part of a plot to bring foreign money into British politics, orchestrated by his top aides and caught on hidden camera.
🚨 NEW: Reform UK has banned three critical journalists from its party conference
It includes The Guardian's city editor Anna Isaac, who unearthed the £5m gift that Nigel Farage didn't declare
Kleine Geschichte aus dem sehr echten Londoner Leben:
In dem Stadtbezirk, in dem Ihr ergebener Korrespondent wohnt, wird es demnächst eine Nachwahl geben. Denn der Wahlkreis gehörte Keir Starmer, und der Ex-Premier ist nun gerade auch als Unterhausabgeordneter zurückgetreten.
Ein iranischer Bekannter von mir (genauer wird es nicht, sorry), sagt, er wisse noch nicht, wen er wählen will. Aber er freut sich, dass er es endlich darf. Er habe nämlich endlich die britische Staatsbürgerschaft!, erzählt er strahlend. Das heißt, er könne nach vielen Jahren auch wieder reisen.
Glückwunsch, sage ich, God save the King! Aber wieso wieder? Hatte er nicht noch seinen iranischen Pass?
Nein, sagt er, den hatte er weggeworfen. Er habe als Syrer Aufenthalt in Großbritannien beantragt, das sei einfacher gewesen.
Jetzt ist er sehr erleichtert, nach fünf Jahren eingebürgert worden zu sein. Denn Nigel Farage könnte die Fristen ja verlängern, falls der irgendwann an die Macht komme.
Der Mann arbeitet hart. Er hat ein Business mit mittlerweile einem Dutzend Angestellten aufgebaut und beklagt sich wie jeder gute Brite über die zu hohen Steuern und Abgaben. Aber es gebe da noch ein Problem, erzählt er: „Ich finde niemanden mehr. Die Leute wollen alle Bargeld als Bezahlung.“
Immer wieder, sagt er, fragten ihn Einwanderer, die in Kommunalwohnungen in der Nachbarschaft lebten, nach einem Job. Sie bezögen Sozialleistungen und wollten unter der Hand was dazuverdienen. Er sage ihnen immer: „Hau bloß ab. Wegen Leuten wie dir haben so viele Migranten wie ich Probleme.“
Farage, sagt er dann, habe völlig Recht, wenn er hier durchgreifen wolle.
Der Mensch ist ein herrlich krummes Holz.
@KrahMax Mal nicht so memmig, Herr Krah. Ein bisschen Polemik ist keine Pathologisierung. Und zu glauben, dass Wohnorte vor Identifikation mit anderen Kulturräumen schützen, ist naiv - wie man nicht nur in Manchester sehen kann.
Ich sage britischen Bekannten immer, dass sie sich gerade die Ost-AfD als antikoloniale Bewegung vorstellen müssen:
Ein kultureller Minderwertkeitskomplex soll durch Abwertung und Abwehr der Overlords bewältigt werden, die die Eroberten angeblich vom ihrem geschichtlichen Erbe abgeschnitten haben. Ganz ähnlich agitieren radikale Muslime an britischen Unis gegen den liberalen Westen.
Ich würd ja sagen: ein Glück, diese „Kolonialisierung“. Lieber Paine als Preußen und lieber Westbindung als Sowjetstockholmsyndrom.
Die beiden Weltkriege wurden auch deswegen geführt, um Deutschland in den „westlichen Liberalismus“ einzubinden. Das „westlich-liberale“ System mit seiner permanenten kulturellen Revolution, das sehr viel zur Selbstzerstörung des Westens beigetragen hat, war nie dezidiert deutsch.
Wir Deutschen, die wir uns heute mit einem sowohl geographisch, als auch kulturell zusammengeschrumpften Deutschland identifizieren, übersehen gerne, dass Deutschland einst sowohl räumlich, als auch von seiner Identität her, weit in den Osten hineinragte und zwischen Ost und West eine eigene Mitte, ein eigenes Zentrum bildete. Dieses Eigensein der Deutschen, das nach den verlorenen Kriegen als „deutscher Sonderweg“ verunglimpft wurde, war eine äußerst vielfältige Mischung aus einer noch im alten Reich verwurzelten Regionalkultur und einem sich im rasanten Aufstieg befindlichen Preußen.
Das alles wurde zerstört. Anstelle erhielten wir polemisch gesagt Coca-Cola, McDonalds, den Schuldkult, das Young-Leaders-Programm und die Massenmigration.
@liberalistorder Nö. Gerechte Repräsentation kann sehr wohl heißen auf Leistung beruhende Repräsentation. Dann stellt sich aber auch die Frage nach gerechten Leistungschancen.
Auf dem Londoner Trafalgar Square gab es eine Demonstration, die vom Weltall aus sichtbar gewesen sein muss – so enorm und glühend war das Gaslighting, das dort betrieben wurde.
Wer was aus dem Fall Jason Arday lernen sollte.
https://t.co/TboezP3iti
I think we have entered a weird post-truth moment in Britain, where it apparently doesn't matter if books and speaker bios are literally true:
https://t.co/NS1xZ3NORF