Linke Flüchtlingshelferin Elisabeth-Jane Ross reist nach Griechenland um Flüchtlingen zu helfen, die 38 Jährige wird dort von einem Afghanen ermordet(Raubmord)
Ihre Leiche landet in einem Koffer, der nun gefunden wurde
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Beweist, dass das Schiff schwimmt
„Beweist endlich, dass ihr es besser könnt.“
Das klingt nach Kommentar. In Wahrheit klingt es nach einem Passagier, der auf der Titanic steht, bis zu den Knöcheln im Wasser, und dem Kapitän zuruft:
„Jetzt beweisen Sie doch bitte mal, dass dieses Schiff eigentlich gar nicht sinkt.“
Der Kapitän schaut auf das Loch im Bug. Die Schotten sind undicht. Die Pumpen husten. Der Maschinenraum meldet schlechte Laune. Der Rumpf ist an mehreren Stellen seit Jahren nicht mehr gewartet worden, weil man das Geld lieber für Bordmusik, Imagebroschüren und eine Arbeitsgruppe „Maritime Zukunft 2040“ ausgegeben hat.
Und dann kommt jemand mit Klemmbrett und sagt:
„Captain, jetzt zeigen Sie mal Führung.“
Ja. Danke.
Aber Führung ersetzt keine Schiffswand.
Genau so fühlt sich dieser politische Appell an. Merz und Bas sollen endlich beweisen, dass sie es besser können. Nur: Was soll da bewiesen werden? Diese Regierung besteht aus Leuten, die seit Monaten sichtbar zeigen, dass sie entweder nicht können, nicht wollen oder nicht dürfen. Die Union redet von Kurswechsel und verwaltet am Ende doch wieder das sozialdemokratische Staatsmodell. Die SPD nennt sich selbst Stoppschild und wundert sich, dass das Land steht. Und dazwischen wird so getan, als müsse man nur nach der Sommerpause ein paar frische Gesetze auf den Tisch legen und schon wird aus Rost wieder Stahl.
Nein.
Wenn ein Schiff sinkt, hilft kein Motivationsplakat im Salon.
Der Fehler liegt tiefer. Dieses Land hat kein Kommunikationsproblem, kein Erklärproblem und kein „Beweist es uns doch bitte“-Problem. Es hat ein Wirklichkeitsproblem. Die Sozialsysteme sind überdehnt, die Energiepolitik ist vermurkst, die Industrie verliert Boden, Bürokratie frisst Initiative, Migration überfordert Kommunen, Bildung sackt ab, Infrastruktur gammelt, und die Steuerzahler sollen dabei so tun, als sei das alles nur eine schwierige Phase vor dem nächsten Aufbruch.
Und dann kommt die Presse und appelliert an dieselben Pappenheimer, die diesen Zustand mitverwalten:
Macht es doch endlich besser.
Das ist nett gemeint. Aber es ist politischer Kindergarten.
Journalismus sollte nicht an Politiker appellieren wie eine besorgte Klassenlehrerin an zwei Schüler, die wieder ihre Hausaufgaben vergessen haben. Journalismus sollte zeigen, wer was versprochen hat, was daraus wurde, wer blockiert, wer lügt, wer ausweicht, wer bezahlt und welche Folgen das hat.
Nicht: „Beweist, dass ihr es könnt.“
Sondern: „Ihr könnt es offenbar nicht. Hier sind die Belege.“
Das wäre Journalismus.
Alles andere ist Hoffnungspädagogik.
Natürlich werden nach der Sommerpause wieder Gesetze kommen. Deutschland bekommt immer Gesetze. Gesetze sind das, was Politik produziert, wenn ihr sonst nichts einfällt. Neue Pakete, neue Reformen, neue Kommissionen, neue Formulierungen, neue Belastungen, neue Ausnahmen, neue Pflichten, neue Nachweise, neue Versprechen. Und danach steht der Bürger wieder vor dem alten Problem, nur diesmal mit aktualisierter Rechtsgrundlage.
Man könnte fast fragen, warum diese Leute überhaupt Sommerpause machen. Nicht aus Neid. Sondern weil der Zettel so voll ist, dass man eigentlich den Bundestag abschließen und erst wieder öffnen dürfte, wenn mindestens dreißig alte Fehler beseitigt wurden, bevor ein einziger neuer produziert wird.
Aber Deutschland funktioniert anders.
Erst fährt man den Karren in den Graben. Dann macht man Urlaub. Danach erklärt man, dass jetzt ein neuer Aufbruch beginnt. Und wenn der Bürger daran zweifelt, heißt es, die Regierung müsse ihre Politik besser erklären.
Nein.
Sie muss sie nicht besser erklären.
Sie muss aufhören, schlechte Politik zu machen.
Der Bild-Kommentar meint es vermutlich antreibend. Merz und Bas sollen liefern. Nur ist genau das der Denkfehler: Man bittet die falschen Leute, endlich die richtigen zu werden. Als würde man einen löchrigen Eimer anfeuern, doch bitte Wasser zu halten.
Wo nichts ist, kann man nichts beweisen.
Diese Regierung wird nicht plötzlich schlank, klar, mutig und wirksam, weil ein Kommentar es fordert. Die SPD wird nicht über Nacht zur Reformpartei. Die Union wird nicht plötzlich eine bürgerliche Wende liefern, wenn sie gleichzeitig Angst vor jedem echten Konflikt hat. Und Merz wird kein Kapitän, nur weil jemand ihm vom Kai aus zuruft, er solle endlich das Steuer festhalten.
Das Schiff braucht keine Durchhalteparole.
Es braucht eine Werft.
Und garantiert auch eine neue Mannschaft.
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Die Doofen wählen falsch
Ach, so ist das also.
Die AfD wird offenbar besonders dort gewählt, wo Menschen nicht genügend akademisch veredelt wurden. Bei den Handwerkern. Bei den Bauarbeitern. Bei den Kanalreinigern. Bei den Straßenfegern. Bei den Leuten mit Lehre, Meisterbrief, Schichtplan, Werkzeugkoffer, öligen Händen und einem seltsamen Hang dazu, morgens aufzustehen und tatsächlich etwas zu reparieren.
Der Plebs also.
Na dann ist ja alles erklärt.
Wenn der Wasserhahn tropft, rufen wir künftig bitte nicht mehr den Klempner. Der könnte ja politisch falsch vorgeprägt sein. Dann lieber eine frisch habilitierte Genderforscherin mit moralisch einwandfreiem Haltungsprofil. Wenn der Abfluss verstopft ist, bitte keine Rohrreinigung. Zu gefährlich. Wer weiß, was diese Leute wählen. Dann lieber ein intersektionales Team für Abwasserdiversität. Wenn der Strom ausfällt, bitte keinen Elektriker mit Berufsschule und Gesellenbrief. Vielleicht hat der am Ende eine Meinung zur Energiepolitik. Dann doch lieber einen sozialpädagogischen Arbeitskreis mit Kerzenkreis und Netzanschlussfantasie.
So sieht die neue deutsche Klassenverachtung aus. Früher schaute der Adel auf die Arbeiter herab. Heute macht das ein Teil des akademischen Milieus mit Masterabschluss, MacBook und Angst vor körperlicher Arbeit.
Und natürlich klingt es immer besorgt. Nie verächtlich. Man spricht nicht von dummen Leuten. Man spricht von „Bildungsgrad“, „Polarisierung“, „Demokratiekompetenz“, „Anfälligkeit“, „Desinformation“ und „sozioökonomischen Faktoren“. Das ist viel eleganter. So kann man Verachtung in Tabellenform bringen und sich dabei für aufgeklärt halten.
Dabei wäre die eigentliche Frage gar nicht so schwer.
Warum fühlen sich ausgerechnet jene Menschen von SPD, Linken und Grünen nicht mehr vertreten, die früher angeblich deren Kernklientel waren? Warum wenden sich Arbeiter, Handwerker, kleine Selbstständige, Menschen außerhalb der urbanen Wohlfühlzonen ab? Warum haben Parteien, die jahrzehntelang von Arbeit, Aufstieg und sozialer Sicherheit gesprochen haben, heute oft mehr Verständnis für akademische Symbolkämpfe als für Leute, die unter Energiepreisen, Migration, Bürokratie und Abgabenlast ganz praktisch leben?
Aber diese Frage ist unbequem.
Viel angenehmer ist die Diagnose: Die Leute sind halt nicht gebildet genug.
Das ist wunderbar praktisch. Dann muss man sich mit den eigenen Fehlern nicht beschäftigen. Nicht mit der Energiewende, die von sehr klugen Akademikern geplant wurde und nun Industrie, Netze und Strompreise stresst. Nicht mit Bürokratiegesetzen, die ebenfalls nicht von Kanalreinigern geschrieben werden. Nicht mit Sozialstaatsversprechen, die von gebildeten Politikern formuliert werden, bis irgendwann andere sie bezahlen müssen. Nicht mit Kontrollgesetzen, Berichtspflichten, Förderprogrammen, Quotenlogiken, Verordnungen und moralischen Belehrungen, die selten aus der Meisterwerkstatt kommen.
Die ganzen „Doofen“ bauen Häuser, reparieren Heizungen, verlegen Kabel, fahren Müllwagen, schweißen Geländer, reinigen Rohre, asphaltieren Straßen, gründen Betriebe, bilden Lehrlinge aus und zahlen Steuern.
Die ganz Klugen schreiben ihnen dann auf, welche Formulare sie dabei vergessen haben.
Herzlichen Glückwunsch.
Natürlich schützt ein niedriger Bildungsabschluss nicht vor Unsinn. Aber ein akademischer Abschluss schützt ebenfalls nicht vor Ideologie. Das ist vielleicht die größte Kränkung für jene, die Bildung mit Weisheit verwechseln. Man kann promoviert sein und trotzdem wirtschaftlich naiv. Man kann Professor sein und trotzdem keine Ahnung haben, wie ein Betrieb läuft. Man kann wissenschaftlich sprechen und politisch vollkommen weltfremd sein.
Und man kann Hauptschule, Lehre und Meisterbrief haben — und am Ende eine Firma führen, Arbeitsplätze schaffen und mehr reale Verantwortung tragen als ein ganzes Seminar über postkoloniale Stadtmöblierung.
Vielleicht ist genau das der blinde Fleck.
Dieses Land wird nicht nur von Menschen getragen, die reden können. Es wird von Menschen getragen, die etwas können.
Und wenn diese Menschen politisch abwandern, ist die dümmste aller Reaktionen, ihnen zu erklären, dass sie vermutlich zu wenig Bildung haben. Das ist ungefähr so klug, wie einen langjährigen Stammkunden beim Hinausgehen noch schnell zu beleidigen und sich danach über sinkende Umsätze zu wundern.
Die Jugendstudie „Jugend in Deutschland 2024“ zeigte schon, dass die AfD bei jungen Menschen stark zulegte; zugleich wurde viel über Unsicherheit, Zukunftsangst und politische Unzufriedenheit gesprochen. Genau das wäre der Ansatzpunkt: Warum verlieren etablierte Parteien gerade bei denen Vertrauen, die sie angeblich schützen wollen?
Aber statt das ernsthaft zu fragen, kommt wieder der alte Reflex: Wer falsch wählt, wurde falsch belehrt.
Das ist kein demokratischer Gedanke. Das ist Erziehungsfantasie.
Eine erwachsene Politik würde sagen: Wenn Arbeiter, Handwerker, kleine Selbstständige und junge Menschen uns nicht mehr glauben, müssen wir herausfinden, was wir falsch machen.
Eine selbstgerechte Politik sagt:
Diese Leute müssen besser informiert werden.
Und genau deshalb stehen wir, wo wir stehen.
Die angeblich Dummen wählen vielleicht falsch.
Aber die angeblich Klugen haben das Land vorher so regiert, dass die angeblich Dummen, der Plebs, überhaupt erst auf diese Idee kamen.
Just aerial footage from recent massive parties in Gaza
(for those unaware, endless men-only mega-parties have been happening there recently, packed with food and drinks — zero mainstream media coverage)