Die Bundesregierung reagierte heute auf die israelische Variante von "From the river to the sea": Premierminister Netanjahu nutzte letzte Woche diesen Satz um den Kontrollanspruch seines Landes über alle Palästinensergebiete zu untermauern
Werte- oder Masken-Union? Die Masken-Millionärin und Steuerhinterzieherin aus dem CSU-Clan, Frau Tandler, hatte Teile ihres Vermögens in einen geschlossenen Immo-Fonds für reiche Privatinvestoren investiert, dessen maßgebliche Akteure wie auch Hr Markus Krall (Werteunion) einst bei Götze Partners tätig waren. Krall diente später bei Degussa Goldhandel dem Imperium des verstorbenen Mövenpick-Miiliardärs Finck, dem die Förderung der AfD nachgesagt wurde. Fincks Frau Francine engagierte sich wiederum in der konservativen Stiftung der Strauß-Tochter und CSU Europaabgeordneten Monika Hohlmeier. Sie wiederum bahnte Frau Tandler Kontakte mit Hr Spahn an. Die spannende Frage bleibt also ob Masken-Deals und Co auch der politischen Finanzierung einiger political entrepreneurs dienten?
2/2 🧵 SPIEGEL: Sie würden die Verschonungsregeln abschaffen?
Grossmann: Absolut. Denn allein das würde, auf Basis der Steuersätze von sieben bis 30 Prozent, neun bis 13 Milliarden Euro mehr bringen. Und wenn der Staat dann noch die Steuersätze erhöhen würde, könnte er noch mehr generieren. Vor allem ginge es gerechter zu als jetzt, wo der Großteil der Steuereinnahmen über die Einkommensteuer finanziert wird.
SPIEGEL: Aber wenn ein Unternehmenserbe 50 Prozent seiner Erbschaft versteuern müsste, dann müsste er womöglich Maschinen verkaufen. Er könnte weniger investieren, weniger produzieren, und er würde wohl auch unproduktiver.
Grossmann: Wieso? Ob und wie viel sie investieren, hängt doch nicht daran, was sie aktuell an Steuern zahlen müssen. Sondern daran, ob sie glauben, dass die künftigen Erträge aus der Investition höher sind als die Kosten. Der Erbe müsste möglicherweise zusätzliches Kapital oder einen Kredit aufnehmen, um die Steuern zu bezahlen. Aber jeder Gründer muss alles zu hundert Prozent fremdfinanzieren! Er oder sie startet bei null, anders als jemand, der geerbt hat.
SPIEGEL: Was ist, wenn potenzielle Geldgeber oder Banken nicht an das Produkt dieser Firma glauben und den Kredit verweigern?
Grossmann: Dann könnte der Fiskus großzügig Erbschaftsteuern stunden, die Förderbank KfW könnte Kredite gewähren oder, wenn auch das nicht reicht, könnte der Staat für eine Zeit stiller Teilhaber werden. Es gibt Lösungen.
»Irgendwann wird Erben leistungsfeindlich.«
SPIEGEL: Sind Sie Kommunist?
Grossmann: Im Gegenteil, ich bin Liberaler und als solcher für mehr Chancengleichheit, mehr Effizienz und einen besseren Steuermix. Aber ich bin dagegen, dass Großerben privilegiert werden. Irgendwann wird Erben leistungsfeindlich. Ohne Erbschaftsteuer sind Chancengleichheit und bessere Bildung nicht zu erreichen. Das ist ein zutiefst liberaler Gedanke. https://t.co/Cl2twujzj3
„Sind Sie Kommunist?“ Interview des Spiegel mit einem liberalen Wirtschaftsprofessor zur #Erbschaftssteuer Lesenswert! Auszug 1/2 🧵
Volker Grossmann, 52, Professor am Lehrstuhl für Makroökonomie, internationale Industrie- und Wachstumspolitik der Université de Fribourg (Schweiz).
„Für den Großteil der Bevölkerung optimal wäre ein Steuersatz von etwa 50 Prozent nach Abzug der Freibeträge. Bisher läuft es so: Erbschaften werden mit gerade einmal sieben bis 30 Prozent besteuert, nach Abzug des Freibetrags. Der beträgt etwa für Ehepartner 500.000 Euro, für Kinder 400.000 Euro. Die bleiben also schon einmal unversteuert. Und der Höchstwert von 30 Prozent greift überhaupt erst ab einer Erbschaft von mindestens 26 Millionen Euro. Dazu kommen großzügige Ausnahmeregelungen. Da kommt nicht viel zusammen.“
SPIEGEL: Wie viel denn?
Grossmann: In Deutschland werden jährlich 300 bis 400 Milliarden Euro vererbt. Das Erbschaft- und Schenkungsteueraufkommen liegt allenfalls bei gut zehn Milliarden Euro, also vielleicht drei Prozent der Erbschaften.
SPIEGEL: Aber würde ein Steuersatz von 50 Prozent nicht dazu führen, dass die Leute weniger vererben?
Grossmann: Die positiven Effekte aus dem zusätzlichen Steueraufkommen wären größer als die negativen Spareffekte. Dann könnte der Freibetrag von mir aus sogar auf eine Million Euro steigen. Allein schon damit sich der Aufwand für die Steuerverwaltung lohnt. 85 Prozent der Bevölkerung hätten überhaupt nichts zu befürchten, die blieben locker unter dem Freibetrag. Nur die reichsten zehn Prozent der Erben würden etwas verlieren. Schon erstaunlich, dass so etwas in einer Demokratie nicht diskutiert wird.
SPIEGEL: Wieso nicht?
Grossmann: Ich glaube, weil die meisten Leute die negativen Effekte einer höheren Erbschaftsbesteuerung überschätzen und fürchten, selbst etwas zu verlieren. Dabei bleiben selbst genutzte Wohnimmobilien völlig außen vor, die fließen nicht einmal in den Freibetrag ein. Man muss die Leute aufklären. Und die positiven Effekte haben viele gar nicht auf dem Schirm.
SPIEGEL: Welche wären das?
Grossmann: Vor allem mehr Chancengleichheit. Aber dafür muss ich ein paar Zahlen nennen.
SPIEGEL: Nur zu.
Grossmann: Nach 1945 gab es einen starken Rückgang der Vermögenskonzentration. Aber mit der Zeit hat sich die Schere immer weiter geöffnet. Heute besitzt ein Prozent der Deutschen 30 Prozent des Nettovermögens, die unteren 50 Prozent haben nur drei Prozent. Die oberen zehn Prozent der Empfänger vereinnahmen 50 Prozent der gesamten Erbschaftsmasse, die unteren 50 Prozent nur sieben Prozent. Können Sie noch eine Zahl vertragen?
SPIEGEL: Aber sicher.
Grossmann: Der Anteil des Erbvermögens am Gesamtvermögen der Deutschen von etwa 14 Billionen Euro liegt bei 50 Prozent . Die Hälfte unseres Vermögens beruht also nicht auf eigener Leistung. Das widerspricht eklatant dem Leistungsgedanken! Wie lange wollen wir so weitermachen, nur weil Opa früher viel geleistet hat? Heute entscheidet sich weitgehend per Geburt, ob jemand reich oder arm wird. Zumal die Erben auch noch die besseren Bildungschancen haben und dadurch ein besseres Einkommen, falls sie überhaupt noch arbeiten wollen. Und noch etwas stört mich kolossal.
SPIEGEL: Was meinen Sie?
Grossmann: Die Verschonungsregel für Betriebsvermögen. Wer die Firma seines Vaters oder seiner Mutter erbt, muss oft gar keine oder keine nennenswerte Erbschaftsteuer zahlen, wenn die Firma eine Zeit lang mit weitgehend unveränderter Lohnsumme weitergeführt wird. Genau das aber sind die großen Erbschaften, und genau das hat negative Effekte für die Produktivität und die Gründung neuer Unternehmen.
SPIEGEL: Das müssen Sie erklären.
Grossmann: Es ist empirisch nachweisbar, dass Unternehmererben der zweiten oder dritten Generation oft unproduktiver wirtschaften und geringere Löhne zahlen. Das schadet der Volkswirtschaft und hemmt innovative Neugründungen , für die weniger Kapital zur Verfügung steht. Unternehmerisches Talent wird eben nicht gut vererbt!
@unjonerin Mit Cola kann man den zweiten Strich auch bekommen. Haben manche Kids in der Hochzeit gemacht, um nicht zur Schule zu müssen 😋 Nichtsdestotrotz gute Genesung!