Was kann es philosophisch Faszinierenderes geben, als über ein Wort nachzudenken, das über die Maßen bedeutend ist/war, an dem aber alle Bedeutungstheorien scheitern ("Gott")?
Das Geheimnis wird in der Moderne selten thematisiert. Eine Ausnahme ist der Philosoph Gabriel Marcel: "Le problème est quelque chose qui barre la route. Il est tout entier devant moi. Au contraire, le mystère est quelque chose en quoi je me trouve engagé." Es gibt nicht einmal aktuelle Übersetzungen seiner Werke.
Wissenschaft und Geheimnis (Mysterium) 🧵
In der Wissensgesellschaft hat das Geheimnis keinen Platz. Wenn wir etwas nicht wissen, setzen wir automatisch ein "noch" davor: Das Ungewusste existiert nur als Problem, das es zu lösen gilt. Und aufgrund der Erfolgsgeschichte der Wissenschaften schwingt die Überzeugung bereits mit, dass dies gelingen wird.
Wie man zur Frage der Geheimnishaftigkeit steht, ist entscheidend nicht nur fürs eigene Lebensgefühl, sondern auch für das kollektive Weltbild und den Umgang mit Mitmenschen und Mitwesen. Wir sind unterschiedlich disponiert, je nach dem, welchen Stellenwert wir dem Geheimnisvollen gegenüber dem bloss Problemhaften zumessen.
CDU "faschistisch", Linke "antisemitisch" usw. – wie mich das ankotzt. Hauptsache mit der dicksten Kanone. Nur killt sie nicht den Gegner, sondern den Streitgegenstand selbst. Ihr zerbombt das öffentliche Gespür für die Wirklichkeit. Habe diesen reflexgesteuerten Zirkus so satt
If Jesus had been stoned instead of crucified.
Actually, the theological consequences would have been enormous. Christianity as we know it would most probably not have come into being. Its culture-shaping power hinges on a tiny contingency.
Je mehr man sich mit Theologie beschäftigt, desto vulgärer wirkt deren unterschwellige Verlachung in den meisten intellektuellen Medien und desto bornierter die Ignoranz, mit der die Geistes- und Sozialwissenschaften ihr begegnen. Hinter beidem steht eine geradezu peinliche Kombination von Unbildung, Selbstgerechtigkeit und mangelnder Vorstellungskraft.