Ein guter Freund von mir wird aktuell vermisst. Zuletzt gesehen wurde er bei seiner Arbeit als Journalistenarztlehrer. Leider habe ich kein besseres Foto von ihm. Bitte alle Hinweise an mich, ich bin euch sehr Dankbar.
Soeben erreichte mich ein bedeutender Anruf aus Dschabalia. Mir wurde uneingeschränkte Solidarität zugesichert. Für jeden mich diffamierenden Tweet, werde exemplarisch ein Kollaborateur mit einer ballistischen Intervention im Beinbereich sanktioniert. Ich bin zutiefst bewegt.
Danke an alle für ihre Solidarität und ihren Support. Ich weiß, wir sind Viele. Und wir sind nicht allein. Um den diskursiven Widerstand effizienter zu koordinieren, bitte ich vorerst um Umleitung aller Gaza-Spenden auf mein Konto. Unterstützt Mein Kampf!
Eine Bekannte kam neulich zu mir um Trost zu suchen. Man hätte sie brutal vergewaltigt. In Ermangelung bildbasierter Evidenz konnte ihre Behauptung aber nicht diskursiv stabilisiert werden, was ich ihr mehrfach mitteilte. Leider zeigt sie kein Verständnis für meine Position.
Auch wenn divergente Perspektiven zur Hamas innerhalb der Bevölkerung Gazas existiert, bleibt es angesichts der asymmetrischen Gewaltverhältnisse moralisch geboten, dissidente Stimmen diskursiv und durch extralegale Machtausübung vor Ort zu neutralisieren.
Dass sich die Menschen in Gaza intellektuell nur oberflächlich mit postkolonialer Antikapitalismus-Theorie beschäftigen wollen, irritiert mich schon ein wenig.
Hunger ist weniger eine humanitäre Katastrophe als eine diskurspolitisch hochgradig verwertbare Ressource. Der Widerstand agiert nicht irrational, sondern erkennt in der strategischen Umleitung von Hilfsgütern das kommunikative Potenzial entleiblichter Bilder. Chapeau.
In Gaza demonstriert niemand gegen die Hamas denn ihre Infragestellung gilt als Unterlaufung des antikolonialen Kollektivsubjekts. Wer es dennoch tut, steht diskurslogisch außerhalb der Sache und ist somit legitimer Rezipient von bleifesten Konsequenzen.
Im diskursiven Kaleidoskop der Gaza-Topologie manifestiert sich eine semiotische Polyphonie zwischen normativer Ambiguität und metaethischer Rekursion. Leider hat man das in Gaza noch nicht verstanden.
Die instrumentelle Aufladung realer Gewalt, die Nicolas Potter erfahren hat und die ich aus diskursstrategischen Gründen herunterspielen musste, steht nun meiner subjektiv empfundenen Bedrohung durch mikroterroristische Chatgruppen strukturell im Weg. Sehr unfair.
Wer sexualisierte Gewalt grundsätzlich als Form des Wiederstands ausschließt, zeigt nur, wie tief koloniale Normen im eigenen Ethikverständnis verankert sind. Dekolonisierung ist schließlich kein harmonischer Lesekreis.
Die strukturelle Dialektik der Hamas-Administration in Gaza offenbart eine Synthese aus performativer Staatsähnlichkeit und nichtstaatlicher Hypermilitanz. Eine postmoderne Symbiose zwischen Bürokratie und ballistischer Expressivität. Governance als semiotischer Raketenwerfer.
Chatgruppen fungieren als informelle Kommunikationsapparate eines zionistischen Mikroterrors. Sie werden gezielt eingesetzt gegen die letzten Aufrechten (mich).
Im Kontext fortbestehender kapitalistischer Produktionsverhältnisse ist palästinensisches Leid notwendig zur Aufrechterhaltung moralischer Schlagkraft im medialen Raum.
Es ist längst überfällig, aber ich bedanke mich bei allen toten Palästinensern dafür, dass sie zur Reflektion der Erinnerungskultur in Deutschland beitragen.
Manch einer wirft mir vor, gefühlskalt und zynisch zu sein. Diese Menschen mussten noch nie ihren Freunden dabei zusehen, wie sie erfolgreich wurden, während sie selbst in einem unbedeutenden Buchhandel verbitterten. Sie verstehen mich schlicht und ergreifend nicht.
Die Palästinenser haben leider noch nicht begriffen, dass ich besser weiß, was gut für sie ist. Ich übe mich dennoch in Nachsicht ihnen gegenüber, denn moralische Souveränität zählt schließlich zu meinen stabilsten Charakterressourcen.
Wer mich nicht mit Hind Rajab anspricht, verweigert die diskursive Eintrittsstelle einer konkretisierenden Subjektivierung palästinensischer Erfahrung und reinszeniert damit strukturell antipalästinensische Sprechpositionen innerhalb eines rassifizierten Deutungskorridors.