Nocturnes
Immer war ich hinter irgendwelchen Leuten her. Dabei hatte ich dich völlig aus den Augen verloren und nach einer Weile warst du nicht mehr da. Natürlich ausgerechnet in jenem Moment, in dem ich dich am dringendsten gebraucht hätte. Wie oft ist es dir wohl mit mir so gegangen? Ich hätte es dir ansehen müssen. Aber ich war blind, blind vor meiner egoistischen Erfolgssucht, immer auf der Jagd nach dem nächsten Punkt auf meinem Guthabenskonto. Das Guthabenskonto war eine Chimäre, du warst echt. Die falsche Welt liegt nun zwar hinter mir, aber in die echte habe ich noch nicht gefunden. Ich könnte wetten, du hast sie mitgenommen.
- Corey
Jacqueline du Pré 🖤 🎻
26 January 1945 – 19 October 1987
One of the greatest cellists of all time.
Her career was cut short by multiple sclerosis, which forced her to stop performing at the age of 28; she died 14 years later at the age of 42.
My mom died this week. She was diagnosed with pancreatic cancer less than three weeks ago.
When she learned the aggressive tumor could not be treated, her wish was to not have a prolonged or painful death and to not die alone. She was able to pass quickly and it was peaceful at the very end. She asked for a back rub. “That feels nice” were her last words before she faded away.
I was there for her final breath, and so was my husband Lionel. I called friends my mom had known for 50 years and held the phone to her ear. I was able to tell her everything I needed to say and she did the same. I told her she was a good mom and that I loved her very much.
I’m glad we moved her from Michigan to Vacaville, California six years ago to be closer to me. She thrived in California and enjoyed having that adventure in her 70s. She met a lot of new friends in her senior apartment building and at her local congregation of Jehovah's Witnesses.
She accepted Lionel as a son (and as her tech support). He had the patience to teach her how to use an iPad and make Zoom calls. The day before she died, my mom told Lionel she loved him and that she was happy we had each other.
My mom would have been 77 in December. She left us too soon, but I know her final years were filled with love and joy.
Mary Kaye did not have the easiest life. Her father died when she was 12. My father left her when she was six months pregnant. She did her best as a single mom with a high school education. She cleaned houses for a living and brought me along as daycare.
My grandmother (who was widowed at 48) supported us the best she could. Grandma only finished 9th grade and my mom decided to go to college. She waited until I was 10 and could handle being home alone (it was the free-range parenting era of the 1980s). She took night classes at the local community college — one class at a time. After 11 years, she finally received a bachelor’s degree at age 43.
She stopped cleaning houses and became a social worker. She helped some of the most vulnerable and invisible people: seniors with mental health conditions. She would lead field trips to the zoo or Taco Bell to give her clients fun and exciting experiences outside their group home.
My mom loved Shakespeare, mountains, and sunsets. She always had a dog to care for. She made a mean lasagne and a hearty crock pot beef stew with dumplings. Her oatmeal scotchie cookies were my favorite.
It’s a comfort to have her handwritten recipes. I’ll use them to keep her memory alive.
Rom Breslavsky verbrachte zwei Jahre ganz allein eingesperrt neben jüdischen Leichen in den Terrortunneln der Hamas.
Er wurde gefoltert und ausgehungert, wog bei seiner Freilassung nur noch 42kg.
Seit seiner Freilassung möchte er nur noch am Fenster stehen und in den Himmel schauen.
Möge G-tt ihm Kraft geben.
Es macht mich immer wütender, dass wir keinem Tier zumuten würden, was wir von Menschen an ihrem Lebensende verlangen. Wer dann gehen möchte, sollte gehen dürfen.
Von meiner Warte aus blickte ich ins Licht. Nur zögerlich ließ ich es in mein Zimmer. Ich brauchte es nicht; mehr als Zuschauer wollte ich in dieser Welt nie mehr sein. Mir genügte die Vorstellung von den vielen Leben, die ich hätte führen können, und die wenigen Male, die ich in völliger Helligkeit verbrachte, hinterließen jene Narben auf meiner Seele, die wie Lichtblitze meine Phantasie beflügelten, sobald ich sie mit meinen dunkelsten Gefühlen berührte.
- Corey
Kleine Seele, schweifende, zärtliche,
Gast und Gefährtin des Leibes,
Wohin wirst du nun entschwinden? An Orte,
die bleich sind, starr und düster,
Und du wirst nicht mehr wie gewohnt scherzen.
Hadrian
"And Baudelaire writes: "We must be eternally drunk... on wine, poetry or virtues to our liking..." Lyricism is a state of drunkenness, and man gets drunk in order to merge more easily with the universe."
Kundera
Good night
Wann hat man eigentlich damit angefangen, den Einleitungssatz mit der Formulierung "Im vorliegenden Text wird..." zu beginnen? Ich schreib dann immer 'Was mir vorliegt, ist Ihre Klausur' an den Rand.
« Wenn du ein Brot hast und ich einen Euro – und ich kaufe dein Brot,
dann habe ich am Ende das Brot und du den Euro.
Ein gerechter, aber rein materieller Austausch: A verliert, was B gewinnt.
Nun stell dir vor, du kennst ein Gedicht von Verlaine oder den Satz des Pythagoras –
und du lehrst es mir.
Dann habe ich dieses Wissen ebenfalls, ohne dass es dir verloren geht.
Hier entsteht nicht nur Gleichgewicht, sondern echtes Wachstum.
Das erste Beispiel ist Handel.
Das zweite ist Wissensaustausch.
Materielle Güter werden verbraucht – Kultur dagegen vermehrt sich grenzenlos. »
Michel Serres, französischer Philosoph
(01.09.1930 – 01.06.2019)
Erich Kästner
Ein alter Mann geht vorüber
Ich war einmal ein Kind. Genau wie ihr.
Ich war ein Mann. Und jetzt bin ich ein Greis.
Die Zeit verging. Ich bin noch immer hier
Und möchte gern vergessen, was ich weiß.
Ich war ein Kind. Ein Mann. Nun bin ich mürbe.
Wer lange lebt, hat eines Tags genug.
Ich hätte nichts dagegen, wenn ich stürbe.
Ich bin so müde. Andre nennen's klug.
Ach, ich sah manches Stück im Welttheater.
Ich war einmal ein Kind, wie ihr es seid.
Ich war einmal ein Mann. Ein Freund. Ein Vater.
Und meistens war es schade um die Zeit...
Ich könnte euch verschiedenes erzählen,
Was nicht in euren Lesebüchern steht.
Geschichten, welche im Geschichtsbuch fehlen,
Sind immer die, um die sich alles dreht.
Wir hatten Krieg. Wir sahen, wie er war.
Wir litten Not und sah'n, wie sie entstand.
Die großen Lügen wurden offenbar.
Ich hab' ein paar der Lügner gut gekannt.
Ja, ich sah manches Stück im Welttheater.
Ums Eintrittsgeld tut's mir noch heute leid.
Ich war ein Kind. Ein Mann. Ein Freund. Ein Vater.
Und meistens war es schade um die Zeit...
Wir hofften. Doch die Hoffnung war vermessen.
Und die Vernunft blieb wie ein Stern entfernt.
Die nach uns kamen, hatten schnell vergessen.
Die nach uns kamen, hatten nichts gelernt.
Sie hatten Krieg. Sie sahen, wie er war.
Sie litten Not und sah'n, wie sie entstand.
Die großen Lügen wurden offenbar.
Die großen Lügen werden nie erkannt.
Und nun kommt ihr. Ich kann euch nichts vererben:
Macht, was ihr wollt. Doch merkt euch dieses Wort:
Vernunft muß sich ein jeder selbst erwerben,
Und nur die Dummheit pflanzt sich gratis fort.
Die Welt besteht aus Neid. Und Streit. Und Leid.
Und meistens ist es schade um die Zeit.
Erich Kästner
“Die Vernunft ging ins Exil. Der verworrene Zustand und der ratlose Mensch blieben übrig.“
- Erich Kästner
(Aus Kästners Nachwort für die Kunstrichter)