Die MĂ€rkte stehen aktuell massiv unter Druck und Bitcoin ist erstmals wieder unter die Marke von 60.000 US-Dollar gefallen.
Der Grund: Wir erhalten zunehmend Signale fĂŒr genau das Szenario, das die MĂ€rkte aktuell am wenigsten sehen wollen.
Auf der einen Seite zeigt der US-Arbeitsmarkt weiterhin erstaunliche StÀrke. Im Mai wurden mehr als doppelt so viele neue Stellen geschaffen wie erwartet und auch die Vormonate mussten erneut nach oben revidiert werden.
Auf der anderen Seite nimmt der Inflationsdruck wieder zu. Der Preisindex des ISM Services Reports ist auf 71,3 Punkte gestiegen, den höchsten Stand seit August 2022.
Seit Februar legte der Index um 8,3 Punkte zu, der stÀrkste Anstieg innerhalb von drei Monaten seit 2021.
Historisch gingen derart starke Anstiege im ISM-Preisindex hÀufig einer höheren CPI-Inflation mit einigen Monaten Verzögerung voraus.
Genau das sorgt nun fĂŒr NervositĂ€t. Denn solange die Wirtschaft robust bleibt und der Inflationsdruck wieder zunimmt, wird die Fed die Zinsen tendenziell wieder anheben.
Das zusÀtzliche Problem:
Unternehmen haben sich in jĂŒngster massiv verschuldet, um Wachstum, AktienrĂŒckkĂ€ufe und zuletzt vor allem die milliardenschweren KI-Investitionen zu finanzieren.
Bleiben die Zinsen lÀnger hoch oder steigen sogar erneut, geraten genau diese GeschÀftsmodelle zunehmend unter Druck.
FĂŒr Risikoassets und hochverschuldete Unternehmen ist das kurzfristig Gift.
Der Markt preist deshalb aktuell nicht nur schwĂ€cheres Wachstum ein, sondern die Gefahr, dass die Inflation zurĂŒckkehrt, und Zins-Anhebungen wahrscheinlicher werden.
Grafik von @M_McDonough
Der vielleicht gröĂte Denkfehler im aktuellen Makro-Narrativ: globale Geldmengen in USD wie echte LiquiditĂ€t zu behandeln.
Aktuell gehen ĂŒberall Grafiken herum, die zeigen sollen, dass die globale Geldmenge in den letzten zwei Jahren massiv explodiert ist.
Die Aussage dahinter lautet meistens:
Mehr Geld im System. Mehr LiquiditÀt. Deshalb steigen Gold und Risikoassets.
Das Problem ist nur:
Viele dieser Charts werden falsch interpretiert.
Denn ja, die globale Geldmenge steigt wieder. Aber ein groĂer Teil der extremen Bewegungen in diesen Grafiken kommt nicht zwingend von tatsĂ€chlicher Geldschöpfung, sondern schlicht vom schwĂ€cheren US-Dollar.
Und genau das wird oft ĂŒbersehen.
Die meisten dieser beliebten âGlobal M2â-Charts rechnen die Geldmengen verschiedener LĂ€nder in US-Dollar um.
Also zum Beispiel:
US-M2 in Dollar.
Eurozonen-M3 in Euro â umgerechnet in Dollar.
Japanische Geldmenge in Yen â umgerechnet in Dollar.
Chinesische Geldmenge in Yuan â umgerechnet in Dollar.
Dadurch entsteht ein wichtiger Effekt:
Wenn der Dollar fÀllt, steigen auslÀndische Geldmengen automatisch in USD gerechnet. Selbst dann, wenn sich lokal kaum etwas verÀndert hat.
Ein einfaches Beispiel:
Japan hat 1.000 Billionen Yen Geldmenge.
Bei einem Wechselkurs von USD/JPY 160 entspricht das:
6,25 Billionen USD.
FÀllt der Dollar und der Wechselkurs liegt spÀter bei 140, entspricht dieselbe japanische Geldmenge plötzlich:
7,14 Billionen USD.
Japan hÀtte lokal exakt 0% mehr Geldmenge.
In der USD-Grafik sieht es trotzdem nach ĂŒber 14% Wachstum aus.
Und genau deshalb wirken viele der aktuellen âGlobal Liquidityâ-Charts deutlich dramatischer, als sie ökonomisch tatsĂ€chlich sind.
Das bedeutet nicht, dass die gesamte These falsch ist.
Die globale LiquiditÀtslage ist heute tatsÀchlich lockerer als noch 2022 oder 2023. Die US-Geldmenge steigt wieder leicht. Europa wÀchst wieder moderat. China stimuliert weiterhin stÀrker als westliche LÀnder.
Aber âdie globale Geldmenge explodiertâ ist trotzdem zu simpel, denn diese Charts vermischen zwei völlig unterschiedliche Dinge:
1. echte Geldmengenausweitung
2. Wechselkurseffekte durch einen schwÀcheren Dollar
Beides gleichzeitig lÀsst die Kurve viel aggressiver aussehen.
Trotzdem sind diese Grafiken fĂŒr MĂ€rkte nicht komplett nutzlos, weil viele globale Assets indirekt ĂŒber Dollar-LiquiditĂ€t bewertet werden:
Bitcoin.
Gold.
Aktien.
Rohstoffe.
Emerging Markets.
Wenn der Dollar schwĂ€cher wird, entspannen sich globale Finanzierungsbedingungen oft automatisch. Kapital flieĂt leichter in Risikoassets. Deshalb korrelieren diese Charts hĂ€ufig tatsĂ€chlich mit Assetpreisen.
Aber Korrelation ist nicht automatisch eine saubere Ursache.
Die aktuell viel gezeigten +10- oder +17-Billionen-Dollar-Grafiken zeigen deshalb nicht einfach âextreme weltweite Geldschöpfungâ. Ein erheblicher Teil dieser Bewegung ist schlicht ein WĂ€hrungseffekt.
Die bessere Einordnung wÀre:
Die globale LiquiditĂ€tslage wird wieder lockerer. Das unterstĂŒtzt Risikoassets. Aber die extremen USD-basierten Money-Supply-Charts stellen die tatsĂ€chliche Dynamik ĂŒbertrieben da, weil ein schwĂ€cherer Dollar die auslĂ€ndischen Geldmengen kĂŒnstlich aufblĂ€ht.
Falls dir meine Arbeit gefĂ€llt und einen Mehrwert geboten hat, Interagiere gern mit dem Post. Danke! đ§Ą
Ab dem 29. Mai tritt in Deutschland ein neues EU-Gesetz in Kraft â und viele merken noch gar nicht, was das wirklich bedeutet: Es geht nicht um âKlimaschutzâ, sondern um einen Mechanismus, der Immobilienbesitzer massiv unter Druck setzt und faktisch zur Zwangssanierung oder zum Notverkauf treiben kann.
Die Folgen könnten brutal sein: HĂ€user verlieren schlagartig an Wert, Sanierungskosten explodieren, EigentĂŒmer geraten in die Falle â und am Ende kaufen GroĂinvestoren billig ein.
In Frankreich lÀuft dieses Modell bereits. Und jetzt soll Deutschland folgen.
Was genau ab dem 29. Mai gilt, wie die EU das durchdrĂŒckt und warum das jeden betrifft â auch Mieter und Sparer
Hier der Artikel in den Kommentaren
Von @maikpi70
Ich hoffe ihr unterschreibt alle die Petition zum Erhalt der Bitcoin Haltefrist!
Ich glaube allerdings trotzdem, dass es am Ende nichts mehr bringen wird.
Ja, vielleicht kann man den Wahnsinn noch etwas hinauszögern. Vielleicht kann man einzelne MaĂnahmen stoppen. Aber ich glaube nicht mehr daran, dass man den Niedergang eines Systems mit Petitionen aufhalten kann.
NatĂŒrlich finde ich es stark, dass jetzt eine Bundestagspetition zur Beibehaltung der 1-Jahres-Haltefrist fĂŒr Bitcoin kommt. NatĂŒrlich hoffe ich, dass sie Erfolg hat.
Aber schaut euch doch an, wohin die Richtung ĂŒberall geht:
Immer höhere Schulden.
Immer mehr Belastungen.
Immer mehr Kontrolle.
Immer mehr Eingriffe in Eigentum und PrivatsphÀre.
Und genau deshalb halte ich es fĂŒr naiv zu glauben, dass es bei Bitcoin aufhören wĂŒrde.
Bitcoin ist doch nur der Anfang.
Erst Bitcoin.
Dann vielleicht Gold.
Dann andere Kapitalanlagen.
Dann Vermögensabgaben.
Dann âReichensteuernâ.
Denn wenn Staaten finanziell unter Druck geraten, suchen sie sich immer die gröĂten Kapitalpools.
Aber hier kommt fĂŒr mich der eigentliche Punkt:
Man kann nicht gleichzeitig Petitionen unterschreiben und parallel weiter den gesamten Apparat finanzieren, der genau diese Entwicklung antreibt.
Das funktioniert langfristig nicht.
Du kannst nicht gegen immer stĂ€rkere Eingriffe protestieren - und gleichzeitig mit deiner Energie und deinem Kapital genau die Strukturen finanzieren, die immer gröĂer werden.
Denn daraus entstehen:
â mehr BĂŒrokratie
â mehr Kontrolle
â mehr Zentralisierung
â mehr Ăberwachung
Und all das wird mit dem Geld der BĂŒrger aufgebaut.
Das ist der eigentliche Widerspruch.
Man bezahlt fĂŒr den eigenen Niedergang - und hofft gleichzeitig, ihn mit einer Petition aufzuhalten.
Deshalb glaube ich persönlich:
Der wichtigste Hebel ist irgendwann nicht mehr politischer Aktivismus allein.
Sondern dem System Energie zu entziehen.
Mehr Eigenverantwortung.
Mehr Freiheit.
Mehr Geografische Optionen.
Bitcoin.
Vielleicht Gold.
Auswandern.
Nicht aus Hass. Sondern aus Selbstschutz.
Und genau deshalb glaube ich:
Wenn ein Schiff sinkt, dann diskutiert man irgendwann nicht mehr darĂŒber, wie man die Musik an Deck optimiert. Dann sucht man das Rettungsboot.
Und bevor jetzt wieder jemand schreibt:
âDann geh doch!â
Viele sind lÀngst gegangen. Nicht weil sie Deutschland hassen. Sondern weil sie keine Zukunft mehr sehen in einem System, das Leistung bestraft und gleichzeitig immer stÀrker auf Vermögen und Freiheit zugreift.
Und selbst wenn es in Deutschland einen politischen Wandel geben sollte - den ich mir bei vielen Themen wĂŒnschen wĂŒrde - glaube ich trotzdem nicht, dass sich die Richtung fundamental Ă€ndert.
Die Schuldenlogik bleibt.
Die demografische Krise bleibt.
Die Probleme im Geldsystem bleiben.
Die geopolitischen Spannungen bleiben.
Das verschwindet nicht plötzlich durch eine Wahl oder Petition.
Ich weiĂ, das klingt hart. Und ich hoffe wirklich, dass ich komplett falsch liege.
wirklich.
Deshalb nochmal ganz klar:
Ich hoffe möglichst viele UNTERSCHREIBEN die Petition.
Verbreitet sie.
Aber vergesst dabei nicht, euch selbst abzusichern.
Denn ich glaube, dass die eigentliche Frage lÀngst nicht mehr lautet, wie man das System rettet - sondern wie man sich rechtzeitig unabhÀngig davon macht.
Rund 150.000 Aufrufe, 17.000 Likes, 2.500 Kommentare und als SahnehĂ€ubchen ein Platz in den Top 100 des Hype-Ranking. Viele interessieren sich fĂŒr die Namen der Verantwortlichen, die in dieser Sendung genannt werden.
Link: https://t.co/y6vflqFikK
1 Milliarde Verlust bei Porsche. Das muss man sich mal vorstellen. Deutschland ist im rasanten Niedergang. Und was tut die Regierung dagegen? Sie reist nach Kiew und sonst nichts.
Ratlos, ratlos, dumm wie Brot,
sitzen sie in einem Boot.
Was sie noch zusammenhÀlt,
das ist anderer Leute Geld.
Wenn sie nicht sitzen ganz da oben,
mit gestÀrkten Garderoben,
sie in sich zusammensinken,
und nach Korruption sie stinken.
Pfeifkonzert fĂŒr Merz beim DGB. Wer die LeistungstrĂ€ger arm macht, um endlose Milliarden fĂŒr fremde Kriege auszugeben, wird zu Recht ausgebuht. Dieser Auftritt beim SPD-Vorfeld zeigt: Die reformunfĂ€hige Koalition hat fertig. Höchste Zeit fĂŒr die AfD!
Warum Batterien niemals die Lösungen seine werden:
FĂŒr 1 GWh Batterie werden 700.000 Tonnen Material abgebaut und 450x ihre KapazitĂ€t an Energie benötigt also 450 GWh fĂŒr 1 GWh
1 GWh reicht fĂŒr 1 Stunde!
Zudem haben Batterien nur eine Effizienz von 70-80% bei einer Lebensdauer von ca. 10 Jahre
Der amerikanische Aktienmarkt sendet gerade ein völlig anderes Signal als die amerikanischen Verbraucher.
Im Mai 2026 fiel der Consumer Sentiment Index der University of Michigan auf 48,2. Historisches Tief. Gleichzeitig notiert der S&P500 auf neuen Allzeithochs ĂŒber 7.400 Punkten.
Beides passiert zur selben Zeit.
Auf den ersten Blick wirkt das widersprĂŒchlich. TatsĂ€chlich zeigt es vor allem, wie stark sich VermögensmĂ€rkte und LebensrealitĂ€t inzwischen voneinander entkoppelt haben.
Der Aktienmarkt misst heute nicht mehr primĂ€r die wirtschaftliche Lage der Durchschnittshaushalte. Er misst die Gewinnerwartungen groĂer Konzerne. Vor allem weniger Mega-Cap-Techunternehmen dominieren den Index inzwischen so stark, dass ihre Entwicklung den gesamten Markt nach oben ziehen kann. AI, Halbleiter, Cloud-Infrastruktur und Software treiben die Rallye.
FĂŒr viele Haushalte spielen dagegen ganz andere Variablen die Hauptrolle:
âą Mieten
âą Lebensmittelpreise
âą Kreditkosten
âą Benzinpreise
âą Krankenversicherung
âą reale Kaufkraft
Wenn diese Kosten steigen, verschlechtert sich die Stimmung unmittelbar. Selbst dann, wenn Aktien gleichzeitig neue HöchststÀnde erreichen.
Hinzu kommt die Vermögensverteilung.
Die reichsten 10% der US-Haushalte kontrollieren inzwischen rund 87% aller AktienbestÀnde. Der Vermögenseffekt steigender Börsen konzentriert sich damit fast vollstÀndig auf obere Einkommens- und Vermögensschichten.
Der Durchschnittshaushalt besitzt deutlich weniger Aktien, oft nur indirekt ĂŒber Pensions- oder Rentenkonten. Gleichzeitig ist er wesentlich stĂ€rker von Inflation, Konsumpreisen und Finanzierungskosten abhĂ€ngig.
Deshalb entsteht aktuell eine Situation, in der Wall Street Rekorde feiert, wĂ€hrend groĂe Teile der Bevölkerung wirtschaftlich Druck erleben.
Besonders wichtig ist dabei die psychologische Wirkung von Energiepreisen. Benzinpreise wirken in den USA fast wie ein tÀglicher Inflationsindikator. Sie sind sichtbar, unmittelbar und emotional aufgeladen. Historisch reagieren Konsumenten darauf deutlich sensibler als auf abstrakte Daten wie Unternehmensgewinne oder ProduktivitÀt.
Der Aktienmarkt handelt dagegen Zukunft.
Er bewertet erwartete Gewinne, AI-Wachstum, LiquiditÀt, Margen und Zinsperspektiven. Konsumenten bewerten ihre Gegenwart. Monatsrechnungen. Kreditkarten. Lebenshaltungskosten. Arbeitsplatzsicherheit.
Diese beiden Welten können sich ĂŒber lange Zeit voneinander entfernen.
Wichtig ist allerdings auch: Schwaches Konsumentenvertrauen bedeutet nicht automatisch eine bevorstehende Rezession oder einen Börsencrash. Genau diese Fehlannahme hat in den letzten Jahren mehrfach nicht funktioniert. Die Stimmung war oft deutlich schlechter als harte Daten wie Arbeitsmarkt, Unternehmensgewinne oder Konsumausgaben.
Die Entwicklung zeigt trotzdem etwas sehr GrundsÀtzliches.
Die amerikanische Wirtschaft wĂ€chst zunehmend asymmetrisch. Kapitalbesitzer profitieren ĂŒberproportional von Vermögensinflation und Technologiegewinnen. Haushalte ohne groĂe Vermögenswerte erleben dagegen vor allem steigende Lebenshaltungskosten.
Deshalb taucht inzwischen immer hĂ€ufiger ein Begriff auf: âK-shaped economyâ.
Obere Vermögensschichten steigen weiter auf. Mittlere und untere Einkommensgruppen geraten zunehmend unter Druck.
Genau daraus entsteht die aktuelle Diskrepanz zwischen Rekordbörsen und Rekordpessimismus.
Falls dir meine Arbeit gefĂ€llt und einen Mehrwert geboten hat, Interagiere gern mit dem Post. Danke! đ§Ą
Warum steht Ăl trotz der gröĂten Belastung des globalen Versorgungssystems seit Jahrzehnten nicht lĂ€ngst bei 150 Dollar?
Morgan Stanley nennt aktuell vier GrĂŒnde.
Erstens:
Der Markt ist mit ungewöhnlich hohen Puffern in den Krieg gestartet. Viele Staaten und HÀndler hatten zuvor Lager aufgebaut. Genau diese Reserven werden jetzt massiv abgebaut.
Zweitens:
Der Markt glaubt weiterhin an eine baldige Wiederöffnung der StraĂe von Hormus. Solange diese Erwartung existiert, wird keine dauerhafte Vollkatastrophe eingepreist.
Drittens:
Die USA exportieren plötzlich deutlich mehr Ăl ĂŒber den Seeweg als erwartet. Amerikanische Lieferungen wirken aktuell wie ein zusĂ€tzlicher StoĂdĂ€mpfer fĂŒr den Weltmarkt.
Viertens:
China hat seine Importe von Ăl ĂŒber den Seeweg ĂŒberraschend stark reduziert. Innerhalb eines Monats fielen die Importe laut Morgan Stanley um 5,5 Millionen Barrel pro Tag. Stattdessen greift China offenbar selbst auf LagerbestĂ€nde zurĂŒck.
Genau diese beiden Effekte stabilisieren aktuell den Markt: mehr Exporte aus den USA, weniger Nachfrage aus China.
Zusammen absorbieren sie laut Morgan Stanley rund 9,3 Millionen Barrel pro Tag der insgesamt 12,3 Millionen Barrel RĂŒckgang aus dem Nahen Osten im Jahresvergleich.
Der Rest der Welt wird dadurch momentan abgeschirmt. Aber genau darin liegt das eigentliche Risiko.
Diese Stabilisierung basiert nicht auf neuer Produktion. Sie basiert auf Entlastungseffekten und Lagerabbau.
Die aktuelle "StabilitĂ€t" entsteht vor allem durch Lagerabbau und temporĂ€re Puffer. HĂ€lt die Krise rund um Hormus lĂ€nger an, könnten diese Reserven verschwinden und aus einer kontrollierten Belastung echte Knappheit werden. Morgan Stanley hĂ€lt dann Ălpreise von 130 bis 150 Dollar pro Barrel fĂŒr möglich.
Der Markt wirkt aktuell stabil. Die StabilitĂ€t selbst ist aber bereits kĂŒnstlich geworden und unter anderem damit beschĂ€ftigen wir uns im heutigen Marktupdate!
https://t.co/wihABdheno
Breakout bei Silber!
Silber hat den Ausbruch aus der mehrmonatigen Korrektur geschafft. Jetzt rĂŒcken die Silberminen in den Fokus. Die Attraktivsten findest du mitsamt fundamentaler Analyse im Friedrich Report.
đhttps://t.co/WLwVcpDwNy
Jahrzehntelang wurden strategische Ălreserven aufgebaut, um genau einen solchen Moment abzufangen. Jetzt zeigt sich, wie schnell selbst dieses Sicherheitsnetz dĂŒnn werden kann.
Bloomberg berichtet, dass die Welt aktuell Ălreserven in einem Tempo abbaut, das historisch beispiellos ist.
Hintergrund ist die anhaltende EinschrĂ€nkung der Lieferungen durch die StraĂe von Hormus, durch die normalerweise rund 20% des globalen Ălhandels lĂ€uft. Seit etwa zwei Monaten fehlen dem Markt dadurch enorme Mengen physischer Versorgung.
Die Folge ist kein abstraktes Marktproblem mehr. Staaten greifen massiv auf strategische Lager zurĂŒck.
Laut Morgan Stanley sind die globalen ĂlbestĂ€nde zwischen Anfang MĂ€rz und Ende April um rund 4,8 Millionen Barrel pro Tag gefallen. Das liegt deutlich ĂŒber allen bisherigen RĂŒckgĂ€ngen, die die Internationale Energieagentur jemals fĂŒr vergleichbare ZeitrĂ€ume erfasst hat.
Genau hier beginnt das eigentliche Risiko.
Ălreserven sind nicht einfach nur ein Preis-Puffer. Sie stabilisieren die gesamte physische Infrastruktur des Energiesystems. Raffinerien, Pipelines, Tanklager und Exportterminals benötigen Mindestmengen, um technisch weiter betrieben werden zu können.
JPMorgan warnt deshalb vor sogenannten âoperational stress levelsâ bereits ab Juni, falls die Lage in Hormus anhĂ€lt. Bis September könnten in Teilen des Systems operative Mindestgrenzen erreicht werden.
Das bedeutet praktisch: Regierungen mĂŒssten priorisieren, wer ĂŒberhaupt noch Treibstoff bekommt.
Nicht jede Industrie.
Nicht jede Region.
Nicht jeder Transportsektor.
Besonders angespannt ist die Lage in importabhĂ€ngigen Teilen Asiens. HĂ€ndler und Analysten nennen Pakistan, Indonesien, Vietnam und die Philippinen als besonders verwundbar. Teilweise könnten dort bereits innerhalb weniger Wochen kritische VersorgungslĂŒcken entstehen.
Der Indische Premierminister Modi trat am Sonntagabend ins nationale Fernsehen und forderte die BĂŒrger auf, Auslandsreisen zu vermeiden und den Kraftstoffverbrauch zu reduzieren, um Devisen âmit allen Mittelnâ zu sparen.
Europa steht vor einem anderen Problem. Dort schrumpfen vor allem die KerosinbestĂ€nde rapide, ausgerechnet vor der Sommerreisezeit. Gleichzeitig liegen die sichtbaren globalen ĂlbestĂ€nde laut Goldman Sachs bereits nahe den niedrigsten Niveaus seit 2018.
Auch die USA verlieren ihren Puffer. Die amerikanischen RohölbestÀnde inklusive der Strategic Petroleum Reserve sind zuletzt mehrere Wochen in Folge gefallen und bewegen sich deutlich unter historischen Durchschnittswerten.
Der entscheidende Punkt liegt aber noch woanders.
Selbst wenn die StraĂe von Hormus kurzfristig wieder vollstĂ€ndig geöffnet wĂŒrde, wĂ€re die Krise nicht automatisch vorbei. Denn danach beginnt Phase zwei: der globale Wiederaufbau der LagerbestĂ€nde. Staaten, Raffinerien und HĂ€ndler mĂŒssten gleichzeitig enorme Mengen Ăl nachkaufen, um ihre geleerten Reserven wieder aufzufĂŒllen.
Genau diese zusÀtzliche Nachfrage könnte die nÀchste Preiswelle auslösen. Möglicherweise stÀrker als die erste.
Deshalb sprechen einige Analysten inzwischen von einem Wettlauf gegen die Zeit. Morgan Stanley hĂ€lt in einem lĂ€nger anhaltenden Szenario Ălpreise von 130 bis 150 Dollar pro Barrel fĂŒr möglich.
Die eigentliche Botschaft ist damit gröĂer als nur der aktuelle Preisanstieg.
Die Weltwirtschaft funktioniert auf permanentem Energiefluss. Strategische Reserven können kurzfristige Schocks abfedern. Sie können aber keinen dauerhaft blockierten Hauptkorridor des Welthandels ersetzen.
Je lĂ€nger dieser Zustand anhĂ€lt, desto stĂ€rker verschiebt sich das Problem von âteurem Ălâ hin zu echter physischer Knappheit.
Und genau diese Grenze kommt nÀher.
Falls dir meine Arbeit gefĂ€llt und einen Mehrwert geboten hat, Interagiere gern mit dem Post. Danke! đ§Ą